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Prinzen Hohenzollern oder von dem Fürsten von Hohenzollern, seinem Vater, komme. Der Herzog von Gramont antwortet, er habe nichts hinzu⸗ zufügen. Der Deputirte Duvernois wünscht die Festsetzung eines der nächsten Tage zur Diskussion über seine Interpellation. Deputirter David bringt folgende Interpellation ein. In Anbetracht der neulichen kathegorischen Erklärungen des Ministeriums und in Anbetracht der gegenwärtigen Erklärungen, welche mit der Ausdehnung der Verhandlungen im flagranten Widerspruch stehen, verlange ich, das Ministerium über seine Haltung zu interpelliren, welche die Würde Frankreichs verletzt. Auf den Vorschlag des Herzogs von Gramont wird die Diskussion über die beiden Interpellationen der Deputirten David und Du— vernois auf nächsten Freitag festgesetzt.
— Die„Agence Havas“ meldet, die Gerüchte über eine Meinungsverschiedenheit, welche zwischen dem Großsiegelbewahrer, und dem Herzog von Gramont herrschen solle, seien durchaus erfunden, eben so unrichtig sei es, daß eine Spaltung im Ministerium eingetreten sei und mehrere Mitglieder desselben daran dächten, zurückzutreten. Das Cabinet sei einiger denn je.
— Die Madrider Correspondenz der„France“ sieht voraus, daß die Candidatur des Prinzen Leopold in den Cortes nicht die Majorität haben würde, und kündigt folgende neue Combination an: Espartero soll zum Regenten ernannt werden und nach seinem Tode der 13jährige Infant Don Fernando, der älteste Sohn des Herzogs von Montpensier, welcher Infant schon jetzt den Titel: Prinz von Asturien annehmen würde, den spanischen Thron besteigen. Nach der neuesten Wendung liegt diese Lösung wohl im Bereich des Möglichen.
—„Der Patriotismus“, sagt das Journal des Debats,„kann nicht darin bestehen, sofort Feuer und Flamme zu sein für oder gegen eine Nation, alle Rücksicht ihr gegenüber zu vergessen und ein Ministerium zu unterstützen, das in feier⸗ lichem Tone von der Größe und der Sicherheit des vom Auslande bedrohten Frankreichs spricht. Viel besser wäre es sicherlich, ein Ministerium auf⸗ zugeben, wenn man von seinem Mangel an Um⸗ icht überzeugt ist, als es zu unterstützen und es durch diese Unterstützung dazu zu veranlassen, das Land in einen Krieg ohne Vortheil und Exsolg zu stürzen.“
Italien. Rom. Das Concil hat das Dogma der Unfehlbarkeit bei der Abstimmung mit 450„Ja“ gegen 98„Nein“ und 62 bedingungs-
* wvpeise Abstimmungen angenommen.
Türkei. Konstantin opel. Am 11. d. brach hierselbst wiederum eine Feuersbrunst aus, welche neun Stunden wüthete und 1500 Häuser in Asche gelegt hat. Die von der Feuersbrunst Betroffenen sind Türken, Armenier und Griechen der ärmeren Classe.
* Friedberg. Die in vor. Nr. des„Anzeiger“ ge⸗ brachte, von glaubhafter Seite mitgetheilte und in hlesiger Stadt und Umgegend allgemein verbreitete Nachricht von ber Auffindung der Leiche des vermißten Gymnasiasten Otto Rappolt hat sich nicht allein nicht bestätigt, sondern ver Verschwundene lebt noch und ist den uns rorliegen⸗ den zuverlässigsten Nachrichten aus Gießen zufolge gestern im 15. d. Abends in Büdingen wohlbehalten ange⸗ kommen, nachdem er sich drei Wochen in Frankfurt auf⸗ gehalten haben will. Nähere Details in dieser Sache lie⸗ zen noch nicht vor.
Gießen. Der Schwurgerichtshof der Provinz Ober— bessen hat während seiner in der abgelaufenen Woche staltgehabten Sitzungen in folgenden zur Verhandlung gekommenen Anklagesachen erkannt: Den 4. Juli: gegen den Post⸗Unterbediensteten Martin Kinnel I. aus Vilbel, vegen Dienstvergehen, eine Correctionshauestrafe von 2 Jahren und 6 Monaten; wegen der angeklagten Unter⸗ chlagung eines Wechsels im Betrage von 50 fl. dagegen, nachdem in dieser Beziehung von den Geschwornen ein „Nichtschuldig“ erging, auf Freisprechung.— Den 5. Juli: gegen Heinrich Kircher aus Lauterbach, wegen aus— gezeichneten Diebstahls, Correctionshausstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten, an welcher jedoch 3 Monate als durch bie unverschuldet erlittene Untersuchungshaft bereits ver— büßt, in Abzug zu bringen seien.— Denselben: gegen Botthard Walther von Bauernheim, wegen Begünstigung der von dem vormaligen Bürgermeister Vogt aus Reichels⸗ beim verübten Unterschlagung, eine Bezirks-Gesängniß— strafe von 4 Wochen.— Den 6. Juli: gegen Eva Elisa betha Kröning aus Bieben, wegen Abtreibung ihrer Leibes—
frucht, eine Correctionshausstrafe von 4 Monaten, und gegen Katharina Engel aus Grebenau, wegen gewerbs⸗ mäßiger Begünstigung jenes Verbrechens, eine solche von 1 Jahr.— Den 7. Juli: gegen Wilhelm Constant aus Wetterfeld, wegen Verführung zur Unzucht, eine Zucht⸗ hausstrafe von 4 Jahren.— Denselben: gegen Philipp Reitz von Nieder-Ohmen, wegen Versuchs der Noihzucht, bezw. Verführung zur Unzucht, eine Correctionshausstrafe von 3 Jahren.— Den 9. Juli: gegen Georg Kuhlmann, academischer Hospitalverwalter zu Gießen, wegen Dienst⸗ vergehen, neben der Dienstentsetzung eine Zuchthausstrase von 4 Jahren.
Frankfurt. Viele Reisende hiesiger Geschäfte sind hierher zurückgekehrt, da auswärts in Folge der Kriegs- befürchtungen Handel und Verkehr stockt.
—— Zur Situation.
Die mittlerweile erfolgte Verzichtleistung auf die spanische Krone Seitens des Prinzen Hohen- zollern müßte als die beste Erwie derung auf das„Eingesandt in Nr. 82 d. Bl. gelten, wenn überhaupt eine solche nöthig erschiene. Die Sache ist aber leider ernst genug, um einige Worte der Erläuterung wünschenswerth zu machen. Daß wir uns dabei bestreben werden, uns an die Sache zu halten und die in der Fassung des erwähnten Schriftstöcks gegebene Verlockung zum Gegentheil übersehen, ist damit schon gesagt. Wir würden es uns zum Vorwurf machen, Jemanden wehe zu thun, jetzt, wo kein Mensch weiß, welche solgenschweren Er— eignisse die nächste Stunde schon bringen kann. Der angezogene Satz in einem Artikel über die spanische Thronkandidatur ist folgender:„Sollte die Bis- marck'sche Politik sich zu der Ungeheuerlichktit ver— steigen, die Geschicke Deutschlands wegen eines einzigen Menschen, und wäre er ein mit dem Königshaus verwandter Prinz, auf die Spitze des Schwertes zu stellen?“
Sehen wir zu, was denn so Schlimmes damit gesagt ist, was ein deutsches Herz so seyr„ver ⸗ letzen“ kann. Es ist darin von der bevorstehenden Kriegsgefahr die Rede. Nun ist aber das Wort „Krieg“ ein gar schreckliches Wort. Alles was dem Menschen theuer ist, unser und unsrer Kinder Leben, unster Hab und Gut, die durch Jahrhun- derte langes mühsames Schaffen errungene Kultur und Gesittung: Alles ist mit dem Krieg dem Verderben preisgegeben, und eine schaurige Aus- sicht eröffnet sich unseren Blicken auf verwüstete Gegenden, eingeäscherte Städte und Dörfer, auf Schlachtfelder mit all den Tausenden, die hülflos und verlassen im grimmen Schmerz dem Tode entgegen stöhnen, auf Hungersnoth und Seuchen, auf den möglichen Untergang ganzer Völker.
Kein Andrer tritt da für uns oder die Ge— sammtheit ein; die gemeinsame Gefahr bedroht Alle. Dem gegenüber muß Jedem das Recht gewahrt bleiben zu fragen, wodurch denn ein so namenloses Unglück herbeigeführt worden und wie es vielleicht noch könnte abgewendet werden. Wenn wir dieses Recht für uns in Anspruch genommen haben, so haben wir nicht nöthig, die Unterstellung zurückzuweisen, als habe unsererseits gesagt werden wollen, Preußen wolle den Krieg. Wir haben gesagt:„Das deutsche Volk will den Frieden.“ Und Preußen gehört doch wohl auch zum deutschen Volk. Noch mehr. Wir glauben auch, die Bis- marck'sche Politik wolle den Frieden.
Wozu auch den Krieg? Aber darum handelt sich's gar nicht. Es handelt sich um die Thron— kandidatur des Prinzen Hohenzollern, und die hat die Bismarck'sche Politik gewollt, sonst wäre sie nicht in's Leben getreten. Nun wüßten wir nicht, wer unter uns ihr darob gram sein sollte. Diese Thronkandidatur stellte an und für sich für das deutsche Volk weder Nutzen noch Schaden in Aussicht. Die Frage war aber die: Wird die Bismarck'sche Politik diese Candidatur aufrecht er— halten selbst auf die Gefahr eines europäischen Krieges! Unseres Erachtens wäre es eine Un- geheuerlichkeit gewesen, wenn diese Candidatur dem Weltfrieden nicht zum Opfer gebracht worden wäre, so wenig auch wir Frankreich ein Recht zugestehen, Einsprache dagegen zu erheben. Und wir standen mit dieser Ansicht nicht allein. Millionen ihr Vaterland warm liebende und für dessen Ehre begeisterte Deutsche theilten sie. Ehe ste sich in
Redensarten ergingen wie:„Es wäre Thorheit, wenn der Prinz von Hohenzollern zurückträte— Die Franzosen müssen einmal Eins auf den Kopf kriegen, eher gibt's doch keine Ruh,“— Redens⸗ arten, mit denen so ein deutscher Quasi-Chauvinist sich hinterem Bierglas leicht in einen Eifer hinein- redet, als hätte er die Kraft eines Herkules und den Muth eines Karl XII.;— fragten sie sich ruhig, was mit einem Krieg mit den Franzosen gewonnen werden kann. Drei Fälle sind möglich: entweder wir siegen, oder unterliegen, oder man schlägt sich eine Zeitlang vergeblich herum, und läßt sich dann von beiden Seiten zu einem durch diplomatische Dazwischenkunft zusammengeleimten Frieden herbei, um— ein wenig auszuschnaufen und dann den Tanz von neuem zu beginnen. Was aus uns würde, wenn das Schlachtenglück sich gegen uns wendete, mögen wir gar nicht aus- denken; nehmen wir also den Fall, daß wir siegen. Die romanische Race hat aber große Zähigkeit und große Empfindlichkeit für nationale Ehre. Auf ein halbes Jahrhundert hinaus wird glühen ⸗ der Nationalhaß entfesselt und gerade um so mehr in Frage gestellt werden das, wonach wir uns so sehr sehnen, dauernder Friede. Denn wir werden die französische Nation trotz des Sieges nicht mit Stumpf und Stiel ausrotten können noch wollen.
Nun sehen wir uns in Stadt und Land um, betrachten die wachsende Noth der kleinen Gewerbs— und Bauersleute, dit unter der Steuerlast seufzen und ihre Söhne, wie sie heranwachsen und ihnen unter die Arme greifen könnten, der Militärpflicht hin⸗ und ihnen noch den letzten Kreuzer mit in die Garnison geben müssen. Man betrachte die Masse der Auspfändungen auf den Gerichten, die erschreckende Zunahme der Bankerotte, die dieses Jahr trotz der nun eingetretenen besseren Witterung nicht reichlich ausfallende Ernten, den Futter- mangel auf dem Lande, und dann fragen wir: ob es nicht eine Ungeheuerlichkeit gewesen wäre, hätte man nicht das Interesse eines einzigen Menschen, hier des Prinzen Hohenzollern, dem Weltfrieden opfern wollen?
Wahrlich es gehört ein bischen Unvernunft dazu, gar noch„wahrhaft verletzt“ zu sein. Folgerichtig muß sich das verletzte Gemüth
in seiner Entrüstung nunmehr gegen die Bis- marck'sche Politik und den Prinzen von Hohen- zollern richten, denn dessen Erklärung besagt ganz dasselbe. Er entsagt, den Gefühlen folgend, welche es ihm als preußischem und deutschem Offizier unmöglich machen, um seiner Person willen Deutschland in den Krieg zu stürzen und gleichzeitig Spanien einen blutigen Krieg als Mitgift zu bringen.
Doch unbesorgt, mein lieber„wahrhaft Ver⸗ letzter“, wir sind nicht unempfindlich gegen Deuzsch⸗ lands Ehre, und unsere Vaterlandsliebe lassen wir auch nicht mit dem leisesten Zweifel antasten. Wenn wir der Ansicht waren,„der Gescheidteste gibt nach“, es wird den Franzosen schwer, sich das abzugewöhnen, was Jahrhunderte ihr un- bestrittener Besitz war, das große Wort in Europa zu führen, aber es geht allmählich, schon jetzt gibt's in Frankreich eine große Partei, die den Chauvinismus gründlich haßt und verachtet, viel⸗ leicht stirbt er aus und der Vernichtungskampf ist uns erspart; so wollen wir den Frieden nicht um jeden Preis. Wenn die neuesten Nachrichten sich be— stätigen, so kann man jetzt wohl annehmen, die spanische Thronkandidatur war für Frankreich blos ein Vorwand. Früher konnte man das nicht; die größten Staatsmänner haben noch vor Kurzem die Situation friedlicher als je betrachtet. Stellt Frankreich dem norddeutschen Bund und Deutsch⸗ land demüthigende Forderungen und will es den Krieg, dann werden wir nicht erst uns irgendwo die Parole zu holen brauchen, wo wir mit unseren Sympathien stehen sollen. Aber gerade darum haben wir die Entsagung des Prinzen Hohen- zollern mit Freuden begrüßt. Wenn man einem großen Geschick entgegen geht, ist es gut, wenn das Gewissen ganz rein ist, und man sich sagen kann, daß man Alles gethan habe, um so großes Uebel abzuwenden. Gott schütze unser deutsches Vaterland!


