Ausgabe 
17.3.1870
 
Einzelbild herunterladen

322 ĩͤ Add

Betreffend: Die Erledigung der Forstmeisterstelle in dem Forste Gießen. Es wird hiermit zur offentlichen Kenntniß gebracht, daß dem ö n Oberfö N Verwaltung des Forstamts Gießen von Großherzoglicher Ober⸗Forst⸗ und Domänen⸗Direction übertragen worden ist.

Friedberg den 15. März 1870.

Be

e

Bek ann n d m ach u g. Großherzoglichen Oberförster Dr. Draudt zu Gießen vorläufig die

ka n ät m c

Betreffend: Prämien für die schwersten Bullenkälber.

Der Unterzeichnete bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß der Jahr 1870 keine Mittel für Prämiirung von

Laubach am 11. März 1870.

7

3

Großherzogliches Kreisamt Friedberg T i a

nag.

Ausschuß des landw. Vereins von Oberhessen für das

Bullenkälbern verwilligt hat und ersucht zugleich die Herren Bürgermeister, etwa einlaufende Anmeldungen mit diesem Bedeuten zurückweisen zu wollen.

Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen Ott o, Graf zu Solms-Laubach.

Hessen. Darmstadt. Landrichter Eck⸗ storm zu Homberg ist zum Landrichter in Groß Umstadt ernannt worden.

15. März. Zweite Kammer. Gegenstand

der Berathung ist die Vorlage des Ministeriums des Innern, die Wahl des Gemeinderaths und des Bezirksraths betreffend. Das Motiv des Gesetzentwurfs ist in dem Umstande zu suchen, daß an Stelle der Personalsteuercapitalien bei Gemein deumlagen nunmehr die Einkommensteuer⸗ capitalien getreten sind, und dadurch der Census für die Wahlen einer Abänderung bedarf. Die sonstigen Bestimmungen des früheren Gesetzes er⸗ leiden durch das neue keine Abänderung, welch letzteres mit einer geringen Modification auch an- genommen wird, wie es die Regierung entworfen. Weiter kommt zur Berathung der Gesetzentwurf über die Pensionirung der Volksschullehrer. Der erste Artikel, welcher jedem definitiv angestellten Lehrer bei eintretender Dienstuntauglichkeit ein Recht auf Pensionirung einräumt, wird einstimmig, ein zu diesem Artikel von Dumont gestelltes Amendement, nach welchem bei Pensionirungen der Lehrer auch der Ortsschulvorstand und Gemeinde⸗ rath gehört werden soll, gegen 6 Stimmen an- genommen. Art. 2 bestimmt, daß auch ohne Rücksicht auf Dienstunfähigkeit ein Lehrer nach zurückgelegtem 70. Lebensjahre Pension beanspruchen kann. Metz beantragt, daß wie bei den Civil staatsdienern auch hier das zurückgelegte 40. Dienst⸗ jahr Anspruch auf Pension gewähre. Regierungs- Commissär v. Lehmann spricht sich gegen diesen Antrag aus, da die Lehrer in der Regel 10 Jahre früher definitive Stellung fänden, als Staatsdiener. Art. 2 wird nach der Regierungs- vorlage angenommen, der von Metz beantragte Zusatz mit 32 gegen 10 Stimmen verworfen. Art. 3 handelt von der Höhe der Pension; in den ersten 10 Dienstjahren beträgt nach dem Gesetzentwurf die Penston 40 Prozent des dienst⸗ lichen Einkommens, für jedes weitere zurückgelegte Dienstjahr Prozent weiter. Der Ausschuß beantragt in den ersten 10 Jahren 45 Prozent des dienstlichen Einkommens, für jedes weitere Dienstjahr bis zum 40. Dienstjahr Prozent und vom 40. Dienstjahr ab nur 1 Proz. weiter. Art. 3 wird nach der Regierungsfassung einstimmig und ein Zusatzantrag von Volhard, nach welchem keine Pension unter 200 fl. betragen soll, gegen 2 Stimmen, der obengenannte Ausschußantrag in Form eines Ersuchens an die Regierung gegen 4 Stimmen angenommen. * Wie dieHess. Volksbl. vernehmen, hätte der Gr. Oberstaatsanwalt die Seitens des Gr. Staatsanwalts am Bezirksstrafgerichte Darmstadt wider das Urtheil genannten Gerichtshofs in dem Metz⸗Fendt'schen Preßprozesse eingelegte Appellation nicht verfolgt, wonach das erstinstanzliche Urtheil die Rechtskraft beschritten hätte. In derselben An⸗ gelegenheit wird demFr. J. geschrieben: Hr. R. Fendt wird im Laufe dieser Woche die ihm vom hiesigen Bezirksstrafgerichte wegen Beleidigung ves Hrn. Hof⸗ gerichtsadvokaten A. Metz zuerkannte 14 tägige Gefängnißstrafe zu verbüßen beginnen. Das Urtheil des Bezirksstrafgerichts ist, da die Ober⸗ staatsanwaltschaft sich geweigert hat, die von dem Staatsanwalt bei dem Bezirksstrafgerichte erhobene Appellation fortzusetzen, rechtskräftig geworden.

Gießen. Die Vorlesungen auf der groß⸗ herzoglichen Landes- Universttät im Sommersemester

1870 werden am 25. April ihren Anfang nehmen. Die Immatrikulation beginnt am 21. April.

* Aus dem Kreise Grünberg. Nach dem Anzeigeblatt des Kreises Grünberg haben sich während der Jahre 1868 und 1869 zur Kreis- bezw. Departements⸗Ersatz⸗Commission 57 junge Leute nicht gestellt. Dieselben haben ohne Erlaubniß das Großherzogthum, bezw. den nord⸗ deutschen Bund verlassen und werden nun öffent⸗ lich aufgefordert, in die Heimath zurückzukehren.

Bayern. München. Der Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer beantragt, statt des ge⸗ forderten Credits von 3,665,000 fl. für Rück⸗ ladungsgewehre nur 2,400,000 fl. für weitere 60,000 Gewehre, und von dem weiter verlangten Credit zu 1,791,000 fl. für Festungsdotationen, Garnisonsneubauten und Ausrüstungs⸗Gegenstände nur 52,000 fl. für Abänderungen am Armatur⸗ lederwerk zu genehmigen, das Uebrige bis zur Budgetberathung zu vertagen.

Nürnberg. Am 12. d. fand dahier eine von der social⸗demokratischen Partei berufene Ver⸗ sammlung statt, deren Tagesordnung lautete: Protest gegen die neuesten kriegsministerlichen For⸗ derungen und gegen die stehenden Heere überhaupt. Neu an der Einladung war, daß auch die Frauen zu erscheinen aufgefordert wurden. Es wird in dem Aufruf ausdrücklich bemerkt, daßdas Ver⸗ sammlungsgesetz den Frauen die Theilnahme an politischen Versammlungen nicht verbietet, daß die Mutter, die ihren Sohn nicht dem Moloch der stehenden Heere geopfert, die Schwester, die den Bruder, die Braut, die den Bräutigam davor bewahrt wissen will, ihren Protest anschließen kann dem freigesinnter Männer.

Würtemberg. Stuttgart. Der schon erwähnte Antrag in der Militärfrage, welcher der zweiten Kammer vorgelegt wurde, ist von 45 Abgeordneten unterzeichnet(absolute Mehrheit ist 46) und lautet:In Erwägung, daß es die Wichtigkeit des Gegenstandes verlangt, schon bei Beginn der Budgetsession die Ansicht der Kammer der Abgeordneten über einen der Hauptabschnitte des Etats darzulegen, und daß es alsbaldiger Ausarbeitungen bedürfen wird, um noch während dieser Session eine entsprechende Ordnung dieses Gegenstandes herbeizuführen, beantragen die Unter⸗ zeichneten: Hohe Kammer wolle 1) der k. Staats⸗ regierung erklären, daß sie in den mililärischen Einrichtungen solche Aenderungen geboten finde,

welche die großen volkswirthschaftlichen und finan⸗

ziellen Nachtheile des bestehenden Systems erheb⸗ lich, insbesondere durch Herabsetzung der Präsenz, zu mildern geeignet sind, und daß sie die Aus⸗ gaben für Zwecke der militärischen Einübung nicht in der bisherigen Höhe zu verwilligen vermöchte; 2) demgemäß die k. Staatsregierung bitten, noch im Laufe der Sesston entsprechende Vorlagen ein⸗ bringen zu wollen.

Frankreich. Paris. Am 27. Februar befanden sich in den Pariser Hospitälern im Ganzen 310 Pockenkranke, am 10. März dagegen 382, was beweist, daß die Seuche in der Zu⸗ nahme begriffen ist. Die Kranken in den Privat- häusern sind nicht minder zahlreich.

Wie aus guter Quelle verlautet, hat der österreichische Gesandte in Rom, Graf Traut⸗ mannsdorff, die Weisung erhalten, die Forderun⸗ gen Frankreichs beim päpstlichen Stuhl zu unter⸗

stützen; außerdem habe jedoch Oesterreich beschlossen, keinen Bevollmächtigten zum Coneil zu schicken, Spanien. Madrid. In der Sitzung der

Cortes erklärte Prim auf Anfrage Castelar's, daß

er energisch jede Idee eines Staatsstreiches zurück- weise. Wenn jemals die Freiheit der Cortes be⸗ züglich der Wahl eines Monarchen bedroht sei, so würde er dieselbe gegen Jedermann vertheidigen.

Ueber das gemeldete Duell zwischen dem Herzog von Montpensier und dem Infanten Heinrich von Bourbon werden aus Madrid wei tere Einzelheiten mitgetheilt, die sich aber nur auf die Vorgänge bei dem Acte selbst beziehen und über die Motive des Kampfes keine Aufklärung geben. Daß dieselben politischer Natur gewesen sind, möchte aus dem Umstande zu schließen sein, daß die Kampfzeugen auf Seiten des Infanten der republikanischen und die seines Gegners der Regierungspartei angehören. Das Duell war auf Pistolen und fand im Walde von Alarcon bei Madrid statt. Die Gegner hatten drei Mal geschossen, das erste Mal auf 10 Metres, das zweite Mal auf 9 Metres und das dritte Mal auf 8 Metres Entfernung, wobei der Infant jedes Mal den ersten Schuß hatte. Die Kugel drang hinter dem Ohre ein und der Tod erfolgte augenblicklich. f

Rußland. Petersburg. Von dem in mehreren deutschen Zeitungen für den Sommer angekündigten Besuch des Königs von Preußen am hiesigen Hofe ist hier in maßgebenden Kreisen nichts bekannt.

Amerika. Eine vom 12. d. datirte De⸗ pesche aus Washington meldet, daß der Senat mit 32 gegen 10 Stimmen die von Sherman beantragte Consolidirungsbill angenommen hat. In der jetzigen amendirten Form ermächtigt die

Bill den Schatzsekretär zur Ausgabe von 1200 4

Millionen Dollars in Bonds mit 3 Klassen ein⸗ getheilt. Kapital und Zinsen sind in klingender Münze zahlbar und steuerfrei. Diese Bill ist an das Repräsentantenhaus gegangen und dort dem Finanzeomite zugewiesen. Man glaubt, dieselbe werde dort bedeutend modifieirt, vielleicht auch ganz zurückgewiesen werden. 1

L. Friedberg. Der im Oktober vorigen Jahres ge⸗ gründete mitteldeutsche Obst- und Gartenbauverein hielt am 15. d. Abends in dem Locale des Herrn Burck da⸗ hier eine Versammlung, welche recht zahlreich besucht war. Nachdem der Vorsitzende, Hr. Justizrath Dr. Geyger, die Versammlung begrüßt hatte, hielt Herr Klein einen Vortrag über Obstbaumpflege. Es ist gerade Dies ein Zweig der Landwirthschaft, der, wie vielleicht kein anderer, noch so sehr im Argen liegt, und der darum gar nicht eindringlich und gründlich genug erörtert werden kann, zumal der Obstbau fortwährend an Bedeutung gewinnt. Daran reihte sich ein interessanter Vortrag des Herrn Deines von Gießen über Traubenkultur mit praktischen Anweisungen. Assenheim, anknüpfend an seine sehr schöne Pflanzenaus⸗ stellung, eine kurze Anleitung zur Zimmerkultue. Der lebhafte Aufschwung, den ganz besonders der Obstbau in

unserer gesegneten Wetterau genommen hat und immer

noch mehr nehmen wird, wird hoffentlich diesem fungen Vereine immer mehr Gönner und Mitglieder zuführen.

Die Versammlung beschloß noch, jeden ersten Dienstag

eines Monats eine Versammlung der Section Friedberg in dem oben genannten Locale dahier abzuhalten. Friedberg. Die in den Statuten der von dem

hiesigen Turnverein gegründeten Turnerfeuerwehr enthaltene Vestimmung, wonach bisher Nichtturner nur ausnahms⸗ weise mit Zustimmung sämmtlicher Mannschaften in die Feuerwehr aufgenommen werden konnten, bat eine Anzahl

jüngerer Bürger veranlaßt, zur Gründung einer freiwilligen

Bürgerfeuerwehr zusammen zu treten, und dem Stadt⸗

Hierauf gab Herr Hofgärtner Welle von

4

3

willige Fer die Aufnal licht Mun der Glan goth ni. chen dle ehienungs

ö 1 Fond

Mannschaft nach ber E diesen verein

neu solmit und erweite

Fried be.

gebracht, u

daß die zu geireenen

D

laß des de sind bei de binnen Ir sonf sie be lasses nich dried!

N

582 Von

Irledberg

ö gelangend

Marlen

benage v

1 Vadtlhoh

0 Dart

705 R.

1