Ausgabe 
8.12.1870
 
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v. Wölkern; Reiterei ritt rechtzeitig geworfene Infunkerie an und machte zahlreiche Gefangene; Artillerie schoß ausgezeichnet. Kurz, unsere Leute waren ganz gut.

Die Franzosen hatten alle für 6 79

e. Proviant bei sich.

Bei dem Ausfall am 30. ritt laut Tele- gramm des Prinzen Wilhelm von Weimar an den Köpig von Würtemberg die würtembergische CavalekieEstadron Gernsdorf ein französisches Bataillon zusammen.

DerTimes wird aus dem Hauptquartier unter'm 3. Dez. ttlegraphirt, daß nach den für die deutschen Truppen siegreichen Gefechten am 2. Dez. bei Champigny, Brie und Villiers an der Südfronte von Paris deutscherseits nur die Orte Champigny und Villiers besetzt gehalten wurden, da das Dorf Brie dicht unter den Kanonen vom Fort Rogent liegt und dessen Besetzung unnbthige Verluste hervorrufen würde.

Von den Werken zum Schutze der deut schen Linien unter dem Oberbefehl des Kronprinzen von Sachsen meldet der Correspondent derDaily News, daß an ein Durchbrechen der Pariser dort nicht zu denken sei.Durch eine Reihenfolge von Dämmen(schreibt er) ist das Wasser der Mollette gestaut worden und bildet eine lange zusammenhängende Ueberschwemmung von beträcht- licher Tiefe und Breite auf der ganzen Strecke von Sevran bis Dugny. Zwei Unterbrechungen sind allerdings vorhanden. Die eine bei Pont Iblon, die andere bei Aulnay. An dem ersteren Punkte ragt die Straße allein aus dem Wasser hervor und bildet ein Defile. Zum Schutze des selben ist Le Bourget eine Meile weiter stark besetzt und dient als Brückenkopf. Das franzö⸗ sische Ende ist durch ein starkes tüchtiges Erdwerk gekreuzt, Auf der deutschen Seite liegen rechts und links Batterien, welche kreuzweise die Straße bestreichen, weiterhin wieder zwei correspondirende Batterien und wieder weiter rechts und links noch andere Batterien, so daß keine Maus sich unge- straft über die Chaussee bewegen kann.

Nancy. Von der Präfektur des Murthe Departements liegen mehrere Verordnungen vor, u. A. eine solche, wonach sämmtliche Gemeinden Lothringens zur Zahlung einer Contribution von 750,000 Francs ale Schadloshaltung der seiner Zeit aus Frankreich Ausgewiesenen und zum Er satz der durch die französische Flotte an gekaperten Schiffen verursachten Verluste angehalten werden; eine andere, durch welche die Gemeinden zur Lie- ferung von wollenen Decken in natura oder in Geld veranlaßt werden und endlich eine dritte, in welcher die Maires dafür verantwortlich gemacht

K. J. Hoffmann 19, und ist, daher, da Edinger, 1 Nächpös br Mito 16 Stimmen erhielt, gewählt Die Zeit der nächsten Sitzung ist noch nicht festgesetzt.

Staatsminister Delbrück leitet die allgemeine De⸗ batte über die Verträge mit den süddeutschen Staaten mit dem Hinweis auf den provisorischen Zustand der Versassung des norddeutschen Bundes ein. Der Minister erklärt, der Anschluß der süd deutschen Staaten sei durch Art. 79 vorgesehen. Die Vorlagen streben die Vereinigung aller Glieder Deutschlands an, welche gegen Erwarten schnell durch ein großes weltgeschichtliches Ereigniß er⸗ folgte. Die Initiative zur Einigung kam im September von Bapern. Redner sti zur Anhörung der bayerischen Vorschläge nach München entsandt, instruirt, sich jeder Aeußerung zu enthalten, welche als ein Druck Seitens des Präsidiums zu deuten wäre. Inzwischen regte Würtemberg Unterhand⸗ lungen an, Baden beantragte den Eintritt in den Bund, Hessen meldete seinen Anschluß. So ent⸗ standen die Versailler Conferenzen. Red nei betont, daß in den zuerst vorgelegten Verträgen manche Bestimmungen sich befänden, welche den bayerischen Intentionen entsprungen seien; ob sie ohnedem aufgenommen worden wären, sei dahingestellt. Naheliegende Fragen sind unberücksichtigt gelassen. Nur das Nothwendigste zur Fortentwickelung der staatlichen Einigung Deutschlands ist aufgenommen. Das Weitere bleibt der künftigen Entwickelung und Vereinbarung mit dem künftigen Parlament übetlassen. Die Aenderung der Verfassung charak- terisirt sich in der Verstärkung des förderativen Bundescharakters, wie in der Natur der Sache begründet. Ohne Anerkennung des berechtigten föderativen Elementes war der Beitritt Süd- deutschlands unthunlich. Redner wendet sich so⸗ dann zu dem Heerwesen und weist das Vorhanden⸗ sein gemeinsamer großer Grundlagen nach. Die Abweichungen für die einzelnen Staaten seien zu- meist transitorischer Natur. Bapern sei der mili⸗ tärische Oberbefehl seines Königs im Frieden ein geräumt. Dies sei durch die realen Verhältnisse gerechtfertigt. Die Zusammensetzung des Bundes- rathes und des diplomatischen Ausschusses sei lediglich durch die Verstärkung des förderativen Elementes erforderlich, ebenso die Bestimmungen über die Kriegserklärung. Man muß dem Aus- lande klar machen, daß der Bund wesentlich defen siven Charakters ist. Reduer rechtfertigt das Arrangement in den Steuerfragen. Den Wünschen Bayerns und Würtembergs auf eine interne selbst ständige Post- und Telegraphenverwaltung konnte

werden, daß den von der Regierung in Tours an die wehrpflichtigen jungen Leute des Bezirks ergangenen Aufforderungen, die sich bei der fran⸗ zösischen Armee zu stellen, keine Folge geleistet werden darf.

Hessen. Darmstadt, 5. Dez. II. Kam- mer. Der neugewählle Abg. Krämer wird ein- geführt und verpflichtet. entsprechend nimmt die Kammer den mit dem norddeulschen Bund und dem Großherzogthum Hessen abgeschlossenen, bereits bekannten Vertrag über Gründung eines Deutschen Bundes nebst den dazu gehörigen Aktenstücken entgegen, welche der Ministerpräsident v. Dalwigk mit einigen einleitenden Worten, in welchen derselbe die Wich tigkeit des Gegenstandes betont, übergibt. Der Vertrag wird dem zweiten Ausschuß zur baldigen Verichterstattung überwiesen, und wird derselbe heute schon seine Thätigkeit beginnen. Eine Vor lage des Kriegsministeriums verlangt für Fort' setzung des Krieges u. s. w. einen weiteren außer ordentlichen Credit von 3,622,000 fl. Metz interpellirt über die Erfüllung einer amtlichen Zusage des hessischen Zollvereinsbrvollmächtigten, betreffend die Aenderung der Besteuerung des Weins. Hallwachs dringt auf baldige Be rathung seines Antrages wegen Unterstützung der Familien im Felde stehender Soldaten. Schließ lich wurde an Suelle des verstorbenen Abg. Hunsinger ein Mitglied des Finanzausschusses gewählt, Von 37 abgegebenen Stimmen erhielt

um so mehr genügt werden, als die Bundesgesetz⸗ gebung dabon unberührt bleibt. Der bayerische Vorbehalt über die Selbständigkeit auf dem Ge biete des Heimaths- und Niederlassungsrechts wiege schwer. Bayern habe soeben erst eine neue Sotialgesetzgebung mit gutem Resultate eingeführt, deßhalb hatte Bapern unüberwindliche Bedenken gegen die Annahme einer neuen Gesetzgebung.

Der Tagesordnung Die Verträge sind auf dem Boden der Thatsachen

erwachsen. Ich bitte Sie, diesen Standpunkt zu theilen. Ich erinnere Sie, daß es mehr als ein⸗ mal Daeutschland nicht zum Segen gereichte, das Erreichbare dem Besseren geopfert zu haben. Dem Abg. Schulze gegenüber, der den Antrag der Fortschrittspartei, die Verfassung einem allgemeinen

beutschen Reichstage vorzulegen, befürwortet, weist

der Bundesbevollmächtigte Pape nach, daß die Regierungen verpflichtet stien, nach Maßgabe der Verfassung des norddeutschen Bundes vorzugehen. Abg. Friedenthal spricht für die Annahme der Verträge, wünscht jedoch die Creirung eines Oberhauptes und fragt, wie es damit stehe. Staatsminister Delbrück erklärt hierauf: Prinz Luitpold hat vorgestern ein Schreiben des Königs von Bayern überreicht(Del⸗ brück verliest dasselbe), dessen Inhalt folgender ist: König Ludwig von Bayern bietet dem Könige Wilhelm die Kaiserwürde an. Die Fürsten, welche in Versailles anwesend sind, stimmten zu; die Zu- stimmung der übrigen Fürsten und der freien Städte bleibt abzuwarten. An

Preußen. Berlin, 5. Dez. Reichstag.

der Debatte betheiligen sich noch Wind 5

welcher eine Constituante zur Gründung der fassung wünscht, und Lasker, der die Amendirung der Verträge hofft. Nächste Sitzung Dienstag, 6. Dez. Reichstag. Fortsetzung General⸗Debatte über die Verträge mit den süü deutschen Staaten. Für dieselben sprechen Wagner, Miquel, Bethusy⸗Huc, dagegen Bebel, Löwe und Ewald. Abg. Duncker befürwortet die An⸗ nahme seines Antrages. Der Schluß der Debattz wird angenommen. Der Antrag Duncker ab⸗ gelehnt. Das Haus beschließt die Vornahme der zweiten Lesung im Plenum. Die nächste Sitzung findet morgen statt. f Das Schreiben des Königs von Bayern an den König Wilhelm lautet wie folgt:Nach dem Beitritt Süddeutschlands zum Verfassungs⸗ bündniß werden die Ew. Majestät übertragenen Präsidialrechte über alle deutschen Staaten sich

erstrecken. Ich habe mich zu deren Vereinigung

in einer Hand in der Ueberzeugung bereit erklärt, daß dadurch den Gesammtinteressen des deutschen Vaterlandes und seiner verbündeten Fürsten ent⸗ sprochen werde, zugleich aber im Vertrauen, daß die dem Bundespräsidium nach der Verfassung

zustehenden Rechte der Wiederherstellung eines

deutschen Reiches und der deutschen Kaiserwürde als Rechte bezeichnet werden, welche Ew. Majessäl im Namen des gesammien deutschen Vaterlandes auf Grund der Einigung seiner Fürsten ausüben, Ich habe mich daher an die deutschen Fürsten mit dem Vorschlage gewendet, gemeinschaftlich mit mir bei Ew. Majestät ig Anregung zu bringen,

daß die Ausübung der Präsldialrechte mit Führung

des Titels eines deutschen Kaisers verbunden werde. Sobald mir Ew. Majestät und die verbündeten Fürsten ihre Willensmeinung kundgegeben haben, würde ich meine Regierung beauftragen, das Weitere zur Erzielung der entsprechenden Verein- barungen einzuleiten.

* Wie aus gut unterrichteter Quelle berichtet wird, ist man der Ueberzeugung, daß der König von Preußen auf Wunsch der deutschen Fürsten, indem er den Titel eines Königs von Preußen fortführt, den Kaisertitel als Bezeichnung der höchsten Würde in Deutschland annehmen werde.

DieKreuzzeitung hört, daß die Ein berufung des Landtags zu einer kurzen Session für den 12. d. M. in Aussicht genommen ist

DieFrkft. Pr. schreibt: In Reichs⸗ tagskreisen wird die unveränderte Annahme der süddeutschen Verfassungsverträge als gesichert be⸗ trachtet. Im Falle fortdauernder Weigerung Frankreichs zur Beschickung der Pontusconserenz soll dieselbe ohne Theilgahme Frankreichs zu⸗ sammentreten.

Von Seiten des Kriegsministeriums sind, nach derBr. Ztg., im preußischen Staate bei verschiedenen Kaufleuten 750,000 Paar wollene gestrickte Strümpfe bestellt worden, welche bis zum 15. Dezember feitig und an diesem Tage abgeliefert werden müssen. Um einen so großen Auftrag schnell ausführen zu lassen, hat man diese Lieferung so eingetheilt, daß sich die Unternehmer in allen größeren Städten daran betheiligen durften.

Der bayerische Minister Lutz ist hier ein⸗ getreffen, um gemeinschaftlich mit dem Bevoll⸗ mächtigten des norddeutschen Bundes den Beitritt Würtembergs, Badens und Hessens zum Vertrage Bayern zu vermitteln. Am 11. d., Mittags 1 Uhr, findet die diesfallsige Conferenz im Bundeskanzler⸗ amt statt. 0

Der Bundeskanzler bat dem Bundesrat ein Exposs über die Pontusfrage nehst den ein⸗ schlagenden Aktenstücken zugehen lassen und sieht einer Aeußerung des Bundesraths über das deutsche Inieresse zur Sache entgegen. Preußen erkennt bekanntlich in der von ihm im Pariser Frieden übernommenen Collektivgarantie keinen Kriegsfall für sich und Deutschland wegen der auf die Neu- tralistrung des schwarzen Meeres bezüglichen Be⸗ stimmungen. Dem Reichstage soll eine ähnliche Vorlage wie dem Bundes rathe zugehen. l

Kassel. Die Kaiserin Eugenie ist, wie elle Correspondenz desFrankf. Journ. wissen will, zu Wilhelmshöhe angekommen.

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