Ausgabe 
7.5.1870
 
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nach Deutschland erst am 11. d. M. antreten. Am 13. b. trifft der Kaiser hierselbst ein und setzt nach einigen Tagen die Reise nach Ems fort.

In dem Zollparlament wurde der Handels vertrag mit den Hawaischen Inseln ohne Debatte angenommen; es folgt hierauf die Discussion über den Antrag Bamberger wegen Ausdehnung der Münzreform auf die süddeutschen Staaten. Minister Delbrück erklärt die Bereitwilligkeit des nord- deutschen Bundesrathes, dem Antrag zu entsprechen. Becher spricht in Namen der süddeutschen Fraktion gegen den Antrag, welcher die Competenz des Zollparlaments überschreite und die Landesver⸗ tretungen präjudicire. Der Antrag wurde schließ⸗ lich angenommen.

Würtemberg. Stuttgart. Der König beeidigte den neuernannten Unterrichtsminister, seitherigen Kammerprästdenten v. Geßler. Nach der Beeidigung richtete der König an den Minister folgende Worte:Ich komme Ihnen mit vollem Vertrauen entgegen und erwarte, daß Sie die wichtigen Interessen Ihres Departements, denen ich hohen Werth beilege, pflegen und mir bei⸗ stehen werden, auch ferner den confessionellen Frie- den zu erhalten.

Frankreich. Paris. DasJournal offttiel bekämpft die jedes Anbaltes(7) ent⸗ behrende Ungläubigkeit der oppositionellen Blätter in Bezug auf das Complot; es sagt, die öffent⸗ liche Meinung werde richten.

DieAgence Havas meldet, daß mehrere

gegen das Plebiscit gerichtete Versammlungen in den Provinzialstädten von der Bevölkerung unter dem Rufe:Es lebe der Kaiser! Nieder mit der Republik! aufgelöst wurden. Am 3. d. wur⸗ den in Marseille mehrere Mitglieder des repu⸗ blikanisch⸗sockalistischen Comites verhaftet. In St. Quentin ist es in Folge der Verhaftung des dortigen Präsidenten der Société internationale zu Ruhestörungen gekommen, indem eine Anzahl von Arbeitern den Versuch machte, den Gefangenen zu befreien. Die Nationalgarde und die Gendarmerie stellten die Ordnung noch vor der Ankunft der herbeigerufenen Truppen wieder her

DasJournal officiel veröffentlicht einen Bericht des Generalprocurators Grandperret über die Complotangelegenheit. Der Bericht sagt, daß geheime Clubversammlungen zu dem Zwecke eine Emeute hervorzurufen und den Kaiser zu ermorden, bereits seit dem Juli v. J. stattgefunden hätten, und legt den Zusammenhang des Februarcomplots mit der gegenwärtigen Verschwörung dar.

Das gouvernementale Centralcomite für für das Plebiscit erläßt folgenden seinen letzten Aufruf, welcher schließt:Vernünftiger Weise ist kein Schwanken möglich; geht also zur Abstimmung und stimmt Alle mit Ja. Auf diese Weise zählt ihr euch, und da ihr ohne jeden Zweifel weitaus die zahlreichsten sein werdet, so sichert ihr die richtige Vertretung eurer Interessen und eurer Ansichten in allen Kundgebungen des allgemeinen Stimmrechts. Ihr thut noch mehr: ihr füllt den Graben der Revolutionen aus, in welchen alle Regierungen gestürzt sind. Welches ist die Re⸗ volution, die Frankreich nicht Milliarden gekostet bätte? Wähler! Wollt ihr die Freiheit? Stimmt

mit Ja! Wollt ihr die Ordnung? Stimmt mit Ja! Wollt ihr den Bestand? Stimmt mit Ja! Wollt ihr das Gedeihen? Stimmt mit Ja! Wollt ihr unsere Bemühungen, unsere Hingebung an⸗ erkennen? Stimmt mit Ja!

Die Unversöhnlichen und die Linke be⸗ schäftigen sich unausgesetzt mit der Armee und die Regierung soll über die Aufwieglungsversuche nicht ganz beruhigt sein. Das Comite der Linken hat ein Manifest an die Armee erlassen, worin diese aufgefordert wird, mit Nein zu stimmen.Ehe ihr Soldaten seid, heißt es darin, seid ihr Bürger. Wenn ihr glaubet, daß eine Regierung, die euch während eurer besten Jahre euren Bürgerpflichten, eurer Arbeit entzieht und Fremde aus euch macht in eurem eigenen Lande, eure Freiheit nicht verletze, dann simmt mit Ja unter den Augen eurer Vorgesetzten Wenn ihr dagegen an euren heimathlichen Herd zurückkehren wollet, wenn ihr es müde seid, als Wall und Werkzeug einer Politik zu dienen, die ihr selbst bekämpfen werdet, wenn ihr nicht mehr Soldat sein werdet: wenn ihr diese gottlosen und unfruchtbaren Kriege ver⸗ dammt, die euch euer bestes Herzblut kosten: dann stimmt kühn mit Nein. Fürchtet euch nicht vor Verfolgungen, welche euch diese Handlung der Mannhaftigkeit zuziehen möchte: der Geist Frank reichs wird euch beschützen. Vertraut einander! Gerade die besten unter euren Commandanten seufzen schwer über gewisse Befehle, die sie euch zur Ausführung übergeben müssen, auch sie wollen, daß die Armee eine nationale und nicht eine dynastische Institution sei, auch sie verwünschen den Cäsarismus ꝛc. ꝛc.

Großbritannien. London. Vor einigen Abenden wurde den Herren Flourens und Tibaldi ein Banket unter dem Vorsitze des Hrn. Le Lubez gegeben. Hr. Flourens stellte seine Theilnahme an den jüngsten Verschwörungen in Paris positiv in Abrede. Es wurde ein Toast ausgebracht auf die Herren Rochefort und O' Donovan Rossa.

Donaufürstenthümer. Ein Erlaß des rumänischen Ministeriums besagt, daßJuden und Vagabunden der Uebertritt über die Gränze nach Rumänien ferner nicht gestattet wird. Der kaufmännische Forkschrittsverein zu Czernowitz hat sich deßhalb telegraphisch an den Ministerprästdenten Grafen Potocki gewendet, um die Intervention der österreichischen Regierung herbeizuführen.

Friedberg. Im SaaleZu den drei Schwertern wird heute Samstag eine Ausstellung amerikanischer optoplastischer Ansichten eröffnet. Wir lassen hier folgen, was dasBraunschw. Tageblatt über diese Bilder ver⸗ öffentlicht:Die Ausstellung ist so gelungen angeordnet, daß man sich der Täuschung vollständig hingeben kann, als stehe man theils auf einem hohen Thurm und sebe über das Häusermeer von Newyork, Baltimore und Phila⸗ delphia hinweg bis an den meilenweit entfernten Horizont, oder man stehe dicht vor einzelnen Bauwerken dieser Städte, von denen uns dae Capitol in Washington, die katholische Kirche in Newyork besonders angesprochen haben. Noch interessanter sind aber eine Anzahl Ansichten vom Niagara⸗ fall und der über ihn führenden Hängebrücke, unbestritten das genialste und großartigste Bauweik unserer Zeil. Da alle diese Ansichten in den natürlichen Farben dargestellt sind, so scheint Alles vor unsern Augen zu leben, und je länger wir unsern Blick darauf richten, um so plasischer tritt auch jeder Stein, jedes Blatt hervor. Alle diese amerikanischen Ansichten sind vor ungefähr zehn Jahren

von einem französischen Photographen an Ort und Stelle!

aufgenommen worden und zwar nur in diesen einzigen Exemplaren, so daß in der That etwas Aehnliches nicht wieder gesehen werden kann. Der Intendant der Newyorker Firma Kornfield hat sich durch Ausstellung derselben in Europa den wohlbegründetsten Beifall erworben. Derselbe ist stets im Saale anwesend und macht mit der größten Bereitwilligkeit den Cicerone bei dieser Wanderung zu den Sehenswüldigkeiten der westlichen Hemisphäre. Außer diesen amerikanischen Ansichten sind noch vier sogenannte Revolber⸗Stereoscope aufgestellt. Die Bilder in demselben sind gleichfalls wahrheitsgetreu colorirt. Der Eintritls⸗ preis ist im Verhältniß zu dem dafür Gebotenen ein sehr bescheidener, so daß sich auch Unbemittelte diesen Genuß und zugleich Erweiterung der Kenntnisse unserer Erde ver⸗ schaffen können.

Frankfurt. Am 1. d. M. versammelten sich dahier etwa 40 Thierärzte aus dem Großherzogihum und den angränzenden Ländern und Frankfurt zur Constituirung eines thierärztlichen Vereins. Dieselbe erfolgte durch Berathung und Annahme der Statulen, worauf alsbald zur Wahl des Vorstandes geschritten wurde. Zum Präsi⸗ denten wurde erwählt Hr. Prof. Pflug in Gießen, zum Secretär Hr. Kreisthierarzt Dr. Neischer in Vilbel, zu Mitvorständen die Herren Obermedicinalrath Dr. Wüst in Darmstadt, Veterinär- Assessor Dr. Kastres in Mainz und Kreisthierarzt Dr. Winkler in Gießen. Der Consti⸗ tuirung folgte ein gemeinsames Mahl imHotel Drexel.

Mainz. In einer hiesigen Gastwirthschaft hat sich ein Fremder mit Blausäure vergiftet. Derselbe war aus Amerika herübergekommen. Bei der Leiche, welche duich die Polizei auf den allgemeinen Friedhof gebracht wurde, fand man ein Portemannaie mit Geld und in den Hosen des Verstorbenen über 1700 fl. gemünzies Gold, sowie außer Ringen noch ungemünztes Gold. Ueber die Perso⸗ nalien des Unglücklichen ist Nichts bekannt.

Lampertheim. Seit einiger Zeit wird von einer nicht unbedeutenden Anzahl verkommener Subjekte aus der badischen Gemeinde Käferthal in den Waldungen der Gemeinde Viernheim die Wilddieberei geschäftsmäßig be⸗ trieben und sind dieser Tage zwei Gensdarmen nach letzt⸗ genanntem Orte commandirt worden, um mit Unter⸗ stützung des dortigen Forstpersonals, welches mit diesen verwegenen Menschen bereits blutige Kämpfe hatte, dem Unfug in gebührender Weise entgegenzutreten.

Verloos ungen. 5

Braunschweig, 1. Mat. In der heutigen Serien⸗ ziehung der Braunschweiger 20⸗-Thlr.⸗Loose von 1808 wur⸗ den folgende 68 Serien gezogen: Serie 233 821 825 830 845 1018 1068 1147 1189 1663 1726 1748 1997 2034 2242 2383 2489 2588 2921 3007 3171 3260 3550 3707 3785 3843 4174 4731 4740 4978 4986 5250 5383 5385 5453 5455 5917 6326 6748 6803 69 78 6986 7235 7328 7366 7543 7725 7776 7816 7971 8106 8237 S4d0 8433 8577 8583 9031 9152 9295 9330 9352 9426 9556 9782 9793 9857 9877 9924. Die Gewinnziebung findet am 30. Juni d. J. statt.

Venedig, 30. April. In der heutigen Ziehung der 30⸗Frs.⸗Loose von 1869 wurden folgende Serien gezogen: Serie 5202 und 12335. Bei der Gewinnziehung fielen auf Serie 12335 Nr. 21. 100,000 Frs., Nr. 11 2000 Frs., Nr. 7, 8 und 25 je 400 Frs.

Für hülfsbedürftige Jsraeliten in Palästina ist weiter eingegangen: Bei B. Grödel von einem Un⸗

genannten 18 kr., desgleichen 1 fl., desgleichen 45 kr., M. Nußbaum 2 fl., Löb Herz 2 fl., Gebrüder Bendheim

2 fl., Löb Oppenheim 1 fl. 30 kr., M. Reiß 3 fl., L.

Goldmann 4 fl., Joseph Butzbach 1 fl., L. Fürth 1 fl. 45 kr., A. Nauheim 1 fl. 45 kr., Wittwe Nußbaum 1 fl., B. Grödel 1 fl. 45 ke. Bei Mayer Hirsch: Von Mendle Garde 36 k., Sal. Simon in Melbach 1 fl., Z. Grödel Wittwe 3 fl. 30 kr., Eduard Hirsch 1 fl. Bei S. Schloß: Von J. Haas in Bönstadt 1 fl., J. Löwenthal daselbst 1 fl., J. Löb daselbst 1 fl., Isaa Löwenthal daselbst 1 fl. 10 kr., Feist Löwenthal daselbst 48 ke., Michael Müller daselbst 30 kr., Fr. H. E. Fried⸗ berg daselbst 30 kr., K. J. Schloß daselbst 36 kr., J Stern in Bruchenbrücken 1 fl. 30 ke. Im Ganzen 36 fl. 58 kr. Um weitere Liebesgaben wird gebeten.

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