Ausgabe 
19.5.1870
 
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1870.

Donnerstag den 19. Mai.

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Oberhessischer Anzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblalt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Für die Monate Mai und Juni kann Verlags-Expedition mit 20 kr, bei den Poststellen mit 32 kr. abonnirt werden.

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Oberhessische

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Betreffend: Die Gemeindevoranschläge für 1870.

Amtlicher Theil.

Friedberg am 17. Mai 1870.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

erinnern

Betreffend:

Das Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes.

Nur wenige von Ihnen haben unseter Verfügung vom 5. v. M. eutsprochen, weshalb wir an deren sofortige Erledigung hiermit

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Friedberg am 17. Mai 1870.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Beienheim, Dorn-Assenheim, Fauerbach b. Fr., Fauerbach v. d. H.,

Gambach, Hoch

Weisel, Ilbenstadt, Kirch-Göns, Langenhain, Münster, Münzenberg, Ober-Florstadt, Rödgen, Staden und Woͤlfersheim. Wenn Sie den nach unserm Ausschreiben vom 3. v. M. in Nr. 4m des Oberh. Anz. geforderten Bericht erinnert in Nr. 52 des Oberh. Anz. binnen 24 Stunden nicht erstatten, lassen wir solchen durch einen Exprrssen auf Ihre Kosten abholen.

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2 Hessen. Darmstadt. DasFrankf. Journ. meldet: Der Director des Kriegsministeriums, Oberst Dornseiff, hat, nachdem sein dreimonatlicher Urlaub abgelaufen, wieder seine dienstlichen Fune⸗ tionen übernommen. Es ist daher anzunehmen, daß der Conflict, welcher zwischen dem dicsseitigen Kriegsministerium und dem preußischen Militär- cabinet bestand, vorerst beseitigt ist. ö Nach denHess. Volksbl. haben sich in Bezug auf die Vollziehung des Tabaksteuergesetzes mehrfache Zweifel herausgestellt, deren Beseitigung im Interesse gleichmäßiger Anwendung des Gesetzes wünschenswerth sist. Diese Zweifel sind von den Zoll vereins⸗Bevollmächtigten von Hessen und Schwerin angeregt und die Angelegenheit dem Ausschuß des Zollbundesraths für Zoll- und Steuerwesen über wiesen worden. Der letztere beantragt nun beim Bundesrathe, zu beschlleßen:bei der Berechnung der über die Besteuerung des Tabaks verfügten Ord nungestrase ist in der Art zu verfahren, daß als Grundlage derselben das verschwiegene Flächen maß an Tabaksland angenommen und von dem selben zuerst die treffende Steuer und sodann die Ordrungestrafe bemessen wird. Ein zweiter Antrag fordert einen Beschluß dahin:bei der Feststellung des zu gewährenden Erlasses der Tabakssteuer ist in der Art zu versahren, daß die Ruthenzahl der als beschädigt constatirten Fläche durch die Steuler einheit sonach mit 6 getheilt und der sich hiernach berechnende Steuererlaß von der Gesammtsumme der keffenden Steuer in Abzug gebracht wird.

Friedberg. wird des Großherzogs K. H. nächsten Samstag den 21. d. Vormittags 10 Uhr in unserer Stadt eintreffen zu einem längeren Aufenthalte.

Preußen. Berlin. Der Reichetag be schloß den Nachtragsetat zum Bundesbudget pro 1870 zur Plenarberathung zu stellen. Donnerstag wird das Haus wahrscheinlich die Berathung des Bunde strafgesetzbuches wieder aufnehmen.

Ueber Waldeck's Begräbniß entnehmen wir einem Berichte derK. Z.: Um 12 Uhr 35 Min. setzte sich der Zug in Bewegung. Ein Musikcorps eröffnete denselben. Es folgten die Maschinen- bauer, denen die Aufrachterhaltung der Ordnung vor dem Kirchhofe übertragen war. Hinter ihnen schritten vier Vertreter der berliner Wahlbezieke, welche Palmenzweige trugen. Diesen folgte unter Voraustragung eines Erucsfires der katholische Gesangverein, hinter ihnen schritten wiederum vier Palmenträger, dann folgte der kath. Gesellenverein,

Wie man uns mitlheilt,

dann die vereinigte Sängerschaft Berlins mit den Fahnen der einzelnen Vereine, dann zwei kathol. Geistliche(der Propst Herzog und ein Caplan), dann der Leichenwagen. Dicht hinter demselben schritten die Tochter des Verstorbenen mit ihrem Verlobten, dle verheirathete Tochter mit ihrem Gatten und der Sohn des Verstorbenen. Daran schlossen sich unter Vortritt der Deputationen der städtischen Behörden die Mitglieder des Ober- Trikunals, die Freunde und Berufsgenossen, Reichs- und Landtagsmitglieder und Vertreter der Presse. Nun folgten drei Traue wagen. In dem ersten derselben folgten der Professor Stahr und seine Gattin(Fannh Lewald), die beiden anderen wurden in der Leipziger Straße von den Mit- gliedern der Familie benutzt. Dann folgten wir der Gesangvereine und die Wahlmänner des ersten und zweiten Landtags- Wahlbezirks. An diese reihten sich die Burschenschaft Brandenburgta, der akademische Turnverein, der berliner Arbeiterverein, der Handwerkerverein, die Burschenschaft Germania, der schweizerische Arbeiterverein, dem eine zusammen gerollte rothe Fahne doraufgetragen wurde, wäh rend die Mitglieder rothe Schleifen trugen; dann folgten die Wähler des 3. und 4. Wahlbezirks und andere Vereine und Genossenschaften. Der Zufall wollte es, daß die Buchdrucker den Zug schlossen mit ihrem weithin kenntlichen blauen Banner, auf welchem unter dem Bilde Gutenbergs die Worte zu lesen sind:Es werde Licht. Eine lange Wagenreihe schloß den Zug, der zu seiner Entfaltung volle drei Viertelstund en ber urfte. Er bewegte sich durch die Leipziger, Große Fried richs- und Chausscestraße nach dem katholischen Friedhofe in der Louisenstraße, wo er um 2 Uhr 15 Minuten, also nach einer Dauer von einer Stunde und vierzig Minuten eintraf. Hier be gann die Feier mit dem von der gesammten Säugerschast gesungenen LiedeWenn auch die Liebe weine von Schneider. Darauf eröffnete der kathelische Gesangverein dies Leichenseier mit Absiugung des Pliserere; es solgte die Cinsegnung der Leiche durch die Geistlichen, nach welcher sich vieselben zurückzogen. Die Musikeorps(neun an der Zahl) stimmten einen Choral an und leiteten damtt die Gedächtuißzworte ein, welche der Ab- geordnete Dr. Löwe an dem offenen Grabe seines langjährigen Freundes und Gesinnungsgenessen spriach. Die Absingung des Liedes von Mücke: Manche Hoffnung, manche Freude beendete die Feler erst in der vierten Nachmittagestunde, und

in ungestörter Ordnung, welche ohne große Vor bereitungen und ohne polizeiliche Hülfe während der ganzen Feier und auf dem ganzen Zuge ge waltet hatte, zertheilten sich die Massen. Nach ungefäbrer Schätzung waren etwa 15,000 Per- sonen im Zuge, aber wohl mehr als 200,000 Menschen als Zuschauer herbeigeströmt.

Eine von Berlin aus verbreitete Nachricht will wissen, daß neue Instruktionen, welche das Fähndrichs- und Freiwilligen-Examen betreffen, vorbereitet werden, jedoch sollen ste vorläufig noch nicht zur Veröffentlichung kommen, sondern nur für die Examinations-Commissionen dienen. Diese Instruktionen bezwecken, daß später, d. h. spätestens in zwei Jahren nur das Abiturienten-Examen zum Eintritt als Ofsizier- Aspirant berechtigen soll, so daß dann die Ober Militär-EFxamina tions-Commission nur noch die Ofsizier-Examina abzuhalten haben wird; in diesen zwei Jahren sollen die Fähndrichs-Examina progressiv immer schwerer werden. Das Freiwilligen Examen da gegen soll, um die Altpreußen gegenüber den neuen Provinzen nicht zu benachtheiligen, für die nächste Zeit etwas leichter werden, dagegen haben aber gewisse Milikärbehörden die Weisung er halten, nur höchstens den dritten Theil der Ein jährig-Freiwilligen zum Cramen als Reserve Offizier zuzulassen. Es wird diese Einrichtung gewiß alle die Eltern interesstren, welche ihre Söhne nicht auf Gymnasien, sondern auf sogenannten Fähndrichs⸗Pressen erziehen lassen, da diese An stalten in nächster Zeit alle eingehen müssen, wenn sie nicht gleichzeitig für das Abiturienten-Eramen vorbereiten.

An der Börse eireulirte der Protest der Berliner Kausmannschaft gegen den beim nord deutschen Reichstage eingebrachten Antrag, betreffend das Verbot des Handels in auswärtigen Lotterie papieren.

Der Centralvorstand des Gustav-Adolf Vereins macht bekannt, daß die 25. Hauptver sasumlung der Gustav- Adolf-Stiftung am 23., 24. und 25. August d. J. in Stettin stattfinden soll. Emo. Der Kaiser von Rußland ist am d. um 10 Ubr Abends hier angekommen. Bayern. München. Der vereinigte erste und dritee Ausschuß der Kammer der Reichsräthe hat das Gutachten des Referenten Fihrn, von Schrenk, daß dem Antrag der Kammer der Ab geordneten auf Reviston der Preßgesetze die Zu stimmung zu versagen sei, mit allen gegen die

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