alten an der Einheit und Integrität unseres Vatktlandes, sowie an der Untheilbarkeit der Republik.“— Die Regierung bat befohlen, daß an Stelle der gegenwärtigen Statue der Stadt Straßburg in Paris eine neue Statue aus Bronze angefertigt wird, auf welcher die heldenmüthigen Thaten bei der Vertheidigung der östlichen Depar⸗ tements ihre Darstellung finden.— Das Fleisch fängt schon an in Paris zu fehlen.— Aus Tours wird gemeldet: Cremieux hat dem diplomatischen Corps angezeigt, daß die Verlegung des Regierungs- sitzes nach Toulouse, wo auch die Constituante zusammentreten werde, bevorstehe.
Rouen, 7. Okt. Die Preußen halten ein Gehölz vor Gisors besetzt. Der Feind scheint in die Normandie einrücken zu wollen. Alle Maßregeln sind getroffen, ihm die Lebensmittel abzuschneiden. Havre ist in guten Vertheidigungs zustand gesetzt.
— Im Westen Frankreichs spricht sich die oͤffentliche Meinung entschieden fuͤr den Frieden aus. So äußert sich das„Journal de Fecamp“ u. A. in folgender Weise: Ja der Friede ist das sehnliche Verlangen aller menschlich fühlenden Herzen in Frankreich, Deutschland und Amerika. Ja, der Friede ist der Wunsch Frankreichs. Ja, Frankreich besiegt und gedemüthigt, wüuscht und verlangt den Frieden. Jeder Widerstand ist künftig ohnmächtig. Er wird nur eine neue Hekatombe von einer Million Leichen zu der Million Leichen hinzufuͤgen, welche auf den Feldern von Weißenburg, Reichshofen, Jaumont und Sedan modern. Wir sind besiegt, zertreten, wie zu keiner Zeit eine Nation es gewesen ist. Hören wir auf, uns mit neuen Hoffnungen zu verblenden und auf eine unmögliche Ver⸗ theidigung zu viel Hoffnung zu setzen. Wir sind ehrenhaft besiegt. Unsere Armee, die nicht mehr ist, hat heldenmüthige Anstreugungen ge⸗ macht. Sie hat sich auch die Achtung der Sieger erworben. Die Ehre ist gerettet. Wir sind besiegt. Demüthigen wir uns! Haben wir die Würde des Unglücks! Unterwerfen wir uns schweigsam, bescheiden! Der Friede, der Friede allein, der überall von ganz Frankreich gefordert wird, kann die Zukunft des Landes retten, indem seine Menschen und Hülfsquellen geschont bleiben. Zur Stunde müssen wir im Hinblick auf das Ungluͤck des Vaterlandes den Muth haben, den Nacken zu beugen und um Frieden zu bitten.“
Belgien. Brüssel. Der„Moniteur“ bestätigt die Auflösung der beiden Observations⸗ armeen und der Armee von Antwerpen, sowie die Aufhebung des am 15. Juli creirten General- stabes. Die Nachricht verschiedener Zeitungen, die Verbindung zwischen Belgien und Lille sei unterbrochen, wird als unwahr bezeichnet.
— 6. Okt. Die eben eintreffende„Liberte“ nennt die aus Tours von einem hochgestellten Diplomaten ihr zutelegraphirte neueste Combination einer kleinen bei Weißenburg an Deutschland zu gewährenden Gränzberichtigung eine für Frankreich äußerst glückliche; das sei aber alles, was Frank⸗ reich gewähren könne.
— Die„Independance“ sagt über das Manifest Napoleon's:„Das Actenstück ist von einem solchen Cynismus durchtränkt, es bietet so schamlos auf Kosten eines verstümmelten Frankreichs an Deutsch⸗ land ein Bündniß zum Zwecke, es gegen Europa auf Halbpart auszubeuten, daß es wirklich aus der Feder jenes mondsüchtigen Abenteurers stammen muß, dem Frankreich die Capitulation von Sedan verdankt. So ist es denn festgestellt, daß die ver⸗ dienteste Schande und vie Erinnerung an dies neunzehn Jahre lange Verbrechen, das sich Kaiser⸗ reich nennt, nicht genug Gewicht bei ihm haben, um in seinem jämmerlichen Geiste den Traum einer Rückkehr nach Paris und die Wiedererschleichung des französischen Thrones mittels preußischer Ba⸗ jonette zu vernichten.“
Holland. Haag. Die Mittheilungen der „Independance“, die Mission des aus Luxemburg hier eingetroffenen Staatsministers Servais habe Bezug auf eine Abtretung Luxemburgs, werden für unbegründet erklärt; die Verhandlungen be⸗
treffen die en einer großen Summe, welche Holland an Luxemburg schüldel.
— Luxemburg, 5. Okt. Glaubwürdige Per⸗
sonen, die heute hier angekommen sind, versichern, daß Thionville während des gestrigen Tages vollständig eingeschlossen worden ist. Alle Ver ⸗ bindungen sind abgebrochen.
Großbritannien. London. Die Re⸗ gierung ist sehr mit Projekten beschäftigt, die zwischen Preußen und Rußland im Gange sind und die orientalische Frage betreffen. Die Karte von Europa soll umgestaltet und ein Congreß berufen werden.
—„Daily News“ schreibt: Ein Brief von Garibaldi vom 27. Sept. befindet sich in unsern Händen, welcher das Gerücht, der General habe beabsichtigt, seine Dienste der französischen National vertheivdigungsregierung anzubitten, auf das prä⸗ ciseste und entschiedenste widerlegt.
— Die„Times“ erhält folgende Depesche aus Versailles vom 7. Okt.: Burnside kehrt gestern von Paris zurück. Er sprach Favre, fand die Einwohnerschaft ruhig, die Physiognomie der Stadt unverändert. Er erwartet heute Bismarck in Ver⸗ sailles. Preußen würde der Einberufung einer constitutirenden Versammlung schwerlich Widerstand bereiten.
— Dasselbe Blatt bringt auch die nachstehende Depesche:„Wilhelmshöhe, 6. Okt. Verschiedene Journale haben ein Document, unterzeichnet Napoleon und datirt Wilhelmshöhe, 26. Sept, veröffentlicht. Dieses Document ist apokryph, und Sie werden mich verbinden, indem Sie ihm widersprechen. Der Geheimsecretär des Kaisers Napoleon: F. Pietri.“
— Dem Vernehmen nach hat der englische Botschafter in Tours neuestens noch einen Versuch gemacht, einen Waffenstillstand zu Wege zu bringen. Wir sind, soll Graf Bismarck geantwortet haben, zu jeder Stunde und an jedem Orte bereit, Frieden zu machen; über einen Waffenstillstand aber verhandeln wir jetzt nur noch in Paris.
Italien. Florenz. Der Zeitung„Roma“ zufolge soll die Reise Thiers nach Florenz zum Zwecke haben, die in Nizza hervorgetretenen separatistischen Umtriebe zu besprechen, zu deren Unterstützung in Florenz ein Comite gebildet wurde.
— In Calabrien hat ein Erdbeben statt⸗ gefunden, wodurch mehrere Ortschaften zerstört worden sind.
— Der König wird anläßlich der Ueber⸗ gabe des Plebiscits eine umfassende Amnestie erlassen.
— Aus einem von Garibaldi am 15. Sept. geschriebenen Briefe scheint der Grund ersicht⸗ lich, welcher die Pariser provisorische Regierung bestimmt hat, Garibaldi's Anerbieten abzu⸗ lehnen. Garibaldi richtet an einen Freund folgende Zeilen: Lieber Freund! Durch unsere zwei ausgezeichneten Freunde X. X. habe ich erfahren, daß die Majorität der nizzardischen Italiener für ein freies Nizza ist; diese Ansicht ist auch die meinige.
— Das Resultat der Abstimmung in dem Kirchenstaat ist folgendes: eingeschriebene Wähler 167,548, abgegebene Stimmen 135,291, davon stimmten 133,681 mit Ja, 1507 mit Nein. 103 Stimmzettel waren ungültig.
— 7. Okt. Die römische Deputation, welche dem Könige das Resultat des Plebiseits über⸗ reichen soll, wird morgen hier erwartet. Unmittel⸗ bar nach ihrem Eintreffen wird General Lamar⸗ morg als Generalcommissär mit ausgedehnten Vollmachten nach Rom abgehen. Ein durch die römischen Deputirten verstärktes Parlament wird Mitte November nach Florenz einberufen werden.
Nußland. Petersburg. Das„Journal de Petersbourg“ constatirt, daß die preußische Note vom 1. October die Lage Frankreichs vollständig darlege und zweifelt nicht an deren Eindruck auf die Franzosen. Damit ist Waffen⸗ stillstand unvermeidlich und Waffenstillstand ist Friede. Bezuͤglich der Mittheilung der Zeit⸗ schrift„Roma“ über die Mission Thiers in Florenz fragt das Journal, ob Thiers aner⸗
mit 10 Groschen bezahlt.
kennen wird, daß das Votum von Nizza im Jahr 1860 ein unfreies gewesen 9 1 zu
welchen Conclusionen er sodann gelangen wird.
E. Bad⸗ Nauheim. Der hiesige Gesa tordig gab am Sonntag Abend zum Beten der wundeten ein Concert mit theatralischen Aufführ Ganz überraschend waren die Leiflungen der Mi dieses. Vereins im Vortrage der beiden Thegtessrücke „Stiesmama“ und„Kürmärker und Picarde“, sowie in der Darstellung des Tableau die„Eroberung der ersten Kugelspritze.“ Die erzielte Einnahme betrug 200 fl.
Frankfurt. Die Untersiützung, welche der hier ge⸗ gründete Straßburger⸗Verein gefunden, ist eine so überaus lebhafte, daß es dem geschäftsführenden Ausschuß moͤglich war, abermals einige seiner Mitglieder mit einer nam⸗ haften Summe nach Straßburg zu entsenden. Die be⸗ treffenden Herren verfolgen den doppelten Zweck, sich durch den Augenschein von den Nothständen zu Unkerrichten und an Ort und Stelle selbst Vorkehrungen zu treffen, welche von vornherein eine gerechte Vertheilung der Gaben regeln.— Am 7. d. kamen zehn in Straßburg gefangene Olftziete, ein Oberst⸗Mafor, zwölf Hauplleute, die anderen waren Lieutenants der verschiedenen Garden, hier an, und wurden in verschiedenen Hotels einquartirt. Starke Munitions⸗ colonnen ziehen nach Frankreich. Bomben, worin ein Mann Platz hat(dieselben schießen 250 Pfund), für Pafis bestimmt, fuhren vorüber. 5 5
Giesen. Am 5. d. wurde dahier vor den Assisen die Anklagen gegen die Falschmünzer⸗Gesellschaft(ep. Fälscher von Stagtspapieren), verhandelt, nämlich gegen den Photographen Perger und den Schneider Wagner. Der Apparat zur Anferligung, ja die Gassenscheine sesbst waren vorgefunden worden, aber der Photograph behauptele, sie nicht zum Ausgeben sabricirt zu haben. Schließlich wurden der Verfertiger Perger und det Schneider Wagner, der sie at delt i zu drei Jahren Zuchthaus verurtheil. Der zuetst mit in Untersuchung gezogene Schreiner Stülck⸗ rath war schon vorher aus Mangel an Beweis enllassen worden. j
Offenbach. Von den in allen hiesigen Wirihschaften aufgestellten Büchsen zur Einsammlung von Gaben für die Angehörigen der im Felde befindlichen Soldalen ist eine im Gasthaus„ zum Tannenbaum“, im Augenblicke, wo Niemand vom Wirthspersonal im Zimmer war, ent⸗ wendet worden, deren Inhalt auf ungefähr 9 fl. geschätzt wird. Wie es heißt, soll der Thäter bereits ermittelt sein. Darmstadt, 6. Oct. Einer unserer bellebtesten jüngeren Aerzte, Herr Dr. med. Otto Klunck, stab heute Mittag in Folge einer Vergiftung durch Leichen git, das am 1. d., als er die Leiche eines an dem Magenktebe vertorbenen Kindes, seeirt hatte, durch eine kleine Schnitt⸗ wunde einen Eingang in seinen kerngesunden Körper ge⸗
funden und den liebenswürdigen jungen Mann rasch dem
Tode in die Arme filhrte. f
Darmstadt. Nach dem Briefe eines hessischen Sol⸗ daten aus Gorze, war es letzte Woche einem Marketender gelungen, sich eine kleine Partie Butter anzulegen. An⸗ fänglich war der Preis per Pfund ein preußischer Thaler, aber die Nachftaße wat bald so stark, daß der Preis auf 2 Thlr. ging und trotz dieser Höhe konnte der massen⸗ haften Nachfrage nicht genügt werden. Hankkäse wurden mit 3 Sildetgroschen, dütto mit Brod und Bulter gar Für eine Dose voll Schnupf⸗ taback mußte ein leidenschaftlicher Schnupfer viele gute Worte und einen blanken Gulden bezahlen. Azi!
Mainz. Der Hülfsverein für Krankenpflege. und Unlerstützung der Soldaten im Felde bat 400 Betten nach Ars sut Mosselle per Eisenbahn geschickt. Herr Dt. Wenzel, ein sehr gesuchter Arzt, welcher sich im nschluß an alle seine hiesigen Collegen mit demselben Eifer,* diese, seit Beginn des Krieges an der Pflege der Ber⸗ wundeten und Kranken, welche hier durchpassirten, be⸗ theiligte, ist nach Pent⸗à⸗Mousson und anderen Lazarett Stationen abgereifl, um eine bessere Organisation des Verpflegswesens der Krankentrausporte anzubahnen.
Berlin. Hissige Blätter berichten:. Der Erfinder der Erbswürste, Koch Grüneberg, hat eine Masse aus Reis und Rindfleisch zusammengesetzt, aus der er lahr nannte Reiswurst fabricirt. Diese Wurst soll ebenso dauer haft sein als die Erbswurst und an Nahrhaftigkeit bieselbe sogar übertreffen. Nachdem die Veesuche gelungen, sollen 400 Personen mit Anfertigung von Reiswürsten in der Fabrik heschästigt werden.“. g 17
Berlin. Die Nat. ⸗Zig.“ widerlegt die Zeitungs nachricht, daß die bekannse Ktupp'sche Riesenkanone auf dem Wege nach Paris durch Berlin gekommen sei. Die⸗ selbe siehe ruhig in Essen, wo sie wohl auch verbleiben werbe.
Paris. Dem Pariser, Figaro“ entnehmen wir folgenden „Une concesskon aux Prussiens““ überschriebenen, von Hrn. Philipp Gille unterzeichneten Artikel:„Wir haben ein aus ernsihaflen Leuten gebildetes Comiis niedergesebb welches sich in diesem Augenblick keiner anderen Beschäfligung hingibt, als der, ein schönes, wohlgelegenes, ein wenig ländliches Grundstück ausfindig zu machen, in welchem man die 400000 Preußen, die unter unsern Manern ihren Tod finden werden, begraben könne. Allerdings wird die Ausgabe für diesen Zweck beträchtlich sein; aber wenn ünsere Subscribenten bedenken wollen, daß, wenn man zehn Pteußen platt einen üder den andern legt, das Ganze kaum 3 Meter hoch ist(bei einer Dicke von 3⁰ Centim.), daß ferner die Länge eines Fußsoldaten mit In⸗ begriff der Pickelhaube 2 Meter, 8 Centimeler beträgt, wird Mun erkennen, daß das Capital der Auslagen nichts sehr beunruhigendes hal. Der Wunsch des Comiteg, das sich betreiis mit dem nöthigen Kalk, Chlor und Schweselsäure
haben
unterst. mehre Verwr trieben
zugef schw Herz Hop. Diaco
Pran
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Preuss
U Frank Nass
* Narbe 59
U Sache Würte
*
U Bader


