½ Stunde von bier gelegenen Isenberg auf⸗ gefahrenen dres badischen Batterien 24.Pfündern. Um 11½ Uhr trat in dem Bombardement eine Pause ein. Dasselbe soll gegen Abend in ver⸗ stärktem Maße wieder aufgenommen werden..
— Der Verlust der bayerischen Truppen in den Gefechten am 10. und 11. October bei Orleans ist glücklicher Weise viel geringer, als man anfänglich befürchtete. Todt blieben 11 Offiziere, 16 Unteroffiziere und 100 Soldaten, verwundet wurden 37 Offiziere, 47 Us teroffiziere und 499 Soldaten.
— Aus Zabern meldet man der„Karlsr. Ztg.“ unterm 30. October:„Heute kamen preu⸗ ßische Artilleristen auf dem Wege nach Pfalz⸗ burg mit sechs Stahlkanonen hier durch.“
Hessen. Darmstadt. Einem aus Rezon⸗ ville am 29. v. Mts. geschriebenen Briese eines Angehörigen des 3. Infanterieregiments entnehmen die„Heff. B.“, daß der größte Theil unserer zessischen Division bereiis am 30. October den Marsch nach dem Süden Frankreichs antreten sollte. Am 29. früh wurde der bereits mitgetheilte Tagesbefehl des Prinzen Friedrich Karl an die unter seinem Commando gestandenen Truppen verlesen, worauf die Truppen dem tapferen Prinzen ein dreimaliges Hoch ausbrachten. In demselben Augenblick ritt ein preußischer General an der 50.(hessischen) Brigade vorüber. Derselbe hielt mit seinem Stabe und sprach der hessischen Diviston seine Anerkennung für ihre Bravour aus, worauf er mit einem dreimaligen Hurrah für unseren Großherzog schloß, in welches die Brigade be⸗ geistert einsimmte. In Metz muß das Elend furchtbar gewesen sein. Da natürlich die Soldaten zuerst Nahrung erhielten, so blieb für die vor Beginn der Belagerung nach Metz geflüchteten Bewohner der umliegenden Ortschaften wenig übrig. Die armen, halbrerhungerten Leute, welche der Krieg überdies fast um ihre ganze Habe ge⸗ bracht hat, boten einen entsetzlich elenden Anblick.
Preußen. Berlin, 2. Nov. Die„Pro- vinzial ⸗Correspondenz“ schreibt: Von den bisher vor Metz verwandten Truppen wird das 7. Corps in Metz bleiben und zugleich zu weiteren Opera⸗ tationen gegen Thionville verwandt werden. Die Division Kummer bringt gefangene Franzosen nach Deutschland und bleibt dann in der Heimath. Der größere Theil der Armee von Metz bleibt unter dem Oberbefehl Friedrich Karls, vermuth⸗ lich zu Operationen gegen den Süden und die Mitte Frankreichs. Die von der früheren ersten Armee verfügbar gewordenen Corps werden voraus⸗ sichtlich unsere Herrschaft im Norden ausbreiten und befestigen.
— Wie man bei Eintreffen des königlichen Telegrammes aus Versailles vom 27. Okt. über die Einnahme von Metz alsbald annahm, enthielt dasselbe einen telegraphischen Schnitzer, der nun dahin berichtigt wird, daß die bezügliche Stelle heißen muß:„Das ist eines der wichtigsten Er⸗ eignisse in diesem Moment“ und nicht„in diesem Monat“, wie das Telegramm besagte.
— Die„Nordd. Allg. Zeitung“ schreibt: Der Generalbefehl des Marschalls Bazaine ver⸗ bietet den Soldaten die Zerstörung von Waffen, weil dem Kriegsgebrauch gemäß Festungen und Bewaffnung an Frankreich nach dem Friedens ⸗ schluß zurückkommen, woraus geschlossen wurde, es seien Abmachungen getroffen, wonach wir Metz nicht behalten würden. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ glaubt, dieser Auffassung auf das Bestimmteste widersprechen zu dürfen.
Kassel, 1. Nov. Die Kaiserin Eugenie war vorgestern Abend gegen 5 Uhr auf dem Bahnhof zu Wilhelmshöhe im strengsten Incognito ange⸗ kommen und im Hotel Schombardt abgestiegen. Hier verweilte sie jedoch nur sehr kurze Zeit, da sie ihre Wohnung im Schlosse beim Katser nahm, von wo sie gestern wieder weiter gereist ist. Sie war von zwei Damen begleitet und tief ver⸗ schleiert.— Marschall Bazaine fuhr gestern in einem zweispännigen Wagen zum hiesigen Gouver⸗ neur, Graf Monts, verweilte daselbst längere Zeit und begab sich hierauf nach Wilhelmshöhe zum Kaiser.
— Dem Vernehmen nach wird Bazaine's Aufenthalt hierselbst wegen der beabsichligten Con⸗ ferenzen mit dem Kaiser auf Wilhelmshöhe sich auf einige Tage ausdehnen. Von seinen 9 mit⸗ gebrachten Pferden hat Bazaine 7 Stück ver⸗ kaust, und zwar für je 1000 Francs. N
— Die Kaiserin ist erst am 2. d. Abend von hier und zwar nach Hannover abgereisl.— Die Marschälle Canrobert und Leboeuf sind am 2. d. dahier angekommen.
— Am 1. d. Abends kamen mit dem Spät⸗ zuge der Main⸗Weserbahn von Mainz 21 ge⸗ fangene französische Generäle, 24 Offiziere, deren Adjutanten, und 70 Mann Ordonnanz⸗Soldaten unter Escorte von 2 Offizieren und 35 Mann Truppen des deutschen Heeres an, um hier zu übernachten. Am folgenden Tage wurden dieselben weiter befördert nach einer preußischen Festung.
Bayern. München. Eine von hier aus⸗
gegangene Anregung, daß Bayern aus den von Frankreich zu erhebenden Kriegsentschädigungs⸗ geldern die im Jahre 1866 an Preußen bezahlte
Summe von 30 Millionen Gulden in Form eines
Prätipiums zurückerstattet erhalte, soll, gutem Ver⸗ nehmen nach, im Hauptquartier zu Versailles Aussicht auf Berücksichtigung haben.
— Das„Südd. Corresp.⸗Büreau“ meldet, d. d. München, 1. Nov.: Von gutunterrichteter Seite wird uns die Mittheilung, die Verhand- lungen in Versailles seien soweit gediehen, daß die Staaten eine gemeinschaftliche Vertretung des deutschen Bundes annehmen. Baden, Würtem⸗ berg würden Post- und Telegraphenwesen an Deutschland abtreten und die Eisenbahnfahrpläne den Bestimmungen des Bundes unterordnen. Bayern habe nur Letzteres zugesagt. Ueber ein gemeinsames Parlament, sowie das Verhältniß der deutschen Fürsten zum Bundesoberhaupt, welches den Kaisertitel annehmen dürfte, seien die Verhandlungen noch in Schwebe.
— Die Stärke der mobilen bayerischen Armee, welche sich zur Zeit auf französischem Boden befindet, beträgt 95,000 Mann. In den Garni⸗ sonen befinden sich mit Einschluß der im vorigen Monat einberufenen Altersklasse 1849 39,000 Mann, so daß Bayern zur Zeit eine Heeresmacht von 134,000 Mann unter den Waffen hat. Die Ersatzmannschaft zweiter Classe, in der Stärke von ungefähr 20,000 Mann, ist bisher noch nicht einberufen, auch viele Landwehrmänner der Jahrgänge 1861 und 1862 sind noch beurlaubt.
Oesterreich. Wien. Die„Abendpost“ nennt Gambetta einen politischen Garibaldi und bemerkt zu dessen Proclamation:„Die nächsten Tage werden die gebührende Erwiderung auf seine Fälschung und sein blödsinniges Raisonnement bringen. Hoffentlich werden dem französischen Volke endlich die Augen aufgehen gegenüber solchen Phrasenhelden, die unendlich mehr Schaden bringen, als verlorene Schlachten.“
Frankreich. Tours, 1. Nov. Gambetta hat folgende Proclamation an die Armee erlassen: „Soldaten! Ihr wurdet verrathen, aber nicht entehrt. Jetzt, wo Ihr der unwürdigen Führer entledigt seid, kämpfet für die Rettung des Vater⸗ landes, für den heimathlichen Heerd, Eure Familien, für Frankreich, Eure Mutter! Rächet Eure Ehre, welche die Ehre des Landes ist. Eure Brüder von der Rheinarmee haben ihre Stimme gegen jenes feige Attentat erhoben, ihre Hände von der fluchwürdigen Capitulation freigehalten. Führet Ihr den Sieg zu uns zurück, Euch sind die Ge⸗ schicke des Landes anvertraut.“ f
— Hier eingetroffenen Berichten zufolge ist der Gesundheitszustand der Loire-Armee durchaus ungünstig.— Der„Univers“ meldet: Die Frant⸗ tireurs des Elsaß, der Bretagne und der Vogesen weigern sich, unter Garibaldi zu kämpfen.
—„Constitutionnel“ schreibt, daß die von Thiers vorgeschlagenen Waffenstillstandsbedingungen keine politischen Stipulationen, keine Clausel be⸗ züglich der Einberufung einer Constituante ert⸗ hielten, da solche das Recht Preußens zur Ein⸗ mischung in die inneren Angelegenheiten Frankreichs in sich schlössen. Durch stillschweigende Ueberein⸗
tunst würde die Möglichkeit geboten, das Land
zu consultiren. 4
Aus Paris wird gemeldet: Es sind Safe. Aussichten für das Zustandekommen eines Waffen⸗ stillstandes vorhanden. In Paris war am 28. v. M. das Gerücht von dem. 8 bereits an der Börse verbreitet.— Der Vorrath an frischem Fleisch ist fast zu Ende. Ein Pfund Butter kostet 25 Francs.— Thiers ist lau em⸗ pfangen worden.
Belgien. Brüssel. Die„Independante belege“ äußert sich über die innere Situakion
Frankreichs also:„Einige Puncte abgesehen, zeigt sich mehr Agitation und Lärm als männliche Die Klagen der französischen Journale
Energie. über die Haltung einzelner Ortschaften, einzelner Maires und Municipalräthe, nicht Widerstand geleistet, beweisen, daß ein Alles durchdringender machtvoller Patriotismus, welcher bereit ist, Allem zu trotzen, Alles zu opfern, nicht vorhanden ist.“
— 3. Nov. Fast sämmtliche bisher hier ein⸗ getroffene französische Journale tadeln Gambetta,
daß er voreilich den Stab über Bazaine gebrochen
habe, und verlangen, daß man erst dessen Recht⸗ fertigung abwarten solle..
— Ein Telegramm der„Independante belge“ vom 1. d. meldet:„Die Preußen zeigen einen ausgezeichneten Tact. Die Kaisergarde hat am 26. v. M. verhindert, daß das Volk in Metz sich des Waffenarsenals bemächtigte. Gegen Bazaine und seine Collegen macht die Volsstimme allge⸗ mein ihrem stärksten Unwillen Luft.“
Großbritannien. London.„Daily News“ schreibt aus Tours vom 1. November: Das Entlassungsgesuch Bourbaki's wurde ange⸗ nommen.
— Die„Times“ enthalten folgende Depesche aus Versailles den 1. November:„Thiers ist in der verwichenen Nacht von Paris zurückgekommen; er ist ermächtigt, auf der von Seiten Englands vorgeschlagenen Basis wegen des Waffenstillstandes zu unterhandeln. Thiers hatte eine lange Unter⸗ redung mit dem Grafen Bismarck. Er erklärte sich von dessen Aufnahme vollkommen befriedigt. Graf Bismarck erwiderte den Besuch Thiers. Thiers steht mit Tours in Verbindung.— Die Belagerungsarbeiten werden rührig fortgesetzt.
Spanien. Madrid. Prim wird in der Versammlung der Cortesmajorität die Candidatur des Herzogs von Aosta zur Sprache bringen. Die Sitzung für die Abstimmung soll auf den 11. November festgesetzt sein. Es geht das Ge⸗ rücht, die Republikaner würden aus den Cortes ausscheiden.
Italien. lorenz. Der spanische Ge⸗ sandte hat dem Hof und der Regierung die Zu⸗
stimmung der Großmächte zur Candidatur des
Prinzen Amadeo angezeigt.— Aus Turin wird berichtet: Canzio schreibt im Namen Garibaldi's, dieser könne den noch kommenden Freiwilligen keinerlei Garantien bieten.
— Die liberalen Blätter mißbilligen mit bemerkenswerther Einmüthigkeit und Energie die Haltung der provisorischen Regierung von Tours gegenüber der Capitulation der letzten kampffähigen französischen Armee. Das Circular Gambetta's wird von der„Riforma“ geradezu als eine Ab⸗ geschmackheit bezeichnet. Die„Italia Nuova“ findet, eine Fortsetzung des verzweifelten Kampfes sei jetzt, nachdem auch Metz gefallen, nur dann zu begreifen, wenn man die Lenker der französischen Politik für„wahnwitzige, in blödsinnigster Selbst⸗ täuschung befangene Tröpfe, oder für unerhörte Verbrecher“ halte, die aus egoistischen Motiven den Ruin des Vaterlandes herbeiführen.
Frankfurt. Am Nachmittag des 1. November kam der Generalstab Bazdine's hier an. Derselde bestand aus
5 Generälen, 20 Stabsofftzieren und 106 Offizieren. Viele der höheren Offiziere hatten ihre Frauen und Kinder bei sich, einige ließen sie hier zurück und setzten um 5 Uhr ihre Reise nach Kassel allein fort. Was die Eisenbahn⸗ züge mit erkrankten Soldaten anlangt, so gehen dieselben wieder etwas lebhafter. Im Ganzen kamen gestern 1300 aus französischen Lazarelhen Evacuirte hier vorüber.— Welche Kosten der Stadt durch die Einquartirungen er⸗ wachsen, möge aus folgenden Zahlen erhellen: 5 Monaten Sept. und Okt. sind, abgesehen von den dahier
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