1870.
Samstag den 9. Juli.
M 80.
Oberhessischer Anzeiger.
Entbält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblalt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Be
Besreffend: Die Regulirung der Einkemmensteuer.
ein soll.
N betreffenden Pflichtigen gerechnet. r n vd
d nctez.
Das Gesetz, die Einfuhrung einer allgemeinen Einkommensteuer betreffend, vom 21. Juni 1869 enthält keine Bestimmung über die igent Declaration ihrer Einkommensverhältnisse Seitens der pflichtigen, avon ausgehend, daß jeder Zwang in dieser Hinsicht ausgeschlossen n 4 Nach Artikel 20 sind die jedoch etwa einlaufenden frei— illigen Angaben der Steuerpflichtigen über ihre Einkommensver— altnisse zu den Hülfsmitteln bei Ermittelung des Einkommens der
e Mit Bezugnahme auf die oben erwähnte Gesetzesbestimmung n bel, Scl werden die Steuerpflichtigen der Steuercommissariate Friedberg und ungen hierdurch ausdrücklich darauf aufmersam gemacht, daß es
Amtlicher Theil.
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Mitgliedern
N 9.
über ihre Einkommens verhältnisse den Unterzeichneten, oder einzelen der Einschätzungscemmission schriftliche oder mündliche Auskunft zu ertheilen.
Es wird das Einschätzungsgeschäft wesentlich erleichtern, wenn dergleichen Auskunftsertheilungen, namentlich auch in der Weise geschehen können, daß der Steuerpflichtige einfach die gesetzliche Steuerklasse bezeichnet, welche seines Erachtens seinen Einkommensverhältnissen entspricht, alsbald bewerkstelligt werden.
Friedberg und Hungen den 1. Juli 1870.
Die Vorsitzenden der Einschätzungscommissionen für die Steuercommissariate Friedberg und Hungen
welche in beliebiger Form und
8 onen in jedem Stadium der Verhandlung unbenommen ist, freiwillig Schober. Hunsinger.
ation Mac n en e Me n ng.
n Unten Betreffend: Den Ankauf von Berner Rindoieh durch den landwirthschaftlichen Verein in Oberhessen.
— Bun Nach der Belanntmachung des Herrn Präsidenten des land- Es ist zweckmäßig, wenn diejenigen Gemeinden und Private,
„ wirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen(in Nr. 19 der welche Zuchtstiere der Berner Race zu erwerben wünschen, unter An-
1 landwirthschaftlichen Zeitschrift) vom 3. Mai l. J., wird der ober— gabe deren Stückzahl bei dem Herrn Präsidenten des Provinzialver—
3 sessische landwirthschaftliche Verein in diesem Herbste wieder eine An- eins sich baldigst anmelden, damit man in der Lage ist, zu beur⸗ . lahl von Zuchtbullen der Berner(Simmenthaler) Race durch eine[theilen, wie viel Stück Bullen zur Befriedigung des Bedürfnisses
7 Lommission ankaufen und dieselben wiederum zur Versteigerung ander Züchter anzukaufen sind.
Je. n und Gemeinden der Provinz bringen lassen. Man wolle dies noch besonders beachten.
13 L.% Wir machen die Ortsvorstände und Vieh, Züchter unter dem Friedberg den 6. Juli 1870. 5
er b L. 10 f. Bemerken hierauf aufmerksam, daß auch Private auf eigene Kosten Der Director des landwirthschaftlichen Bezirks⸗Vereins ebe sch bei dieser Gelegenheit Zuchtthiere der Simmenthaler Race mit des Kreises Friedberg
W ankaufen lassen können. Ter a p p.
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in 4 Hessen. Darmstadt. Die„Hess. Volks- zu Echzell im vorigen Jahr wurde bestimmt, daß die Herren müssen auch bedenken, warum und 1 0. bn llätter“ schreiben: Sicherem Vernehmen nach ist Herr Oberförster Erdmann von Laubach ein wofür sie gewählt sind. Wir wollen mit diesen e e in der Einführung des mit dem 1. Januar 1871 Nibellement der projektirten Strecke aufnehmen Worten den Staub, unter dem das Comite be— e e ee in den norddeutschen Bundesstaaten und also auch solle. Soweit die Competenz des laubachischen graben zu sein scheint, einmal aufwirbeln und zu
— den hierzu gehörigen Gebietstheilen des Groß- Comite's reichte, geschah es, während der andere größerer Thätigkeit in dieser Angelegenheit anreizen.
n herzogthums zur Geltung gelangenden Strafgesetz- Theil der Strecke unvermessen blieb, weil kein Preußen. Berlin. Das neue Institut 4 Stirn luchs für den Norddeutschen Bund auch in den Geld für diese Arbeit vorhanden sei, ungeachtet der Correspondenzkarten macht viel zu schaffen.
Provinzen Starkenburg und Rheinhessen nicht mehr zu zweifeln und werden sich die im kommenden perbst oder vielleicht noch früher wieder zusammen— hetenden Stände einer deßfallsigen Regierungs- borlage zu gewärtigen haben. — Nach der„Fr. Zig“ hat das Offzier⸗ torps der hessischen(25.) Division eine Ver— mehrung von 25 Reserve⸗Offizieren erfahren. —— Aus der Wetterau.“) Es er- sccheint uns endlich einmal an der Zeit, eine Sache
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J k. 7. bor das Forum der Oeffentlichkeit zu bringen, —— ie sich bisher fast ganz der Beobachtung ent. 1 e zogen hat: wir meinen die Thätigkeit des 10 7 Comites zur Erbauung einer Eisenbahn 5 0. von Friedberg über Reichelsheim, Ech⸗ 1 k. ell ic. nach Laubach. Die letzte öffentliche 177 Kundgebung dieses Comite's datirt aus dem e, Sommer vorigen Jahres und wir fragen mit A* Recht: was ist seitdem geschehen, um die Sache
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u fördern, namentlich den Anstrengungen anderer omite's gegenüber? Die Antwort aber lautet: Man zieht die An-
N. Anse
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1% dis jetzt so gut wie nichts. N die A 19 1 gilegenheit auf die„lange Bank“, bis endlich eine 2 a
143 andere Route den Vorzug erhält(Oberhessische 12 Eisenbahn!!!) und wir wieder daneben sitzen. 123 Wir können uns nicht erklären, warum so wenig 25 in dieser Sache geschieht. Auf der Versammlung 72*
11 22) Wir können nicht beurtheilen, ob und in wie weit 1 ie in nachslehenden Zeilen gegen das Elsenbahn⸗Comite 2— lahier erhobenen Klagen ihre Berechtigung haben oder 15 ficht. Durch bie Aufnahme dieses Artikels wollen wir
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doch dem Comite Beranlassung bieten, etwa unbegründete ngriffe zurückweisen zu können. Die Reb.
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dessen, daß Friedberg, Reichelsheim und Echzell zusammen viel mehr Beitrag verwilligt hatten, als hierzu nöthig gewesen wäre. Später trat der strenge Winter ein, und da war es natürlich nicht gut möglich ein Nivellement aufzunehmen. Nachdem nun im Anfang dieses Jahres das Eisenbahncomite es über sich vermocht hatte, sich etwas aus seiner Lethargie aufzuraffen, wurde im Frühjahr eine Deputation nach Darmstadt geschickt, und außerdem beschlossen, es solle alsbald das Nivellement aufgenommen und eine Eisenbahn— Versammlung abgehalten werden, um den In— teressenten von der Sachlage Kenntniß zu geben. Wir haben gewartet und gewartet: aber es wurde weder das Nivellement aufgenommen, noch eine Versammlung abgehalten. Vielleicht schämte man sich doch mit so mageren Resultaten einer Jahres- thätigkeit vor das Publikum zu treten. Beobachten wir die Comite's anderer Gegenden, so sehen wir dieselben eine enorme Thätigkeit entfalten. Vor etwas über einem Monat hat sich ein Comite für die Linie von Vilbel, über Altenstadt, Orten— berg ꝛc. gebildet und jetzt wird schon das Nivelle— ment aufgenommen, während wir schon ein Jahr lang darauf warten. Wir halten es für ganz ungerechtfertigt, daß diejenigen, die mit dem öffentlichen Vertrauen beehrt werden, so wenig für diese Sache thun. Da hat der eine keine Zeit, um sich viel damit abzugeben, der andere zu wenig Interesse an der Sache; aber daß Einer so ehrlich wäre, sein Mandat deßhalb niederzulegen, das kommt nicht vor. Mit der Ehre, Comitemitglied zu sein ists nicht gethan;
Die„N Pr. Zig.“ wirft folgende Frage auf: „Muß der Adressat jede Correspondenzkarte, die ihm durch die Post übermittelt wird, annehmen, oder kann er eben so gut, wie bei jedem noch unerbrochenen Briefe oder einer offenen Post— anweisung auf Geld, den Empfang, auch nachdem er sie überlesen, ablehnen, se daß sie mit dem Vermerk:„Adressat nimmt nicht an“ wieder ihren Weg zurückwandert? Es wäre sehr wünschens⸗ werth, wenn eine amtliche Mittheilung hierüber erfolgte. Die Fälle, in denen eine solche Frage zur Entscheidung kommen müßte, werden ohnehin nicht lange ausbleiben.“
— Die„Provinzialcorrespondenz“ meldet: „Der König gedenkt vorläufig noch 14 Tage in Ems zu verweilen und dann für kurze Zeit nach Wiesbaden und Homburg zu gehen. In den letzten Tagen dieses Monats kehrt der König hierher zurück.“
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ erklärt in einem Artikel über die Interpellation Cocherp's, erst aus der Rede des Herzogs v. Gramont sei zu ersehen, daß der Prinz v. Hohenzollern die spanische Krone angenommen habe.
— Graf Bismarck soll, einer Mittheilung der „Baltimore Sun“ zufolge, an eine hervorragende Persönlichkeit in Washington geschrieben haben, es sei ihm von den Aerzten Ruhe und eine größere Seereise angerathen worden, und er sei demzufolge einem Besuch der Vereinigten Staaten nicht ab— geneigt. Er soll aber dabei zugleich angefragt haben, ob er erwarten könne, dort die ersehnke
Ruhe zu finden. Das amerikanische Blatt bemerkt


