die vollständige Desorganisation der Armee zur Folge hätten. Der Ausschuß blieb unerschütterlich. — Der Kaiser wird am 20. d. von Jugen⸗ heim aus für mehrere Tage zum Besuche am hiesigen königlichen Hofe erwartet. Oesterreich. Wien. Die Hauptstadt
Transleithaniens feierte am 10. d. das Trauerfest
der Uebertragung der bisher verborgen gewesenen Leiche des Märtyrers Ludwig Batthiany in die Familiengruft; ein ominöser Zufall fügte es, daß diese Trauerfeier gerade am 10., dem dritten Jahrestage der Königskrönung, abgehalten wurde, jener Ceremonie, welche ein Sieg jener Politik war, die der Justificirte sein Leben lang verfocht. Graf Batthiany war, wie man weiß, kein Re⸗ volutionär im Style Kossuth's, er wollte ver⸗ mitteln zwischen der Dynastie, der er kreu ergeben war, und seinen Landsleuten; zum Lohn für seine Ergebenbeit wurde er— erschossen.„Dank vom Hause Habsburg!“
— Der älteste Sohn des Vicekönigs von Egypten, Mehemed Tewfik Pascha, trifft demnächst aus Konstantinopel hier ein und wird der Gast des Kaisers sein.
Krakau. Hiesige Blätter bringen ausführ- liche Berichte über die nationale Reunion, welche Polen aus allen Landestheilen in den Pfingst⸗ feiertagen hier feierten. Die Zahl der auf Ein- ladung des Krakauer Handwerkervereins eingetroffe nen Gäste belief sich auf etwa 750; davon waren 400 aus Lemberg und anderen Städten Galiziens, 300 aus Oesterreichisch⸗ und Preußisch⸗Schlesien und nur 50 aus dem Königreich Polen, dem
erklärt, daß er hierauf nicht eingehen könne, und die Commission wird nun einstimmig die Ver⸗ werfung dieser Regierungsvorlage empfehlen.
— Im Ministerrath ist, wie die„Liberte“ erfährt, beschlossen worden, die auf die Gotthardt ⸗ bahn bezüglichen Actenstücke noch vor der Ver⸗ handlung über die Mony'sche Interpellation in der Kammer vertheilen zu lassen.
Italien. Rom. In der General Con- gregation des Coneils vom 10. ds. bekämpfte Bischof Dupanloup unter dem tiefen Schweigen der Versammlung das Bestreben, Prärogative des Papstes in übertriebener Weise zu vergrößern. Man glaubt, die Diskussion über das Primat werde im Laufe dieser Woche geschlossen werden. Gegen das Dogma der Unfehlbarkeit sind noch 72 Redner eingeschrieben.
Florenz. Die Banden der Republikaner lösen sich mit derselben Leichtigkeit und Geschwin ⸗ digkeit, mit der sie sich bildeten. Ihre Hoffnung auf Straflosigkeit ist gänzlich in Erfüllung gegan⸗ gen und sie kebren von ihren Unternehmungen heim. Zu Allem diesem trägt viel die Apathie des Landes bei, und diese ist wieder eine natür⸗ liche und einigermaßen gerechte Folge des Ver- haltens der Regierung. Der Kriegsminister hat im Parlamente die geringe Energie, mit welcher der Aufstand unterdrückt wurde, entschuldigen wollen, indem er zugleich das schlechte Vorhaben der Aufwiegler beschönigte. Unser Angriff war schwach, sagte er, weil der Widerstand auch nur schwach war.
— Hier ist die große Neuigkeit des Tages
Großberzogthum Posen und Westpreußen gekommen. die Ankunft der chinesischen Gesandtschaft. Die
Die Festversammlungen hatten einen ausgeprägt polnisch⸗nationalen und ziemlich stürmischen Cha- rakter. Bei dem Festmahl, an dem etwa 800 Personen Theil nahmen, wurden mit Begeisterung aufgenommene Toaste auf die Wiedererstehung Polens, die Emigration, die polnische Demokratie u. s. w. ausgebracht.
Frankreich. Paris. Man bestätigt jetzt von allen Seiten, daß das Ministerium ohne Verzug ein neues Wahlgesetz einbringen und für dasselbe die Dringlichkeit verlangen werde. Der „Liberte“ zufolge erzählte Herr Ollivier einer dritten Person, daß dieser Entwurf von ihm in derselben Zeit ausgearbeitet worden wäre, da er sein Buch vom 19. Januar schrieb. Damit steht nicht die Meldung des„Francais“ in Widerspruch, daß die leitenden Ideen der Vorlage dem Pro- gramm des linken Centrums entsprechen.
— Dupuy de Löme und Bshic haben ihr bekanntes Projekt zur Herstellung einer Linie von starken Steamern zwischen Calais und Dover, welche im Stande wären, einen ganzen Eisen⸗ bahnzug von dreißig Waggons zu tragen(wo- durch man künftig von Paris nach London fahren kann, ohne den Wagen zu wechseln, und dabei über zwei Stunden gewinnt), dem Ministerium für öffentliche Bauten vorgelegt, mit dem Gesuch, daß die hierzu nöthigen Arbeiten in dem Hafen von Calais möglichst beschleunigt würden. In Dover bereitet die englische Regierung schon die nöthigen Arbeiten vor, daß jene ungeheuren Paket ⸗ bvote mit Leichtigkeit anlegen können.
— In Sachen der St. Gotthardtbahn steht der„Moniteur universel“ mit seinem chauvinisti⸗ schen Gepolter bis jetzt noch allein. Selbst Blätter, wie die„France“ und„Presse“, die gewiß nicht in dem Verdacht der Preußenfreund⸗ lichkeit stehen können, ermahnen die Kammer zu einer besonnenen und streng sachlichen Behandlung der Frage.
— Die Gesellschaft für Förderung der Kunst hat ihre goldene Albert⸗Medaille für„hervor- ragendes Verdienst um die Förderung von Kunst, Manufactur und Handel“ dieses Jahr dem Hrn. v. Lesseps verliehen und zwar wegen seiner„durch Verwirklichung des Suez Canals um Kunst, Manu⸗ factur und Handel erworbenen Verdienste.“
— Die Commisston des gesetzgebenden Körpers für den Zeitungsstempel verlangte von dem Finanz⸗ minister, daß die proponirte Herabsetzung des Stempels statt am 1. Januar 1872 schon am
Chinesen sehen und sterben— scheint bei den Florentinern das Losungswort zu sein. Die Gassenjungen betrachten es als eine Heldenthat, die armen Fremden am Zopf zu ziehen. Seit einigen Tagen hat der Bürgermeister denselben eine Leibgarde zur Verfügung gestellt, die sie gegen die Aufdringlichkeiten des neugierigen Publikums vertheidigen soll.
— In der Sitzung der Deputirtenkammer vom 13. d. theilte in Erwiderung auf eine Inter⸗ pellation des Deputirten Massari wegen der mit Portugal schwebenden Differenz der Minister des Auswärtigen, Visconti ⸗Venosta, mit, daß der Herzog v. Saldanha dem diesseitigen Gesandten in Lissabon, Marchese Oldoini, eine Note über⸗ mittelt habe, in welcher der Herzog erklärt, daß die Weise, in welcher der italienische Gesandte sich über die letzten Ereignisse in Lissabon geäußert habe, ihn verhindere, noch ferner offizielle Be⸗ ziehungen zu Oldoini zu unterhalten.
h Darmstadt. Vom 3. bis 5. Juli findei dahier wieder eine Ausstellung landwirthschaftlicher Maschinen statt und werden hierbei alle neueren und erprobten Ma⸗ schinen und Geräthe zu finden sein.— Der außerordenk⸗ liche Mangel an ländlichen Arbeitskräften erfordert ge⸗ bieterisch die Anwendung der Maschinen. Es liegt daher gewiß sehr im Interesse der Landwirthschaft, daß sich diese Maschinen⸗Ausstellungen alljährlich wiederholen, zu⸗ mal dem Landwirth hierdurch Gelegenheit geboten ist, nicht nur zu sehen, zu prüfen und Vergleiche anzustellen, sondern auch durch das Zusammentreffen mit vielen Be⸗ rufsgenossen sich über die zweckmäßigste Anwendung und die bereits gemachten Erfahrungen mit den neueren Maschinen und Geräthen zu berathen.— Gleichzeitig(den 4. Jult) hält der landwirthschaftliche Bezirksverein Darm⸗ stadt eine Viehschau dahier ab, bei welcher Veranlassung
für ca. 500 fl. Geldpreise zuerkannt werden. Die Hälfte dieser Preise ist für das vorzüglichste Vieh der Schweizer⸗ schläge,(Berner, Schwytzer und Kreutzungen), die andere Hälfte für Landschläge(Odenwälder und Vogelsberger) bestimmt.— Auch ausgezeichnete Schweine der englischen und Landrace werden mit Geloͤpreisen bedacht werden.— Die Geldpreise sind für die vorzüglichsten Leistungen, für gute Leistungen werden Ehrendiplome ausgestellt.— Am 3. Juli findet der diezjährige Prämien⸗Zuchtviehmarkt statt und hat das städtische Markt⸗Comité zu diesem Zwecke mehrere hundert Gulden für Prämien verwilligt.— So sehen wir denn in den ersten Tagen des nächsten Monats wieder einem zahlreichen Besuche von auswärts entgegen.
M.⸗Gladbach. Ein schaudererregendes Verbrechen, das zur Ehre der Menschheit glücklicherweise höchst selten vorgekommen sein mag, wurde am Donnerstag zur Mittags⸗ stunde zwischen hier und Ohler von einem in einer hiesigen Fabrik beschäftigten 19jäbrigen Arbeiter an einem neun⸗ jährigen blühenden Knäbchen begangen. Das Kind hatte seinem Vater das Mittagessen gebracht und befand sich
1. Januar 1871 eintreten solle. Herr Segris
einem Vorwande in ein hohes Roggenfeld lockte, zu Boden warf und mit einem Holzschuh so lange auf den Kopf desselben losschlug, bis das Kind regungslos da lag. Hierauf entblößte der bestialische Mensch den Knaben und schniit ihm den Unterleib auf, daß das Eingeweide hervorquoll, worauf er sich in der Meinung, das arme Opfer sei tobt, entfernte. Einige des Weges kommende Schüler des hiesigen Progymnasiums fanden das Kind, welches mit aller Sorgfalt aufgenommen und ins katholische Krankenhaus gebracht wurde. Hier liegt dasselbe nun in einem nicht zu beschreibenden erbarmungswürdigen Zu⸗ stande, den Kopf zerschlagen, am Halse die Spuren der versuchten Erwürgung und mit einer 9 Zoll langen tiesen Schnittwunde am Unterleibe. Als die Polizei den Elen⸗ den, welcher von dem verstümmelten Kinde erkannt und deutlich bezeichnet worden, verhaftete, war derselbe in größter Gemüthsruhe in der Fabrik bei der Arbeit, leug⸗ nete auch keineswegs die That, wofür er keinen Grund anzugeben wußte, und blieb selbst beim Anblick selnes Opfers ohne die geringste Spur von Gemüthsbewegung, zeigte übrigens, daß er vollkommen geistig gesund und die That im nüchternen Zustande begangen hat.
Aus Santiago in Chile meldet ein Schreiben vom 8. April in der„Allg. Ztg.“, daß wieder die ganze West⸗ küste von Südamerika in vulkznischer Bewegung sei. In
Pasado und Puerta⸗de⸗Venado auf eine Entfernung von 2 Seemeilen in Bewegung, hob sich an einzelnen Stellen, sank an andern und es bildeten sich Risse und tiefe Schachte; zwischen der Bay von Guayaquil und dem Meere entstand ein Hügel und wenige Meter davon ent⸗ fernt eine Lagune. Dtese vulkanische Bewegung dauerte 5 bis 6 Tage und ging von Ost nach West. Gleichfalls am 29. März wurde die Statt Mendoza in der argen⸗ tinischen Republik, unweit der chilenischen Grenze östlich von den Cordilleren, welche erst vor einigen Jahren durch ein Erdbeben verwüstet worden war, wobei mehr als 12,000 Menschen das Leben verloren harten, wieder von einem Erdbeben heimgesucht, welches fast sämmtliche Ge⸗ bäude der Stadt in Ruinen verwandelte. Auch in Chile hatte man in den letzten 14 Tagen vor dem 8. April drei starke Erderschütterungen verspürt.
Anschließend an den Artikel des„Oberh. Anzeigers“, das Werner'sche Mädchen⸗Institut betreffend, bedarf es zwar keiner weiteren Worte, doch können Einsender dieses nicht umhin öffentlich zu erklären, daß hier nur der Wahrheit die Ehre gegeben wurde. Die Frl. Werner haben bisher ihrem Institute mit einer Umsicht und Ausdauer vorgestanden, daß mit Hinzu⸗ ziehung neuer entsprechender Lehrkräfte, einer Französin und Engländerin, zu erwarten steht, daß es sich jedem größern Institute an die Seite stellen kann. Der Neubau, der allen Anforderungen entsprechen soll, schreitet mit Riesenschritten seiner Vollendung entgegen und werden die Anlagen des Gartens zweckenisprechend für das Institut hergerichtet. Was die Lehrmethode der Frl. Werner betrifft, so haben sie nach dem Erfolg zu urtheilen, welchen wir bei den Prüfungen und durch die Leistungen einzelner Schülerinnen, wahrzunehmen Gelegenheit hatten, nicht zu bereuen, diese nach dem Muster größerer Institute geübte Methode eingeführt zu haben. Niemand wird sagen können, daß in Bezug auf fremde Sprachen ein nur oberflächliches Wesen sich bekunde. Neben Grammatik, die tüchtig geübt wird, ermangeln die Frl. Werner nicht für die nöthige Conversation Sorge zu tragen und um sich selbst der deutschen Lehrfächer mehr widmen zu können, haben sie die obigen Engagements in fremden Sprachen bewirkt. Es ist diesem Institute nur das gedeihlichste Forikommen zu wünschen.
I In der Beilage zu Nr. 135 der Main⸗Zeitung wurde unter„Verschiedenes“ nachstehende Anzeige gebracht, die gewiß auch in hiesiger Stadt und Umgegend mit Freuden gelesen wird, datirt:
Darmstadt, 10. Juni. Besucher der hiesigen, sehr interessanten Ausstellung in der Turnhalle mögen, wenn sie Liebhaber des Clavierspiels sind, nicht an dem von Herrn C. L. Glück in Friedberg ausgestellten Pianino vorübergehen, ohne sich dasselbe angesehen und angehört zu haben. Schon das Aeußere dieses Instruments besticht durch Eleganz und Geschmack. Noch mehr ist das Ohr überrascht durch die Größe und Fülle des Ton's. Herrn Glück junior, einem talentvollen strebsamen jungen Manne (Sohn des genannten Herrn C. L. Glück) ist es ge⸗ lungen durch eine sinnreiche Aenderung des Resonanz⸗ bodens und des Kastenbaues, dem Pianino im Discant wie im Baß einen überall gleichmäßigen großklingenden und gesangreichen Ton zu verleihen; er hat durch diese glückliche Erfindung ein Problem gelöst, an dem die besten Techniker der renommirtesten Berliner und Pariser Fabriken ihre Combinationsgadbe vergeblich versuchten. Dem Ver⸗ nehmen nach interessiren sich die ersten Pianofabriken für diese(in unserem Lande bereits patentirte) Ersindung unseres jungen Landsmannes, dessen Talent und Streben hoffentlich vom besten Erfolg gekrönt sein wird. Herr 1 55 hat ein gleiches Instrument auch in Cassel aus⸗ gestellt.
Gustav- Adolf- Verein.
Das in voriger Nr. des Anzeigers angekündigte Jahresfest des Wetterauer Zweig⸗ Vereins der Gustav⸗ Adolf⸗Stiftung in Södel, kann eingetretener Hindernisse
auf dem Heimwege, als ihm in einem tiefen Hohlwege
der Unmensch begegnete, der das arglose Kind unter irgend
wegen vorerst nicht abgehalten werden. Der Vorstand.
Ecuador gerieth am 29. März die Küste zwischen Cabo⸗
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