Lich auf die dritte evangelische Schulstelle zu Lich präsentirten Schulamtsaspiranten Jäger aus Staden für diese Stelle zu bestätigen; am 7. April dem evang. Schullehrer zu Berkach, Schnellbächer, die fünfte evang. Schulstelle zu Eberstadt,— dem katholischen Schullehrer zu Vockeurod, Ramb, die katholische Schulstelle zu Seibelsdorf zu übertragen,— den Hauptzollamts⸗Controleur bei dem Hauptzollamt Darm⸗ fladt, Stein, zum Rendanten bei dem Hauptzollamte Gießen und der damit verbundenen Ortseinnehmerei der indirecten Abgaben zu ernennen.
— Auch in dem laufenden Jahre wird wieder ein landwirthschaftlicher Lehreursus für Schullehrer mit sechswöchiger Dauer dahier statthaben. Derselbe wird jedoch, abweichend von der seitherigen Ein⸗ richtung, schon Mitte Juli beginnen und mit Ablauf des Monats August endigen. Bei dieser Aenderung nahm man auf die vollständige Be⸗ nutzung der Ernteferien Rücksicht, in welchen die Lehrer ohne alle Beeinträchtigung ihres Berufs dem Unterricht obliegen können.
Mainz. Die Generalversammlung der hessischen Ludwigsbahn hat 9½ Procent Dividende, sowie den Bau einer Bahn Mannheim-Worms, be— ziehungsweise der Riedbahn, beschlossen. N
Aus Rheinhessen. Acht protestantische Geistliche Rheinhessens haben in diesen Tagen an ihre Collegen in der Provinz die Einladung er- lassen, sich den 11. Mai, Vormittags, zu Alzey im Gasthof zu den„drei Königen“ zu einer Ver- sammlung einfinden zu wollen, um über die gegen- über dem Protestantenverein einzunehmende Haltung zu berathen.
Preußen. Berlin. Das Zollparlament trat in die Berathung über den Entwurf, betr. die Tarifreform, ein. Staatsminister Delbrück beleuchtete den Entwurf unter Vergleichung mit früheren Entwürfen im Wesentlichen nach den bekannten Motiven der Vorlage. Die Erhöhung des Caffezolles bezwecke aur die Ausgleichung der durch die Tarifreform herbeigeführten Ausfälle. Der Minister sprach schließlich Namens der Re— gierungen das Vertrauen aus, daß die Vorlage die Zustimmung des Hauses finden werde. Zur allgemeinen Debatte haben sich zwölf Redner ge⸗ meldet, sechs für und sechs gegen die Vorlage. Nachdem Bamberger und Benda für, Schneider und Löwe gegen den Tarifteformentwurf gesprochen haben, erklärt der Finanzminister Camphausen, die Zurückweisung der Vorlage werde das An⸗ sehen des Zollparlaments sowie des Zollvereins schwächen, hinsichtlich der Essenzölle sei eine Herabsetzung durch den österreichischen Handels- vertrag erfolgt. Der Finanzminister bestreitet, daß es unzulässig, die Eisenzölle zu reformiren, ohne mit den Roheisenzöllen zu beginnen. Er⸗ leichterungen einerseits ohne Compensation ander⸗ seits seien undenkbar, bei dem vorgeschlagenen Kaffeezoll sei eine früher höhere Besteuerung nicht erreicht; die Ansicht, daß von der Erhöhung des Kaffeezolls die ärmeren Volksklassen getroffen werden würden, sei hinfällig. Anderseits sei der Einfuhrzoll auf Vieh herabgesetzt, die Forderung der Regierung keine unbillige, man möge sie da⸗ her genehmigen.
— Im Zollparlament sind zu Referenten über den Antrag Bamberger's, betreffend die Münzreform, Fabricius und Weigel ernannt. Die Berathung im Plenum wird nächstens stattfinden. Der An⸗ trag der Referenten lautet dahin, das Zollparla⸗ ment wolle beschließen, dem Antrag seine Zu⸗ stimmung zu ertheilen. 5
— Der König und die Königin besichtigten mit dem Großherzog von Hessen den im neuen Museum aufgestellten Hildesheimer Silberfund. Sonntag Abend findet auf Wunsch des Groß⸗ herzogs die Aufführung der„Meistersinger“ im Opernhause statt. Montag Morgen wird der Großherzog nach Dresden abreisen.
— In dem Zollparlament wurde die General debatte über die Tarifvorlage fortgesetzt. Miquel erklärte sich mit einzelnen Vorbehalten für die Vorlage, Mohl und Wedemeyer dagegen. Der
Bundescommissär Michaelis recapitulirte die De⸗
batte und empfahl Annahme des Tarifs. Die Geytraldebatte wurde hierauf geschlossen. Specialdebalte wurden die Positionen unten Nr. 1
angenommen.
— Die Fraction der Fortschelktspartei hat intervenirten die Polizei⸗Commissäre nicht.
nach der„Volkszeitung“, einstimmig beschlossen, die Erhöhung des Kaffeezolles abzulehnen.
— Der„Staats-⸗Anzeiger“ meldet die desinitive Ernennung des geh. Oberpostraths Stephan zum Generalpostdirector und zum Bevollmächtigten beim norddeutschen Bundesrathe.
Würtemberg. Das Oberamt Tübingen sieht sich auf Grund längerer Untersuchung ver⸗ anlaßt, vor dem Hause Laz. Sam. Cohn in Hamburg(„Gottes Segen bei Cohn“) öffentlich zu warnen. Viele Bezirksangehörige ließen sich verleiten, den verlangten Betrag von 2 Thlrn. durch Postvorschuß einzuzahlen. Allein statt der erwarteten Anlehensloose bekamen die Einzahler entweder gar nichts oder ziemlich werthlose Loose einer verbotenen Classenlotterie. Einzelne, welche mit Klage drohten, erhielten ihr Geld zurück.
Oesterreich. Wien. In den füngsten Tagen sind hier Berichte von zuverlässiger Seite eingetroffen, welche geradezu eine neue Katastrophe in Rumänien als fast unabwendbar darstellen. Fürst Karl, noch dazu körperlich leidend, ist gänz⸗ lich isolirt, gewissermaßen aufgegeben. In der That findet er auch keine Minister mehr. Die Bratiano'sche Partei würde absolut siegreich sein, wenn nicht in neuester Zeit die vorhanden ge— wesene, aber schwache Partei der Anhänger des Exfürsten Cusa auffällig erstarkt wäre. Und diesen kritischen Moment benützt die Pforte, um dem Fürsten Karl zu notificiren, daß sie das von ihm in Anspruch genommene Münzrecht nicht an⸗ erkenne, ein Recht, welches, wenigstens thatsächlich, bereits anerkannt war. 1
Frankreich. Paris. Die Oppositions⸗ blätter veröffentlichen folgenden neuen Protest: „Die Mitglieder des Comites der Linken und der demokratischen Presse von Paris und der Departements protestiren, in Erwägung, daß kein besonderes Gesetz die Bedingungen einer Volksab— stimmung regelt und daß das Recht, zu sprechen, zu schreiben und mithin öffentliche Anschläge zu machen, dem souveränen Volke nicht in dem Augenblicke, da man es auffordert, seine Souveräne⸗ tät zu üben, durch ein ministerielles Rundschreiben entzogen werden kann, gegen das Verbot der öffentlichen Anschläge und gegen die Anmaßung der Regierung, die Mauern von ganz Frankreich zum eignen Vortheil confisciren zu wollen.“
— Die Erzbischöfe von Chamberry und Chambray und andere Würdenträger der Kirche fordern die ihnen untergebene Diöcesangeistlichkeit auf, bei der Abstimmung über das Plebiscit mit „Ja“ zu stimmen und irregeleitete Gewissen auf⸗ zuklären.
— Das„Memorial diplomatique“ schreibt: „Bei der Entgegennahme der französischen Note soll der Papst geäußert haben, die Kirche habe stets der Lage Rechnung getragen, welche den Staaten durch die Bedürfnisse der Völker und die Wechselfälle der Zeiten bereitet wurde; er würde die französische Note mit Aufmerksamkeit lesen.“ An demselben Tage häkten, wie das „Mem. dipl.“ meldet, die Vertreter der übrigen Mächte dem Staatssecretär Cardinal Antonelli Noten überreicht, welche die Schritte Frankreichs billigten.
— Die aus den Provinzen eingetroffenen Nachrichten stellen den Enthusiasmus für die Volks⸗ abstimmung bei weitem nicht so groß da, als man ihn bisher schilderte. Die Präfecten sehen sich gezwungen, behufs der Propaganda dieselben Männer zu benützen, welche sich bei den letzten Wahlen compromittitt haben. Die Mittheilungen zwischen den Ministern und Präfecten nehmen übrigens den Telegraph so stark in Anspruch, daß das Privatpublikum ansängt, sich zu beklagen.
In den Städten regt sich die Opposition immer stärker.
— Ledru⸗Rollin hat, wie die Liberts meldet, Paris verlassen und sich nach London zurückbegeben.
In der sprochen wurde.
— Am 26. d. fanden zehn öffentliche Ver⸗ sammlungen statt, in welchem das Plebestit be- Die Debatten waren im Ganzen wenig stürmisch. Obgletch in allen der social— demokratischen Republik das Wort geredet wurde, Emile
Ollivier wurde überall stark mitgenommen und von allen als politischer Renegat behandelt. In einer dieser Versammlungen kam auch die Frage Betreffs des Vebrennens der Wählerkarten zur
Sprache. Der Deputirte Crémieux erklärte diese Maßregel für ungesetzlich und forderte
die Wähler auf, die Abgabe ihrer Karten, wie sie das Recht hätten, zu verweigern, da sie sonst nicht der Abzäblung anwohnen könnten. Fast alle Versammlungen trennten sich unter dem Rufe: „Es lebe die Republik! Es lebe Rochefort!“—
— Das dieser Tage verbreitete Gerücht von einem Attentat auf den Kaiser war, wie die Zei— tungen berichten, durch die Verhaftung eines von London hierher gekommenen jungen Mannes veran- laßt, bei dem sich compromittirende Papiere fanden. Diese Papiere führten zur Verhaftung zweier anderer Personen. Eine Anzahl Bomben, Patronen und anderer Sprengmaterialien wurden mit Be- schlag belegt. Die Verhaftungen sollen mit einem Complot im Zusammenhang stehen.
— Das„Journal officiel“ bestätigt, daß ein Mann, Namens Baurie, verhaftet worden sei, welcher mit der Absicht, den Kaiser zu ermorden, von London hierher gekommen sei. Die Jour: nale melden, er habe einen Brief Flourens' mit sich geführt. ö
— Der römische Emigrant Cernuschi, welcher den Gegnern des Plebiseits 100,000 Fres. zur Verfügung stellte, ist ausgewiesen.
— Veranlaßt durch den einmüthigen Protest gegen den Erlaß des Ministers Chevandier, welcher anordnete, daß nach Abgabe des Votums die Wählerkarten den Wählern abzunthmen und zu verbrennen seien, beschloß der Ministerrath unter Vorsitz des Kaisers, dieses Deeret zurückzunehmen.
— Einige von den Führern der gegen das Plebiscit gerichteten Bewegung, deren Zuversicht durch den in der Wahlkartenfrage erfochtenen Sieg gestiegen ist, überreichten der Regierung einen Protest gegen die unter Commando der Vorgesetzten vorzunehmende unfreie Abstimmung der Soldaten. Die Regierungsblätter greifen Thiers wegen seiner das Plebiscit betreffenden Rathschläge an. Cre— mieux's Circulär, weiches Abstimmung mit Nein empfiehlt, ist höchst würdevoll und macht den tiefsten Eindruck.
— In einer der zahllesen Versammlungen, welche am 29. April statifanden und 34000 Besucher zählte, ging es sehr bewegt her. Das Ehrenpräsidium war hier den Herren Rochefort, Megy und Flourens übertragen und die Haupt— reöoner waren Ulrie de Fonvielle und Jules Lermina. Der Letztere brachte unter stürmischem Beifall eine ausführlich motivirte Anklageschrift gegen das Kaiserreich zur Verlesung. In diesem Schriftstück wurde dem-Kaiser ein langes Register seiner Sünden seit dem 2. Dezember 1851 bis in die jüngsten Tage entgegen gehalten. In Er⸗ wägung alles dessen, heißt es schließlich, verurtheilt das französische Volk im Namen der ewigen Ge⸗ rechtigkeit und des öffentlichen Gewissens Carl Ludwig Napoleon Bonaparte, genannt Napoleon III., zu lebenslänglicher Zwangsarbeit. Dieses Urtheil ist über das ganze Landesgebiet zu verbreiten und der Bestätigung des frarzösischen Volkes zu unter⸗ werfen.“ Auf die Worte„Napoleon III. wird zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurtheilt“, er⸗ klärte der Polizeicommissär, der sich bis dahin ruhig verhalten hatte, die Sitzung ohne weitere Verwarnung für aufgehoben. Er hielt trotz stür— mischer Proteste von allen Seiten diese Anord— nung aufrecht und zog sich zurück, während die Versammlung die Marseillaise und den Chor der Girondisten anstimmte. Die Versammlung ging endlich auseinander. Auf der Straße kamen noch mehrere Verhaftungen vor.
Großbritannien. Am Horizonte der orientalischen Frage dämmert wieder ein schwarzes Pünktchen auf. Londoner Blätter wissen von einem officiellen Proteste zu melden, den die Pforte bei Lord Clatendon durch ihren dortigen Bot⸗ schafter gegen das ägyplische Anlehen erhoben habe. Der Protest bestreitet dem Khedive das Recht der freien Disposition über seine Privat- chatoulle. Das Vermögen des Vitrekönigs sei
Bic bre
beraub! die W verehrt zur E. flüssg ur 3 Lehre der K. süt a ihr in von? jede l versal den e größe
M
. wo fi worde sich i macht
——
1096 2 macher. Vermd jeniger zu haz


