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Kriegs nachrichten. Offitielle militärische Nachrichten.

Versailles, 8. Dek. Im Vormarsche auf Beaugency stieß die 17. Division gestern westlich 19K. ng auf ein frisches feindliches Corps von 15 1 17 Bataillonen mit etwa 26 Geschützen und vertrieb dasselbe im lebhaften Gefechte, in welches auch die 1. baperische Division noch er folgreich eingriff, aus allen Positionen. Der Feind verlor 260 Gefangene, 1 Kanone, 1 Mi- trailleuse. Die Avantgarde des 3. Armeecorps hatte bei Nevoy, nordwestlich von Gien, glück liche Verfolgungsgefechte gegen die Arrieregarde der den Rückzug fortsetzenden Loire-Armee.

v. Podbielsky.

Meung, 8. Dez. Bei Bcaugench heute heftige aber siegreiche Schlacht der Armeeabtheilung des Großherzogs von Mecklenburg gegen 3 fran- zösische Armeecorps. Verlust nicht unbedeutend, der des Gegners weit größer. 6 Geschütze und ungefähr 1000 Gefangene in unseren Händen.

v. Stosch.

Schwerin, 9. Dez. Telegramm des Groß- herzogs an die Großherzogin. Meung, 8. Dez., 11 Uhr Abends. Heute harter aber siegreicher Kampf gegen drei französische Armeetorys bti Beaugency. Sechs Geschütze durch unserk Jäger genommen. 1000 Gefangene gemacht. Starke Verluste, aber am geringsten bei der 17. Diviston. Wir Alle gesund.

Orleans, 8. Dez. Einem von Gambetta abgesandten Parlamentär, der einen Waffenstill⸗ stand zum Zwecke der Einberufung einer Con- stituante erbat, wurde freies Geleit nach Versailles ohne Unterbrechung der Feindseligkeiten angeboten. Der Parlamentär reiste nach Tours zurück.

Versailles, 9. Dez. Der Königin Augusta in Berlin. Großherzog von Mecklenburg gestern und vorgestern vor Beaugench ernste Gefechte mit den verstärkten Resten der Loire⸗Armee aus Tours, die siegreich bekämpft und die Stadt besetzt wurde, dabei 1500 Gefangene und 6 Geschütze. Eben⸗ dergleichen Reste verfolgt die 2. Armee in geringer Stärke auf der Straße nach Bourges. Wilhelm.

Versailles, 9. Dez. Nach dem siegreichen Gefechte am 7. Dez. setzte die 17. und 22. Division mit dem 1 bayerischen Corps am 8. den Vor- marsch gegen Beaugency fort. Der Feind ent- wickelte zwischen diesem Orte und dem Walde von Marchenoir außer den am ersten Tage engagirt gewesenen Truppen mindestens noch zwei Armee⸗ corps der nach divergirenden Richtungen von Orleans zurückgewichenen Loire⸗Armee und suchte mit allen Kräften das Vordringen unserer Truppen aufzuhalten. Nichtsdestoweniger gewannen diese stetig Terrain und nahmen successive die Orte Gravant, Beaumont, Messas und demnächst auch Beaugench. 6 Geschütze und über 1000 Gefangene sielen dabei in unsere Hände. Am 9. wurden dem Feinde dann weiter die von ihm noch besetzt gebliebenen Ortschaften Bouvalet, Vilsorceau und Cernay entrissen, wobei abermals viele Gefangene gemacht wurden. Der wichtige Eisenbahnknoten Vierzon ist von diesseitigen Truppen besetzt.

v. Podbielsky

Meung, 9. Dez. Heute wieder lebhafter Kampf mit allen Truppen der Armee-⸗Abtheilung des Großherzogs. Der Feind wurde aus seiner starken Stellung am Foret de Marchenoir geworfen. Viele Gefangene gemacht. v. Stosch.

Schwerin, 10. Dez. An die Großherzogin. Meung, 10. Dez. Gestern heftige Angriffe des Feindes siegreich abgeschlagen. Am Abend tröutz seiner Ueberlegenheit durch erfolgreiche Vorstöße mit der 17. und 22. Division zum Weichen gebracht. Gott war mit uns. Verluste geringer als vorgestern. Großherzog.

München, 10. Dez. Folgende telegraphische Mittheilung ist an das Kriegsministerium gelangt: Versailles, 9. Dez. An dem gestrigen Siege bei Beaugench hat das erste bayerische Armeecorps rühmlichst Theil genommen. Vom Feinde waren das 15., 16., 17. und wahrscheinlich auch das 19. Corps engagirt.

Versailles, 10. Dez. Nach Wi der letzten Tage sollle den an der Loire bisind⸗ lichen Truppen für den 10. Ruhe gewährt werden. Der Feind versuchte jedoch am Morgen mit starken Kräften die Offensive wieder zu ergreifen, wurde aber in einem bis zum Abend währenden, vor⸗ zugsweise durch Artillerie geführten Gefechte zurück⸗ gewiesen. Diesseitige Verluste sehr unbedeutend. Einige hundert Gefangene sind in unsern Händen.

General v. Manteuffel meldet, daß Dieppe von Truppen seiner Armee am 9. Abends besetzt worden sei. Ein Theil der 3. Feldeisenbahnab⸗ theilung nebst 50 Mann Infanterie sind in Hamm überfallen und aufgehoben worden⸗

v. Podbielsky.

In den letzten verschiedenen Gefechten vor Paris haben wir wieder über 800 Gefangene gemacht, worunter etwa 15 bis 20 Offiziere. Den Ausfalltruppen war durch Corpsbefebl gesagt worden, das Ziel des Kampfes sei die Straße nach Fontainebleau, welche erreicht werden müsse, koste es, was es wolle. Könne man sich nicht divisions⸗ oder brigadenweise dahin durchschlagen, so möge man regimenter-, bataillons- oder selbst compagnieweise es versuchen. Die Gefangenen fand man je mit einem Laib Brod, einer Flasche Wein und 2 Pfund Fleisch oder Speck versehen, so daß man ersichtlich darauf Bedacht genommen

hatte, die Truppen für einige Zeit mit Munde

vorrath zu versehen. n

Bei der hier jetzt herrschenden Kälte ist von den Truppen vor Paris eine große Sen- dung für die Vorposten bestimmter Pelze mit ge bührendem Jubel aufgenommen worden. Der

beschwerliche Dienst der Feldwachen u. s. w. wird

dadurch wenigstens einigermaßen erträglich gemacht. Der Gesundheitszustand der Armee vor Paris ist, wie derK. Ztg. geschrieben wird, übrigens ein vortrefflicher und nach Angaben von Aerzten ein besserer als in größeren Garnisonen zur Friedenszeit.

Sicherem Vernehmen nach wird man sich von hier aus mit der sogenannten Regierung der nationalen Vertheidigung in keine Unterhandlungen irgend welcher Art mehr einlassen, so lange diese Regierung, im Widerspruch mit allen Gesetzen der Moral und des Völkerrechts, sich nicht ent blödet, die zahlreichen französischen Offiziere, welche mit Verletzung ihres Ehrenwortes der Kriegs- gefangenschaft entwichen sind, wieder in der aetiven Armee anzustellen.

Dem Generalstabsoffizier, welcher nach Paris die Mittheilung von der Wiedereinnahme von Orleans bringt, ist zur Bestätigung dieser Thatsachen ein bei Orleans gefangener höherer französischer Offizier beigegeben worden. Ein anderer ihm attachirter, bei Amiens gleichfalls in deutsche Gefangenschaft gerathener Offizier soll General Trochu die Zersprengung der Nordarmee, die Eroberung von Amiens und die erfolgte Be⸗ setzung von Rouen in eben solcher authentischen Weise bestätigen. Der betreffende Parlamentär ist gleichzeitig Ueberbringer einer förmlichen Auf⸗ forderung zur Uebergabe, die sich auf die That⸗ sache der Vernichtung der erwarteten Entsatz⸗ Armeen des Nordens, des Westens und der Loire stützt. Wie verlautet, soll für den Fall der Ab⸗ weisung dieser Aufforderung das Bombardement von Paris in ernste und entschiedene Aussicht gestellt worden sein.

Es bestätigt sich, daß General Manteuffel auf Havre marschirt. Die ganze Nationalgarde ist in Havre unter den Waffen, und man erwartet außerdem aus Boulogne Verstärkungen. In der That sind auch in letzterer Stadt 15,000 Mann Truppen, deren Bestimmung man nicht kennt, zu⸗ sammengezogen worden, und es wäre daher nicht unmöglich, daß dieselben nach Havre gebracht werden sollen. In Havre verbreitete man auch, um den Bürgern Muth zum Widerstande zu machen, daß Rouen mit einer Kriegssteuer von 16 Millionen Franken belegt worden, wovon 7 Millionen sofort bezahlt werden müßten. ˖

Aus Sedan wird gemeldet, daß am 6. d. die für Sedan bestimmte deutsche Feldpost auf belgischem Gebiet durch französische Franctireurs

es dem Stabe Garibaldi's, der persönlich an

aufgehoben und fortgeschleppt ist, ohne

. 10 durch die belgischen Behörden verhindert worden

Bei Orleans sind, wie belgische Blält wissen wollen, den Deutschen 5000 e Kriegsbeute in die Hände gefallen, die für bestimmt waren.. 71

Neben dem am 7. d, stattgehabten Gesech bei Meung, das der französische Bericht sogan als eine Schlacht bezeichnet, ist eine telegraphische Meldung derIndep. aus Tours bemerkenswert, woraus hervorgeht, daß die Deutschen über dit Loire gegangen sind. DieFrance schätzt näm⸗ lich die auf dem linken Loire-Ufer befindlichen deutschen Heeresmassen auf 10,000 Mann.

Eine Correspondenz derIndep. belge aus Lyon vom 4. Dez. will wissen, die Preußen hätten neuerdings aus Rache Chatillon ge plündert und theilweise in Brand gesteckt; den Gastwirth aber, in dessen Haus die preußischen Offiziere bei dem Ueberfalle gefangen wurden verbrannt. Es wurde bis jetzt nur bekannt, daß Chatillon eine Contribution von 1 Million Franc auferlegt wurde, von einer Plünderung der Stadt hat man anderweitig noch nichts gehört.

Vor Belfort, 3. Dez. In verflossener Nacht, sind zwischen den Dörfern Essert un Chalonvillers 28 Geschütze, darunter 18 vier undzwanzigpfündige, in Batterie gebracht worden, Heute früh hat die Beschießung begonnen; del Feind antwortete aus allen Geschützen der Festung und schoß heftig mit Shrapnells auf die zu Vollendung der Schanzarbeiten commandirten Bataillone. Es sind nicht unbedeutende Ver⸗ wundungen vorgekommen, mehrere Todte. Gleich des Morgens brannte es in der Stadt, das Feuer ist aber bald wieder gelöscht worden. Heul Vormittag ist ½ Fuß hoch Schnee gefallen, dabei friert es. Die Beschwerden des Bivouakirenz werden dadurch bedeutend erhöht. Der Gesund,⸗ heitszustand der Truppen ist im Allgemeinen be⸗ friedigend, der Dienst aber sehr anstrengend.

6. Dez. Zwei Parallelen sind bereits beendet und die dritte wird heute eröffnet. Seit drei Tagen hat eine starke Kanonade stattgehab!, welche die letzte Nacht und heute früh besonderz lebhaft war. Die Hälfte der Stadt ist bereits verbrannt. Nach der Ansicht der Preußen kann sich Belfort höchstens noch fünf Tage halten, Die Personen, welche aus der Stadt gekommen sind, zeigen sich sehr entmuthigt. Die Umgegend wird von sehr starken Patrouillen durchstreift. Montbeliard ist nicht mehr von den Franzosen bedroht. Die preußischen Batterien stehen in Essert und Crabanche. Der Angriff des Bela⸗ gerungscorps richtet sich ausschließlich gegen die Westseite der Stadt, welche die schwächste ist, Die Franzosen haben die von den Preußen be⸗ setzten Ortschaften Cravanche, Essert und Bavilliers mit Haubitzen verbrannt. Die Laufgräben vor Belfort sind am 3. Dezember eröffnet worden.

Der sich im Lager Garibaldi's aufhaltende Correspondent desDaily News gibt eine Be⸗ schreibung des Gefechtes bei Prenois am Abend vor dem Treffen bei Pasques. ein nächtlicher Ueberfall der Vorposten mit dem Bajonett, ohne einen Schuß zu thun, beabsichtigt. Die Preußen in Dijon waren aber vorsichtig und empfingen die anmarschirenden Italiener, Frank⸗ tireurs aus dem Elsaß und 9 Chasseurs d' Afrique mit einer dreimaligen Salve, die jedoch in der pechschwarzen, stockfinsteren Nacht wenig Schaden anrichtete. Erst als die die Reserve hildenden Mobilgarden vorrücken sollten, habe das Unglüc begonnen. Anfangs wollten diese gar nicht von, da sie behaupteten, die Straße sei durch die Ge schütze versperrt, auch hälten sich ihre Offizier davon gemacht. Als aber plötzlich ein Kugelhagel aus der Dunkelheit unter sie fiel, geriethen dit Mobilgarden in derartigen Schrecken, daß einigt sich flach auf den Boden warfen, während andert sich in die Gräben versteckten und hier gegenseitig mit dem Bajonett verwundeten. Endlich gelang

wesend war, sie wieder zu sammeln, aber anstall mit dem Bajonett vorzugehen, gaben sie Feuer

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und diese Salve traf naturgemäß die vor ihnen

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