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1870.
Donnerstag den 18. August.
1 2 97.
Oberhessischer Anzeig
Cr.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblalt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Amtlicher Theil.
Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publieiren:
Nr. 39. sub 1. Bekanntmachung, die Gründung öffentlicher Darlehenskassen in dem Norddeutschen Bunde betreffend. Nr. 40. Bekenntmachung, die Tarisirung von franzöfischem Weine betreffend.
Friedberg den 16. August 1870.
Betreffend: Die- Mathildenstiftung im Kreise Friedberg, hier Beiträge der Gemeinden an dleselbe für 1870.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
N Der größte Theil der Gemeinden steht noch mit Zahlung ihrer Beiträge an die Mathildenstiftung zur Rettung verwahrloster Kinder
fur 1870 zurück, wir tragen Ihnen daher auf, die Gemeinde⸗Einnehmer zur sofortigen Bezahlung fraglicher Beiträge anzuweisen. Gegen diejenigen Gemeinde⸗Einnehmer, welche nach Ablauf von 8 Tagen die in den Gemeinde- Voranschlägen vorgesehene Summen
noch nicht berichtigt haben, werden wir weiter einschreiten.
Betreffend: Unterstützung der Familien der im Felde befindlichen Soldaten.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Nach dem Beschlusse der Generalversammlung des Mathilden— stifts sollen aus dessen Kasse auch die Familien der ausmarschirten Soldaten, wenn sie auch noch nicht in der Reserve oder Landwehr stehen, im Falle, daß sie bedürftig sind, Unterstützung erhalten, wir beauftragen Sie daher, bezuglich solcher Soldaten (also nicht der Reserve- und Landwehrmänner) schleunigst zu be⸗
richten, resp. Verzeichnisse einzusenden.
19 Welche Soldaten aus Ihren Gemeinden sich im Felde befinden, 2) wie alt ein Jeder ist und wie viele Dienstjahre er hat, 3) ob er verheirathet oder Wittwer ist, wieviel Kinder er hat, und
wie alt diese sind,
4) in welchen Vermögensverhältnissen ein Jeder steht, 5) wie und wodurch er seine Familie ernährt hat, und ob die Eltern
des Einberufenen
ist. Wir wiederholen
macht haben, handelt. Beeilen Sie nur
Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp.
Friedberg den 16. August 1870.
pp.
Friedberg den 17. August 1870.
keinen selbstständigen Erwerb oder zu ihrem Lebensunterhalt ausreichendes Vermögen haben,
6) ob der Einberufene Eltern, als deren seitheriger alleiniger Ernährer er anzusehen war, zurückgelassen hat,
7) ob die zu rückgelassene Familie eine Uuterstützung bis zur Rückkehr
und in welchem ungefähren Betrage bedürftig
Diesem Punkte wollen Sie ganz besondere Aufmerksamkeit und Prüfung widmen.
„daß es sich hier nicht von Reserve- und
Landwehrmännern, über die Sie ja bereits schon Vorlage ge—
Ihre Berichtserstattung thunlichst. Tor a p v.
Kriegsnachrichten.
Berlin, 16. Aug. Depesche Sr. Majestät des Königs an Ihre Majestät die Königin. Herny, 15. August 7 Uhr 30 Min. Abends. Um 3 Uhr vom Schlachtfelde von Metz zurück. Die Avant⸗ garde des 7. Corps griff gestern Abend gegen 5 Uhr den abziehenden Feind an; dieser stellte sich und verstärkte sich zusehends aus der Festung. Die 13. Division und Theile der 14. unterstützten die Avantgarde, desgleichen Theile des 1. Armee⸗ corps. Ein sehr blutiges Gefecht entspann sich auf der ganzen Linie; der Feind wurde auf allen Punkten geworfen und die Verfolgung ging bis vor das Glacis der Außenwerke. Die Nähe der Festung gestattete dem Feinde vielfach seine Blessirten zu sichern. Nachdem unsere Blessirten geborgen waren, zogen die Truppen in ihre alten Bivouacs mit Tagesanbruch. Die Truppen sollen sich Alle mit unglaublicher und bewunderungswürdiger Energie und mit Lust geschlagen haben. Ich habe viele gesehen und ihnen von Herzen gedankt. Der Jubel war ergreifend. Ich sprach mit General Steinmetz, Zastrow, Manteuffel, Göben.
Officielle militärische Nachrichten.
Großes Hauptquartier Her ny, per Post wegen Telegraphenstörung nach Saarbrücken befördert. Abgegangen Saarbrücken den 16. August, 7 Uhr 20 Min. Morgens. Den 14. gegen 4 Uhr Nachmittags glaubte unsere vor Metz befindliche Avantgarde den Abmarsch der unter dem Schutz der Festung noch lagernden Corps zu erkennen. Unverzüglich griff Brigade Goltz die Arrieregarde des Corps DTecaen(bisher Bazaine) an, ver- wickelte diese in so heftiges Gefecht, daß das feindliche Corps, sowie Abtheilungen des Corps Frossart zu ihrer Unterstützung Front machen mußten. General Glümer führte seine zweite Brigade Osten-Sacken sofort vor. Rechtzeitig griffen ferner die Divistonen Kameke und Wrangel
in wirksamsser Weise auf den linken Flügel in das Gefecht ein und warfen den Feind schließlich
auf allen Punkten bis hinter die Festungswerke. Inzwischen hatte das Corps de l' Admirault die rechte Flanke des ersten Armeecorps zu erfassen versucht, aber es wurde vom General v. Manteuffel mit seinen vorgehenden Reserven unter Trommel⸗ schlag angegriffen und unter Erstürmung einer Reihe von Abschnitten der Feind auch auf diesem Flügel ebenso entschieden in die Festung zurück: geworfen. Die diesseitigen Truppen drangen bis Belle-Croix und Borny bis in den Bereich der neuangelegten Forts vor. Heute früh recognos-— cirte Se. Maj. der König das Schlachtfeld und besichtigte die zur sicheren Abführung der preußi— schen wie französischen Verwundeten auf demselben stehenden diesseitigen Vorposten. Von den höchst— liegenden Punkten war auf dem rechten Ufer der Mosil vom Feinde nichts mehr zu erkennen. Dichte Staubwolken jenseits des Flusses ließen auf den Abmarsch der feindlichen Hauptarmee schließen.
Herny, 15. Aug. Gestern Nachmittag griffen das erste und siebente Armeecorps die außerhalb Metz stehenden Franzosen(wie bereits gemeldet) an und warfen sie nach blutigem Gefechte in die Stadt. Der Verlust der Franzosen wird über 4000 Mann veranschlagt. Heute fand eine große Recognoscirung des Königs statt, welcher sich mehrere Stunden zwischen den beiden Vorposten- ketten bewegte, ohne daß die Feinde Demonstrationen machten, was große Muthlosigkeit auf Seite der Franzosen beweist.
Herny, 15. Aug., 9 Uhr 30 M., Abends. Die kleine Festung Marsal hat nach kurzer Be— schießung des bayerischen 2. Armeecorps capitulirt. Erhebliche Bestände und circa 60 Geschütze sind daselbst vorgefunden.
Eine Verwirrung ohne Gleichen scheint im
französischen Hauptquartier zu herrschen. Das
Gefecht bei Metz ist offenbar nur mit einem schwachen Theil der Armee Bazaine's ausgefochten worden, da das Gros der Letzteren sich bereits längst hinter die Mosellinie zurückgezogen hat und nur noch darauf bedacht ist, die Argonnenpässe vor einer Hauptschlacht mit den deutschen Armeen zu er⸗ reichen. Inzwischen scheint von deutscher Seite die Armee des Kronprinzen(die dritte oder Süd- armee) auf dem besten Wege zu sein, der Armee Bazalne's, während sie von vorn durch die nach⸗ rückenden Heere unter Steinmetz und Prinz Friedrich gedrängt wird, in die Flanke oder gar in den Rücken zu fallen; denn nur so läßt sich die von dem Präfekten des Maasdepartements nach Paris gemeldete Nachricht erklären, daß„der Feind in Vigneulles stehe“. Dieser Ort, ein Dorf von etwa 1000 Einwohnern im Arrondissement Com⸗ mercy, Maasdepartement, liegt etwa 11 Stunden südlich hinter Metz auf der Straße nach Bar le Due und zeigt sumit deutlich die Richtung an, in der die dritte deutsche Armee sich vorwärts bewegt, um durch ein kühnes Manöver den Feind in der Flanke zu packen, während die erste und zweite Armee den Franzosen dicht auf den Füßen folgt.
Sgcargemünd, 10. Aug. Der„Köln. Ztg.“ wird von hier geschrieben:„Wie sich jetzt bei der Verfolgung herausstellt, ist die glorreiche französische Armee auf allen Punkten total auf's Haupt geschlagen und vor unseren Truppen wie die Spreu vor dem Winde zerstoben. Ueberall auf dem Wege ihrer Flucht die für Frankreich trostlosesten Spuren der Entmuthigung; Bagage, Zelte, Vorräthe— Alles ist zurückgelassen Mit einer ungeheuren Wuth und ohne energischen Widerstand zu finden, drangen die Unseren vor, überall wich der Feind in vollständiger Deroutt zurück. Die Bevölkerung der von den Unseren occupirten Strecken ist wie vom Schlage betäubt; auch sie war so siegesgewiß, so unbesorgt, und Alle, die bisher, die Väter vergessend, die deutsche


