Ausgabe 
17.9.1870
 
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133,687 fl. 25¼ kr. Verglichen bleibt Rest 18.966 fl. 11 ke. Gegen das Jahr 1867 wurden in 1868 mehr ausgeliehen 32,274 fl. kr., und beirug Ende 1868 das Kapitalvermögen 1,164,965 fl. 24½ kt.

III. Ordensverleihungen. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 8. August dem Kreisdiener bei dem Kreiesamte Lauterbach Bindewald und dem Keeis⸗ diener bei dem Kreisamte Lindenfels Kornmann das all⸗ gemeine Ehrenzeichen mit der Inschräft:Für Verdienste,

zu verleihen. 5 IV. Dienstnachrichten. S. K. H. der Großherzog

haben allergnädigst geruht: am 8. August den vormaligen Landgerichtsassessor bei dem Landgerichte Gladenbach, Eck⸗ storm, dermalen auf dem Lengfelder Forsthause, unter die Zahl der Advokiten und Procuratoren bei dem Hofgerichte der Provinz Starkenburg aufzunehmen; den Calculator 1. Klasse bei dem Katasteramt, Schweickhard, zum Revisor bei der Steuercontrole und Calculatur der Ober-Steuer⸗ Direktion mit dem Amtstitel Obersteuerrevisor zu ernennen, den Calculator I. Klasse bei der Steuercontrole und Calculatur der Ober⸗Steuer⸗Direktion, Bender, in gleicher Diensteigenschaft an das Katasteramt, den Calculator I. Klasse bei dem Katasteramt, Scriba, in gleicher Dienst⸗ eigenschaft an die Steuercontrole und Calculatur der Ober⸗Steuer⸗Direction zu versetzen, sowie den Calculator II. Klasse bei der Steuercontrole und Calculatur det Ober⸗Steuer⸗Dircklion, Cämmerer, zum Calculator I. Klasse bei dem Katasteramt, den Finanz⸗Accessisten Peters von Rülfenrod zum Calculator II. Klasse bei der Steuercon⸗ trole und Calculatur der Ober-Steuer-Direktion zu ernennen.

Am 12. d. starb zu Corny an der Mosel in Folge seiner in der Schlacht bei Gravelotte erhaltenen Wunden Hauptmann v. Hombergk zu Vach vom 2. Jägerbataillon.

DerSchw. M. meldet, daß ein bessischer Jäger, Johannes Finkel aus Brezenheim bei Mainz, am 2. d. seinen bei Metz erhaltenen Wunden im Vereinslazareth zu Tübingen erlegen ist und in feierlicher Weise daselbst bestattet wurde. Das bürgerliche Stadtreitercorps mit Musik er⸗ öffnete den Leichenconduet, Turner trugen den mit Blumen gezierten Sarg, welchem 4 verwundete Krieger, die Mitglieder des Sanitätsvereins und viele Leidtragende aus allen Ständen folgten.

An Stelle des in der Schlacht vom 18. v. Mts. gefallenen Obersten Zwenger ist Oberst lieutenant v. Gründler zum Commandeur des 4. Infant e⸗ Regiments ernannt worden.

* Friedberg, 15. Sept. S. K. H. der Großherzog traf gestern in Begleitung seines Flügeladjutanten Hauptmann v Herff, von Gießen und Butzbach kommend, woselbst S. K. H. die Lazarethe besucht hatte, dahier ein. Heute Vor⸗ mittag begab sich derselbe zu gleichem Zwecke nach Nauheim, beehrte auch die im hiesigen Lazarethe befindlichen Verwundeten mit einem Besuche und kehrte Nachmittags nach Darmstadt zurück. Wie wir hören, ist dem Lazarethe zu Offenbach in den nächsten Tagen ein Besuch zugedacht.

* Friedberg. Die von Darmstädter Blöt⸗ tern ausgegangene Nachricht von dem Abmarsche der hessischen Division aus der Umgegend von Metz in der Richtung nach Paris bestätigt sich nach den uns von glaubhafter und wohlunter- richteter Seite gewordenen Mittheilungen nicht. Die Division machte allerdings in voriger Woche eine Bewegung nach Gravelotte, verblieb dort mehrere Tage und ging dann in ihre bisherigen Stellungen bei Pierrevilliers zurück, nachdem dieselbe während dieser Tage furchtbare Strapatzen zu ertragen gehabt. Mehrere Nächte campirte die Division auf dem Schlachtfeld von Gravelotte selbst ohne Stroh und ohne allen Schutz bei den stärksten, wolkenbruchartigen Regengüssen, welche von den Gräbern der Gefallenen die Erde weg- schwemmten, so daß die großentheils nicht tief genug liegenden Leichen zu Tag kamen und un⸗ erträgliche, der Gesundheit höchst schädliche Dünste die Luft erfüllten.

* Gießen. Auch unsere Stadt soll eine Anzahl französischer Offiziere aufnehmen. Wir hören von unterrichteter Seite, daß ca. 20 auf Ehrenwort dahier internirt werden sollen.

Mainz. Eine Gesellschaft englischer Aerzte ist daran, in Bingen ein viertes Lazareth ganz auf ihre Kosten mit 200 Betten auf dem Rochusberg neben dem Hotel Hartmann zu errichten und zu unterhalten.

Man sieht hier die gefangenen frau zoͤsischen Offiziere zahlreich herumspazieren. Alle Waffengattungen, Infanterie, Cavalerie

und Artillerie sind vertreten. Einzelne Offiziere

tragen Civilkleidung, was ihnen gestattet ist Das Hauptquartier der Offiziere ist im Café

de Paris am Theater- und Gutenbergsplatz, hier trinken sie ihren Caffee oderBock. Vor dem Gauthor befindet sich das Zeltlager. Das⸗ selbe nimmt ein Terrain von ca. 10 Morgen zwischen der Zahlbacher Chaussee und dem Linsenberg ein und wird von dem Fort Clair⸗ fort beherrscht. Es sind über 300 Zelte auf geschlagen, welche im Mac Mahon'schen Lager bei Wörth erobert wurden. Ein jedes Zelt faßt 18 Mann und scheint gegen Regen ge hörigen Schutz zu gewähren. Auf der Citadelle befinden sich 2000 Kriegsgefangene, im Zelt lager erst 1600 Mann, doch ist für 5000 bis 6000 Raum. Das Zeltlager ist strenge ab gesperrt.

Preußen. Berlin. Ueber die diplomatische Sendung Thiers sagt dieProvinzial.⸗Corresp.: Man darf überhaupt bezweifeln, ob die jetzige Pariser Regierung, welche Vollmachten bisher nur von der Pariser Straßendemokratie hat, für geeig⸗ net und befugt gelten kann, Verhandlungen im Namen Frankreichs zu führen. Deutschland darf jenen ohnmächtigen diplomatischen Bemühungen der einstweiligen Republik mit der ruhigen Zu⸗ versicht zusehen, daß wie der Krieg auch der Friede lokalisirt, d. h. zwischen uns und Frankreich allein ausgetragen werden wird.

DerStaatsanzeiger schreibt:Das französische Volk hat in letzter Zeit nur zu zahl- reiche Beweise des tiefsten sittlichen Verfalls gegeben. Die Mordthaten und Laster der afrikanischen Re⸗ gimenter sind längst durch die Verruchtheiten über; boten, welche auf dem französischen Boden er- wachsen sind. In der Schandthat von Laon, welche ehrlosen Treubruch mit scheußlicher Mord- that vereinigt, gipfelt diese Art der Kriegführung. Die Frage liegt nahe, wie wird die deutsche Kriegführung, die auf der Höhe deutscher Civili- sation steht, uns bis zu Ende möglich werden, wenn nicht die im Terrorismus verstummten besseren Geister in Frankreich selbst, wenn nicht die mah⸗ nenden Stimmen aller civilisirten Nationen gegen die sittliche Verwilderung in jenem Lande sich laut erheben.

Wie dieSchles. Ztg. mittheilt, sollen die gefangenen französischen Soldaten nicht allein in die Festungen vertheilt, sondern womöglich auch im offenen Lande zu Arbeiten bei öffentlichen Bauten verwendet werden, ganz in derselben Weise wie seinerzeit die deutschen Kriegsgefangenen zu Napoleon I. Zeiten in Frankreich bei der Anlegung dortiger Chausseen benutzt worden sind. An die königliche Direktion der Oberschlesischen Eisenbahn ist bereits die Anfrage gelangt, ob und wie viele französische Gefangene bei den Neubauten der Eisenbahnstrecken Breslau Strehlen und Posen Thorn⸗Bromberg verwendet werden könnten.

Ueber die Zusammenberufung eines Ab⸗ geordnetentages wird zwischen hiesigen Abgeord neten der Fortschrittspartei und der nationalliberalen Partei, sowie Mitgliedern der bayerischen Fort⸗ schrittspartei lebhaft unterhandelt. Die baherische und die hiesige Fortschrittspartei sind einig darin, daß zu demselben außer den Zollparlamentsab⸗ geordneten auch die Abgeordneten der Einzelland⸗ tage geladen werden sollen. Als Ort der Ver⸗ sammlung war Frankfurt a. M vorgeschlagen, doch bestehen die Nationalliberalen auf Berlin. Auf nationalliberaler Seite hält man es für das Nakürlichste, wenn die süddeutschen Staaten ein⸗ fach in den Norddeutschen Bund eintreten. Die Bayern aber verlangen die Einberufung eines konstituirenden Parlamentes, wie solches der Grün dung des Norddeutschen Bundes vorherging. Darin stimmt ihnen die hiesige Fortschrittspartei zu. Ueber den Standpunkt der Regierungen verlautet noch nichts Bestimmtes.

Eine Flasche Champagner wird, wie die N. Pr. Ztg. mittheilt, jedem Soldaten der deutschen Armeen verabreicht, welcher durch Reims marschirt, das bekanntlich der Hauptfabrikort für moussirende Weine ist. Eine zahlreiche Versamm⸗

lung der aus Frankreich ausgewiesenen Deutschen

tagte am Sonntag, um über die Art zu berathen, wie ihre Interessen am zweckmäßigsten zu vertreten seien. Das Ergebniß aller längeren Debatte über die Art einer Constituirung war die Wahl eines aus 20 Mitgliedern bestehenden Comités mit der Berechtigung der Cooptation. Auf Antrag des Vorsitzenden, Herrn Schreiber, wurde beschlossen, eine Petition an den König oder den Bundes⸗ kanzler abzusenden, in welcher um möglichste Be. rücksichtigung der Interessen der Vertriebenen beim Friedensschlusse gebeten werde. 0 Spandau. DieGer. ⸗Ztg. berichtet: Am Freitag Vormittag sind die ersten drei Leichen räuber, reiche Bauern aus dem Elsaß, von denen einer 2000 Thlr. bei sich gehabt haben soll, in Spandau erschossen worden. Die Hinrichtung ist innerhalb der Festung und ohne daß Jemand zu⸗ gelassen worden, erfolgt. Drei andere sind nach dem Zellengefängniß bei Moabit geschafft worden, da gegen sie die Beweise erst von weit her be⸗ schafft werden müssen.. Kassel. Nach einem sehr verbreiteten Gerüchte, das die Runde durch alle Blätter macht, würde Napoleon's Aufenthalt zu Wilhelmshöhe nur so lange dauern, bis die deutschen Heere in Paris ihren Einzug gehalten haben. Alsdann würde er dahin zurückkehren und, je nachdem die Ver⸗ hältnisse wären, entweder selbst die Zügel der Regierung wieder ergreifen, oder zu Gunsten seines Sohnes abdanken. Man geht sogar noch weiter und behauptet, der Status quo ante werde so weit wieder hergestellt, daß er sich auf die, oder einige Minister, den Senat und den gesetzgebenden Körper des Empire erstrecke, und erst, wenn diese Regierungsmaschine wieder im Gange sei, werde der Frieden abgeschlossen. Jedenfalls kennzeichnet diese Auffassung der Sachlage die Stimmung der dermaligen Insassen zu Wilhelmshöhe. Frankfurt. Man meldet von hier: Die Herzogin von Hamilton, Tochter der verstorbenen Großherzogin Stefani von Baden, hat sich zum Besuche des Kaisers Napoleon nach Wilhelmshöhe begeben. Die Anverwandte des kaiserlichen Hauses kam direkt aus dem königlichen Hauptquartier, woselbst sie sich dieseGnade ausgewirkt hatte. Hamburg. Einer Meldung aus Helgoland zufolge haben die beiden letzten französischen Schiffe diese Insel am 11, d. verlassen. Die deutsche Jahdeflotte war am 11. d., Nachmittags, bei Helgoland. Das von den Franzosen gekaperte SchiffNicolas Landband ist gestrandet, die Mannschaft, incl. der französischen Besatzung, ist gerettet. Das gleichfalls gekaperte SchiffJohannes ist behufs Sicherung an den Strand geholt wor⸗ den. Beide Schiffe sind muthmaßlich Wracks. Bayern. München. Die in und bei Sedan von der französischen Armee ausgelieferten 10,000 Pferde sollen nach einer Bestimmung des Königs von Preußen den gesammten mobilen deutschen Streitkräften zu Gute kommen, und werden die Armeecommando's über die ihnen zu⸗ zuweisende Quote noch informirt werden. Würtemberg. Stuttgart. DerStaats⸗ anzeiger meldet: Der Kriegsminister überbringt ins Hauptquartier des Königs von Preußen ein Schrei⸗ ben des Königs mit dem Großkreuz des Militär, verdienstordens. Der König wünschte, daß dies höchste militärische Ehrenzeichen Würtembergs zuerst

von dem heldenmüthigen Oberbefehlshaber des 1

deutschen Heeres getragen werde. Baden. Der Ertrag der zum Besten einer Nationalinvalidenstiftung veranstalteten

Sammlung wurde in einer Nachricht aus Karlsruhe

irrthümlich auf 250,000 statt 25,000 fl. angegeben. Mittlerweile ist die Sammlung auf 30,000 fl. angewachsen.

Oesterreich. Wien. Die Wiener Arbeiter erließen einen Aufruf an die deutschen und die französischen Parteigenossen, beide Theile zur Ab⸗ lassung vom Racenhasse und zur Herbeiführung des Friedens ermahnend.

Am 12. d. wurde hier im festlich aus⸗ geschmückten Sitzungssaale des städtischen Magistrates in Anwesenheit eines zahlreichen Publikums die erste Civilehe durch den Bürgermeister der Stadt Dr. Felder geschlossen. 5

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