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November 1851, und man glaubt, daß das Mi⸗ nisterium sich dem um so weniger widersetzen werde, als Graf Daru damals zu Denjenigen gehörte, welche diesen Antrag auf das Lebhasteste unterstützten.— Der Zustand des an einer Lun⸗ genentzündung erkrankten Herrn Raspail soll kein un bedenklicher sein.
Spanien. Madrid. Die republikanische Partei hat in den Cortes einen Gesetzantrag ein— gebracht, welcher sämmtliche Mitglieder der Fa- milie Bourbon vom spanischen Throne ausschließt.
— Die Cortes erwählten Zorilla zum Prä- sidenten.
Italien. Rom. Es haben sich bereits mehr als 300 Bischöfe geweigert, die Petition zu Gunsten der Unfehlbarkeits-Erklärung des Papstes zu unterzeichnen. Mehrere Andere haben sich Bedenkzeit ausgebeten. Die Gegner des Unfehl— barkeitsdogmas haben beschlossen, eine Begenpetition aufzustellen.
— Im„Univers“ findet man eine vom Papst am 9. Januar in einer öffentlichen Audienz im Vatican gehaltene Allocution und in derselben folgende bezeichnende Stelle:„Sogenannte kluge Leute möchten, daß man gewisse Fragen schonte und nicht gegen die Ideen der Zeit gehe. Ich aber erkläre, daß man die Wahrheit sagen muß, um die Freiheit zu gründen, und daß man sich niemals fürchten muß, die Wahrheit laut zu ver- künden und den Irrthum zu verurtheilen. Ich will frei sein, wie die Wahrheit. Um die Ge— schäfte dieser Erde bekümmere ich mich nicht; ich besorge die Angelegenheiten Gottes, der Kirche, des heiligen Stuhles und der gesammten christ— lichen Gesellschaft.“
Rußland. Petersburg. Der offzielle russische„Invalide“ sagt in der Militärübersicht des Jahres 1869: Im April 1870 wird die Neubewaffnung der Armee vollendet werden. Die— selbe wird mit ntuen Gewehren und entsprechen⸗ dem Patronenquantum versehen sein. Während des Jahres 1869 sind vierhundert Kanonen neuen Systemes den Festungen zugesandt worden. Das Kriegsbudget pro 1870 weist einhundert und vierzig Millionen aus, vier Millionen mehr als das vom Jahre 1869.
Amerika. Unterm 24. Dezember v. J. find aus Rio de Janeiro Nachrichten eingetroffen, welche bestätigen, daß Lopez in der Wildniß von Vacaria umherirrt und der Krieg thatsächlich beendigt ist.
Asien. Aus Hong⸗Kong trifft die Mel⸗ dung ein, daß das Schiff„Crafton“ in der Nähe von Macao von Seeräubern angefallen und ge— nommen worden sei. Der größte Theil der Be⸗ mannung wurde niedergehauen und nur der Capitän und sechs Mann geschont und als Ge⸗ fangene fortgeschleppt. Das Schiff wurde ver⸗ lassen und in sinkendem Zustande gefunden. Das portugiesische Kriegsschiff„Cormosa“ ergriff scharfe Repressalien gegen die bei der That Betheiligten und verbrannte alle Dörfer in der Nähe des Schauplatzes, wo die Mannschaft ermordet wor— den war.
O Friedberg. Wie wir hören, beabsichtigt die Kammetsängerin Frau Haagn(Professorin vom Wiener Conservatorium) hierselbst bei ihrer Durchreise, in hiesiger Stadtkirche, am Freitag den 21. d. M., um ½8 Uhr, ein großes geistliches Concert unter mehrseitiger Mitwirkung zu veranstalten. Der große Ruf, welcher Frau Haagn vorangeht, und welchen dieselbe bei allen
ihren gegebenen Concerten bewährt hat, veranlaßt uns, auf diesen außergewöhnlichen musikalischen Genuß aufmerk⸗ sam zu machen. Einer auswärtigen Zeinung entnehmen wir über Frau Haagn Folgendes: Es ist uns eine an⸗ geneyme Pflicht der Kammersängerin Frau Haagn unsern Dank, gewiß auch im Namen der ungemein zahlreichen Zuhörer, auszusprechen, für den Genuß, den uns die be⸗ rühmte Sängerin in ihrem Kirchenconcerte gewährt hat. Frau Haagn zeigte uns, wie es durchaus nicht großer Bravonc-Arien dedarf, um sich die Herzen und ungetheil⸗ teste Theilnahme der Anwesenden zu erringen, obgleich sie in den großen Arien bewies, daß sie Meisterin in der Be— wälligung der schwierigsten Passagen ist. Das Lied war es, dessen einfache zum Herzen spiechende Harmoniefolge in edelster Weise, und mit jugendlich frischer Stimme vor— getragen, uns die Sängerin lieb gewinnen ließ. Sym⸗ pathisch berührte uns der Vortrag eines Ave Maria, welches wahrhaft ergreifend war.
Frankfurt. Kommenden Sonntag wird in der durch Herrn Heymann und Comp. gemietheten landw. Halle durch die Mannofeldt'sche Capelle das erste Volks⸗ concert staufinden. Die Halle wird geheizt.
Frankfurt. Ein bedauernswerthes Ereigniß fand in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag dahier statt. Eine Anzahl junger Leute kam um 2½ Uhr Morgens vor die Frank'sche Wirthschaft in der Saalgasse und ver— langte durch Klopfen und sonstigen Scandal Einlaß. Der Eigenthümer der Localität, welcher schon längst mit den Seinigen zu Bett lag, sprang auf und erklärle, daß
er Niemanden Einlaß gewähren werde, worauf ihm die Fenster mit Steinen eingeworfen wurden. Die Kinder erwachten ob des Lärms. Frank forderte die Excedenten auf, sich zu entfernen, worauf Steine gegen ihn flogen; er sprang zurück und riß von der Wand eine geladene doppelläufige Flinte, stürzte zum Fenster und schoß beide Läufe auf vier des Wegs daher kommende junge Leute, welche er für die ihn bedͤtöhenden hielt. Diese hatten sich jedoch schon vorher aus dem Staube gemacht. Der este Schuß traf einen jungen Mann Namens Rupp in die Stirne und halte den augenblicklichen Tod zur Folge, der zweite Schuß traf einen Andern Namens Dietz in die Waden. Frank wurde perpaftet.
Darmstadt. Zu Ende der vorigen Woche sind an mehreren Tagen und verschiedenen Orten wieder mehrfach Erderschütterungen wahrgenommen worden. So wird von Großgerau gemeldet: Wohl bemerkbare Erschüttterungen ereigneten sich wieder am 14. Morgens 6 ½ Uhr, kurz vor und kurz nach 7½ Uhr, und kurz nach 9 Uhr. Ebenso wurde am 15. Nachis, kurz vor 4 Uhr, eine Er⸗ schütierung und in der felgenden Nacht zwei leise Schwingungen ohne Geräusch beobachte.
Worms. Bei dahier vorgenommenen Ausgrabungen hat man einen ziemlich großen sogenannten römischen Topf, ganz mit alten ächten Silbermünzen gefüllt, auf⸗ gefunden. Jedes der einzelnen Stücke ist in der Größe von einem Sechser und sollen dieselben nach dem Gepräge zu schließen, aus der Zeit Kaiser Karl des Großen stammen. Das Gewicht der gefundenen Münzen soll nahezu 5 Pfund erreichen, was einen hübschen Silberwerih abwirft; alle sind gut erhalten.
Vom Rhein wird eine neue Art des Annoncirens gemeldet. Bekanntlich sind in Preußen die Ankündigungen auewärliger Lotlerien verboten. Was hat nun ein genialer Lottecie-Collecteur gethan, um seine Geschäftsanzeige in Preußen zu verbreiten? Er hat auf einen Fünfibalerschein einen schmalen Streifen, welcher seine Firma und das Anerbieten seiner discreten Dienste trägt, so aufgeklebt, daß es aussieht, als wäre der Schein zerrtssen gewesen und nun durch einen Streifen Druckpapier die einzelnen Theile, wie dies ja oft geschieht, vereinigt worden. Wenn der betressende Herr nur 1000 Scheine so beklebt hat, und man rechnet, daß jeder Schein durchschnittlich wöchent⸗ lich nur einmal seinen Herrn wechselt, so gehr seine Annonce im Jahre durch 50,000 Hände. Es fragt sich nur, ob nicht die Weitergabe eines solchen Scheines als Verbreitung einer verbotenen Annonce bestraft werden kann?
München. Der Berliner Kurierzug, der am 15. Abends von München abging, entgleiste kurz vor Gerst⸗ hofen, einer Station bei Augsburg. Die Locomotive stürzte um, die Räder nach oben gekehrt, quer über die Schienen. Der Heizer wurde von der Maschine erdrückt. Wagen thürmten sich ca. 40 Fuß hoch übereinander, mehrere wurden total zertrümmert, die übrigen stark be⸗ schädigt. Der Zugführer wurde ins Feld geschleudert und kam mit einer Beschädigung am Kopf davon. Von den etwa 20 Passagieren wurden alle gerettet, einige erlitten lleine Verletzungen.
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In Wien hat das Umwerfen einer Petroleumlampe großes Unglück angerichtet. Sechs Damen saßen um den Kaffeetisch, als die Frau des Hauses beim Serviren die Lampe umwarf, deren Inhalt sich sofert über den Tisch ergoß und die Kleider der Damen in Brand steckte. Die Hausfrau wurde leicht verletzt, schwer dagegen deren beide Töchter und die anderen Damen, von denen die eine noch in derselben Nacht starb. f
Paris. Aus dem Gers⸗Departement wird gemeldet, daß dort am 16. d. ein Erdbeben staltsand. Die ganze Stadt wurde aus dem Schlafe gerüttelt. Die Betten erziiterten, die Mauer wankten u. drlg. mehrt; ein Un⸗ fall ereignete sich jedoch nicht.
Paris. Der Cassationshof hat über die Nichtigkeits⸗ beschwerde Traupmann's in öffentlicher Sitzung verhandelt. Die vier Puncte, auf welche der Anwalt des Verurtheilten die Beschwerde stützte, waren die folgenden:„1) Der Dolmetsch, welcher die Aussagen der deulschen Zeugen zu übersetzen halle, war als Zeuge geladen, 2) der Staats anwalt hat die letzten Enthüllungen Traupmann's, nach⸗ dem die Untersuchung schon beschlossen war, zu Protokoll genommen, 3) zu den der Jury vorzulegenden Beweis—⸗ slücken war nachträglich noch ein Packet hinzugesügt worden, welches dem Angeklagten oder seinem Vertheidiger zuvor nicht vorgelegt worden war, 4) aus dem Audienz⸗ protokoll gehe nicht klar hervor, ob ein 14 jähriger Junge vereidet worden wäre oder nicht!? Nach einstündiger Be- rathung hat der Cassattonshof die Nichtigkeitsbeschwerde verworfen. Traupmann, welcher immer noch von Mit⸗ schuldigen spricht und in dieser Beziehung neuerdings mehrere Briefe an Gerichtspersonen geschrieben hat, em- pfing die Nachricht von der Verwerfung seiner Nichtig⸗ keitsbeschwerde ruhig und äußerte sich, daß er darauf ge— faßt gewesen sei.
Armenverein zu Friedberg.
Der hiesige Armenverein, welcher seit 1849 besteht, hat den Zweck, durchreisenden Handwerksburschen und den Armen vom Lande in einem Umkreis von etwa 2 Stun⸗ den uach Ms lichkeit Unterstützung zu gewähren und so den nach allen Seiten bin verderblichen und lästigen Haus⸗ und Straßenbettel abzuwehren. Die Unterstützung der Handwerksbursche geschieht hierorts nach zuvoriger strenger Controle ihrer Leginmationspapiere; die Unter⸗ stützung der Landarmen erfolgt durch Vermittelung der Herrn Ortsgeistlichen, denen die Gaben zur zweckmäßigen Verwendung zugestellt werden. Der Segen des Vereins liegt nach allen Seiten hin offen vor Jedermanns Augen, würde aber noch größer sein, wenn letzterem noch mehr Mintel zur Verfügung ständen und sich nicht noch immer manche unsrer Mitbürger geflissentlich von ihm fern hielten. Wir haben uns darum in den letzten Wochen erlaubt, eine nochmalige Einladung zum Beitritt in unsrer Stadt, namentlich bei den neu aufgenommenen Orisbürgern und sonstigen Neueingezogenen, eirculiten zu lassen. Sollte
aber hierbei Jemand aus Versehen vergessen worden sein,
so bitten wir, die etwa uns zugedachten wöchentlichen, monatlichen oder vierteljährlichen Beiträge dei uns ober unserm Vereinsdiener Reichhold gefälligst anmelden zu wollen, wie wir denn auch jederzeit Benachrichtigungen von besonders dringlichen und rasche Abhülfe erheischenden Nothsällen gerne entgegennehmen. Friedberg, 16. Januar 1870. Für den Vorstand: Steinberger.
Bitte!
Für den durch Brandstiftung unverschuldet in große Noth gerathenen J. Weis aus Wingers⸗ hausen empfingen wir ferner von: L. C. T. 1 fl. 10 kr., Pfarrer Decker in Hochweisel 1 fl., so daß die Gesammt⸗ summe der bis jetzt bei uns eingegangenen Gaben 8 fl. 10 kr. beträgt. Viel kann damit nicht ausgerichtet wer⸗ den und doch handelt es sich darum, eine brave Familie vor gänzlicher Verarmung zu schützen. Wir hoffen und bitten deßhalb, daß sich noch mehr Menschenfreunde fin⸗ den möchten, welche eine kleine Beisteuer zu reichen ge— neigt sind.
Die Expedition.
Jüt die bedrängte hiesige Familit empfingen wir noch: Ungenannt 1 fl. Mit dieser Em⸗ pfangsbescheinigung schließen wir zugleich unsere Sammlung.
Die Expedition.
Bekanntmachung.
Arbeits-Versteigerung. 207 Montag den 24. Januar, Vormittags 10 Uhr,
192 Die Besorgung des Posifuhrwesens auf der Station soll zu Ober- Wöllstad t die erstellung eines neuen Ortenberg, welche die Unterhaltung von 6 Poffillonen Thlercadaver Karrens für die Gemeinde daselbst an die und 16 Pferden erfordert, soll vom 1. März o. a. ab Wenigfsordernden in Accord gegeben werden:
anderweit verdungen werden.
Die Bedingungen der Entreprise können bei der hiesigen Ober⸗Post⸗Directlon und bei der Post⸗Expeditton in Ortenberg eingesehen werden.
Qualificirte Unternehmer, welche auf die Uebernahme
der Entreprise reflectiren wollen sich binnen 14 Tagen bei der hiesien Ober-Post-Direetton schriftlich oder innerhalb der gewöhnlichen Büreaustunden persönlich melden. Oarmstadt den 13. Januar 1870. 1 Der Ober-Post⸗Director. In Vertretung: Calame.
1) Was nerarbeit, lt. Ueberschlag 26 fl. 48 kr.
2) Schmtedarbeit 43„ 12„
Friedberg den 17. Januar 1870.
Der Bezirks⸗Bauaufseber n ea d e
1800 und 700 fl.
212 liegen gegen gerichtliche Hypotheken zum Aus⸗ leihen berett. Refleclirende wollen sich an den Unter⸗ zeichneten wenden.
Nieder⸗Rosbach den 17. Jauuar 1870.
Friedrich J. Schneider.
Zum Ankauf
222 sucht die Gemeinde Wohn bach einen Faselochsen im Alter von 2— 3 Jabren und einen Eber von 1 Jahre, und wollen hierauf Reflectirende der unterzeichneten Bürgermetsterei portofreie Mittheilung zukommen lassen. Wohnbach am 18. Januar 1870. Großherzogliche Bürgermetsteret Wohnbach 0 Pbili ppl.
Dee 210 Wir leben in einer praktischen Zeit und ist es daher ncht zu verwundern, doß die seit vorigem Jabre in Leipzig erscheinende Zeitschrist:„Die Hausfrau, Blätter für das Haus wesen“(pro Quartal nur 48 ke.) eine so günstige Aufnabme überall gefunden bat. Die Zeitschrift bringt eben Mittheilung aus der Praxis und dazu noch Unterbaltuna.
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