Aer.
ö Aheimtt Teicht ed. Der ttt Ertan eng uta
——ů
* chet d a 10
Ossenbein. —
vtlcht 0 unt jttzt eil rage naher ragt bülft
Beilage.
Oberhessischer Anzeiger.
4 106
Sch warz⸗Noth⸗ Gold.
Von Emil Rittershaus.
Welch' große Zeit! Verschwunden sind die Raben,
ist des Lebens werth, gelebt zu haben dieser Zeit, voll Muth und Heldengeist! ie Weltgeschichte schreibt mit Flammenzeilen: Vo war der Tag, der größ're Thaten sah? Pit Rom und Hellas darf die Kränze theilen, den höchsten Preis das Land Germania! Das Volk der Träumer wurden wir gescholten, Pan nannte Rausch, was unser Herz beseelt', Loch als des Kriegs gewalt'ge Würfel rollten, da hal zum Kopfe nicht die Faust gefehlt! a s Lied von Deuischlands Ruhm, sie nannten's Phrasen, dacht von Schwärmern, hinterm Becher froh, Loch als zum Angriff das Signal geblasen, Var's der Posaunenklang von Jericho!
che g um des Bardarossa's Berg gekreist;
Sie sanken nieder, die lebend'gen Mauern, Tie um sein Reich der Korsenkaiser zog, 8 durch der Schlachten wilde Wetterschauern ies welsche Land der deutsche Adler flog. s stand der Pommer fechtend bei dem Baier, Ter Schwab beim Franken, von dem Blitz umsprüht, irrah, das ist die große Hochzeitsfeier m ew'gen Bündniß zwischen Nord und Süd!
Ein Boden ward genetzt vom Blut von Allen, Und Alle folgten freudig einer Spur— O, laßt fortan ob allen Häuptern wallen Ein deutsches Banner, o, ein einz'ges nur! Gestorven sind der Zwietracht gift'ge Nattern! So sei ein einzig Banner denn entrollt, Das strahlend mög' in allen Gauen flattern, Die alte Fahne schwarz und roth und gold!
Schwarz ist die Nacht des Todes, drin wir betten Der Jugend Kraft in diesem heil'gen Streit! Roth ist das Blut, das Blut, mit dem wir retten Des Valerlandes Ehr' und Hertlichkeit,
Doch golden ist der Einheit Souneumorgen, Durch den der Freiheit Lerche jubelnd schwirrt, Der uns nach dieser Zeit, voll Gram und Sorgen, Nach diesen Kämpfen kommen muß und wird!
Den Lorbeer für des großen Friedrichs Degen, Das beste Schwect im ganzen Erdenreich, Dem Baiernmuthe Jubelgruß und Segen Und ein Hurrah für jeden„Schwabenstreich!“ Ein Hoch den Franken und ein Hoch den Sachsen, Doch werde Wahrheit nun der schönste Traum: Die Stämme all', sie müssen endlich wachsen Zusammen jetzt zu einem Riesenbaum!
Wie wir zum Kampf uns alle eingefunden Mit einer Losung, einem Felogeschrei, So laßt uns steh'n im Frieden eng' verbunden Und eine„Freiheit mach' uns alle ftei!“ Geschworen sei's bei uns'rer Helden Leichen: Vereint im Frieden fest wie in dem Streit! Laßt hoch sie weh'n die schwarzrothgoldenen Zeichen, Als Zeichen ew'ger, deutscher Einigkeit!
Kriegs nachrichten.
Der Generalgouverneur v. Bonin erläßt an de Bewohner Lothringens eine Proclamation, in gelcher er, unter Bezugnahme auf die königliche Jroklamation vom 11. August, den friedlichen kürgern Sicherheit der Person und des Eigen— tums verspricht und die Erwartung ausdrückt, daß seine Befehle von den Behörden und den Enwohnern beobachtet und genau befolgt werden. der Generalgouverneur erklärt, er würde sich ei Widerstand gezwungen sehen, alle Mittel Mergreifen, welche zur Aufrechthaltung der kueritat ihm zu Gebote stehen.
— Auch der General⸗Gouverneur im Elsaß, Craf v. Bismarck⸗Bohlen, hat eine Proklamation h die Bewohner des Elsassee erlassen, welche im Vesentlichen mit vorstehend mitgetheilter Procla- Uation übereinstimmt.
Der Civilcommissär des Elsasses, Präsident Kühlwetter, macht bekannt, daß er die Leitung der gesammten Civilverwaltung übernommen, die beamten zunächst in ihren Funktionen bestätigt ind sie zur pünktlichen Nachachtung seiner An- üdnungen auffordert. Der Sitz der mit dem eneralgouvernement Elsaß vereinigten Präfektur ir Saarburg, Salzburg, Saargemünd, Metz und Thionville ist in Saargemünd, Präfekt Graf henkel ⸗Donnersmark. Präfektur Nieder Rhein, Sitz in Hagenau ist von dem Grafen Luxburg (baperischer Regierungspräsident) übernommen.
Metz. Ein Spezialcorrespondent des„Fr. J.“ hielt von einem verwundeten Franzosen, welcher im Ausfall vom 26. gefangen in die Hände der deutschen siel, über die Zustände in der Festung Nittheilungen, an deren Glaubwürdigkeit derselbe ischt zweifeln kann Danach liegen in der Stadt wer 10,000 Verwundete; davon sind etwa 1200 n Militärlazareth, die übrigen in Kasernen, in Gvil⸗ und Militärschulen und in Kirchen unter- gebracht; der prächtige Dom, sowie mehrere andere Kirchen sollen Kasernendienste leisten. Ein sonderes Hospital habe man in der Stadt den Wolcrakranken gewidmet; die Sterblichkeit soll sch in beständiger Progression verhalten, doch ver- gochte er hierüber keine Details zu erlangen. In Proviant und Munition mangele es vorläufig
ch nicht, die Rationen wurden zwar karg zu— gal doch hätten die Soldaten bisher immer üzelmäßige Lieferungen erhalten. In wahrhaft
trauriger Lage sollen sich jedoch die Bürger be⸗— finden, die lediglich auf ihre geringen Vorräthe angewiesen sind, die man unklugerweise auch noch mit den Soldaten getheilt, beziehungsweise den— selben verkauft hat. Die Lebensmittelpreise haben eine noch nie dagewesene Höhe erreicht und zu alle Dem tritt noch ein empfindlicher Wassermangel. Dräte zu diesem Mangel noch ein Bombardement der Stadt, so sei ein Aufstand der Bürger, die sich jetzt schon in äußerst gereizter Stimmung gegen Napoleon und seinen Helfershelfer Bazaine befin- den, nicht unwahrscheinlich. Standrechtliche Ver— urtheilungen von Bürgern sollen bereits mehrfach stattgefunden haben.
Vor Straßburg, 30. August. eute Morgen erschien abermals der Bischof von Straßburg als Parlamentär in unserem Haupt- quartier, bat um Schonung der Stadt und erbot sich zupleich, Vermittlungen mit dem General Uhrich einzuleiten. Es ward dem Bischof mit— getheilt, der General möge einen höheren Offizier absenden, der sich von der Stärke unseres Be— lagerungscorps, den vielen schweren Geschützen, die zum Feuern bereit ständen und auch zugleich von der Cernirung von Metz und dem Einmarsch unserer Armee in Chalons selbst überzeugen könne, damit die Hoffnungslosigkeit eines ferneren Wider- standes und die Unmöglichkeit, daß die Stadt entsetzt werden könne, dadurch bestätigt würde. Zugleich wurden ihm englische und belgische Zeitungen, welche ursere Erfolge meldeten, mit— getheilt. Als der Bischof, von einer Escorte von uns mit der Parlamentärflagge geleitet, wieder in die Stadt zurückkehrte, schossen die Franzosen von den Wällen auf letztere und verwundeten einen Mann.
— Die„Karlsr. Ztg.“ schreibt: In Straß burg wurden am 2. d. durch Anschwellen des Rheins Keller unter Wasser gesetzt, wodurch den Belagerten ein großer Schaden zugefügt wurde. Am Sonntag ist der Dachstuhl des Münsters theilweise abgebrannt, das Schiff und die astro⸗ nomische Uhr beschädigt worden.(Wird von anderer Seite widersprochen.
— Am 2. und 3. sollen wieder stärkere Aus- fälle der Straßburger Garnison stattgefun⸗ den haben, die zurückgeschlagen wurden, jedoch nicht ohne einen bedeutenden Verlust der Unsrigen. Näheres ist noch nichts bekannt. Zur Vermeidung
irriger oder übertriebener Gerüchte wäre zu wünschen, daß die offiziellen Berichte von unserem Belagerungscorps etwas reichlicher flössen.
— Man schreibt der„Allg. Zig.“:„Aus Straßburg erfahren wir jetzt, weßhalb im Anfange, wo es noch Zeit war, die dortige Be— völkerung keine Pression auf den Commandanten übte. Der Divisionsgeneral Barral war nämlich als Viehhändler verkleidet nach der Stadt gekommen und hatte als solcher eine Anzahl Vieh den Be— lagerern zugeführt, um deren Stärke und Stellung zu erkundigen, und sich dann in die Stadt ge— schlichen, wo seine Nachrichten das Volk vollständig beruhigten, indem er versicherte, bis zur eigent- lichen Belagerung könnten noch Wochen vergehen und es seien von Paris her in kürzester Zeit glänzende Siege und Entsatz zu erwarten.“
Würtemberg. Stuttgart. Eine massenhaft besuchte Volksversammlung nahm in begeisterter Stimmung Resolutionen an, deren wesentlicher Inhalt folgender ist: 1) Das deutsche Volk weist jeden Vermittlungs- oder Einmischungs⸗ versuch der neutralen Mächte bei dem Friedens- schlusse zurück. 2) Wiedergewinnung von Elsaß und Lothringen für das deutsche Reich, welches die einzige Bürgschaft gegen die französischen Gelüste und der Nationalpreis des nationalen Kampfes und Sieges ist. 3) Durch den Beitritt der süd⸗ deutschen Staaten und die Erwerbung lange ver— loren gewesener deutscher Länder muß der nord— deutsche Bund ein deutscher Bundesstaat werden. Ein einiges Volk, ein Reichstag, ein deutsches Staatswesen ist für Deutschland und Europa die Gewähr eines dauernden und sichern Friedens. — Eine an den König beschlossene Adresse ist im Wesentlichen identisch.
Baden. Aus Freiburg wird gemeldet, daß am 3. früh zwischen 7 und 8 Uhr von dem nahen französischen Ufer aus auf den von Freiburg nach Basel passirenden Personenzug geschossen wurde. Glücklicherweise gingen sämmtliche Schüsse zu hoch und hat keine Kugel in den Zug eingeschlagen. — Das in Freiburg liegende Bataillon rückte eilends nach Breisach ab, wo man Besorgnisse vor dem gegenüberliegenden Neubreisach und Fort
ortier hat.
Für die Pflege verwundeter deutscher Krieger erhielt der Oberbürgermeister Lauter in Karlsruhe 1000 fl. zugeschickt mit folgendem Schreiben:„Im Anschlusse beehre ich mich, von Frau Adelheid Grunelius zur Pflege verwundeter und erkrankter Krieger 1000 fl. zu übermachen, wovon aber vorzugsweise unsere deutschen Brüder zur Ausgleichung für die Zurücksetzung, welche dieselben gegenüber den Franzosen von einer An- zahl leider deutschen Frauen erleben mußten, be rücksichtigt werden sollen.“
— Aus einer Correspondenz der„Allg. Ztg.“ vom Oberrhein, 31. August, geht unzweifelhaft hervor, daß, bis zu diesem Tage wenigstens, der Straßburger Münster unversehrt war.
Oesterreich. Wien, 3. Sept. Die Mel- dung einer hiesigen Zeitung, wonach Italien zu Gunsten der Integrität Frankreichs intervenire, wird unterrichteterseits als völlig grundlos be— zeichnet.— Die Gefangennahme Napoleons er— zeugte in der hiesigen Bevölkerung eine freudige Sensation.
Frankreich. Paris, 4. Sept. Das „Journal officiel“ bringt folgende Proclamation des Ministerrathes:„Franzosen! Ein großes Unglück hat das Vaterland betroffen. Nach drei Tagen heroischer Kämpfe, welche die Armee Mae Mahon's gegen 300,000 Feinde geführt hat, sind 40,000(7) Mann zu Gefangenen gemacht. General Wimpffen, der das Commando der Armee in Vertretung des schwer verwundeten Marschalls Mac Mahon über nommen hatte, hat die Capitulation unterzeichnet. Dieser Schlag hat unsern Muth nicht erschüktert. Paris ist heute im Stande, sich zu vertheidigen,
4


