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wird sich aber bei einer ernstlichen Berennung kaum lange halten können. Belfort dürfte jedenfalls stärkeren Widerstand leisten. Der dortige Commandant, General de Chargere, ist abgesetzt und der bei Sedan verwundete, aber wieder her— gestellte General Cambrial zu diesem Posten be— rufen worden.
Hessen. Darmstadt. Se. Maj. der König von Preußen haben des Weiteren nach- venannten Ofstzieren und Mannschaften der Groß derzogtichen Division das eiserne Kreuz zweiter Klasse zu verleihen geruht: 1) Von der Pionnier— TCompagnie: dem Hauptmann Brentano und Sergeant Johannes Stork. 2) Vom 1. Inf. Regt: dem Hauptmann Römheld; Lieutenant und Jat.⸗Adjutant v. Grolman; den Sergeanten Joh. Diebel, August Kraft, Georg Wilh. Lang, Heinr. Engel und Theod. Könner. 3) Vom 2. Inf. Kegt.: dem Oberlieutenant Heydacker, Lieutenant und Regt. ⸗ Adjutant Hof, den Corporälen Joh. Jeppel, August Steinbach, den Musketiers Philipp saub, Friedrich Veith und Konrad Schwalb. ) Vom 1. Jäger⸗Bat.: dem Lieutenant Julius Jauß, dem Zugsfeldwebel Heinrich Groß, den Sergeanten Georg Schweitzer und Conr. Röder, em Corporal Daniel Lyncker und dem Garde— zäger Georg Friedr. Hofmann. 5) Vom 3. Inf.-Regt.: dem Major Schulz, Oberlieutenant
Kölsch, den Sergeanten Heint. Grünewald und
Heinr. Geiß, den Corporälen Herm. Stahl und Wilh. Bretsch, sowie dem Gefreiten Franz Steeb ) Vom 4. Inf.- Regt.: Hauptmann Metzler, Oberlieutenant Schweikhardt(als Adjutant zur 0. Infanterie Brigade commandirt), und Ge⸗ eiter Martin Grooßmann. 7) Vom 2. Jäger- at.: Hauptmann Frhr. v. Weitershausen, den Sergeanten Peter Schmidt und Adam Hofmann, en Corporälen Aug. Winter und Ludw. Hohen- in. 8) Von der Feld Artillerie: Hauptmann Veygand, Oberlieutenant Draudt, Sergeanten Voseph Heyder und Joh. Pabst, Gefreiter Lorenz Löbel und Kanonier Joh. Sulzbach. 9) Vom 1 Reiter⸗Regt.: den Stabsordonnanzen Johannes Hörr und Wilh. Albert. 10) Vom Sanitäts- tesen: dem Divisions⸗Generalarzt Dr. Plagge bas Kreuz am weißen, schwarz gerändeiten Bande), ind dem Sergeant Jacob Wilhelm.
— 29. Sept. Die erste Kammer trat in rer heutigen Sitzung dem Beschlusse der zweiten kammer bei, die Regierung unter der Anerbietung, ne erforderlichen Mittel zu bewilligen, um Be⸗ waffung der für die hessische Division nöthigen, richt etatsmäßigen Bedürfnisse zu ersuchen. Kriegs- ninister Dornseiff sprach der Kammer seinen Dank
als und erklärte, daß man bereits 1500 wollene
kemden nach dem Kriegeschauplatz geschickt habe und das Bedürfniß nach anderen Gegenständen darch amtliche Erhebungen festzustellen suche. Den antrag Dumont auf Erlaß einer besonderen eitädteordnung betreffend beschließt die Kammer 1 Uebereinstimmung mit der zweiten Kammer, sesen Gegenst ind der Regierung zur Berücksich⸗ ung und weiteren Prüfung zu überweisen, lehnt sngegen, gleichwie die zweite Kammer, die weiteren unträge von Metz und Dumont in Betreff Ab⸗ nderung der Gemeinde-Ordnung kurzer Hand ab. — Nach eingetroffenen Nachrichten von der üsischen Division ist Generalmajor v. Wittich is Divisionsgeneral der 22. preußischen Diviston zun großen Armee vor Paris versetzt worden. Mainz. Der Durchzug der päpstlichen Armee e begonnen; morgen werden 3000 Zuaven von erselben erwartet.
Preußen. Berlin, 2. October. Der „Staatsanzeiger“ veröffentlicht einen königlichen Ellaß, welcher bestimmt, daß die von den Armeen tupirten Bezirke, die nicht dem Genkralgouver- ument von Elsaß Lothringen zugewiesen worden ird, unter die Verwaltung des Generalgouverne— umts zu Reims gestellt werden. Zum General- nuverneur zu Reims ist der Großherzog von Jacklenburg ernannt.
— Die„Kreuzztg.“ sagt: Nicht mehr das Do sondern das Wie? der deutschen Einigung zu erledigen; kein Stamm, keine Partei zweifele,
daß die militärische und diplomatische Leitung in Preußens starker 1 bleiben müsse. In der reformirten Bunde berfassung dürfe die Selbst⸗ ständigkeit der Einzelstaaten nicht weiter beschränkt werden, als die gemeinsamen Interessen erheischen. Der Träger der deutschen Centralgewalt müsse nicht ferner als Präsident, sondern mit einem Namen bezeichnet werden, der den monarchischen Charakter unzweifelhaft constatire. Ob deutscher König, ob deutscher Kaiser, die anderen deutschen Könige würden am Besten wissen, welchem Titel sie den Vorzug geben.— Die Königin besichtigte gestern den württembergischen Sanitätszug, der Verwundete hierher gebracht, und sprach den be⸗ treffenden Personen ihre Dankbarkeit für die Königin Olga aus. N Frankreich. Tours. Die„Times“ er- wähnt, daß General Ambert, des ewigen„Vive la république“ müde geworden, seinen Truppen erklärt, es wäre besser, wenn sie, statt zu schreien, auf das Exerciren Acht gäben, worauf Ambert von seinen eigenen Leuten arretirt, als Reactionär vor die provisorische Regierung geschleppt und, was kaum glaublich erscheint, weder von dieser noch von Trochu seine Befreiung erlangen konnte, — 1. Okt. Aus Paris eingetroffenen Nach- richten vom 26. v. M. zufolge sind in Vincennes und St. Denis Kriegsgerichte eingesetzt, um über Angriffe auf Eigenthum und Wegelagerung sum— marisch abzuurtheilen.— Pariser Nachrichten vom 27. Sept. melden:„Ein Erlaß des Ackerbau⸗ ministers vom 26. ordnet an, daß, mit dem 28. beginnend, das Fleisch von 500 Ochsen und 4000 Hämmeln täglich zur Verfügung der Pariser Ein- wohner gestellt werden soll. Das 05 soll für Staatsrechnung Lon Fleischern verkauft werden, deren Namen in den Mairien angeschlagen werden. Der Verkauf geschieht zu einer festgesetzen Taxe.“ — Der, Commandant des Forts Issy, welcher am 26. Sept. zur Uebergabe gufgefordert wurde, erwiederte, so lange er lebe, werde das Fort nicht übergeben werden.— Ueber die feindlichen Kriegs— operationen wird gemeldet: Der Feind scheint einen bestimmten Angriffspunkt noch nicht gewählt zu haben; er errichtet vorläufig nur eine Circum- vallation außerhalb der Tragweite der Geschütze. Die Geschütze der Forts schießen auf jeden feind- lichen Convoi, sowie auf jede größere Recognos— cirung innerhalb der Sehweite, und fast immer mit glücklichem Erfolg. Der Feind errichtet bei Versailles ein verschanztes Lager und scheint Vor⸗ bereitungen zu treffen, den Winter vor Paris zu— zubringen.— Binnen wenigen Tagen werden in Paris 250 Bataillone Nationalgarde, jedes zu 1500 Mann, unter Waffen stehen.— Die zweite Lieferung der in den Tuilerien mit Beschlag be— legten Papiere ist veröffentlicht. Dieselbe theilt u. A. eine Depesche der Kaiserin an den Kaiser mit, aus welcher hervorgeht, daß es die Absicht des Kaisers war, nach den ersten beiden Nieder lagen nach Paris zurückzukehren.— General Trochu hat eine Proclamation erlassen, welche die statt— gehabten Störungen der Ruhe, sowie die vor— gekommenen Verletzungen des Hausrechts scharf tadelt. Ein entsprechender Tagesbefehl vom General Tamister ist an die Nationalgarde gerichtet. Rouen, 30. Seßt. Skräßburtzs Fall wurde von der Pariser Regierung am 29. Vormittags zugestanden. Der Eindruck auf das Volk ist tief⸗ ernst. Die Regierung berieth 5 Stunden ohne Resultat über die zukünftige Haltung. Favre sprach für Wiederaufnahme der Waffenstillstanbs⸗ Verhandlungen. Nachmittags war erst darüber ein Beschluß in Aussicht gestellt. 8 Belgien. Brüssel. Der hier eingetroffene „Constitutionnel“ meldet:„Rochefort hat Flourens zur Unterstützung bei der Organisation der Barri— kadenausstellung, welche am 27. September be— gonnen hat, berufen.“ N — Dem„Journal de Bruxelles“ zusolge wurden die Milizen der Jahrgänge 1863, 1864, 1865 von der Infanterie und der Artillerie zu Fuß, sowie alle verheiratheten Mannschaften be— urlaubt, außerdem sollen mit dem 1. Okt. die Observationvarmee und die Armee von Antwerpen
nebst dem Generalstab aufgelöst werden.
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Großbritannien. London. Der Minister⸗ rath hat beschlossen, die bisherige Politik der ab⸗ wartenden Neutralität festzuhalten. 1
— Der Agent des Lloyd meldet aus Calais, daß das Einschiffungsverbot nur für Franzosen zwischen 30 und 35 Jahren gilt.
— Die Napoleonische„Situation“ ist der Ansicht, daß Jules Favre, wenn er aufrichtig Frankreichs Interesse im Auge hatte, statt blos die augenblicklichen Vortheile für sich und seine Genossen zur Aufregung der Massen zu Rathe zu ziehen, den Waffenstillstand hätte annehmen müssen. In einem andern Artikel zeigt die„Situation“, daß die jetzige Regierung der Nationalvertheidigung nur auf Lug und Trug beruhe und die Unwahr— heit mit der Besetzung des Mont Valerien nur eine der vielen lügnerischen Auskunftsmittel einer Regierung sei, welche durch die Lüge sich empor⸗ gebracht und durch die Lüge sich oben zu erhalten suche. Das Kaiserthum war bekanntlich die Wahr⸗ heit selbst.
— Die„Times“ enthalten folgende Depesche aus Lyon vom 29. September:„Gestern wurde eine regierungsfeindliche Demonstration versucht, General Cluseret erzwang sich Eingang in das Stadthaus und haranguirte das Volk. Die Na⸗ tionalgarde stellte die Ruhe wieder her. Cluseret sammt den anderen Rädelsführern wurde verhaftet. Blutvergießen fand nicht statt.“
Italien. Florenz. Der„Spinlone“ zufolge hat sich die Nachricht, der Papst habe die Absicht ausgesprochen, Rom zu verlassen, nicht bestätigt. Die italienischen Truppen haben in Folge der Aufforderung des Papstes die Engelsburg besetzt. Rom ist ruhig.
Rußland. Petersburg. Das Peters- burger Journal dementirt in formeller Weise die Nachricht von dem Ankauf amerikanischer Panzer— schiffe und Truppenansammlungen im Südwesten, sowie die Berufung Ignatieff's nach Petersburg anläßlich Verwickelungen mit der Türkei. Ruß⸗ land habe stets in lopaler Weise eine Politik des Friedens und der Vorsicht befolgt.— Der Kaiser empfing gestern Hrn. Thiers.
Offenbach. Am 21. v. M., hat der biesige Hülfs⸗ verein an unser Jägerbataillon vor Metz 650 Flaschen Kornbranntwein, 500 wollene Hemden, 1000 Leibbinden, 2000 Paar wollene Socken ꝛc. abgehen lassen. Diese und die früheren Sendungen haben im Lager die größte Freude erregt.
Darmstadt. Unternehmende Köpfe bringen große Transporte von Lebensmitteln nach Straßburg, wo sie sehr gute Geschäfte machen sollen, denn die Nold und die Entbehrungen, welche die Einwohnerschaft während der Belagerung gelitten, sind unbeschreiblich. Butter, Milch, Eier frische Gemüse waren selbst für alles Geld nicht mehr aufzutreiben.
Mainz. Um der weiteren Verschleppung der Rinder⸗ pest vorzubeugen, wird von nun an den auf den fran⸗ zösischem Boden slehenden Truppen kein lebendes Schlacht⸗ vieh mehr nachgeführt werden. Es wird vielmehr dahier eine Militärschlächtetei im großartigsten Maßstabe auf der Gustavsburg angelegt werden, so daß dort täglich 800 Stück Ochsen können abgeschlachtet werden, deren Fleisch eingesalzen dem Heere zugeführt werden wird.
VMerloosun gen.
Karlsruhe, 30. Sept. Bei der heullgen Prämsen⸗ Ziehung der badischen 35 fl. Loose fielen auf solgende Loose die beigesetzten Gewinne: Nr. 250755 35,000 fl., Nr. 253315 10,000 fl., Nr. 24010 4000 fl., Nr. 295905 266490 24015 27690 und 366582 je 2000 fl., Nr. 177960 352106 262953 355936 216591 303897 339405 32717 260489 24478 250771 und 260476 je 1000 fl.
Original-Recensionen über die„Victoria“.
Der Jahrgang 1870 der„Victor ta,“ Muster und Modezeitung, liegt nunmehr vollständig vor. Ein Blick auf die reiche Fülle von Mustern zu allen möglichen Handarbeilen, die sowohl unendlich viel Neues, wie manches Bekannte in neuer geschmackvoller Form darbieten und überall die genaueste Anweisung zur Anfertigung in anschaulichster Weise darstellen, läßt nicht verkennen, daß dieses Blatt in seiner Aufgabe das Mögliche leistet und ist es daher erklärlich, wie dasselbe so allgemeine Ver⸗ breitung gefunden hat, daß es nicht nur in Deusschland, sondern in allen civilisirten Ländern in tausenden von Exemplaren Absatz findet. Aber auch der belletristische Theil, des Journals bietet viel Angenehmes und Nützliches zugleich, wodurch das Ganze zu einem kechten Fanisien⸗ blatte wird. Die Beigaben an coldtirten Modekupfern, wie sie dieses Blatt giebt, werden von keinem andern Journal geliefert. Dasselbe ist zu dem billigen Preise don 20 Sgr. pro Quartal zu haben und kann so— wohl durch die Post, wie durch die Buchhandlungen be—
zogen werden.


