77 Auf r uf zu Beiträgen für ein Luther-Denkmal in Eisleben.
Nahe an 70 Jahre sind es schon, daß etliche evangelische Männer der Grafschaft Mansfeld den schönen Gedanken faßten, ihrem großen Landsmann Dr. Martin Luther in der Stadt Eisleben ein Denkmal zu errichten, und zu diesem Zweck auch die nöthigen Schritte thaten und Geidsammlungen ringsumher veranstalteten. Leider aber wurde die Ausführung des Gedankens durch den bald hernach eingetretenen Umschwung der politischen Verhältnisse und die daraus hervorgehende Fremdherrschaft vereitelt. Indessen war damit der Wunsch, auch in unserer Stadt, die unbestreitbar das erste und älteste Recht darauf hat, ein solches Denkmal zu besitzen, keineswegs erloschen, vielmehr krat das selbe zu verschiedenen Zeiten immer wieder hervor, bis er zum bestimmten Entschluß herangereift war und in einer am 22. August d. J. gehaltenen, zahlreichen Versammlung evangelischer Männer aus allen Ständen einstiwmig die Bildung eines Vereins beschlossen wurde, der es sich zum Zweck setze, „dem großen Reformator, Dr. Martin Luther in der Stadt Eisleben, in welcher der⸗ selbe geboren und gestorben ist, ein würdiges Denkmal in Erz zu errichten.“(Vereins⸗ Statut 5. 1.) f
Wohl besitzt unsere Stadt bereits in dem Geburts- und in dem Sterbehaufe Luthers, zumal seitdem beide durch Königliche Munisicenz im Baustyl der damaligen Zeit auf das Trefflichste restaurirt worden sind, zwei werthe Erinnerungsstätten an den unvergeßlichen Gottes- mann, allein dieselben vermögen uns den Mangel eines eigentlichen Denkmals nimmer zu ersetzen. Ist es doch weder seine Geburt noch sein Tod, sondern sein ganzes thatenreiches Leben, vornämlich das segensvolle Werk der Wiederherstellung der christlichen Kirche, das er in Gott und Gott durch ihn vollbracht, wodurch sich Martin Luther ein unvergängliches Verdienst um unser deutsches Volk, ja um alle christlichen Völker erworben hat—: und dafür sein Gedächtniß öffentlich zu ehren, und daran die Mit- und Nachwelt fort und fort zu mahnen, das kann nur durch ein unter Gottes freiem Himmel stehendes, für Jedermann zugängliches Standbild des großen Reformators geschehen. Und solch ein Denkmal in Erz zu errichten, ist unser inniger Wunsch, unser fester Plan.
Müßten wir nun auch auf ein so großartiges Denkmal, wie das Wormser ist, ver⸗ zichten, so hoffen wir doch, daß es uns gelingen werde, ein in jeder Rücksicht würdiges Denkmal herzustellen, wenn uns dazu die nöthige Unterstützung nicht bloß in unserer Stadt und Grafschaft, sondern aus allen deutschen Gauen und noch weiter darüber hinaus zu Theil wird, und wir sind gewiß, daß uns diese Unterstützung von Keinem unter allen Denen werde versagt werden, die Luthers unvergängliches Verdienst in Ehren halten und von Herzen dem beistimmen, was über der Thüre seines Geburtshauses geschrieben steht:
Goltes Wort ist Lutber's Lehr, Darum vergeht sie nimmermehr.
Ja wahrlich,„es gibt keinen Sohn unseres Volkes, auf den wir stolzer zu sein das Recht hätten, und keinen Lehrer der Kirche seit den Tagen der Apostel, für welchen wir Gott mehr zu danken Grund hätten, als Luther. Die besten Seiten deutschen Wesens sind in ihm zusammengefaßt und zur schönsten Blüthe gekommen: Tiefe des Gemüths und kind— licher Sinn, heiliger Ernst und fröhlicher Scherz, ein Auge, das in die Abgründe der Ewig⸗ keit drang und zugleich mit Freude auf jeder Blume des Feldes weilte, ein Muth, der von heftigem Zorn wallen konnte und doch im heiligen Lied und im fröhlichen Sang sich ergoß. Kurz, was deutsche Art und Natur Schönes und Edles von Gottes Gnaden empfangen hat, das war in Luther vereinigt.“
Und so wenden wir uns dean an alle evangelischen Christen des In- und Auslandes, welche fort und fort die reichen Früchte der gesegneten Reformation genießen, mit der herz, lichen Bitte, uns zu unserem Vornehmen hülfreiche Hand zu leisten, und ersuchen besonders die Herren Geistlichen und andere einflußreiche Männer sich der Mühe unterziehen zu wollen, in ihren Gemeinden und anderen Kreisen ihrer Belanntschaft einmalige oder lieber fortgesetzte Geldsammlungen zu veranstalten, damit die erforderlichen Summen bald zusammengebracht werden und wenn nicht eher, so doch spätestens am 400 jährigen Geburtstage des unerschrockenen Zeugen der ewigen Gotteswahrheit, das Denkmal vollendet dastehe.
Der Herr aber, in dessen Namen wir diesen Aufruf ausgehen lassen, wolle demselben bei Allen, an die er gelangt, den gewünschten Eingang schaffen, damit ihre Herzen und Hände zu fröhlichem Geben sich aufthun!
Eisleben den 31. October 1869.
Das Comité des Luther⸗Denkmal⸗ Vereins.
Martins, Bürgermeister, Sommer, Rector, Eschenhagen, Rathmann, Vorsitzender. Secretär. Rendant.
Dr. Böttger, Guardein. Clingestein, Seminardirector. Filter, Kreisgerichts, Director. Dr. Gerhardt, Professor. Krumhaar, Pastor. Lange, Lehrer. Leuschner, Oberbergrath. Meißner, Director der Disconto⸗Gesellschaft. Reichardt sen., Buchhändler. Scheibe, Superintendent u. Consistorialrath. Stolberg, Arbeiter. Thun, Oberpfarrer.
5 Indem die Unterzeichnete, einer von Seiten des Comiles ergangenen Aufforderung entsprechend, ihre Bereit⸗ willigken zur Entgegennahme von Beinägen biermit erklärt, bescheinigt di'selbe zusleich den Empfang folgender Gaben: Von L. Seyd 1 fl. 20 k., Blickhayn 30 kr., Häberle 1 fl. Sufft 1 fl., G. Hieronimus 48 kr., Nebhuth 30 k., Wahl 30 kr., H. Schimpff 1 fl. Um Zusendung weiterer Gaben bilet
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bringt in Nr. 20 folgende Beiträge: Genovefa. Ge⸗ schichte aus dem steterischen Oberlande. Von P. K. Rosegget.— Schlaumeier am gedeckten Tisch. Ortainalzeichnung von Gutdo Hammer.— Unter den Schleichhändlern an der russischen Grenze. Von C. Schiemann.(Schluß.)— Erinnerungen aus meinem Leben. Von Friedrich Hecker. 2. Der Hexenmeister der Prairie.— Beethoven und„das Kind.“— Ein deulsches Zettungs-Etablissement. Von Michael Klapp. Mit 2 Abbildungen: Der Arbettspalast der Neuen freien Presse in Wien:— im Maschinensaale der neuen freien Presse in Wien.— Blätter und Blüthen: Erziehungscharlatanerie. Von W.— Froschbandel.— ßür Badereisende nach Wildungen. Von Sch.— Eine Volkswaffe gegen Rom.
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Evangelische Gemeinde. Getaufte:
8. Mai. Dem hiesigen Bürger und Mechanikus Konrad Karl Reuß eine Tochter Elisabeih, geb. den 12. April.
8. Mal. Dem biesigen Bürger und Krufmann Georg Hartmann Freundlieb eine Tochter Minna, geb. den 22 März.
8. Mai. Dem biesigen Bürger, Gerbermeister und Badsteinfabrik nen Cbeisttan Ulrich II. ein Sohn Martin Wöbe em peimann Ono ged. den 17. April.
13. Mat. Ein unehelicher Sehn Hermann, geb. den 8. Mai. n
Beerdtate:.
18. Mal. Jebann Jakob Phiipp Berg, bies. Bürger und Schneidermersler, Sohn des weiland hies. Vürgers und Schneidermeiste ns Johann Heinrich Berg, alt 58 Jahr 9 Monat 15 Tage, T den 9. April.
Verantw. Red.: Hermann Scbipipff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf.
(Hierzu eine Extra- Beilage.)
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