Ausgabe 
2.6.1870
 
Einzelbild herunterladen

Ber ö ef e ht

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß der Kreis angehörigen heutigen Sitzung des Bezirksraths des Kreises

gebracht, daß in der

Friedberg zu Mitgliedern und Ersatzmännern Tommisssonen für die Einkommensteuer 1. worden sind. 5

1) Für das Steuer Commissariat Bu tz ba ch:

Mitglieder:

Bürgermeister Reitz zu Södel. Jacob Wießler zu Butzbach.

Bürgermeister Möbs zu Nieder⸗Mörlen.

Louis Vogt zu Butzbach und

Ersatzmänner: Jakob Seippel zu Butzbach.

Bürgermeister Küchel zu Butzbach. Rentamtmann Mengel zu Griedel.

* Mitglieder: der Einschätzungs Abtheilung gewählt

2) Für das Steuer ⸗Commissariat Friedderg: Bürgermeister Schmidt zu Reichelsheim. Bürgermeister Stoll zu Nieder⸗Wöllstadt. Seligmann Hirschhorn zu Friedberg. Ersatzmänner: Bürgermeister Best zu Bruchenbrücken. Bürgermeister Geibel zu Bönstadt. 3) Für das Steuer ⸗Commissariat B ü dingen: Kammerherr Freiherr Wilhelm Löw, von und zu Steinfurth zu Ziegenberg. Friedberg den 28.

Mai 1870. Großherzogliches Kreisamt Friedberg 2

Hessen. Darmstadt. Unter unserer Jugend ist seit 1868 eine förmliche Kasernenscheu eingetreten; nicht allein Bursche, welche erst unter Waffen treten sollen, flüchten über den Otean, sondern auch bereits verpflichtete Soldaten ver- lassen die norddeutsche Tricolore In zwei Num⸗ mern der amtlichenDarmst. Zeitung werden nicht weniger als 60 Deserteure öffentlich auf gefordert, in ihre Garnisonen zurückzukehren und die zuerkannte Strafe abzubüßen. Viele An- gehörige derselben entschließen sich gleichfalls, die alte Heimath zu verlassen.

Preußen. Berlin. Auf Anregung des Bundeskanzler⸗Amtes haben sich die Regierungen von Norddeutschland, England und Amerika zu einer gemeinsamen Unternehmung gegen die See räuber in den ostasiatischen Gewässern zusammen⸗

gethan.

Gutem Vernehmen nach hat sich der König am 1. Juni 10 ½ Uhr auf zwei Tage nach Ems zum Besuch bei dem Kaiser von Ruß- land begeben. Er wird bis Sonnabend hierher zurückkehren.

DieKreuzzeitung schreibt: Das Bundes präsidium soll Schritte bei den süddeutschen Staaten beabsichtigen, welche zum Zwecke haben, daß die durch das Gesetz, betreffend die Actiengesellschaften, an dem Handelsgesetzbuche erfolgten Abänderungen auch von den Südstaaten acceptirt werden.

DerNational⸗Zeitung zufolge wäre der 12. Sept. für die Reichstagswahlen bestimmt; die Landtagswahlen würden unmittelbar darauf folgen.

Dem Vernehmen nach ist es die Absicht der Postverwaltung des norddeutschen Bundes, die Bestimmung aufzuheben, der gemäß die Geldab⸗ lieferungsscheine von den Empfängern außer der Namensunterschrift auch noch mit einem Siegel⸗ abdruck zu versehen sind. Dies Sitgel hat keine rechtliche Wirkung. Es bietet also der Postbehörde keine vermehrte Sicherheitsbürgschaft, während der Untersiegelungszwang für das Publikum nicht selten Weiterungen mit sich bringt, wenn z. B. bei Umzügen, auf Reisen u. s. w. das betreffende Petschaft nicht zur Stelle ist.

Wie dieN. 3. mittheilt, ist es mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand des Herrn Simson zweifelhaft, ob derselbe wieder ein Reichs- tagsmandat annehmen wird.

Die Incorporation Lauenburgs in Preußen soll Gegenstand einer Vorlage für den Landtag des Herzogthums werden.

Oldenburg DerWeser⸗3tg. wird von hier geschrieben:Mit welcher Spannung in unserem Lande der Entscheidung des Reichstages über die Todesstrafe entgegengesehen wurde, wer- den Sie begreiflich finden, da es sich für uns nicht um die Abschaffung, sondern um die Wieder einführung einer bereits seit 21 Jahren abgeschafften Strafart handelte. Im Jahre 1849 wurde in Anlaß der deutschen Grundrechte durch das neue Staatsgrundgesetz die Abschaffung der Todesstrafe ausgesprochen und weder bei der Revision der Verfassung in den folgenden Jahren noch 1857 bei Berathung des neuen Strafgesetzbuches ist ihre Herstellang in Frage genommen. Die letzten Hinrichtungen im Großherzogthum haben 1835 und 1842 stattgesunden, jedesmal wegen Mords.

Weimar Die Eisenacher Forstacademie hatte früher viele Zöglinge aus Hannover und Kurhessen. Nach der Einverleibung dieser Staaten

in Preußen hat sich jedoch die Frequenz der An- stalt gemindert. Es ist deßhalb eine Vereinbarung zur Erhaltung der Eisenacher Academie unter den Thüringer Staaten getroffen worden, wonach die Forstpractikanten vorzugsweise in Eisenach ihre Ausbildung zu suchen haben werden. Daneben gestattet auch Preußen seinen Forsteleven die Be⸗ nutzung der Eisenacher Academie, mit der nun auch eine Forstversuchsstation verbunden werden soll. Bayern. Mänchen. Pater Hötzl, der in letzter Zeit vielgenannte gelehrte Franciscaner und Vertheidiger Döllinger's, ist, nach zuverlässigen Nachrichten derAugsb. Abdztg., glücklich in Rom angekommen. Gegenüber Befürchtungen, welche bezüglich seiner persönlichen Sicherheit da⸗ selbst laut geworden sind, wird auf den Schutz verwiesen, den die dortige bayerische Gesandtschaft dem muthigen Mönche wie jedem andern bayerischen Unterthanen angedeihen lassen werde. Würtemberg. Stuttgart. Nach der Schwäbischen Volkszeitung ist am letzten Sonn- tag eine Note der norddeutschen Bundesregierung hier eingetroffen, in welcher die würtembergische Regierung ersucht wird, kundzugeben, wie sie sich stelle zu der Ausführung des vom Zollparlament angenommenen Bamberger'schen Antrags auf Niedersetzung einer Commission(Enquete) für die Vorbereitungen zur deutschen Münzreform. In derselben Note wird angezeigt, daß der Reichstag des norddeutschen Bundes die Subvention für den Gotthard bewilligen werde, und daß es nun an Würtemberg sei, vor Ablauf des Präclusiv- termins(Ende Juli) ein bindendes Wort in der einen oder andern Richtung zu sprechen. Oesterreich. Pest. In einem Pester Blatte wird folgendes ritterliche Cavalierstücklein gemeldet, das nur durch die Lammsgeduld des betheiligten männlichen Individuums nicht zur eigentlichen Säbel Affaire ward. Die hiesige Reform berichtet:Sonntag Abends wollte ein Herr in einen aus dem Stadtwäldchen zurück⸗ kehrenden Omnibus steigen, allein zwei Offiziere stießen ihn zurück; vergebens sagte er, daß er seine junge Tochter nicht allein im Wagen lassen könne; die Offiziere occupirten den Platz neben dem Mädchen und sagten, daß sie dieses schon behüten würden. Der Vater erklärte, daß dies ein un⸗ würdiges Benehmen sei, die Offiziere aber lächelten verachtungsvoll, bis endlich das Mädchen un⸗ geduldig ausstand und zu ihrem Vater sagte: Laß sie, so sind sie Alle! Hiemit wollte sie ab; steigen, die Offiziere aber fielen über das unschul⸗ dige junge Mädchen her und überhäuften es mit Schimpfnamen, als wäre es eine der gemeinsten Personen. Das Mädchen schluchzte, der Vater fluchte, die Passagiere des Omnibus murrten und wollten eben ihrem Zorne Luft machen, als die beiden Offiziere tapfer ihre Säbel zogen, aus stiegen und in einem Fiaker davonfuhren. Der beleidigte Vater hat die beiden nitterlichen Offiziere beim Obercommandanten Gablenz angezeigt. Man sieht, das Mittelalter mit allen Herrlichkeiten des Faustrechts ist diesseits wie jenseits der Leitha in vollster Blüthe. 5 Frankreich. Paris. Der Ministerrath hat am letzten Donnerstag den Gesetzentwurf, betreffend die Ernennung der Maires und Ad- junkten, festgestellt. Die Hauptbestimmungen sind

nach derPresse die folgenden: Die Maires und die Adjuncten werden in-Zukunft aus dem

Schooße der Municipalräthe erwählt und auf fünf Jahre ernannt.(Nach dem Gesetze von 1867 sieben Jahre.) In den Hauptstädten der Departements, Arrondissements und Cantone, so⸗ wie in den Gemeinden von 3000 Einwohnern und darüber, werden die Maires und Adjuncten vom Kaiser, in den anderen Gemeinden vom Präfekten ernannt. Die Municipalräthe werden auf eine Periode von fünf Jahren gewählt.

(Bisher ebenfalls sieben Jahr.) Wenn in dem

fünfjährigen Zwischenraum ein Municipalrath durch Erledigung auf drei Viertel der vorschrifts⸗ mäßigen Anzahl zurückgegangen ist, so wird zu den nothwendigen Ergänzungswahlen geschritten. Die Zahl der Mitglieder jedes Municipalraths wird im Verhältniß zur Bevölkerung jeder Ge⸗ meinde bestimmt. Der neue Gesetzentwurf ändert nichts an den Befugnissen der Maires und der Gemeinderäthe; doch wird hinsichtlich des letzteren Punktes ein besonderes Gesetz in Aussicht gestellt.

Glais-⸗Bizoin, Pelletan und Guyot⸗Mont⸗ payrvux haben folgendes Amendement eingebracht: Vom 1. Januar 1871 ab wird das Invaliden⸗ haus aufgelöst. Die neunhundert Invaliden, welche gegenwärtig das Hotel bewohnen, werden, je nach ihrem Wunsche, in ihre Familien geschickt oder in den Hospitälern ihrer Departements untergebracht. Das Invalidenhotel wird denn Kriegsminister zur Verfügung gestellt, damit er die Bureaux seiner Verwaltung in dasselbe verlege. Mit diesem Antrage wäre eine sehr bedeutende Ersparniß verbunden, denn die weitläuftigen Ge- bäude des gegenwärtigen Kriegsministeriums, sehr vortheilhaft im Faubourg Saint⸗Germain gelegen, repräsentiren einen Werth von mindestens zehn Millionen Francs.

Die Anklagekammer des Staatsgerichts hofes ist einberufen. Die Prüfung des durch das Dekret vom 4. Mai an diesen Gerichtshof ver- wiesenen Prozesses durch die Anklagekammer wird, wie dieGazette des Tribunaux berechnet, die ganze Woche in Anspruch nehmen. Die Zahl der Angeschuldigten beläuft sich auf 73, wovon die Hälfte provisorisch auf freien Fuß gesetzt ist.

DasJournal officiel veröffentlicht einen näheren Bericht über das Gefecht, welches die Franzosen unter dem General Wimpffen am 15. April am Ued Guir, dem algerischen Nil, mit den aufrührerischen Stämmen der marokkanischen Gränzen bestanden, und dessen siegreichen Erfolg, der die Unterwerfung einer Bevölkerung von mehr als 16,000 Seelen nach sich zog.

Belgien. Im Lager von Beverloo finden diesen Sommer große Feldmanövers statt, dem der preußische General Moltke und sein Stab beiwohnen werden. Der General wird übrigens die ganze Saison in Belgien, theils in Spaa theils in Ostende, zubringen,

Brüssel. Am 28. Mai Morgens durchzog ein stilles Gerücht die Stadt, daß ein ganzer Militärposten, fast im Mittelpunkt der Stadt auf⸗ gestellt, während der Nacht entwaffnet worden sei, ohne daß ein einziger Mann des Postens, nicht einmal die Schildwache, das mindeste merkte. Anfangs glaubte man an eine Mystification, aber bald stellte sich heraus, daß es sich um einen Posten in der Straße du Grand⸗-Hospice handelte. Dieser Posten, von einem Sergeanten befehligt, zählt augenblicklich zwölf Mann und hat mehrere Wachen zu stellen. Es scheint, daß man geduldet,

2 2 =

Cabrera erllärte

unter d gustritt. Garibal

1486 5 wird die für die h Accord g Die

Garnison

Fri

19 162! wird ar Assen! dazu g felge, nur 10 And wirt seiner S. gung ert Asse