Ausgabe 
19.7.1870
 
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Ollivier unterbricht den Redner mit den Worten: Wir nehmen diese Nee en wieder für uns in Anspruch! Gambetta verlangt die Mit- theilung nicht nur der an die französischen Agenten gerichteten Depeschen, sondern der angezogenen preußischen Depesche, sowie insbesondere der vom Grafen Bismarck an alle Cabinette gerichteten Note. Gramont erklärt, die Commission habe diese Note gesehen. Die Linke besteht auf Vor⸗ legung der Note. Ollivier begreift nicht, wie es so schwer sei, einer gewissen Seite der Kammer die Ehrenfrage begreiflich zu machen. Die Linke ruft:Geben Sie uns den Text der Note! Ollivier beschwört die Kammer, diese unangenehme Discussion zu schließen. Pitard will die Existenz der Note zwar nicht bestreiten, verlangt aber deren Mittheilung an die Kammer. Nach vergeblichen Versuchen Pelletan's und Grevy's, zum Worte zu gelangen, werden die verlangten Credite von 50 Millionen für den Krieg, 16 Millionen für die Marine, der Entwurf, betreffend die Einberufung der mobilen Nationalgarde, und die Vorlage, zur Einberufung von Freiwilligen für die Dauer des Krieges die Regierung zu ermächtigen, mit großer Majorität genehmigt. Gegen 1 Uhr Morgens schloß die Sißung.

DerTemps schreibt: Während man behauptet, daß die Bevölkerung von Patis unge- duldig sei, den Krieg erklärt zu sehen, erfahren wir, daß Herr Arago, welcher sich so entschieden in friedlichem Sinne ausgesprochen hat, von allen Punkten des 8. Bezirks Beglückwünschungs⸗ Adressen empfängt.

Zwei Manifeste Napoleons stehen mit der Kriegserklärung in Aussicht, das eine an die Franzosen, das andere an's deutsche Volk, worin die Versicherung abgegeben werde, daß Frankreich keinerlei Gebietsvergrößerung auf deutschem Boden erstrebe, sondern lediglich dem Ehrgeiz Preußens Schranken setzen wolle.

Die heutigeIndependance berichtet in ihren Telegrammen u. A. aus Paris, 16, daß alle Regierungen sich bemühen, den Krieg zwischen Frankreich und Preußen zu localisiren, da Deutschland nicht bei der Frage betheiligt sei; der Kaiser werde unverzüglich zur Armee abgehen. Aus London, 15.: Seitdem man die(zweite) erniedrigende Forderung Frankreichs an Preußen erfahren habe, habe sich die öffentliche Meinung gegen die französische Regierung gewendet; Eng⸗ land werde seine Neutralität behaupten, so lange die Belgiens geachtet werde.

Dit Einschiffung der Truppen von Algier haben begonnen; von hier sind Truppen und Artillerie nach der Gränze abgegangen.

Am 14. und 15. d. fanden Abends hier feindselige Kundgebungen gegen Deutschland statt. 3000 Menschen zogen vor die Wohnung des nord- deutschen Gesandten, deren Zugänge poliztilich besetzt waren.

Der Herzog von Gramont hat am 12. dem norddeutschen Botschafter erklärt, die Ent⸗ sagung des Prinzen von Hohenzollern sei Reben⸗ sache, da Frankreich die Thronbesteigung nie ge duldet haben würde; die Hauptsache sei, daß der König in einem eigenhändigen Briese an Napoleon wegen des Vorgefallenen Abbitte leiste. Bei vie⸗ sem zur Veröffentlichung bestimmten Briefe dürfte der verwandschaftlichen Beziehungen des Erbprinzen von Hohenzollern zum französischen Kaiserhause nicht Erwähnung geschehen.

Die Note, deren Text Emilie Ollivier am 13. dem gesetzgebenden Körper mitzutheilen sich weigerte, existirt als Note nicht. Das bekannte Zeitungstelegramm aus Ems über die Abweisung Benedelti's ist den deutschen Regierungen und den

Luxemburg sind bereits einige Regimenter auf dem Wege, um eventuell die Preußischen 94 7 zu verhindern, mit Verletzung des neutralen bel⸗ gischen Gebiets die französische Armee zu umgehen.

Holland. Amsterdam. Die Milizen vom Jahrgang 1869, welche heute entlassen wer⸗ den sollten, werden vorläufig noch bei ihren Truppentheilen verbleiben.

Großbritannien. London. Die Mor- genblätter aller Parteien sprechen sich entschieden günstig für Preußen aus, sie verdammen das herausfordernde insultirende Benehmen der fran⸗ zösischen Regierung und messen letzterer allein die Schuld der drohenden Kriegsgefahr bei.

Globe undPall⸗Mall-Gazette finden die Abweisung der neuesten Forderungen des französischen Botschafters durch den König von Preußen für vollständig gerechtfertigt.

Im Unterhause erbat sich Disraeli Mitthei lungen über die Tagesfrage. Gladstone erwiderte, die Verhandlungen zwischen Frankreich und Preu ßen seien noch nicht beendet. England biete alles Mögliche auf, um den Frieden zu erhalten. Hoffmann fragt, ob England Frankreich moralisch unterstütze, wie Gramont behauptete. Gladstone verweigerte eine weitere Auskunft und bemerkte, Granville habe wegen jener Behauptung eine Depesche an Gramont abgesandt.

Das preußische Geschwader, bestehend aus den PanzerschiffenKronprinz,Prinz Adal⸗ bert,Friedrich Karl undKönig Wilhelm, welches unter dem Befehl des Prinzen Adalbert am 10. d. von Plymouth nach Fayal ausgelaufen war, ist gestern nach Plymouth zurückgekehrt, be- gab sich aber nach dreistündigem Aufenthalt wie⸗ der auf eine Uebungsfahrt in den Canal hinaus.

Spanien. Madrid. Die Haltung der spanischen Presse ist fortwährend ruhig und ener⸗ gisch. Das Organ Prims erwidert auf die Kriegs- drohungen der Pariser Chauvinisten:Wir rathen den französischen Zeitungen Mäßigung an. Es ist nicht ralhsam, gewisse Erinnerungen zu er⸗ wecken. Wenn Paris, wie eines dieser Journale prahlerisch hervorhebt, seine Vendome⸗Säule be⸗ sitzt, so hat Madrid einen Obelisken vom 2. Mai! Denkt daran!

Italien. Florenz. DieItalie schreibt: Aus den bereits telegraphisch mitgetheilten Erklärungen des Ministers Visconti-Venosta geht hervor, daß Italien aus seiner Neutralität nicht herauszutreten gedenkt. Die Hauptstelle in der Erklärung des Ministers lautete wörtlich:Ich kann der Kammer die Versicherung geben, daß mit Italien keinerlei Unterhandlungen stattgefunden haben. Die Re- gierung haͤlt es in ihrem Interesse für das Beste, eine Politik der Reserve zu adoptiren.

Am Abend des 16. d. fand hier eine anti⸗ französische Kundgebung statt, welche von der nationalen Demokratie ausging. Menschenmassen zogen unter dem Geschrei:Nieder mit Frankreich! Hoch die Neutralität! Es lebe Preußen! zuerst nach dem auswärtigen Ministerium, dann nach dem Hotel des norddeutschen Gesandten.

Amerika. Washington. Die beiden Häuser des Congresses nahmen die Consolidirungs⸗ bill, nachdem die Conferenz die Bestimmung über den Zwangsumtausch bezüglich der Nationalbank gestrichen hatte, an. Die Bill überläßt den Um⸗ tausch der Bonds der freien Wahl aller Inhaber; sie ermächtigt zur Ausgabe von 1000 Millionen vierprocentiger Bonds, rückzahlbar in 30 Jahren, von 300 Millionen 4½procentiger Bonds, rück⸗ zahlbar in 15 Jahren, und von 200 Millionen öprocentiger Bonds, rückzahlbar in zehn Jahren. Es werden keine Agenturen im Ausland errichtet. Die neuen Bonds sind zu Pari gegen Fünfund-

norddeutschen Vertretern bei einigen außerdeutschen zwanziger Bonds umzutauschen oder gegen Gold

Höfen zur Information mitgetheilt worden. Belgien. Brüssel. Alle Altersclassen der Dienstpflichtigen bis auf 1863 zurück sind ein⸗ berufen. Innerhalb zweimal 24 Stunden hat Belgien eine Armee von 80,000 bis 100,00 Mann auf den Beinen. 40,000 Mann bleiben im befestigten Lager zu Antwerpen, 40 bis 60,000 besetzen die belgisch⸗preußlschen und die belgisch · französischen. Gränzen. Auch nach dem belgischen

zu verkaufen. Der Erlös ist zur Einlösung der Fünfundzwanziger Bonds zu verwenden. Alle gemäß der Schuldentilgungs⸗Acte angekauften Bonds sind zu annulliren.

Eine Botschaft des Präsidenten lenkt die Aufmerksamkeit der Congreßmitglieder auf den be⸗ vorstehenden Krieg, betont die Nothwendigkeit einer Modification der Gesetzgebung, um den Bürgern der Union den Ankauf von ausländischen

Schiffen zu ermöglichen, weist auf die Gefahr hin, daß der Bremer und Hamburge dampf Postdienst verhindert würde, und 1 vor, Congreß möge nicht früher seine Sstzüngen vir tagen, the dieser Gefahr nicht vorgebeugt

Asten. Peking. Die Franzofen zu Tlentsen wurden am 21. Juni niedergemetzelt und ihre Nie⸗ derlassungen angezündet. Die Deutschen und ihre Besitzungen blieben unverletzt. Die auswärtigen Vertreter richteten eine Collectivnote an die chine⸗ sische Regierung.

Neuestes.

Berlin, 17. Juli, Abends. Die franzö⸗ sische Regierung hat an die süddeutschen Regie⸗ rungen die drohende Aufforderung gerichtet, sich in 24 Stunden darüber zu erklären, ob sie neu⸗ tral bleiben wollen.

Frankfurt. Mehrere Frankfurter Schweizer, von welchen in den letzten Tagen hier Briefe eintrafen, schrei⸗ ben an ihre Eltern, daß sie eben tüchtig in den betref⸗ fenden Cantonen, wo sie das Bürgerrecht erworben, exer⸗ citen müssen.

In Dresden hat ein Herr aus commerciellen Kreisen 50 Thaler für Denjenigen bestimmt, durch dessen Eni⸗ schlossenheit die erste französische Kanone erobert wird.

Friedberg. Seit dem Jahr 1866 besteht in unserer Stadt ein Zweigverein des Hülfs⸗ vereins im Großherzogthum Hessen für die Unterstützung und Krankenpflege der Soldaten im Felde. Im Anschluß an denselben wirkt der Frauenverein für Kran⸗ kenpflege, welcher seinerseits einen Zweigverein des unter dem Protectorate der Prinzessin Alice K. H. stehenden, über das ganze Land ausgedehnten Frauenvereins bildet. Beide Vereine haben sta⸗ tutengemäß die Aufgabe, in Kriegszeiten gemein- schaftlich für eine geordnete Pflege der verwundeten und erkrankten Soldaten thätig zu sein. Zu dem- selben Zweck ist seit dem vorigen hre eine gemeinschaftliche Organisation der fähnetlichen deutschen Hülfsvereine ins Leben gekrklen das Central-Comite in Berlin wird im Kriegsfalle die Thätigkeit derselben überwachen und leiten, so daß die Uebelstände, die man in dem Kriege des Jahres 1866 zu beklagen hatte, nicht wieder vorkommen werden, wo bei allem Reichthum an Mitteln und gutem Willen doch vielfach nicht das Richtige geleistet wurde, weil die Einheit und Ordnung fehlte. Durch die neuesten Ereignisse ist nun unerwartet den beiden genannten Vereinen die Aussicht auf ein weites und reiches Feld ihrer Wirksamkeit eröffnet worden. Die beiden hiesigen Lokal-Comites haben deßhalb bereits die Sache in die Hand genommen und die zunächst erforder⸗ lichen Maßregeln verabredet. In den nächsten Tagen wird von denselben ein Aufruf zur Ver⸗ anstaltung von Sammlungen veröffentlicht und eine Liste zu diesem Zweck in Umlauf gesetzt werden. Sicher wird es keines Wortes bedürfen, um die Sache der wärmsten Theilnahme des Publikums zu empfehlen. Wenn wirklich, wie es allen Anschein, hat, der von Frankreich muth⸗ willig provocirte Krieg zum Ausbruch kommt, so wird sicherlich allenthalben eine nationale Be- geisterung aufflammen, auf welche man jenseits des Rheins in keiner Weise gerechnet hatte. Auch diejenigen, die nicht in den Kampf ziehen können, werden das dringende Verlangen empfinden, sich nach ihren Kräften an der großen Sache zu be theiligen. Die Thätigkeit der Hülfsvereine bietet hierzu die schönste Gelegenheit: durch Beisteuer von Geld oder Naturalien, durch freiwillige Ueber- nahme der Dienste von Pflegern und Pflegerinnen ic. können hier Alle der großen Sache ihren Beistand leisten. Es ist also zu erwarten, daß die Aufforderung der Comites, wenn sie erfolgt, so wenig an und für sich gerade im Augen- blick ein günstiger Zeitpunkt zur Veranstaltung öffentlicher Sammlungen ist, bei dem Publikum aller Stände und aller Confessionen die freudigste Aufnahme finden wird. Einstweilen wollten wir durch diese Zeilen ihr Erscheinen ankündigen und vorbereiten.