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Beilage.
Kriegsnachrichten.
Ferrieres. Aus dem Hauptquartiere des Königs wird unterm 23. d. gemeldet, daß der Ring um die Hauptstabdt sich seit vorgestern nicht lein vollständig geschlossen, sondern auch noch nehr verengt hat. Der Ingenieur-General des roßen Hauptquartiers, General-Lieutenant von Rleist, hat vorgestern und gestern bereits mit seinem Adjutanten, dem Major Peters, die Angriffsfronten ecognoscirt. Der Feind hat seit dem 19. keinen Ausfall gemacht, und verhält sich seitdem abwar⸗ end. Bei dem Kampf am 19. zwischen Sceaux und Montrouge glaubt man das Bestreben der Zesatzung erkannt zu haben, die deutschen Truppen urch Zurückweichen auf unterminirte Stellen zu ocken. Es genügt dieses Erkennen aber, um die Absicht des Feindes zu vereiteln. Gestern Nach- nittag und Abend will man Gewehrfeuer und ogar einige Kanonenschüsse in Paris selbst gehört gaben, worüber indessen alle weiteren Nachrichten zhlen, da jede Verbindung mit der Stadt nach len Seiten hin vollständig abgeschaitten ist.
— Der neue Sieg der deutschen Waffen, die Zapitulation Straßburgs, die mit so viel Zlut und Trümmern erkauft ist, kann nicht ver- shlen, auf die Stimmung der französischen Be- lölkerung einen tiefen Eindruck zu machen. Daß ger energische Widerstand des eisernen Comman⸗ zanten gebrochen ist, daß derselbe den Sturm uf die Wälle nicht abgewartet, sondern zur Schonung der Stadt und des schon genug gergossenen Menschenblutes die Capitulation vor- zogen hat, deutet darauf hin, daß die deutschen kanonen bereits eine gangbare Bresche gelegt gatten, die es dem Commandanten gestattete, zur lebergabe zu schreiten. Bekanntlich ist es durch gen Codex der militärischen Ehre dem Festungs⸗ ommandanten, wenn nicht andere zwingende Ursachen(wie äußerste Hungersnoth, Epidemie, Rangel an Munition, Aufruhr in der Garnison 1c.) nitwirken, nicht erlaubt, an einen solchen Act zu senken, bevor der von ibm vertheidigte Wall eine ninreichende Bresche zeigt. Näheren Nachrichten über die der Capitulation vorausgegangenen Er- gnisse und über die Bedingungen der Capitulation hen wir noch entgegen.
Ein Telegramm der„Presse“ meldet von berlin, 27. Sept.: Bazaine und Uhrich haben ich für den Kaiser Napoleon, beziehungsweise die Legentschaft erklärt. Palikao begibt sich von Wilhelmshöhe direkt in das preußische Haupt Gartitr. Das Manifest Napoleon's, welches in uuglischen und belgischen Blättern erscheinen wird, zählt wahrheitsgetreu die Genesis des Krieges, ahnt zum Frieden, schildert das zweifache Ver⸗ erben, die drohende Gefahr der Fortsetzung des Krieges mit dem besser gerüsteten und in vor⸗ heilhaften Stellungen befindlichen feindlichen Nach⸗ lar und die Gefahr eines Bürgerkrieges. Das sübe erklärt in energischen Ausdrücken, die Mit- gieder der jetzigen Regierung seien Usurpatoren uind Hochverräther gegen Krone und Nation.
— Die bisherigen deutschen Trophäen betragen nuch dem„Staatsanzeiger“: 1 Kaiser, 1 Marschall, 39 Generale, 3250 Offiziere, 118,750 Mann, luclusive der Verwundeten bei Sedan, 10,280 erde, 56 Adler, 102 Mitrailleusen, 690 Ge⸗ scütze, 400 Fahrzeuge, mehrere Pontons⸗Colonnen, Magazine, Eisenbahnzüge, eine fast unberechenbare enge Waffen, Munition, Bekleidungsstücke, swurage und Proviant. Laon und Toul sind dübei noch nicht mitgerechnet, Straßburg selbst⸗ orständlich auch nicht.
5 sur Moselle, 22. Sept. Dem „Mz. Abdbl.“ wird von seinem Cortespondenten on der Hess. Diviston geschrieben: Dank den berr⸗ then Herbstwetter und den Freunden, welche nisere Soldaten mit Kleidungsstücken, Eßwaaren, eld u. s. w. beschenken, ist jetzt das Befinden niserer Soldaten ein befriedigendes. Die Kranken
id in den Lazarethen und werden nach Mög-
Oberhessischer Anzeiger.
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lichkeit weiter geschafft, indem täß lich Kranken- Depesche ihres Correspondenten:„Saarbrücken,
züge mit je 150 bis 200 Mann von hier nach Deutschland gehen. Ter Wohlthätigkeitssinn in unserem Großherzogthum verdient alle Anerkennung. Täglich kommen hier Waggons aus den ver— schiedensten Städten und Dörfern mit Liebesgaben an. Besondere Anerkennung verdient die Sendung, welche gestern von Mainz eintraf. Die Ver theilung wurde sofort vorgenommen, und als wir Abends durch die Bivouaks gingen, fanden wir jeden Soldaten bis auf den letzten Vorposten be— reits im Besitze seiner für ihn bestimmten Gaben. Unsere Leute sind jetzt fast alle so reichlich mit warmen Kleidern, Teppichen u. s. w. beschenkt worden, daß wir uns selbst, wenn es nöthig würde, vor einem Winterfeldzuge nicht zu fürchten brauchten.
— Ein Berichterstatter des„Fr. J.“ sagt über die Verpflegung der im Felde stehenden Truppen Folgendes: Wenn Klagen laut geworden sind über die Verpflegung unserer Truppen vor Metz, namentlich der hessischen Division, so kann ich die beruhigende Versicherung geben, daß diese Gerüchte im Ganzen jeder Begründung entbehren. Es mag bei den oft großen Schwierigkeiten, die dem Transport entgegenstehen, vielleicht in ein— zelnen Fällen einmal knapp hergegangen sein, das ist eben im Kriege nicht immer zu vermeiden; Thatsache ist, daß unsere deutschen Soldaten, Hessen wie Preußen, Bayern wie Würtemberger und Sachsen, wie alle anderen, nach und mit der besten Möglichkeit verpflegt werden, und daß ich persönlich nie einen Soldaten getroffen habe, vom 22. Juli bis zum 25. Sept.(und ich bin mit allen Contingenten in Berührung gekommen), der geklagt hätte. Ich selbst habe oft von dem Ueber fluß der Soldaten meinen Hunger gestillt, wenn (und das war oft genug der Fall) weder für Geld, noch im Wege der Requisition, Nahrungs— mittel aufzutreiben waren. Spectell vor Metz sah ich schöneres Fleisch, als je noch in Deutsch— land gefunden, in den Feld'kesseln der Soldaten, und diese selbst waren so munter, wohlgenährt, kräftig und guter Dinge, daß man sich freuen mußte.
— Alle Nachrichten aus den verschiedenen französischen Landestheilen stimmen darin überein, daß der Volkskrieg die Schleußen seiner traurigen Erscheinungen öffnet und deutscherseits hiergegen Repressalien und Vorsichtsmaßregeln in großem Maßstabe getroffen werden müssen. Wie es in dieser Beziehung in der Gegend von Paris aus- sieht, mag die folgende Stelle aus einer Corre- spondenz dei„Allg. Ztg.“ aus Palaiseau, 19. Sept. zeigen:„Die Feindseligkeiten der Civil- bevölkerung nahmen in den letzten Tagen einen bedrohlichen Charakter an, der die strengsten Re— pressivmaßregeln zur Sicherung unserer Armee nöthig macht. In Coulommiers mußten gestern 15 Civilpersonen erschossen werden, die nach un— serem Abzug auf zurückgebliebene Truppen gefeuert hatten.
24. Sept. Gestern fand bei Metz ein heftiger Angriff statt, bei dem ich gegenwärtig war. Die Franzosen versuchten mit Macht nach Thionville durchzubrechen, während gleichzeitig ein Schein⸗ ausfall gegen Mercy le Haut gemacht wurde. Vier Stunden lang starkes Kanonenfeuer. Schließ lich wurden die Franzosen zurückgetrieben. Das Gefechtsfeld nahm einen Raum von mehreren Meilen ein. Die Verluste der Franzosen waren bedeutend. Bazaine hat die Gefangenen, welche er gemacht hatte, abermals den Preußen zurück geschickt.“
Hessen. Darmstadt. Die Zahl der in die Großherzogliche Division gekommenen eisernen Kreuze beträgt jetzt 98, wovon 43 an Offiziere, 36 an Unteroffiziere und 19 an Gefreiten nnd Soldaten vergeben wurden. Ueber die Stärke der hessischen Felddiviston sind verschiedene Angaben im Umlauf, sie zählt im mobilen Verhältniß an Combattanten 348 Offiziere und 13,190 Mann, an Noncombattanten 154 Offiziere und 1450 Mann, im Ganzen daher 502 Offiziere und 14,640 Mann, also an Offizieren und Mannschaften 15,142 Mann.
Preußen. Berlin. Die„Provinzial⸗ correspondenz“ schreibt: Frankreich kann nicht hoffen, seine Niederlage in Sieg zu verwandeln. Jede Fortsetzung des Krieges ist vergebliches und deßhalb doppelt frevelbaftes Blutvergießen. Graf Bismarck hat diejenigen Forderungen angekündigt, welche Deutschland unbedingt stellen muß. Bei Frankreich steht es, zu verhüten, daß schließlich die Friedensbedingungen größer werden. Ganz Deutschland wird der wiedergewonnenen deutschen Stadt Straßburg nunmehr die herzlichsten Ge⸗ sinnungen entgegenbringen.
— Sicherem Vernehmen nach ist die Nach- richt über den Kampf und den Untergang der preußischen Corvette„Hertha“ vollständig unbe⸗ gründet. Die„Hertha“ ist seit ihrer Abreise nach den ostasiatischen Gewässern weder nur an- nähernd in das rothe Meer, noch überhaupt in die dortige Gegend gekommen.
— Aus Berlin wird der„Presse“ gemeldet: „Unsere Verluste bei Beaumont und Sedan stellen sich verhällnißmäßig geringer, als in den früheren Schlachten. Für die Tage des 30. August und 1. September berechnet man hier den Verlust nach ziemlich sicheren Nachrichten zusammen auf 12,000 an Todten und Verwundeten. Weißenburg und Wörth haben 10,000, Forbach 6000, der 14. August vor Metz 5000, der 16. 17,000, der 18. 14,000 Mann gekostet. Bazaine's Ausfall am 31. August und 1. September wird auf 4. bis 5000 Mann Verlust für uns geschätzt. Dies er⸗ giebt an Gesammtverlusten in den bisherigen neun bis zehn Schlachten die Ziffer von 69. bis 70,000 Mann todt und verwundet. Die fühl⸗ baren Lücken, die manche Regimenter und Corps
In der Richtung nach Fontainebleau in ihrem streitbaren Stande erlitten, sind jetzt
sahen wir gestern Nachmittag ein Dorf brennen. durch die nachgesendeten Ersatzmannschaften voll⸗ Dasselbe war angezündet worden, weil dort eben- ständig ausgefüllt und es stehen bereits complette falls fünszehn Personen— darunter drei Franc- neun Armeecorps vor Paris. Einige Landwehr— tireurs, zwei Maires benachbarter Ortschaften und Divisionen auf dem Marsche dahin dürften in ein blut- und wundenbedeckter Zuave von dem den nͤchsten Tagen dort eintreffen.“
dritten Regiment, der Rest waren Bauern aus der Umgegend— auf eine Abtheilung schwarzer Sie wurden, nach
Dragoner geschossen hatten. dem sie uns einen Lieutenant getödtet und zwei Mann verwundet hatten, sämmtlich gefangen ge— nommen und zur kriegsrechtlichen Aburtheilung nach Corbeil gebracht. Bereits seit mebreren Tagen ist im Hauptquartier der dritten Armee keine Post angelangt, weil dieselbe bei der entschieden feind— seliger werdenden Haltung der Landbevölkerung nur noch bei Tage befördert werden kann. Auf unserer heutigen Fahrt sahen wir in den Ort— schaften, welche wir passirten, fast nur noch Weiber, Kinder und ältere Männer.“
— Die„Times“ bringt fol gende telegraphische
— Hiesige Blätter melden:„Es soll ein Schreiben des Prinzen Luitpold aus dem preußi— schen Hauptquartier an den König Ludwig von Bayern angezeigt haben, es sei der Wunsch des Königs von Preußen, bei dem hoffentlich nahe bevorstehenden Einzug der deutschen Armee in Paris die Könige von Bapern und Würtemberg und den Großberzog von Baden um sich zu sehen.“
— Der„Wes.⸗3tg.“ wird von hier telegra⸗ phirt:„Wie zuverlässig verlautet, haben die ver⸗ bündeten Regierungen sich dahin geeinigt, Elsaß und Lothringen als deutsches Bundesland unter unmittelbarer Verwaltung der Bundesbehörden, vorläufiger Befreiung von Militärpflicht und Aus- schluß von Vertretung im Parlamente zu constitutren.“


