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die nicht sortgeschafft worden waren, darunter auch mehrere Offiziere, selbst solche höheren Grades. Von den durch deutsches Granatenfeuer getödteten Pferden der französischen Geschütze hatten die Feinde ebe sie in die Forts zurückgingen, die bessereß Körpertheile der gefallenen Thiere vom Rumpf getrennt, um sie als Nahrungsmittel zu gebranchen. Ueberhaupt fand man frisches Fleisch in den Tornistern der französischen Gefallenen nut wenig, gesalzenes dagegen und Speck noch in größerer Menge. Mit Genauigkeit hat ferner constatirt werden können, daß von der Besatzungs⸗ armee allein drei Corps gegen die Marneseite dirigirt worden sind. Es war die Kerntruppe,
Plunplert sind angelangt, und es solleß bedeutende Befestigungsarbeiten Arden! werden. Auch sind die Gerüchte von dem bevorstehenden Bom⸗ e bl mehr als je an der Tagesordnung.— Heute bleibt der Schnee zum ersten Male liegen,
dabei läßt die Kälte nach. a ö — Ein längerer Bericht der„Köln. Ztg.“ über den großen Ausfall der Pariser am 30. Nov. tonstatirt,„daß die Armee zwar für eine längere Excursion vollständig ausgerüstet war, ihr aber jeder Train fehlte. Kein Wagen irgend welcher Art befand sich in ihtem⸗Gefolge. Die Soldaten waren mit Lebensmitteln für je sechs Tage ver⸗ sehen. Die Corpsbefehle, welche den französischen
über welche das Vertheidigungs⸗Comite gebietet, die Linientruppen der. Marschregimenter, mit ver⸗ hältnißmäßig wenig Mobilgarden, im Ganzen mindestens 80— 90,000 Mann. Commandirt har am 30. Nov General Vinoy, am 2 und 3. Dez. General Ducrot. Uebereinstimmende Aussagen eines französischen Obersten und vieler Gefangenen lassen es als ziemlich sicher erscheinen, daß General, Ducrotz werwundet worden ist.
— Der„Weser⸗Ztg.“ wird aus Versailles, 9. Dezember, geschrieben:„Die in den Schlach⸗
ten an der Loire erbeuteten Trophäen kommen täglich hier an; gestern wurden wiederum 8
Zwölfpfünder(Vorderlader) eingebracht und unmittelbar vor der Statue Ludwigs XIV, auf⸗ gestellt. Natürlich sagen die hiesigen Einwohner, daß dies wieder eine preußische Comödie sei; die Geschütze von Straßburg wären hierher transportirt worden. Orleans ist nach der Ansicht der Franzosen noch immer von ihren Lands⸗ leuten besetzt, die Loire-Armee hat glänzende
Siege erfochten, in einem Monat sind alle
„Prussiens“ vom französischen Boden weg— gejagt. So ungefähr sprechen die Leute auch heute noch.
— König Wilhelm erhält seit zwel Tagen aus vielen Gauen Deutschlands Gratulgations⸗ telegramme zum Kaiser von Deutschland. Hier hat eine sehr hochstehende Persönlichkeit bereits das Zukunftswappen des deutschen Kaiserreichs gezeichnet und zur Annahme unterbreitet; dasselbe desteht aus dem alten einköpfigen deutschen Reichs ⸗ adler, in dessen Mitte sich das Wappen der Hohen- zollern befindet. In allen Cafés und Restaurants wurde, wo Deutsche sich nur immer begegneten, dem drutschen Kaiser ein Hoch gebracht.
— Auf dem Schießplatz von Versailles fand
im Beisein des General-Peldzeugmeisters Prinzen
Carl ein Versuch mit einer Krupp'schen Luftballon⸗ kanone statt, der zur größten Zufriedenheit der Offiziere ausfiel.
Vor Paris, 8. Dez. Gestern, heute und voraussichtlich auch noch morgen mehrstündige Waffenruhe wegen Beerdigung der Todten vom 30. Nov. und 2. Dez. Die Pariser kommen mit 4spännigen Omnibus heraus, um ihre Todten zu holen. An unserer Vorpostenkette angelangt, werden die französischen Kutscher durch Würtem; berger abgelöst, da kein Franzose herüber darf. Die Bespannungsopferde sind auffallend schön und gut genährt und offenbar zu diesem Zwecke aus gelesen. Gestern haben die Franzosen allein 770 Todte hineingeholt, mehr als 100 haben wir schon beerdigt, und ebenso viel werden heute und morgen noch von den Parisern geholt. Man bemesse hiernach die Größe des feindlichen Ver⸗ lustes. Die Leichen sind in Folge der Kälte sehr zusammengeschrumpft und kaum mehr erkennbar. Auffallend ist, daß sämmtliche Pferdecavaver von den herauskommenpen Parisern abgedeckt wurden und nur die Skeleite zurückblieben; auch wird die Waffenruhe zu großartigen Kartoffelsammlungen auf dem rechfen Marneufer benützt, was gerade nicht für den günstigen Verprobiantirungsstand der belagerten Stadt spricht,— Nach der, Aus- sage von drei bei Champigny eingefangenen Ueber- läufern wäre gestern eine Revolte unter den Bürgern der heiligen Stadt ausgebrochen, deren Veranlassung in dem wachsenden Hunger zu suchen wäre.— Sonst ist es seit dem großen mißlungenen Ausfall, das Geplänkel der Vorposten ausgenom⸗ men, ziemlich ruhig auf unserer Linie. Preußische
Truppen zugegengen waren, gingen auf den Plan binaus, sich zunächst nach Lagny(dem Stations- kopf unserer Eisenbahnlinie nach Dzülschland) und nach Meaux, Nanteuil und Nogent durchzüschlagen, dort unsere großen Magazine zu zerstören, sich det betreffenden Vorräthe zu bemächtigen und entweder
e nach Paris zurückzukehren oder 175 Bestien Font eat Au rschireng 1 dort der längst erwarteten Loire-Armee die Hand zu reichen und vereint mit dieser den Unseren i
(den Rücken zu fallen.“ a
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— Unter den neüesten Meldungen von der zweiten Armee, bemerkt der„Stantsanzeiger“, verdient als charakteristisch für den Züstand des Izersprengten französischen Heeres hauplsächlich be merkt zu werdel, daß unsen Cavalerie alle Wege, auf denen sit den Franzosen folgt, dicht bedeckt findethvon Gewehren und Montirungsstücken, deren der Feind sich auf seiner Flucht 4entledigt hat. Es ist ein Anblick, wie er sich seit dem Tage von Wörth nach jedem Rückzuge des Feindes darbietet.
— In einem Schreiben des Königs an die Königin heißt es:„Bei Orleans hat eine sehr brillante Ataque des 1. und 6. Ulanenregiments unter General v. Bernhardi stattgefunden, indem ste zwei ifltakte Bataillone niedergeriiten, pfei Es ⸗
ctadrons gesprengt und zuletzt noch eine Batterie von 4 Geschützen erobert haben, und dies alles in einem Athem. Eine Escadron des 4. Hufaren⸗ Regiments hat gleichfalls eine Batterie genommen, indem sie sich in einem Busch versteckte, und als die Batterie im Feuer wär, von hinten in sie hineinritt und sie wegnahm. Die Geschütze, ganz bespannt kamen in Versailles an; die Einwobnei haben sich selbst Glauben gemacht, wir hätten diese Geschütze aus Sedan kommen lassen, um sie als Orleaner Trophäen vorzuführen.“
— Am 8. Dec. passirten 4 deutsche Marine⸗ Offiziere durch Bremen nach Orleans, um das Commando der erbeuteten Kanonenbpote zu über⸗ nehmen, und damit auf der Loire die Bewegungen der Landtruppen zu unterstützen.
» Nach Felopostbriesen aus der hessischen Division ist dieselbe jetzt det Armee des Groß⸗ herzogs von Meikleuburg zugetheilt, welche den Feind in der Richtung nach Touts verfolgt, während Prinz Friedrich Karl in der Richtung nach Bourges marschirt. Die von dem Groß: herzog von Mecklenburg befehligte Armer besteht aus dem 1. haperischen Armeecorps, der 2 (Großh. hessischen) Division, der 17. und 2. Infanteriediviston und der 2. und 4. Cavalexie⸗ Diviston. Die Armee marschirt zu beiden Seiten der Loire, die 25. Division vorerst auf dem linken Ufer. Die 2. Cayalexiedivision, welcher das Großh. hessische 2. Infanterie-Regiment und das 1. Jäger Bataillon zugetheilt ist, bildet die Avantgarde. m 19210 101 8 — Die 25.(Hroßh, hessissche) Infanterie; Divisionhist aus dem Berbande des, 9. Armee⸗ Corps ausgeschieden und vorläufig dem 13. Armee⸗Corps zugelheilt worden. 1
— Aus Berichten der„Karlsr. Ztg.“ geht hervor, daß die badische Dipision Keller bis vor Autun vordrang und am 11. da einen Angriff auf diese Stadt machte. Die Beschießung der Stadt hatte bereits begonnen, als neu heran- gekommene feindliche Bataillone den wohlgeord⸗ neten Rückzug angemessen erscheinen ließen. Als sie in einer Schlucht bei Chateauneuf marschirte
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außerordentliche Bravour. Es erstürm nänlich
das erste Bataillon des 5, Infanterie⸗Regimentz
(Major Ehehatt) einen großentheils unbewaldeten
Hügel mit großer Anstrengung, e Feuer der badischen Batterie den oben im
das a d 1 siehenden Feind hinderte, herauszutreten, bia f
von jenem Bataillon erreicht und geworfen wurde, Dieses glücklich ausgeführte Manöver gestattete den übrigen Truppen, den gefährlichsten Theil des Weges ganz unbehelligt zurückzulegen und das
auf der Höhe vorwärts marschirte 1. Bakafllon In der ersten Ueberraschung 6 Aerzten und 9
wieder aufzunehmen. wurde die Ambulance mit Krankenwärtern, nebst 36 Verwundeten abgeschnitten. Wie einer der bereits über die Schweiz zurück, gekehrten Aerzte erzählt, soll ihre Gefangennahme nicht ohne Gefahr für sie, resp. ihr Leben bedroht gewesen sein; General Cremer aber entließ sie, und sie sind, wie bemerkt, bereits hierher zurück⸗ gekehrt.
Straßburg. Der Betrag des durch das Bombardement verursachten Schadens soll dem Vernehmen nach durch die Mairie und ihre Commissionen nunmehr so ziemlich festgestellt sein. Derselbe wird in runder, Summe auf 50, Mill. angegeben, wovon etwa drei Bunte auf Gebäude und zwei Fünftel auf bewegliches Eigenthum fallen. Selbstverständlich ist hier nur det un⸗ mittelbare Schaden in Berechnung genommen, nicht rauch der mittelbar z. B. durch den Ruin eines Geschäfts, einer Kundschaft u. dgl. ent⸗ standene. Ebenso natürlich sind auch die Festungs⸗ werke außer Berechnung geblieben. a
Aus Pruntrut wird über das Bombarde⸗ ment von Belfort gemeldet: Die Vorstadt„France“ ist hart mitgenommen worden. Mehrere Häuser sind bereits eingeäschert; man nennt darunter das Cafe Lapostolet, das Cafe Perron und das an die alte Post stoßende Haus Marcelot. Eine der Reitschule gezündet. Die deulsche Artillerie oa Hügel hinter Bapilliers aus zwischen diesem Dorfe und Essert. Die Ziegelhütte von Bavilliers ist ganz zerstört. — Laut Bericht aus Boncourt haben die Belagerer zwei Parallelen eröffnet und am 6. wurde die dritte vollendet. Seit drei Tagen fortwährender Kanonendonner. Bereits die Hälfte der Stadt soll verbrannt sein. Nach der Aussage der Be⸗ lagerer wird sich Belfort nur fünf Tage halten, während man von anderer Seite versichert, es denke nicht an Capitulgtion.
Genf, 8. Dez. Verflossene Nacht langte bier eine badische Ambulance von 6 Aerzten und 9 Krankenwärtern an, welche am 3. d. auf dem Rückzuge von Autun nach Dijon mit 36 Ber⸗ wundeten abgeschnitten worden sind, und reiste nach einem sehr freundlichen Empfang von Seiten hiesiger Deütschen schon diesen Morgen um 5½ üht ab, um iber Basel wierer so schnell als möglich zu ihrem Corps stoßen zu können. Nach Aussage fraglicher Aerzte steht bei Dijon, wo nunmehr die v. Werder'sche Armee vereinigt wind und wohin außer den Garibaldianern die fran⸗ ösische Rhonkarmee jm Anmarsch ist, eine größere, fur Lyon enlscheidende Schlacht bevor. ö
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Preußen. Berlin. Der„Staatsan- zeiger“ schreibt:„Nach einem eingegangenen Te⸗ legramm, 955 Bundeskanzlers ist der König be⸗ reit, die Reichstagsadresse aus den Händen der mit der Ueberreichung beauftragten Deputasion entgegenzunehmen. Die Abreise der Deputalion erfolgt nächster Tage, sobald die nöthigen Votbe⸗ reitungen getroffen sind.“ g
— Der„Börsen⸗Zeitung“ zufolge sind die Anmeldungen auf die neue Bundesanleihe bereits so zahlreich, daß eine staske Ueberzeichnung un⸗ zweifelhaft ist. Nach dem„Börsencourier“ treffen auch aus London die günstigsten Nachrichten über die Aufnahme der Anleihe ein. N
Sachsen. Dresden. Aus zuverlässiget Quelle verlautet, daß der Kriegsminister General- Lieutenant von Fabrice vom Könige von Preußen zum General⸗Gouverneur der occupirten Provinzen
(am 3. d.), erfolgte ein Angriff auf die Truppen. Bei dieser Gelegenheit nun zeigte sich deren
des nördlichen Frankreichs ernannt wurde. f Bayern. München. Der König ließ
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nehmen mühun Wafer bedeute constiti schwer Paffer jedoch rung
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