Ausgabe 
18.8.1870
 
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sei unser deutsches Wappen, nicht ein Adler, und unser Wahlspruch: Durch Einigkeit zur Freiheit! München, 10. August 1870. Ad. K.

Ingolstadt. Die gefangenen franz. Offiziere dürfen nach abgenommenem Ehrenwort frei umhergehen. Unter den Turcos sind viele braune Afrikaner, eine wahre Bande. Sie begehen auch hier mitunter die abscheulichsten Excesse. Im Brückenkopf über der Donaubrücke war sogar eine Meuterei unter ihnen ausgebrochen und durch ein halbes Bataillon Soldaten mit geladenen Gewehren die Ruhe wieder hergestellt worden.

Oesterreich. Graz. Die Arbeiter ver⸗ suchten das Landgericht zu stürmen und die Verhafteten zu befreien. Drei Compagnien wurden gegen die Tumultuanten aufgeboten. Das Militär drang mit gefälltem Bajonnet auf die Arbeiter ein, doch gelang es ihnen nicht die Haufen zu zerstreuen. Viele Verhaf kungen wurden vorgenommen. Die ganze Stadt ist in Aufregung.

Schweiz. Bern. Der eidgenössische Ober- befehlshaber, General Herzog, hat einen Aufruf

an die Militärärzte der schweizerischen Armee er-

lassen, worin er dieselben, unter dem Hinweis, daß in Folge der blutigen Schlachten in den agern der beiden kriegführenden Mächte Mangel an ärztlichem Personal entstanden sei, ersucht, sich der Pflege der Verwundeten in den ausländischen Spitälern zu widmen. Die sich meldenden Aerzte ollen in gleicher Anzahl an beide kämpfenden Deere abgehen. Der Oberbefehlshaber des deutschen Deeres hat das Anerbieten der Schweiz mit Dank ungenommen und zugleich den Wunsch aus zesprochen, daß die betreffenden Aerzte zunächst nach Mannheim, Mainz und Coblenz sich begeben möchten. Auch Frankreich acceptirte das Erbieten mit dem Ersuchen, daß die Aerzte in Paris sich ginfinden möchten.

Der eidgenössische Commandant von Salis bat die an der Grenze sich anhäufenden fran ösischen Flüchtlinge aufgefordert, in ihre Heimaths erte zurückzukehren, da selbst bei einer Besetzung serselben durch deutsche Truppen die friedliche Zevölkerung eine Mißhandlung von Seiten der Truppen nicht zu befürchten haben werde. Zur Zermeidung von Verwicklungen für die Schweiz ollen die sich nicht Fügenden in das Innere der Schweiz verwiesen werden.

Die Ausweisung aller Deutschen aus Frankreich erleidet bei allen Ständen der chweizerischen Bevölkerung die härteste Beur Heilung als eine Maßregel unerhörter Grau umkeit, die, wenn auch gewisse Kategorien avon ausgenommen sind, doch immer ein Act im verantwortlicher Barbarei bleibt. Deswegen lat der Bundesrath im Sinne des Volkes ge landelt, als er auf die Mittheilung des schwei zerischen Gesandten in Paris sogleich folgenden Veschlußt faßte:Alle schweizerischen Directionen ton Eisenbahnen zu ermächtigen, ausgewiesene Deutsche aus Frankreich, welche sich bei ihnen abs hülfsbedürftig melden, mit Geld, freier fahrt auf den Eisenbahnen durch die ganze Echweiz und allem Nöthigen zu versehen. Die FKülfsgesellschaften treten in der Unterstützung der ausgewiesenen Deutschen werkthätig ein. Der Bundesrath hat sich durch diesen Beschluß den Dank aller Menschenfreunde erworben.

Aus Genf geht die Nachricht ein, daß ein lisenbahnzug mit zehn geschlossenen Wagen mit dim kaiserlichen Wappen angekommen, Wasser liaigenommen und sofort nach dem Innern der Schweiz weiter gefahren sei. Man glaubt der Zug habe die Prinzessin Clotilde Bonaparte, ihre fünder und ihr Gefolge enthalten.

Frankreich. Paris. Die Rundschau des Journ. officiel sucht die gedrückte Stimmung zu ben, indem es versichert, es sei Preußen nicht lungen, Frankreich die Sympathien Englands, aßlands und Italiens zu entfremden. Oesterreich wird nicht erwähnt, dagegen desto lebhafter die Sympathie Dänemarks lobend erwähnt. Der A'tikel schließt:Unsere Flotte ist vor Kiel. Große Ereignisse bereiten sich vor. Von Friedens

versicherungen könne keine Rede sein, Muthlosig⸗

keit kann keinen Franzosen befallen.

DieFrankfurter Zeitung erhalt folgende Privetdepesche: In der geheimen Sitzung des gesetzgebenden Körpers vom Samsiag wurde der Anteag Favre's auf Niedersetzung eines Landes⸗ vertheidigungsausschusses abgelehnt, nachdem Gam- betta die Absetzung des Kaisers beantragt hatte. In der Sonntagesitzung verlangen Girault und Arago die Beseitigung der Militärfreiheit der Seminaristen. Gambetta tadelt die Regierung, daß sie die Besetzung von Nancy 24 Stunden geheim gehalten habe. Brame und Duvernois entschuldigen sich mit Arbeitsüberhäufung. Gam⸗ betta wirft den Ministern vor, daß sie sich fast ausschließlich mit der Erhaltung der Dynastie be⸗ schäftigen. Er bedauert die Lage Frankreichs: Nur Völker, die durch unsähige Menschen regiert werden, können in eine derartige Lage kommen. (Lärm auf der Rechten.) Gambetta fährt fort: Schweigen Sie; die einzige Haltung, die Ihnen zukommt ist: Schweigen und Gewissensbisse. Ferry fragt ob Toul vom Feinde besetzt sei. Die Minister erklären darüber nichts zu wissen.

In der Sitzung des gesetzgebenden Körpers, in welcher Keratry beantragte, den General Leboeuf in Anklagezustand zu versetzen, äußerie Thiers:Ich wußte, ich war gewiß, daß wir nicht zum Kriege gerüstet waren, als ich Sie vor nun drei Wochen bat, den Krieg nicht zu unter nehmen, und in meiner Seele und in meinem Gewissen bin ich überzeugt, daß ich an diesem Tage die patriotischeste That meines Lebens voll bracht habe.(Lebhafter Beifall auf der Linken, die Rechte bewahrt ein düsteres Schweigen.) Thiers fährt fort;Schonen wir nicht die Person auf Kosten des Vaterlandes. Es ist schon grausam genug compromtittirt durch eine ungeheure Unfähig⸗ keit!Welche seit achtzehn Jahren andauert! fügt Pirard hinzu.

Die Independance Belge sagt über die Behandlung der gefangenen und verwundeten französischen Soldaten in Deutschland:Wir sind glücklich, constatiren zu können, daß überall die französischen Gefangenen von Seiten der deutschen Bevölkerungen einen würrigen und wohlwollenden Empfang finden. Auf allen Bahnhöfen reicht man ihnen Nahrung und Erfrischungen. Nirgends wurden beleidigende Rufe laut, noch fand eine schlechte Behandlung statt. Man muß dies zur Ehre Deutschlands und zur Ehre der Menschheit bekennen.

Der Divisionsgeneral Soumain, schreibt diePresse, übernimmt den Oberbefehl über die Pariser Armee. Der General Baraguay d'Hillers reist unverzüglich nach Tours zurück,

15. August, Abends. ImJournal officiel wird folgende Depesche des Kaisers publicirt: Longueville, 14. August, Abends 10 Uhr: Unsere Armee beginnt auf das linke Moselufer zurückzu⸗ gehen. Morgens hatten unsere Rccognoscirungs- Patrouillen die Anwesenheit keines feindlichen Corps gemeldet, als aber die Hälfte der Armee über die Mosel gegangen war, griffen die Preußen uns mit beträchtlichen Streitkräften an. Sie wurden nach vierstündigem Kampfe mit großem Verlust zurückgewiesen.(2)

16. August, Morgens. DasJournal officiel meldet: Bitsch und Pfalzburg sind noch immer von den Franzosen besetzt.

16. August. Vom Kriegsschauplatze wird ossiciell gemeldet: Feindliche Ulanen sind gestern bei Commerey(Stadt im Maasdepartement, links der Maas, östlich von Bar-le-Duc) gesehen worden. Sie wandten sich westwärts nach Bar⸗le-Duc.

In der Sitzung des gesetzgebenden Körpers brachten fast alle Abgeordneten der Linken mit Tausenden von Unterschriften bedeckte Petitionen vor, denen zufolge in der gegenwärtigen Gefahr des Vaterlandes die Mitglieder der Semi narien und geistlichen Orden zum Heeres dienst herangezogen werden sollen.

Belgien. Brüssel. Nachrichten aus Paris melden: Die opposttionellen Führer wollen das Signal zu einer Erhebung jetzt noch nicht geben, sondern halten dafür, die bevorstehende

Niederlage müsse noch von Napoleon selbst erlitten werden. Die Kaiserin hat der Oppostkion an⸗ bieten lassen, eine Permanenz ⸗Commission aus

enat und gesetzgebenden Körper zu wählen; die oppositionellen Deputirten haben den Eintritt abgelehnt. Der Zwangscurs für die Noten war durch die Weigerung der Departemental-Bevöl kerung, Noten anzunehmen, nothwendig geworden. Der englische und österreichische Botschafter haben gegen die drohende Ausweisung der Deutschen aus Paris Schritte gethan. Von Patiser Bangulers sind an ihre Kunden Circuläre ergangen, binnen drei Tagen über ihre Depots zu verfügen. Die großen Finanziers schaffen ihre Effekten von Paris fort.

Holland. Haag. Aus London wird hier- her gemeldet, daß die Kaiserin Eugenie sich mit der Bitte an den König der Belgier gewendet habe, ihr eintretenden Falles zur Reise über Belgien nach England behülflich zu sein.

Großbritannien. London, 15. August. In Calais liegt fortwährend ein Dampfschiff bereit, um die Kaiserin der Franzosen herüberzu⸗ bringen. Calais ist in Belagerungszustand erklärt, angeblich wegen der vielen französischen Flücht⸗ linge in Dover.

Bescheinigung.

Bei dem Rechner des Comilés für die Unterstützung der verwundeten und erkrankten Soldaten im Felde und der nothleidenden Familien von Soldaten sind weiter einge⸗ gangen und werden dankbar quittirt: r durch Herrn Professor Dr. Köhler von der 2.

und 3. Classe des Schullehrer⸗Seminars 16 durch Herrn Wilhelm Schmid, Rechner des Comités zu Reichelsheim für Unterstützung der verwundeten und erkrankten Soldaten im Felde: 1) Vorschuß⸗ und Credit⸗Verein daselbst 30 2) aus der Kirchenkasse 10 3) durch Herrn Inspector Kröber vom Hülfsverein zu Weckesheim 18 4) aus dem Wochenbeitrag des Reichels⸗ heimer Hülfsvereins 47 von Frau Pfarrer Breitenstein in Södel für die Hinterbliebenen der im Felde stehenden Soldaten 10 von Herrn Oberfötster Kirchner in Ziegenberg 8 durch Herrn Pfarrer Siebert in Münster bei Butzbach 58 20 durch Herrn Lehrer Frey in Maibach 33 9 durch Herrn Pfarrer Friedtich in Wölsersheim 30 in der Collecte Friedbergs 12 45 Erlös für Leinwand-Abfälle 10 16 303 30 hierzu die letzte Bescheinigung 2373 20 zusammen 2676 50

An Naturalien gingen ein: aus dem Missionskränzchen 24 Hemden, 5 Betttücher, 8 Sacktücher, 5 Paar Unter⸗ hosen, 56 Binden, 200 Compressen, 1 Paar Strümpfe, 2 Unterjacken, 1 Pack Charpie, 6 Halstücher, 3 Schlum⸗ mercoller, durch Herrn Beigeordneten Reichhold in Ober⸗ Florstadt 1 Pack Leinwand, von Herrn Oberförster Kirchner in Ziegenberg Verbandzeug, durch Herrn Lehrer Freh in Maibach 1 Pack Leinwand, aus der Taubslummen⸗Anstalt 19 Binden, 80 Compressen, 12 Halstücher, 3 Hemden, 6 Handtücher, 13 Pfund Charple, 1 Pack Leinwand ⸗Abfälle, durch Herrn Lehrer Papst in Bönstadt 10 Hemden, 29 Binden, 6 Halstücher, 15 Compressen, Pfund Charpie, 3 Töpfe Gels, durch Herrn Bürgermeister Jeckel in Ober⸗ Mörlen, 71 Binden, 45 Hemden, 1 Pack Charpie, von Frau Stumpf in Ossenheim 3 Hemden.

Wir bitten um weitere Gaben und werden die monat⸗ lichen Beiträge durch den Diener Reichhold Ende dieser Woche erheben.

Friedberg den 16. August 1870.

Für das Comits: J. Huber, Rechner.

Berichtigung.

Die von Seiner Königl. Hoheit dem Großherzog ge⸗ spendete, in Nr. 95 dieses Blattes bescheinigte Gabe wurde durch Herrn Director Dr. Matthias übermittelt, dagegen die Gaben aus den Collecten Friedbergs theils durch Ver⸗ einsmitglieder, theils an den Rechner abgegeben.

Erfrischung der durchpassirenden Truppen und zurückkommenden Verwundeten und Gefangenen im hiesigen Bahnhofe. Fünfte Liste, der Gaben aus hiesiger Stadt und Umgegend:

a) an Naturalien: 5 Flaschen Wein, 29 Pfund Fleisch und Schinken, 10 Pfund Wurst, 24 Wecke, 50 Zwiebacke, 244 Laibe Brod(89 von Wölfersheim, 155 von Glauberg), 23 Pfund Doͤrrobst, Kaffce, Butter, 1330 Eier(426 von Wölfersheim, 30 von Ober-Wöllstadt, 674

von Glauberg).