Ausgabe 
19.11.1870
 
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Samsiag den 19. November.

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5 a Enthält die amtlichen Exlasse für den Kreis Friedberg. Ftiedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Kriegsnachrichten. und wollten partout nicht zurück, und da der ein Artikel kort demandé und würde, ohne uns

Officielle militärische Nachrichten.

Versailles, 15. Nov. Vor Paris wie don der Loire her ist keine Bewegung des Feindes gemeldet.

Les Errues vor Belfort, den 16. Nov. deute früh machten 3 Bataillone mit 6 Geschützen inen Ausfall aus Belfort gegen Besangon. Der Feind wurde mit Verlust von 200 Todten und Jerwundeten und 58 Gefangenen zurückgewiesen.

Versailles, 12. Nov. DerE. Ztg. schreibt man: In wenigen Tagen muß es zur Schlacht kommen. Prinz Friedrich Karl kommt nit der durch die Uebergabe von Metz disponibel sewordenen Armee in Eilmärschen heran; er macht sechs Meilen täglich. Ein Marschohne Schonung. Die Telegramme, welche der Armee zorausgegangen, besagen, daß die Spitzen der⸗ siben schon morgen mit dem v. d. Tann'schen Corps Fühlung bekommen. Es ist wohl über⸗ füssig zu betonen, daß die Aufgabe Orleans in zen Dispositionen gelegen hat. Die ganze Be⸗ stzung von Orleans, dessen Terrain von Höhen leherrscht wird, war eine Art Reiterstück und die Behauptung der Stadt war mit den vorhandenen Fräften nicht beabsichtigt. Des Generals von der Tann ursprüngliche Absicht war es, beim Hexan⸗ sahen der Loire⸗ Armee, welche die letzten Reste egulärer Truppen enthält, und von denen Jeder⸗ ann überzeugt ist, daß sie sich gut schlagen verden, Orleans zu räumen und Stellung dies- tits der Stadt, in der Gegend von Artenay zu sehmen, wo ein günstiges Terrain gestattet haben rürde, den Kampf auch mit einem doppelt so farken Feinde anzunehmen. Der General hat in desem Sinne mehrfach in das Hauptquartier der 4. Armee berichtet, erhielt jedoch Weisung, Orleans

bs zum letzten Augenblick zu halten und sich vor respektablen Truppenmacht nicht eine spätere Auf⸗

dim Feindefechtend zurückzuziehen. Für die zügemeine Disposition mögen hierbei zwei Gesichts⸗ punkte maßgebend gewesen sein, einmal den Feind aufzuhalten, um der Metzer Armee Zeit zum heranmarsch zu schaffen, zweitens, um die Loire⸗ Armee an die Sohlen des retirirenden Feindes 1 heften. Der Rückzug v. d. Tann's hatte nordwärts stattzufinden, gerade auf Paris los, nogegen der Heranmarsch des Prinzen Friedrich rl im Halbkreis südlich des Feindes auszuführen rar. Die Folge dieser letzten Disposition wäre thin die vollstänbige Cernirung der Loire-Armee gwesen, und vielleicht wäre es dann nur zu einem gingen Kampfe und zu einer schnellen Wassen⸗ seckung gekommen. Diese Absicht scheint jedoch icht gelungen zu sein. Gegen Erwarten haben de Franzosen, nachdem sie Orleans den Bayern veggenommen, links geschwenkt und scheinen die ichtung nach Chartres einzuschlagen. General 5. Wittich soll Ordre gehabt haben, die Ein- cließung der Loire-Armee von der linken Flanke r zu unterstützen. Ob er angesichts der neuen Bewegung des Feindes seine Position in Chartres etzt verlassen wird, ist zu bezweifeln. Zunächst zu erwarten, daß der letztere vom Prinzen Fiedrich Karl in der rechten Flanke gefaßt werden rird. Mit dem Rückzug unter Gefecht hat es bei n Bayern auch seinen Haken gehabt. Die Ausführung einer solchen Ordre mag bei anderen uppen auf geringere Schwierigkeiten stoßen; bei in Bayern und bei unserer Landwehr ist sie scher am schwierigsten Die Bayern verbissen sich

Obergeneral, seinen Befehl stricte auszuführen hatte, so gelang es ihm trotz aller Bemühung nicht, Berlüste zu verhüten. Er hat sowohl Todte und Verwundete als auch Gefangene zurücklassen müssen. Die Ziffer vermag ich nicht anzugeben. Bedeutend kann sie auf keinen Fall sein.

Versailles, 16. Nov. DexKarls. Ztg. telegraphirt man von hier: Men vernimmt, daß gestern der Vertrag zwischen dem nord⸗ deutschen Bund und Hessen über die Ver⸗ einigung zum deutschen Bunde unter Annahme der nur in unerheblichen Punkten geänderten norddeutschen Bundesverfassung unterzeichnet wurde. f a

Der hiesige Spezialcorrespondent der Köln. Ztg. berichtet: In Orleans sind, wie ich höre, 800 Kranke und Verwundete vom General v. d. Tann zurückgelassen worden. Vor dem Abzuge des letzten bayerischen. Deta⸗ chements wurde die Stadt für das Schicksal dieser Armen verantwortlich gemacht und ihr die furchtbarste Strafe in Aussicht gestellt, wenn diesen Leidenden auch nur das Geringste geschähe. Die Stadt übernahm mit Bereit⸗ willigkeit jede Garantie. In wenigen Tagen dürfte Orleans wieder von uns besetzt sein. DemBerl. B. C. schreibt man aus Versailles; Die Vorräthe in Paris gehen mit rapider Schnelligkeit zu Ende und auch die ärgsten Pessimisten glätten wieder die Stirn und hoffen auf den baldigen Abschluß des Krieges. Dafür spricht u. A. auch der Umstand, daß, wie ich höre, in der Nähe des jüngst vielfach als Eisen⸗ bahnkopfstation genannten Städtchens Nanteuil ein Barackenlager zur Aufnahme von 150,000 französischen Gefangenen errichtet wird. Es leuchtet ein, daß man zu dieser ungewöhnlichen Placirung Gefangener nicht greifen würde, wenn man dieser

gabe zugedacht hätte, und die Vermuthung liegt nicht all zu fern, daß diese Armee der künftigen Regierung Frankreichs, gleichviel ob Republik, Napoleoniden oder Orleans, zur Stütze dienen soll. Meine oft ausgesprochene Meinung, daß der Luftballonschwindel der Pariser nur zu dem Zwecke in Scene gesetzt wird, um die Aufmerk⸗ samkeit der Belagerer von dem wahren Commu⸗ nicationswege abzulenken, wird im weitesten Um⸗ fange durch eine Verhaftung bestätigt, die in den hiesigen französischen Kreisen ungeheures Aufsehen erregt. Ein hiesiger höherer Gerichtsbeamter er- hielt in regelmäßigen Intervallen Briefe von einer Privatperson zugestellt, die Polizei bekam davon Wind, und als sie vor einigen Tagen einen dieser Briefe absing, wies derselbe das neueste Pariser Datum auf. Der Bote hatte sich zu salviren gewußt, und da der Adressat jedwede Auskunft über den Speditlonsweg verweigerte, weil, wie er sagte, viele seiner Freunde dadurch compro⸗ mittirt werden würden, erfolgte seine Verhaftung, die, wie schon erwähnt, große Bestürzung unter der Einwohnerschast hervorrief.

Im Norden von Paris liegt bekanntlich die preußische Garde. Das Kaiser⸗Alexander- Regiment erhielt kürzlich den Besuch einer ältlichen französischen Dame. Sie kam aus dem Fort von Aubervilliers als Parlamentär und fragte höflichst und beredt an, ob man es den Soldaten in Aubervilliers gestatten wolle, einige Kartoffeln aus

den vor den Forts gelegenen Feldern auszugraben. Dies Gemüse, behauptete die ältliche Dame, wäre!

den geringsten Schaden zuzufügen, wesentlich dazu beitragen, den geringen Grad von Wohlsein, der augenblicklich in Aubervilliers berrsche, zu erhöhen. Der Parlamentär, nachdem er mit der Achtung, die sein Alter, sein Geschlecht und seine sociale Stellung gebot, angehört worden war, wurde mit dem Bescheid zurückgeschickt, die Franzosen möchten nur heute Nachmittag Kartoffeln suchen kommen, aber sie sollten sich sputen und tüchtig graben, denn es gehörte nicht zu den dienstlichen Ver⸗ pflichtungen des Kaiser⸗Alexander⸗Regimeuts, für die Verproviantirung des Forts von Aubervilliers zu sorgen. Die ältliche Dame entfernte sich böflichst dankend und bald darauf füllte sich das Feld mit ganzen Schaaren von französischen Sol⸗ daten, die mit einem Eifer und einer Ordnung Kartoffeln ausgruben, die ihrer Disciplin und ihrem Appetite alle Ehre machten.

Chartres, 11. Nov. Von hier ist Alles gegen Orleans zum v. d. Tann'schen Corps vorgerückt; die Action ist nahs bevorstehend; die Postverbindung ist von jetzt ab wieder gänzlich unterbrochen. Die bayerischen Ge⸗ fangenen wurden von Tours nach der Insel Oleron durch einen Expreßzug befördert.

Ueber die Marschrichtungen der früheren Cernirungsarmee von Metz verlautet jetzt Ge⸗ naueres. Das 2. Corps(v. Fransecky) ist voll⸗ ständig vor Paris angelangt, die 4. Division (v. Wephern) steht bei Versailles, die 3.(von Hartmann) löste die 17. mecklenburgische Division (v. Schimmelmann) ab und beide Divisionen halten mit der unter den Oberbefehl des Generals Fransecky gestellten würtembergischen Division die Südostseite von Paris, von Choissy bis Noissh, cernirt. Das 9. Armeecorps(v. Manstein) hatte nach 14tägigem Marsch bei Melun und Fon⸗ tainebleau die Seine erreicht und dürfte das norddeutsche Armeecorps sein, welches unter den Oberbefehl des Großherzogs von Mecklenburg gestellt worden ist. Die hessische Division hatte die Tete, das 4. Infanterieregiment war am 9. Abends zuerst in Troyes einmarschirt. Das 10. Armeccorps(v. Voigts⸗Rhetz) mit der 19.(von Schwarzkoppen) und der 20. Division(v. Kretz⸗ Koschlau) schlug die Straße über Toul-Neufchateau ein; das 3. Armeecorps(v. Alvensleben II.) mit der 5.(v. Stülpnagel) und 6. Diviston(von Buddenbrock) marschirt links vom 10. Corps auf der Straße über Chaumont-⸗Langres nach Dijon, wo diese beiden Corps mit den Corps v. Werder und, v. Schmeling unter dem, Oberbefehl des Prinzseldmarschalls Friedrich Karl als Südarmee im Saone- und Rhonethal operiren sollen. Die Regierung in Tours befürchtet allem Anschein nach von Dijon her einen Angriff gegen Bourges, und daß die Deutschen über Autun, Nevers in den Rücken der französischen Loire-Armee vor dringen möchten. Zur Verhinderung desselben sammelte man bei Chaugny die Mobilgarden und wurde das Garibaldische Freicorps am 8. nach Macon und am 10. nach Autun westwärts heran- gezogen. Auch die erste deutsche Armee ist in raschem Vorrücken begriffen. Belgische Blätter avi- siren bereits das Erscheinen zahlreicher preußischer Truppenmassen in Rethel. Die 1. Armee(von Manteuffel) besteht bekanntlich aus dessen Corps mit der 1.(v. Bentheim) und 2. Division(von Pritzelwitz) und dem 8. Corps(v. Goeben) mit den Divistonen 15. und 16.(v. Barnekow).

DieIndependance vom 14. November