Ausgabe 
8.3.1870
 
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Dienstag den 8. März.

Ober

essischer Anzeig

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstiag, Donnerstag und Samstag.

Für den Monat März kann auf denOberhessischen Anzeiger bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden.

Zur Versammlung des land wirthschaftlichen Bezirks-Vereins,

Section Friedberg, zu Assenheim

Donnerstag den 10. März d. J.,

Nachmittags 2 Uhr

im Saale des Gastwirths Thomas, lade ich die Vereinsmitglieder und Freunde der Landwirthschaft mit dem Bemerken ein, daß nach stehende Fragen zur Besprechung kommen sollen.

1. Welches ist die geeigneteste Behandlungsweise der Saatkartoffeln?

Referent: Der Unterzeichnete.

2. Sind in der letzten Zeit neue Getreidesorten eingefuhrt worden,

welche zu zu Södel.

empfehlen sind? Referent:

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Amtlicher Theil. Einladung.

3. Sind mit dem aufgeschlossenen Peru-Guano Versuche angestellt

worden und welche Vorzüge hat derselbe vor dem rohen Guano?

Bürgermeister Reiütz

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Referent: Oeconom Philipp Best II. zu Bruchenbrücken. Was kaun Seitens des landw. Bezirks-Vereins geschehen um dem reinen Schafvieh mehr Eingang zu verschaffen? Referent: Kreisveterinäararzt Ur. Born zu Friedberg.

Welche Fütterungs- und Behandlungsweise bei Aufzucht der Kälber ist die beste? Referent: Lehrer Hahn zu

Nieder-Wöllstadt den 26. Februar 1870.

Södel.

Sections-Vorsteher

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1 Von Seiten des landwirthschaftlichen Bezirksvereins des Kreises Friedberg soll der Bezug von Probstaier Gerste vermittelt werden. Es wollen daher diejenigen Landwirthe, die sich hierbei zu betheiligen gesonnen sind, die gewünscht werdende Quantität möglichst bald dem Herrn Bürgermeister Stoll in Nieder-Wöllstadt anzeigen.

Die Kosten des Transportes bis Nieder-Wöllstadt übernimmt die Bezirksvereinskasse.

Friedberg den 5. Marz 1870.

Der Director des landwirthschaftl. Bezirksvereins des Kreises Friedberg

Ter a p p. Hessen. Darmstadt, 4. März. Zweite Requisiten 14,000 fl.,: Erbauung einet be- klärt und die Strafsümme ihnen zurückerstattet Rammer. Das Kriegsministerium fordert für] deckten Reitbahn und eines Krankenstalls zu Baben- werde. Der Ausschuß will das Gesuch der Pe

Bewaffnung, Bekleidung und Ausrüstung der kandwehr, ferner für Aufstellung der Feldlazarethe und der für den Feldsanitätsdienst nöthigen Ein⸗ sichtungen sowie für Garnisonirung von drei Schwadronen in Babenhausen im Ganzen 356,692 Gulden 31½ kr. Die Mehrheit des Aus- schusses kommt nach dem sehr eingehenden Aus- schußbericht zu dem Antrage, einen Theil der Ausgaben auf die nächste Finanzperiode zu ver⸗ schieben und sonach zu den erwähnten Zwecken zur die Gesammtsumme von 225,000 fl. zu ver⸗ willigen. Der Regierungscommissär vertheidigt die Anforderungen des Kriegsministeriums, da Ersparnisse und ein Hinausschieben der Anschaffungen für die Landwehr nicht thunlich seien. Kraft spricht für die Ausschußanträge. Dumont ist gegen jede Anforderung, denn einmal habe das vorige Kriegsministerium versprochen, die unum⸗ gänglich nolhwendigen Ausgaben dem Lande erst nach und nach, aber nicht auf einmal zuzumuthen, ferner seien die gegenwärtigen Anforderungen bereite in der verwilligten Pauschsumme enthalten und endlich könne er nicht zugeben, daß für Zwecke des Kriegs alle Culturzwecke bei Seite gesetzt würden. Fink stimmt vollständig mit der Ausschußmehrheit; man solle nicht Ausgaben machen, die erst späteren Finanzperioden zu gut kämen, man brauche jetzt nicht eine Masse von Kleidern 1c. anzuschaffen die erst nach Jahren gebraucht würden und unterdessen vielleicht an Werth verlören, v. Biegeleben spricht für die Ausschußanträge, Hauptmann Ronstadt ö vertheidigt die Regierungsanforderungen bezüglich ber Sanftätsanstalten. Es sperchen noch mehrere

Redner, worauf zur Abstimmung geschritten wird.

Die Kammer bewilligt unter beinahe einstimmiger 1 blehnung der weiter gehenden Regierungsvorlagen für Aus ruͤstung der Landwehr 150,000 fl., für Aufstellung der Feld lazarethe 43,000 fl., für Ersatz der aus der Reilerkaserne entnommenen

hausen 18,000 fl. im Ganzen 225,000 fl. an die Stelle der angeforderten 356,000 fl. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde der Antrag Dumont Edinger(die Kammer wolle gegen die Aeußerung des Kriegsministers, als liege die Pensionirung von Offizieren nicht in seiner Hand, Verwahrung einlegen und erklären, daß durch die Militärconvention und die norddeutsche Bundes verfassung in der constitutionellen Verantwortlich keit des Kriegsministeriums keine Aenderung ein getreten sei) mit 18 gegen 17 Stimmen abgelehnt.

5, März.

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In der zweiten Kammer über⸗

gaben die Abgg. Hallwachs und Fink eine Juterpellation über den Stand des von beiden Kammern genehmigten Anbaus an das Darm-

städter Gymnasium. Abg. Dernburg intetpellirt das Finanzministerium wegen Einführung der Braumalzsteuer. Der Vertrag mit dem nord deutschen Bund und Baden über die Einführung der gegenseitigen militärischen Freizügigkeit wird einstimmig angenommen. Die von der Regierung vorgeschlagene Erhöhung, der drei Gehaltsklassen der Kreisbauaufseher auf 400, 500 und 600 fl. wird von der Kammer genehmigt. Ein Antrag von Schäfer auf Aenderung einiger Bestimmun⸗ gen des Mainzer Landrechts wird in Erwartung der baldigst einzuführenden norddeutschen Bundes- gesetzgebung abgelehnt. In Allendorf an der Lumda fanden sich einige strenge Lutheraner ver anlaßt, ihre Kinder nicht in die Schule des Ortes, sondern in die Schule des Wegstunden ent fernten preußischen Ortes Ebsdorf zu schicken, weil bei dem Religions Unterrichte in ihrem Heimaths orte außer dem lutherischen auch noch der badische Katechismus in Gebrauch ist. Sie wurden deß halb in Strafe genommen und diese Strafe auch auf erfolgten Recurs an das Ministerium nicht zurückgenommen. Die Gemaßregelten wenden sich

nun an die Kammer mit der Bitte, daß ihr Ver halten in dieser Schulfrage für gerechtfertigt er

tenten der Regierung zur Genehmigung empfehlen. Sämmtliche Redner sprachen für die den Eltern zu überlassende Freiheit, einzig und allein über die Erziehung ihrer Kinder und demnach auch über die Wahl der Schule zu bestimmen. Bei der Abstimmung wird der Ausschußantrag ein- stimmig mit Einschiebung des Wortesdringend angenommen. Wernher stellt den weiteren An⸗ trag, die Regierung zu ersuchen, durch geeignete Maßregeln ähnlichen Auslegungen des Schulediets vorzubeugen. Dieser Antrag wird gegen acht Stimmen angenommen.

Der Großh. Geheime Staatsrath Franck hat sich als Bevollmächtigter der Gr. Regierung nach Berlin begeben, um einen Jurisdictions- Vertrag mit dem Norddeutschen Bunde zum Ab- schluß zu bringen.

DieWorms. Ztg. bringt die Mik⸗ theilung, es sei auf das Gesuch um Bewilligung einer Audienz bei Sr. Kgl. Hoheit dem Groß⸗ herzog behufs Ueberreichung der an ihn in der protestantischen Landesversammlung vom 21. v. M. beschlossenen Adresse amtlich erwiedert worden, daß der Großherzog die gewünschte Audienz nicht gewähren könne, daß aber die Vorstellung,für deren Inhalt Seine Königliche Hoheit Allerhöchst Sich besonders interessiren, bei der Cabinets- direktion abgegeben oder direkt an den Landes- herrn eingesendet werden möge.

* Friedberg. Wie verslautet, wurde der Commandeur des hiesigen Jägerbataillons, Major Anschütz, zum I. Inf.⸗Regt. nach Worms ver⸗ setzt und dem Major Lautenberger von ge⸗ nanntem Regimente das Commando des J. Jäger- Bataillons übertragen. 0

Mainz. Laut einer Communication Großb. Kreisamtes wurde in Folge der gepflogenen Ad ministrativ-Untersuchung die Suspension vom Dienst veisügt gegen den Ober ⸗Controleur des Octroi's und die Einnehmer am Münster, Gau- und