Ausgabe 
1.3.1870
 
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1870. Dienstag den 1. März. N26.

WII 180 2 6 5 1 ge i he 889 305 . f* 11 1 le d 51 2 . Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Hiedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag,.* Serke.

Amtlicher Theil.

Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publieiren:

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2

terium mit dem Entwurf eines neuen auf dem Hrinzip der allgemeinen und direkten Wahl sußen en Landtagswahlgesetzes beschäftigt, welcher Ent vurf noch diesem Landtag zur Beschlußfassung vorgelegt werden wird.

Ueber den Platz, an welchem der für die

en ichn Odenwaldbahn bestimmte Bahnhof angelegt werden a er eig oll, ist nunmehr von der Regierung eine Ent- rehtn. cheidung getroffen worden. Dieselbe hat den uten Anträgen der Hessischen Ludwigsbahn ihre Zu dkasen! immung ertheilt und soll der Bahnhof auf dem ifchlen zroßen freien Platz vor der Stengel'schen Wirth chaft angelegt werden. 4 Preußen. Berlin. In der Sitzung des seichstags vom 24. d. wurde bei der dritten E ssung des Jurisdictionsvertrage mit Baden fol a Lund ende Resolution durch den Abg. Lasker vor- te, eschlagen:Der Reichstag wolle, bei Annahme , es Vertrags, beschließen, zu erklären: der Reichs⸗ * ag des norddeutschen Bundes spricht den unab 4% lässigen nationalen Bestrebungen, in denen Re rug ba zierung und Volk des Großherzogthums Baden 4 erase sind, seine dankende Anerkennung aus; ner Reichstag erkennt in diesen Bestrebungen den de ba eebhaften Ausdruck der nationalen Zusammen⸗ tus; uf. sehörigkeit und nimmt mit freudiger Genugthuung ͤ een nöglichst ungesäumten Anschluß an den be sritdbn fehenden Bund als Ziel derselben wahr. Der 2 Abg. Blankenburg stellte den Antrag, den Passus s1ees Anschlusses Badens an den norddeutschen

Bund zu unterdrücken, obwohl er gerne die na 2 fonalen Bestrebungen Badens anerkenne. Der Bundeskanzler Graf Bismarck bekämpft die Re olution, mit dem Abg. Blankenburg billige er sie Anerkennung der nationalen Bestrebungen der adischen Regierung. Zum Anschluß an den und sei jedoch volle gegenseitige Freiwilligkeit ihne jeven Druck nöthig. Der Anschluß Badens ti zudem jetzt nicht wünschenswerth, denn die a Aufnahme Badens in den norddeutschen Bund 15 werde den Fortschritt der nationalen Sache in 0 ten Südstaaten hemmen und den bayerischen

Wahlbewegungen Vorschub leisten. Außerhalb

tes Bundes werde Baden für den nationalen

Gedanken Heilsames wirken. Einen etwaigen 0 tirekten Antrag Badens auf Eintritt in den nord teutschen Bund werde letzterer ablehnen, und sich dorbehalten müssen, einen günstigeren Zeitpunkt 71 tazu selbst zu bezeichnen. Graf Bismarck betont, 6 1 vas bereits für die Herstellung der Einheit l Deutschlands und die Machtstellung Preußens duch im Süden erreicht worden sei und fordert tie Ablehnung des Antrags als ferneren Beweis es Vertrauens. Nach längerer Debatte zieht * kasker seine Resolution zurück, da die gewünschten Erklärungen gegeben wurden, ein Mißtrauens-

2 zotum gegen den Bundeskanzler nicht beabsichtigt

gewesen und die Debatte selbst ein Vertrauens-

4 totum für die badische Regierung enthalten habe. *

Der Reichstag nahm in dritter Lesung!

das

Nr. 5. sub. 1. Bekanntmachung, den Abschluß eines Auslieferungsvertrags mit Rußland betr. sub. 2. Bekanntmachung, den zwischen dem deutschen Zoll⸗ ind Handelsveresn und Japan abgeschlossenen Handels- und Schifffahrtsverir ag beir. sub. 3. Bekanntmachung, die Ernennung eines Biceconsuls der vereinigten Staaten voa Amerika für das Großherzogihum Hessen betr. sub. 5. Uebersicht der für das Jahr 1870 genebmigten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürfnisse n den isr. Religlonsgemeinden des Kreises Friedberg detr.(Nur in den 2 wo Joraeliten wohnen.) 5

Nr. 6. suh. 1. Bekanntmachung, das Verfahren mit den nach dem Januar 1870 in das militärpflichtige Alter tretenden Studirenden der Theologte ezüglich Ableistung ihrer Miltlärdtenstpflicht betr. sub. 3. Bekanntmachung, 5 Tarif für die Landpostbestellung bett.* Friedberg am 26. Februar 1870. Großherzogliches Kreisamt Friedberg 1 1 N 0 F. a, piii 2 Hessen. Darmstadt. DieHess. V. Hierauf wurde der Jurisdictionsvertrag in dritter Budget für 1871 liegen nun, und zwar zum schreiben: Dem Verxehmen nach ist das Mini- Lesung genehmigt. ersten Male seit acht Jahren, in einem Gesetz⸗

entwurf vereinigt vor. Man bemerkt, daß in dem

schleswig⸗holsteinische Pensto nagesetz an, stellte den bird en e Budget die Ausgaben der ministeriellen

Entwurf über das Indigenat im norddeutschen Bunde zur zweiten Lesung im Plenum und ver

Dienstzweige um 16 Millionen böher bemessen sind und nur der Krieg 3,380,000 Frs. verliert.

wies den Gesetzentwurf über den Unterstützungs- Die e sich wie felgt: Ein⸗

Wohnsitz, welchen der Bundes commissär für Hessen, Hofmann,

von 21 Mitgliedern. DieNordd. Allg.

dementirt in entschiedenster Weise die von mehreren französische wäre

Blättern verbreitete Nachricht, der Minister des Aeußern, Graf Daru, habe in Berlin, über die Eröffnungsrede des Reichstags pellirt und habe befriedigende Erklärungen erlangt.

Bayern Augsburg. Von hier

1 5 ö 92 vertheidigt hatte, an eine Commission 1,796,69,000 Frs. Ztg. 99,344,000 Frs.

inter⸗[in Wien einen Besuch abstatten werde;

aus Florenz gewesen,

1,886,035, 000 ue

Francs, Ausgaben: berschuß der Einnahmen:

nahmen:

DemMemorial diplomatique zufolge es jetzt entschieden, daß Victor Emanuel Kaiser von Oesterreich nach dem Osterfeste Marquis der soeben in Hof die offi⸗

dem

der italienische Gesandte,

hätte dem Wiener

Pepoli,

sind Schritte geschehen um die gegen Professor zielle. Ankündigung dieses Besuchs überbracht.

Friedrichs verhängte Ausweisung aus Rom

rückgängig zu machen, da der Nachweis geliefert einen daß an den vielbesprochenen Cor ien schon insoferne von Bedeulung ist, weil

worden ist, spolfdenzen derAllg. Ztg. Professor Friedrich

se

veröffentlichen n Montpensier,

Spanien 2 Zeitungen Brief des Herzogs vo

sich der Herzog darin über seine Throncandidatur

in leiner Weise Antheil hat. zum ersten Male öffentlich ausspricht. Es hei 5 Oesterreich. In Wien haben in voriger Was meine Candidatur anlangt, so sei es hier Woche die Zeitungesetzer die Arbeit eingestellt, mit ein- für allemal ausgesprochen: Ich bing

weil die Prinzipale nicht geneigt waren auf die denselben von Seite der Gehülfen gemachten Be dingungen für Fortsetzung der Arbeiten ohne Weiteres und sofort einzugehen. In Folge eines zwischen fast allen Zeitungen Wiens getroffenen Uebereinkommens bringen die Blätter außer dem von einem gemeinsamen Comite redigirten und für alle Journale gemeinschaftlich gesetzten allgemeinen Theile zwar noch Leitartikel und besondere Nach richten, aber nur in sehr verkürztem Ausmaß. Das Publikum amüsirt sich vorerst noch an der Neuigkeit; allein lange darf man die Entscheidung nicht hinausspinnen.

Frankreich. Paris. Gesetzgebender Körper. Fortsetzung der Debatte. Ollivier erklärt, die Regierung werde bei den Wahlen die strengste Neutralität beobachten. Die Minister seien über zeugt, daß die größten Gefahren für die Regie rung erwachsen würden, wenn dieselbe das frühere Verhalten beibehalten würde.(Beifall, besonders von der Linken. Die Rechte verharrt im Still schweigen. Die Sitzung ist für einige Augen blicke aufgehoben.) Bei Wiedereröffnung der Sitzung erklärt Pinard: Angesichts der Erklärung Ollivier's sei es unmöglich, das Cabinet zu unterstützen; er schlägt folgende Tagesordnung vor: Die Intervention der Regierung bei den Wahlen ist manchmal eine politische Nothwendigkeit. Thiers beschwört hierauf die Kammer, zur einfachen Tagesordnung überzugehen. Ollivier erklärt, das Cabinet gcceptire einzig und allein die einfache Tagesordnung. Picard und Favre erklären hierauf, die Linke werde für das Ministerium stimmen. Bei der Abstimmung wurde die einfache Tages- ordnung mit 188 gegen 56 Stimmen angenommen. (Lebhafte Bewegung.)

Das ordentliche und das außerordentliche

g

Kronprätendent gewesen und werde es nie fein!

Wenn Politiker von verschiedenen Parteien an meine Person gedacht haben, so ist das ihre Privatsache. Keinerlei Comprsmiß existirt zwischen

ihnen und mir. Ich kenne viele von ihnen nicht einmal dem Namen nach, obwohl ich ihnen allen für die mir zugedachte unverdiente Ehre zu herz- lichem Danke verbunden bin. Mir genügt es, obgleich die Bestrebung, die Schicksale dieser großen Nation zu lenken, rühmlich und herrlich wäre, mir genügt es, sage ich, ein spanischer Bürger und ein spanischer Soldat zu sein, und meinem Vaterlande, in welchem ich 21 Jahre glücklich gelebt habe, in welchem meine Frau und meine Kinder geboren sind, treu zu dienen!

§ Friedberg. DieW. Ztg. bringt die Nachricht, daß der großherzogliche Kreisbaumeister Metternich in Worms in Folge eines Schlagaufalles am 24. d. plötzlich verschieden ist. Herr Metternich, der noch im besten Mannesalter stand, war eine Reihe in Jahren auf dem hiesigen Kreisbauamte als Aceessist beschäfti t und hat zu jener Zeit sich in hiesiger Stadt und Umgegend manche Freunde erworben, welche seinen frühen Tod mit Theil nahme vernehmen werden.

Grosigerau. In unserem Städtchen ist am 24. d die renovirte und umgebaute Kirche mit großer Feierlich keit eingeweiht worden. Die jetzt eingeweihte Kirche ist bereits die vierte, welche auf diesem Platze errichtet wurde. Die erste wurde im achten, die zweite im zwölften Jahr⸗ bundert aufgebaut. Letztere wurde 1634 in den Stürmen des 30 jährigen Krieges zerstört und 1655 die dritte Kirche eingeweiht. Die heutige soll sich durch architektonische Schönheit und treffliche Akustik auszeichnen.

Graz. Bezüglich der Assatire Unger geht derPresse eine telegtaphlsche Notiz aus Graz zu, wonach die Zahl

der für seine Ermordung sprechenden Momente um ein neues und sehr schlagendes vermehrt worden ist. Der Arzt, der die Todtenschau vollzogen, soll nämlich aus⸗

gesagt haben, daß Unger hohl im Bette gelegen habe, Woraus dervorgeben würde, daß et erst nach dem Eintestte der Todesstarre in das Bett gelegt worden sei