Ausgabe 
12.11.1870
 
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1870.

Samstag den 12. November.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Errichtung von Reserve⸗Lazarethen im Lande, insbesondere in dem Kreise Friedberg, hier dit

Pflege der darin befindlichen kranken und verwundeten Soldaten.

Friedberg den 10. November 1870.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Welch nachtheiligen Einfluß die jetzige Jahreszeit und seitherige ungünstige Witterung auf die Gesundheit der im Felde stehenden Truppen gehabt hat, ist allgemein bekannt; in großer Zahl werden die kranken Soldaten den Lazarethen oder der Heimath zugewiesen, um durch Ruhe und Privatpflege sie zu neuer Thatkraft zu stärken und wieder tüchtig zu machen.

Rechnet man hierzu die Pflege der in den Lazarethen befind lichen verwundeten Soldaten, deren Leben gar oft mit von kräftiger Nahrung abhängt, so liegt es sehr nahe, daß die den Hülfsvereinen für kranke und verwundete Soldaten zur Verfügung stehenden Geld und Lebensmittel sehr rasch zur Verwendung kommen, und, wenn denselben nicht neue Lie hesgaben zufließen, ganz zur Neige gehen.

Darum bitten in öffentlichen Blättern, namentlich auch in dem Oberhessischen Anzeiger, die Hülfsvereine um weitere Spenden Seitens der Gemeinden und deren Angehörigen; ohne solche können die thätigen Vorstände der Hülfsvercine und alle diejenigen, die mit anerkennungs werther Aufopferung persönlicher Kräfte derselben bei Zubereitung der Speisen für Verwundete und Kranke und durch liebevolle Beihülfe in sonstiger Weise zur Hand sind, ihre schwere Aufgabe nicht lösen.

aufzufordern, in Ihren Gemeinden Sammlungen von Liebesgaben zu veranstalten und solche an die verschiedenen Hülfsvereine zu über⸗ mitteln; auch die Gemeinderäthe um Bewilligung von Geldgaben aus den Gemeindekassen zu vernehmen; deren Genehmigung unserer Seits unterliegt keinem Anstande.

Die Erndte ist fast in allen Gemeinden eingebracht; ist sie auch nicht so reichlich ausgefallen, wie in Aussicht stand, so kann doch jede Familie etwas davon entbehren, und so zur Pflege derer, die für uns bluten und leiden, sein Scherflein beitragen. Wie anders hätte es werden können, hätte nicht die gerechte Sache den Sieg davon getragen; welche traurige Schilderungen hören wir von Augenzeugen über die Verwüstungen von Städten, Dörfern, Ländereien ꝛc. in

Feindesland, die der Krieg nothwendig im Gefolge hat. Sollte da

nicht jeder Mensch, der ein Herz für unsere Krieger hat, seine Hand aufthun und nach Kräften für deren Heilung und Stärkung auch beitragen? Für das Lazareth in Friedberg insbesondere werden Eier, Butter, Milch, Kartoffeln, Gemüse, Dörrobst ꝛc. gewünscht. Ter n pen.

M 134.

Oberhessischer Anzeiger.

Friedberger Intelligenzblatt.

Bei dieser Sachlage finden wir uns verpflichtet, Sie dringend

Kriegsnachrichten. Officielte militärische Nachrichten.

Bersailles, 8. Nov. Die Festung Verdun hat am 8. Nov. capitulirt. Bei Berthenay, zwischen Bologne und Chaumont(Dep. Haute Marne) stießen am 7. Abtheilungen der 9. In- fanteriebrigade auf Mobilgarden. Verluste des Feindes: 70 Mann todt und verwundet, 40 Ge⸗ fangene; diesseits 2 Verwundete. v. Podbielsky.

Colmar, 9. Nov. Montbeliard ist zur Sicherung der Cernirung von Belfort ohne Wider- stand heute besetzt und zur Vertheidigung ein- gerichtet worden. v. Treskow.

Altbreisach, 10. Nov. Neubreisach hat die weiße Fahne aufgezogen und das Feuer eingestellt.

Versailles, 7. Nov. DerKöln. Ztg. wird geschrieben: Wie ich von guter Seite erfahre, sieht schon in kürzester Frist die amtliche Veröffent⸗ lichung des Verfassungswerkes für Deutschland bevor, wie es aus den Verhandlungen mit den Bevollmächtigten Süd deutschlands eben hervor⸗ gegangen. Nach allem, was ich höre, wird man gut thun, an dieses Opus keine allzukühnen Er⸗ wartungen zu knüpfen. Die bayerischen Sonder⸗ bestrebungen scheinen sich in ziemlich kräftiger Weise noch behauptet zu haben, was um so leichter geschehen konnte, als von Seiten des Bundeskanzler⸗Amtes in der That alles vermieden worden ist, was auch nur dem leisesten Drucke auf die Entschließungen des Münchener Cabinets hätte gleich sehen können. Jedenfalls kann das neue Verfassungswerk immer nur erst als ein Provi⸗ sorium angesehen werden. Inzwischen bereitet man sich in Bersailles mehr und mehr auf eine Winter⸗Campagne vor und trifft seine Maßregeln danach. Herr v. Brauchitsch, der Präfekt, kann sich über die Widerspenstigkeit der Steuerzahler des Seine und Oise- Departements nicht eben beklagen. Bis heutigen Tages gingen von den Steuern des Monats Oktober schon 215,000 Fr. baar, meist in preußischem Gelde, bei ihm ein. So gewinnt Alles einen stabileren Anstrich

Versailles. gefallenen drei Ballons gefangenen sieben Personen sind zur kriegsrechtlichen Aburtheilung in preußi⸗ sche Festungen gebracht. Die ihnen abgenommenen Papiere compromittiren Diplomaten und andere Personen, denen man mit Rücksicht auf ihre Stellung und ihr Ehrgefühl den Verkehr von Paris aus gestattet hatte.

Einige höbere Beamte der früheren Ver⸗ sailler Regierung sind wegen geheimer Communi⸗ cation mit Paris und Widersetzlichkeit gegen eine Anordnung der deutschen Verwaltung verhaftet worden.

DerStaatsanzeiger veröffentlicht einen ausführlichen Bericht über das Gefecht bei Bourget (vor Paris). Deutscherseits waren am Kampfe betheiligt 8 Bataillone und& Batterien, die Zahl der Franzosen, ohne die gleich bei Be⸗ ginn des Gesechts nach Paris zurückgeworsenen Reserven(etwa 10 Bataillone) wird auf 6000 Mann angegeben. Die Gardepivision Budritzki ging in drei Abtheilungen gegen das unmittelbar unter den Forts gelegene Dorf vor. Die mittlere Colonne hatte den härtesten Kampf zu bestehen. Hier ging, nachdem Oberst von Zaluskowski ge- fallen war, der General v. Budritzki selbst, die Fahne des Regiments dem fallenden Fahnenträger entreißend, an der Spitze des Regiments Elisabeth vor. Der Kampf wurde mit großer Erbitterung geführt, die durch die meuchlerische Ermordung des Obersten Grasen Waldersee noch gesteigert wurde. Bereits nach 2 Stunden war das Dorf wieder in den Händen der Garde. Ueber 1200 unverwundete französische Soldaten mußten sich ergeben; unsererseits blieben 30 Offiziere und 400 Mann todt oder verwundet. Es ist kaum zu bezweifeln, daß der Feind die Absicht hatte, sich in Le Bourget festzusetzen und ein passageres Besestigungswerk zu erbauen. Auf diesen Zweck deutet die Maßregel, daß am Tage vorher auf der Eisenbahn, die von Paris nach Soissons führt, große Massen von Proviant, ausschließlich aus Brod bestehend, bis zu den Vortruppen süd⸗ lich von Le Bourget herantransportirt worden

waren. Das ganze Depot ist in unsere Hände

Die mit den in unsere Hände

gefallen. Dem Feinde war nur Zeit geblieben, die leeren Waggons in die Stadt zurückzufahren.

Die Berichte englischer Zeitungen aus Paris über die Ursache der Emeute vom 31. Oktober stimmen darin überein, daß der Fall von Metz den Parisern lange nicht so zu Herzen ge. gangen ist, als die Wiedereinnahme von le Bourget durch die Preußen. Für Metz konnte man die provisorische Regierung nicht verantwortlich machen, und trotz der Hoffnung auf den Heldenmuth Bazaine's war man sich allgemach ziemlich all⸗ gemein klar geworden, daß die Uebergabe der Festung nur eine Frage der Zeit sein könne; aber der abermakige Verlust von le Bourget weckte selbst in solchen Kreisen, die bisher an dem Pro⸗ visorium gehangen hatten, ernstliche Mißstimmung gegen dasselbe. Der Commandant von St. Denis, General Bellemarre, wurde in Folge der Nieder- lage bei le Bourget abgesetzt. Uebrigens soll der Ausfall und die Besetzung von Bourget gegen den Willen Trochu's geschehen sein, der auch die Unterstützung der in le Bourget stehenden fran⸗ zbsischen Truppen verweigert haben soll.

DerTimes zufolge würde das Bom⸗ bardement von Paris nicht vor vierzehn Tagen beginnen; König Wilhelm zögert, es anzubefehlen.

Die Eisenbahnstrecke von Dammartin(zwei Stationen vor Paris) über Villers⸗Cotterets nach Soissons, Reims und Chalons ist jetzt eröffnet, so daß nun vom rechten Flügel der Pariser Ein- schließungsarmee eine direkte Verbindung mit Deutschland hergestellt ist.

DemFrankfurter Journal wird aus Kaiserslautern telegraphirt, der eden vollendete Eisenbahntunnel bei Nanteuil sei, jevech ohne daß Menschenleben zu beklagen wären, zusammengestürzt. Die Katastrophe zeigte sich durch ein lautes Krachen an, worauf die Mannschaft schleunigst aus dem Tunnel retirirte, ihre Mäntel, Waffen ꝛc. darinnen zurücklassend. Es wurde sofort Appel abgehalten, wobei sich zeigte, daß Niemand fehlte. Kurz vor dem Unglück entdeckte man in dem Tunnel noch eine Mine mit 5 Centner Pulver.

Die Festung Verdun, welche seit dem 25. September cernirt, seit dem 13. October förmlich

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