Ausgabe 
13.12.1870
 
Einzelbild herunterladen

W908. d e de

9 N

n ede; N

Nn vrs U W. sebenden Franktireurs und Italiener, welche in

ur Dunkelheit Freund und Feind nicht erkennen

. 1 Nr n Ie e

bunten,

umgangen und den Feind in ihrem

Lücken glaubten und auseinander stoben. Die

Nobilgarden liefen dann auch und so blieb dem

freischaaren General und dem englischen Corre-

söndenten nichts anderes übrig, als eben auch nit davon zu laufen.

Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche gegierungsblatt Nr. 57 enthält:

1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, das Bahnpoltzei⸗Reglement für die Eisenbahnen dis Norddeulschen Bundes betreffend.(Dasselbe tritt mit um 1. Januar 1871 in Kraft.)

II. Sieusinachrichten. Seine Königliche Hoheit der (roßherzog haben allergnädigst geruht: am 19. November dan Schullehrer Herth zu Bleidenrod, im Kreise Alsfeld,

IV. Versetzung in den Ruhestand. Seine Königliche

5 heit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am

dung der Set J. November den Lehrer an der Realschule zu Offenbach,

dict gebört.

de 9

berfag. 3 derslosan Lern Esert

erte gebracht wong enen gierin erscheinen folgende Hauptposten: Beschaffung

Vescatztn der Fin apt auf dit 1 Arbeiten tommandim * Anubekeutende de arbeit Totte. Glel 1 der Statt, das Fu

It werden. Haß Scharr gallen, dale den dts Bivoualim trtett. Der Gen

in Allgentin 4

W datt beutt tröfatt. Sil Karcnabt faftgthal früh ötsonden det Statt ist bereits in Prußen kann 3 ful Tage dalen u Suutt getomnu

Die Ungegenl Ailtz bucht

11 Sliczlich gegen h ür 9e de Prußen 10 . eam unt Berillil

4

1

1

I. Ludwig Mathes in den Ruhestand zu versetzen.(Die

brigen Dienstnachrichten sind bereits mitgetheilt.)

Die am 5. d. den Ständen zugegangene (reditforderung des Kriegsministeriums zerfällt in 2

ee l, auptabtheilungen. Nämlich A. Einmaliger Kriegs-

darf, veranschlagt im Ganzen zu 1,826,220 fl.

vn 3062 Pferden 1,071,700 fl., Einrichtung der gaserneg und Baraken für die Kriegsgefangenen 177,300 fl., für die einzelnen Truppentheilen lach dem Frieden zu ersetzende Bekleidung und Jusrüstung 150,000 fl., Anschaffung von wollenen emden, Socken, Leibbinden, Kaputzen u. s. w. 152,000 fl., Kosten der Errichtung der Reserve⸗ l zatethe 97,000 fl., Eisenbahntransporte 35,000 fl. Lon der sich ergebenden Gesammtsumme von 1826,220 fl. sind indeß bereits bewilligt 1215,523 , weshalb in dieser Rubrik eine factische Neu⸗ frderung von 610,697 fl. besteht. B. Laufender Ledarf für einen weiteren sechsmonatlichen Unterhalt riserer Truppen sind für diese Periode 5,887,504 fl. i Aussicht genommen, wovon jedoch, für auf n Friedensetat bereits bewilligt 1,073,038 fl. Abzug zu bringen sind, also auf Rechnung ds Krieges 4,814,466 fl. verbleiben. Der ronatliche laufende Unterhalt der Truppen erfordert ter Löhnung 254,360 fl., Naturalverpflegung ud zwar a) Mundproviant 227,351 fl., b) erdefutter 199,294 fl., Unterhaltung der Kleidung und Ausrüstung 112,000 fl., Unterhalt der Kriegs⸗ g fangenen 55,500 fl., Unterbalt der Reserve⸗ lgarethe im Inlande 75,000 fl. Ersatz für Ge⸗ swütz-Fuhrwerk, Armatur, Waffen und Munition u s. w. 32,000 fl. Hiernach ergibt sich als Schlußresultat: Neuanforderung nach Abzug aller früheren Verwilligungen 5,425,166 fl., wovon doch auf das oberhessische Contingent fallende Duote, mit 1,803,301 fl. sich die Gesammt⸗ eine in Aussicht genommene

r 1

re an 2

a 0

dee, ider den Eintritt Hessens in den Deutschen Bund en Separatprotokoll vom 15. Nov. 1870 bei⸗

0 fügt, durch welches eine vorläufige Vereinbarung (züglich der Militär⸗Verhältnisse des roßherzogthums getroffen wird. Dasselbe leutet:Nachdem durch das heute unterzeichnete rotokoll über die Feststellung der Verfassung des Deutschen Bundes vereinbart worden ist, daß die Cemeinschaft der Aus gaben für das Landheer erst nüt dem 1. Jan, 1872 beginnen soll, ist von dem unterzeichneten Bevollmächtigten des Nord deutschen /Tundes und Hessens anerkannt worden, daß die Militärverhältnisse des Groß herzogshumg während s Jahres 1871 in denedurch de Militärconvention vom 7, April 1867 be⸗ F Zustande zu verbleiben haben. Vom Januar 1872 ab tritt das gesammte hessssche

1 1

(onkingent in den Etat und in die Verwaltung Bundesheeres, und es werden zur Verein⸗ barung der hierdurch bedingten Abänderungen der gedachten Conventton im Laufe des Jahres 1871

1

Verhandlungen stattfinden, bei welchen der Gesichts

punkt leitend sein wird, daß die hessische Division als ein geschlossener Truppenkörper zu erhalten, ihre Formation aber den für das Bundesheer geltenden allgemeinen Normen anzupassen ist. Was insbesondere die Festung Mainz anlangt, so war man darin einverstanden, daß die Rechte und Pflichten Preußens aus det Bestimmung unter Nr. 8 des Schlußprokokolls zu dem Friedens- vertrag vom 3. September 1866 auf den Bund übergehen.

Friedberg. Es ist uns möglich, aus dem Feldpostbriefe eines hessischen Offiziers folgende kurze Notizen über den Marsch der Division, sowie über die bis zum 5. d. stattgehabten Gefechte und Verluste mittheilen zu können: Orleans, 5. Dez. Heute Morgen in Orleans eingerückt. Am 28. Nov. hatten wir Ruhetag. 29. Aufstellung bei Villiers, es kam jedoch zu keinem Zusammenstoß, Abends Rückkehr in unsere alten Quartiere. 30., Mittags 3 Uhr, Marsch nach Abandoy bei Pithiviers. 1. Dez. Ruhetag. 2. Marsch von Abandoh nach Bazoches und zwar in die alten schlechten Quartiere. 3. Aufmarsch bei Gaillard(2). Hier kam es zu einem Gefechte. Kugeln und Granaten schwirrten uns tüchtig um die Köpfe, jedoch gab es nicht viele Todte. Viele Franzosen gefangen. Abends halb 12 in das Quartier. Am 4. Morgens halb 8 Abmarsch. Den ganzen Tag Gesecht. Haupt- mann v. Muralt Bein abgeschoffen, todt, Haupt- mann Caspari verwundet, Lieutenant Scharch verwundet, Kuhn todt, Oberlieutenant v. Stein Schuß in die Brust, todt, sonst keine Ofstziere. Die Granaten schlugen am 3. und 4. tüchtig in unserer Nähe ein, ich selbst war während dieser zwei Tage mit dem Divisionsstabe im Gefechte. Abends halb 12 Uhr in's Quartier in dem zu- nächst Orleans gelegenen Orte. Die Nacht keine Ruhe. Am 5. Morgens Einzug in Orleans. Mehrere lausend Franzosen gefangen. Die Loire⸗ Armee über die Loire zurück. Unsere Verluste noch nicht festgestellt, aber nicht sehr groß. Mein Quartier in der südlichen Vorstadt von Orleans. Orleans schöne Stadt. Besuchte heute die herrliche Cathedrale. Zwei schöne Statuen der Jungfrau von Orleans. Ob wir morgen hier bleiben ist noch nicht bestimmt; wahrschein⸗ lich geht es weiter zur Verfolgung der Loire Armee. Ich bin auch diesmal, Gott sei Dank, mit heiler Haut davon gekommen, helfe Gott weiter!

Preußen. Berlin. Am 14., 15. und 16. Dezember finden in London und hier die Zeichnungen auf die neue Bundesanleihe statt; in London im Betrage von 3 Millionen, hier im Betrage von Millionen Pfund. Die Wahl zwischen Pfund und Thalerstücken ist freigestellt. Der Subscriptionspreis ist hier auf 95 ½ fest⸗ gesetzt.

9. Dez. Reichstag. Präs. Simson theilt ein Schreiben, welches vom Bundeskanzler eingegangen ist, mit. Nach demselben hat der Bundesrath im Einverständniß mit den süddeutschen Staaten be schlossen, überall stattdeutschen Bund,deutsches Reich in der Verfassung zu setzen. Ferner den Artikel 11 der Verfassung des deutschen Reiches zu fassen:Das Bundespräsidium steht dem Könige von Preußen zu, der den NamenDeutscher Kaiser führt.(«Lebhafter Beifall.) Dritte Lesung der Bundesverträge. Die Verträge mit Baden und Hessen werden mit allen gegen die Stimmen der Socialdemokraten und die Wiegand's angenommen. Der Vertrag mit Würtemberg wird ebenfalls angenommen. Der Vertrag mit Bayern und das Schlußprotocoll werden einzeln und hier- auf in namentlicher Abstimmung im Ganzen mit 195 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten etwa 40 Abgeordnete, zumeist der Fortschrittspartei und den Social-Demokraten angehörend. Bezüg⸗ lich des Vertrages mit Bayern erklärt Abg. Ben- nigsen Namens seiner Parteigenossen, sie würden trotz der Ablehnung ihrer Anträge für den Ver- trag stimmen; er verkenne die Gefahren desselben nicht, halte dieselben aber nicht für unüberwindlich. Die Partei wolle nicht die Verantwortung dafür

übernehmen, daß es dem deutschen Volke nicht

möglich gewesen sei, sich eine einheitliche Verfassung

zu geben. Morgen findet die Berathung über

die Verfassungsänderungen esu an alk würde stall!! um d 10. December. Reichstag. Das Gesetz, betreffend die durch die Einfügung, der Worte Reich und Kaiser bedingte Verfassungsänderung, wird in erster und zweiter Lesung angenommen. Staatsminister Delbrück erklärt hierbei: Die ver⸗ bündeten Regierungen verhehlen sich nicht, daß es bei diesen beiden Verfassungsänderungen nicht bewenden kann. Sie gingen davon aus, daß es für jetzt genüge, das an den beiden Stellen der Verfassung jetzt Vereinbarte auszusprechen, daß es jedoch vorbehalten bleiben muß, für den nächsten ordentlichen Reichstag weitere Aenderungen im Text der Verfassung vorzunehmen. Dazu sei jetzt die Zeit zu kurz, denn es handelt sich theilweise keineswegs um den einfachen Ersatz eines Wortes durch ein anderes, sondern um eine weitere that sächliche Erwägung. 1

10. Dezember. Reichstag. Abendsitzung. Das Gesetz, betreffend die Verfassungsänderungen durch Einfügung der WorteReich und Kaiser wird in dritter Lesung mit 188 gegen 6 Stimmen angenommen. Darauf wird Lasker's Adresse an den König angenommen. Zur Ueberxeichung der Adresse wird eine Deputation von 30 Mütgliedern erloost. Minister Delbrück verkündet darauf die Schließung des Reichstags.

Auf die Eingabe, welche die Bischöfe der preußischen Monarchie für die Erhaltung der Un⸗ abhängigkeit des Papstes an den König gerichtet haben, hat die Regierung, wie es heißt, zunächst mit der Anfrage an die Bischöfe geantwortet: welche Bürgschaften, ihrer Meinung nach, für die Sicherstellung der verlangten Unabhängigkeit des Papstes zu gewähren seien. Der Erzbischof von Köln soll sich auch bereits mit den übrigen Bischöfen ins Vernehmen gesetzt haben, um die geforderte Collectiverklärung zu bewirken und ins Hauptquartier zu senden. i

Aus Kassel telegraphirt ein Berichterstatter desDaily Telegraph dex Kaiser sei vollständig von seinen leichten Unpäßlichkeiten genesen, dagegen sei Marschall Bazaine krank und müsse das Bett hüten. Der Kaiser bemerkte, demselben Gewährs⸗ manne zufolge, in einem Gespräche am 4. d., es sei kein Friede wahrscheinlich, bis die Männer vom 4. September alle Vertheidigungsmittel er- schöpft hätten. Schließlich sei es auch so am besten, denn im anderen Falle würden sie stets

behaupten, es hätte in ihrer Macht gestanden, Frankreich zu retten. Frankreich. Aus Tours wird offiziel

gemeldet: die Armee des General Manteuffel hat siel nach der Einnahme von Rouen in zwei Corps getheilr. Das eine hat Evreux besetzt und scheint Cherbourg zu bedrohen, das andere marschirt auf Hapre. Steenackers hat regelmäßige Dampfer verbindungen zwischen Bordeaux und England und Bordeaux und Havre organisirt. Außer Bambetta sind sämmtliche Minister nach Bordeaux gegangen. Nach Toulon wurde Befehl gegeben, alle dis poniblen Kriegsschiffe nach Bordeaux zu schicken. Fourichon wird nächstens nach Cherbourg gehen. Belgien. Brüssel. DieIndep. meldet aus Paris vom 6. Dez.: General Trochu ließ den Brief des General Moltke mit seiner dankenden Ablehnung allenthalben assichiren. Die Regierung fügt hinzu, daß ihre Entschlüsse unverändert blieben: Kämpfen wir fort! Es lebe die Republik! Es lebe Frankreich! Amerika. Der Finanzbericht des Schatz⸗ seeretärs für das im verflossenen Juni abgeschlossene Finanzjahr weist nach: Einnahmen 411, Ausgaben 310 Millionen Dollars. Die Totalreduction der Staatsschuld im nächsten Finanzjahr wird auf 60 Mill., die Verminderung der Ausgaben gegen das laufende Jahr auf 18 Mill. Dollars veranschlagt.

* Friedberg, 12. Dez. Heute Nachmitlag passirte wieder ein langer Zug mit 600 französischen Gefangenen unseren Bahnhof. Dieselben waren theils vor Paris, theils bei Orleans in Gefangenschaft gerathen und werden nach Stralsund verbracht. Sie waren meist heiteren Sinnes wotz ihrer mitunter sehr sommetlichen Kleidung und ihrer lustigen Beförderung auf offenem Wagen und mehrere meinten, daß sie es in Deutschland nicht schlimmer bekommen könnten, als sie es bisher, bei Wind und

Wetter ständig im Bivouak, gehabt hätten.