Obercommandanten in Dalmatien, datirt 21. Nov. Derselbe erklärt es für notbwendie, die Operationen bis zum Eintritt der günstigeren Jahreszeit ein- zustellen, da gegenwärtig der Kampf nur mit großen Opfern und unter steter Gefahr, die Gräͤnze zu überschreiten, weiter geführt werden könne.
— Nachrichten aus Cattaro zufolge ist die Verfolgung der in die unzugänglichen Gebires⸗ theile zurückgezogenen Insurgenten der Kriwoschie unmöglich. Die bleibende Besetzung der bei Dragali und Zogvesdae eingenommenen Höhen ist wegen der Terrain⸗ und Witterungs verhältnisse unthunlich und die Truppen werden daher in das Hauptquartier Cattaro und in die Hafenplätze verlegt. An mehreren Punkten der genommenen Höhen werden Blockhäuser errichtet,
— Die„Presse“ meldet aus zuverlässiger Quelle, daß die Absendung eines Ultimatums der Pforte an den Khedive unmittelbar bevorstebe.
Krakau. In dem Prozeß Barbara Übryk ist die Untersuchung eingestellt. Der Staatsanwalt hat Berufung eingelegt.
Frankreich Paris. Das„Parlement“ läßt sich aus Cairo vom 20. Nov. telegraphiren: „Die Vereinigung der beiden Meere ist vollzogen. Allein an mehreren Stellen ist der Canal kaum 16 Fuß tief. Mehrere Schiffe sind auf Sand geratben und konnten erst am folgenden oder dritten Tage in Ismaila ankommen. Die„Guyenne“ und der„Mehemed Ali“ wurden beschädigt; au- dere Schiffe konnten nicht passiren. Ungefähr dreihundert Reisende waren gezwungen, sich auf den„Tabor“, den„Peluse“ und einen andern kleinen Dampfer zu begeben. Der Kanal ist an mehreren Punkten 22 Fuß, an anderen 16 bis 20 Fuß, zwischen Jsmaila und Suez 24 und wischen dem Bitteren See und Suez etwa 15 Fuß tief. Bei der Ebbe ist die Fläche des Canals schmal. Man wird nod viel Geld ausgeben müssen, um das Unternehmen zu Ende zu führen.“
— In einer Versammlung von 21 Mitgliedern der Tiers⸗Partie wurde beschlossen, die Regierung
wegen per Verzögerung in der Zusammerberufung des gesetzgebenden Körpers zu interpelliren.
— Auf Boulevard Rente sehr flau 71. 50, in Folge der Nachricht von der Absendung eines Ultimatums der Pforte an Aegypten.
— Ein Telegramm von Ismaila, unterzeichnet Lesseps, bezeichnet die über den mangelhaften Zu stand des Canals verbreiteten Berichte, in Folge deren die Canalactien gefallen sind, als absurd und sagt, im Verlaufe von zehn Tagen seien 50 Schiffe von zusammen 35,000 Tonnen Gehalt aus dem mittelländischen Meere durch die Bitter⸗ seen nach dem rothen Meere gefahren und nach Port Said zurückgekehrt, ohne daß die Ufer eine Beschädigung erlitten hätten.
Großbritannien. London. Gegenüber den günstigen Nachrichten über die Eröffnung des Suez ⸗ Kanals verdient nachstehendes Telegramm der„Times“ von ihrem Berichterstatter Beachtung: „Aitxandria, 20. Nov. Der P.⸗ und O.⸗Dampfer „Delta“ hot den Suezcanal durchfahren und ist bei einem Tiefgang von 15 ½½ Fuß mehrmals auf gestoßen. Der ägyptische Dampfer„Fayum“ randete zehn Minuten lang. Daß Schiff„Latiff“ fuhr auf und kehrte um; der Nacht„Malaroussah“ wurde nicht gestattet, weiter zu fahren als Azidick; der Dampfer„Garbieh“ mußte seine Fahrt unter⸗ brechen, weil sein Anker sich mit der Schraube verwickelt hatte. Die Ufer sind arg beschädigt.“
— Die„Times“ meldet, daß ihr Briefe des
Herzogs von Genua an seine Mutter bekannt geworden seien, in welchen derselbe sich weigere, auf den spanischen Thron an-
die Candidatur zunehmen. Spanien. Madrid. Die„Times“ warnt Spanien vor einem Oito von Griechenland wie vor einem Maximilian von Mexiko.„Wenn die Spanier,“ sagt sie,„sich mit einem Knaben an ihrer Spitze regieren können, so können sie es auch ohne ihn. Wenn ihnen nur ein wirklicher Herrscher Noth thut, so haben sie Prim; und wenn sie durchaus eine Puppe über Peim setzen woller, so können sie eine solche auch in ihrem
der Zeit, als die Könige noch wegen vermeintlicher Vorzüge des Blutes verehrt wurden. Einige der tüchtigsten Völker Europas gehorchen Herrschern, deren Väter oder Oheime oder Großväter die Gründer der hohen Geschicke ihrer Familien waren. Warum soll Spanien nicht eben so gut seine Emporkömmlings⸗Dynastie haben wie Schweden und Frankreich?“ b
Italien. Florenz. Die„Opinione“ meldet, daß Lanza den ihm gewordenen Auftrag, ein neues Cabinet zu bilden, definitiv angenomman und zu diesem Behufe bereits mit mehreren poli⸗ tischen Notabililäten Rücksprache genommen habe. Donaufürstenthümer. Bukarest. Zur Eröffnung der regelmäßigen Kammersession hebt die Thronrede die Wiedecherstellung guter Be ziehungen zu den Mächten und die Beseitigung allen Argwohns hervor. Die Grenzstreitigkeiten seien beigelegt, die Schifffahrt hebe sich, die Er- öffnung eines rumänischen Hafens am schwarzen Meere werde erwartet.
„Friedberg. Freiiag Arend branuzen in Ossen⸗ heim die Wirthschastsgebäude des Gräfl. Solms-Rödel— heimschen Hofguts ab. Das weiihin leuchtende Feuer, wel⸗ ches durch den Wind dirckt den nächstliegenden Häusern des Ortes zugetrieben wurde, drohte bedenkliche Dimen- sionen anzunehmen, besenders als in einem Schoppen 24 Oym Blanntwein waren ergriffen worden. Nur der an— strengenden Träligkeit der mit den Spritzen aus den um liegenden Orten herbeigeeilten Löschmannschaften gelang es, die Feuersbrunst auf ihren ursprünglichen Herd zu deschtänken. Insbesondere zeichnete sich die Mannschaf von Fauerbach b. Fr. und Baule rnheim aus, welch' letztece mehrere Stunden lang unausgesetzt trotz furchtbaren Raus und inmitten eines Funkenregens mit der Spritz arbeiteten und ist es ihr wesentlich zu danken, wenn die nächsiliegende Hofraiihe von dem Feger nicht ergriffen wurde. Beson dere Anerkennung veroient auch die bereit— willige und ihatkräftige Hülfe, welche die beim Ausbruch des Brandes auf einer Nachsübung gerade in der Nähe befindliche 2. Compagnie Großh. 1. Jägerbataillons, uner der Führung des Heren Haupim un Oaudistel, mehrere Stunden lang und namentlich zu Anfanz bis zur Ankunft der auswärtigen Spritzen leisteie. e Nauheim. Am Donnerstag den 18. November fand zu Bad⸗Nauheim ein eihebendes Fest statt: das da selbst neu eroaute prächtige Schulhaus wurde an diesem Tage eingeweiht. Morgens um 11 Uhr dewegte sich der Fisizug, bestehend aus einem kleinen Musikcorps an der Spitze der Schuljugend mit ihren betteffenden Lehrern zur Seite den Mugliedern des Orisschulvorstandes, der Kreis schulcommission, des Kreisbauam es und einer Anzahl Bürger und Schulfecunde vom alien Schulhaus an ducch die Haupistraßen der Stadt Am neuen Schulhaus an gekommen stimmie der Gesangverein„Froyst n“ ein Lob⸗ und Danklied an; nach verschiedenen kurzen Ansprachen vor dem Schulhaus von Seiten der Vorseher des Kreie⸗ bauamles, der Xreisschulcommission, der busigen Stadr⸗ gemeinde und des Leiters der neu organssixten Schul, und nach Uebergabe des Schlüssels an den Letzteren öffgete dieser die Pforte des neuen Gebäudes. Hierauf folgte in einem der innecen Schuljäle der eigentliche Weiheact indem Herr Seminardirector Steinberger eine der Sach angemessene, würdige und ergreifende Wetherede hieli. Deu Schluß der Feier budete ein gemeinschafiliches Mabl, das in jeder Beziehung Nichss zu wünschen übrig ließ und die Festtheilneymer in heiterer Sümmung bis zur Abend⸗ funde vereinigte. Gewiß war es eines der schönsten Fiste, das die Siadt Nauheim je gefeiert, und das ihr stels zur Eyre und zum Ruhme gereichen wird. Die bereil⸗ willige Gewährung der Mute zur Hebung des Schul⸗ wesens von Seiten der Stadt Naudeim und der dadurch beurkundele Sinn für eine tüchtige Bildung und Erziehung der Jugend verdient gewiß ösfentlich lobend erwähnt du werden; nicht minder gebührt den Bemühungen der Kreie⸗ schulcommission, welche sich die innere Organisalion der Schule Nauheims sehr angelegen sein li ß, gerechte Aner⸗ kennung. Möge der Eifer der Stadt Naugeim für das Wohl ihrer Schule nicht erkalten, und möge ihr Veippie in der Erbauung zweckmäßiger Schulbäukr und in der Einführung zeugemäßece Organtsanson der Schulen in del Nähe und Ferue Nachabmung fi tiden, und der Segen einer tüchtigen Volks- und Schulbildung immer mehr une mehr erkannt werden.— Noch wollen wir schliaßlich darauf aufmerksam machen, daß auf vielsetligen Wunsch der, Ein⸗ wohner Nauheims die Nede des Herin Dircklor Stein— berger in den nächsten Tagen im Druck erscheinen wird. Frankfurt. In der jünasten pomologischen Sitzung des Wartenbauvereins wurde die schon vor zwei Jahren angeregte Frage über Bepflanzung der Eisenbahn⸗ Böschungen mit nutzbringenden Obst- oder sousigen Bäumen und Suäuchern einer eingehenden Be prechungen unter zo en. Die Wichiigk it solcher Anlagen läßt sich nicht verk unen und konnte dezhalb die Verbandlung über diesen Gegen stand nicht zu Ende geführt werden, was in der Sitzung am 2. Dec. geschehen soll. Es liegt in der Absicht des Vereins, über diese Frage sich mit verschiedenen Direktionen ins Einvernehmen zu setzen. In derselben Sitzung machte die Verwaltung die Mitheilung, daß aus dem Versuchs⸗ garten eiliche Hundert Stück Stämme der edelsten Obst⸗
eigenen Lande finden. Wir leben nicht mehr in
Mainz. Die Frau eines Fabrikanten in Gau⸗Alges⸗ heim halle vor einigen Abenden das Unglück, als sie ihre Eliern auf dem Vahnhofe abholen wollte, in ihrem allzu⸗ großen Eifer über die Schienen zu laufen und dabei von der Lokomotive erfaßt und sofort getödtet zu werden. Die Unglückliche war erst scit einigen Wechen verheirathet, Paris. Eine Plivatdepesche aus Belfort meldet, daß man die Leiche des Johann Kinck endlich entdeckt hat, Die Kleider, namentlich die Strümpfe und das Hemd ber Leiche, haben die nämlichen Zeichen, wie die, welche man
auch bei Madame Kinck und den Kindern gefunden hal.—
Spätere Nachrichten bringen folgende näbere Angaben; Die Leiche des achten Opfers der Mordthat von Panssa ist nun endlich entdeckt worden. Auf Grund neuer von Traupmann gegebenen Andeutungen ist die Leiche Kinck's des Va ers von dem Polizeibeamten Souveret in der Nähe von Wanwiller in Gegenwart des Untersuchungs⸗ richters von Belfort aufgefunden worden. Die Strümpfe und Leibwäsche des Leichnams lassen an der Idensseät keinen Zweifel; derselbe wind der vorschriftsmäßigen Ob⸗ duction unterzogen, aber nicht erst nach Paris besörbert werden; die ärztliche Untersuchung wird namentlch auch darauf gerichtet sein, ob Kinck Vater, wie Traupmann vebauptet, an Gift, welches ibm dieser gereicht häfle, ge⸗ storben ist. Im„Gaulois“ ist auf diese Kunde die alte Sensationsjagd wieder erwacht und das Blatt erzählt; ein Schwarm Raben, der in dem Walde von Herreufluch bei Watwiller sich Fetzen von Menschenfleisch streitig ge⸗ macht hät en, habe zu der Entdeckung des Leichnams ge⸗ süyrt. Natürlich ist daran kein wahres Wort. 0
„* Theaterbrände. Es sind in diesem Jahr⸗ hundert 75 Theater ein Raub der Flammen geworden, also durchschuntlich alle 11 Monate eines, und geiade das heurige Jahr ist das verhängnißvollste, indem binnen sieven Monaten schon sechs Theater abgebrannt sind, nämlich in Köln, New-Orl'ans, Kiew, Hull, Nizza und Dresden. Das an solchen Ungläcksfällen nächstreiche Jaht war 1855, in welchem sieben Theater abgebrannt sind und zwar in Brüssel, Dessau, Nio-⸗Janairo, Reval, Nantes, Bourdeaux und Bourges. In Deuischland fanden eit 22 Jahien folgende Tbeaterbrände stait: In Karls⸗ zuhe und Berlin(1847), Regensbura(1849), Donau⸗ eichingen(1850), Dassu(1855), Kön(1861), Wien (Treumannibeater, 1803) Breslau(1865), Juslerburg (1866), Kaiserslautern(1869), Köln und Dresden(1869).
O Zustände in Paraguay. (Schluß aus Nr. 138.)
Authentische Nachrichten, dit nachgerade nach Europa gelangten, stellen die Sache in anderem Lichte dar. Lopez ist, obgleich nicht ohne militärische Talente, kein Held; er ist nur ein wahnwitziger Wütherich.„Und was er sinal ist Schrecken,.„ und was er schreibt, ist Biut.“ Das läßt sich buchstäblich auf Lopez anwenden. Der Robespierre von 1792—94 ist gegen ihn ein harmloses Kind. Zwar ließ Robespierre, um die Republi? zu retten, Tausende sogenannter Verdächtigen aufgreifen, in die Gefängnisse und don da auf die Guillotine schleppen; aber inner⸗ halb der Gefängnisse wenigstens waren die Todes · kandidaten vor Miß handlungen sicher; Geißel und Folter waren unbekannt. Anders bei diesem mo⸗ dernsten Staatsretter auf dem„jungfräulichen“ Boden von Südamerika. In dem Maaße, alt die Verbündeten vorrückten, und hie und da Einer zu denken wagte, daß bei diesem wahnsinnigen Kampfe Mann und Maus zu Grunde gehen müsse, wurde ihm Alles der Conspiration mit dem Feinde verdächtig. Zuerst waren es die Fremden, dann die Eingeborenen, zuletzt die Mitglieder seinet. tigenen Familie. Die Verdächtigen aber zu Hunderten, selbst Greise, Weiber und Kinder, abschlachten zu lassen, war bei ihm noch eint mild! Praxis. Die gewöhnliche war die: sie in Ketten schlagen, in enksetzlichen feuchten Kerkerlöchern auf ein wenig verfaultem Stroh oder unter freiem Himmel in der Sonnengluth verschmachten zu lassen, sie auszupeiischen, ihnen Daumenschrauben anzulegen oder andere Foltetqualen anzuwenden. Die ganze mittelalterliche Rüstkammer grauenvollet Folterwerkzeuge, in Europa läagst außer Gebrauch gesetzt, wurde dort mit raffinirtester Bosheit zut Verwendung gebracht. So unglaublich es klingt, so wenig ist nunmehr an der Wahrheit der haar⸗ sträubenden Berichte über das entsetzliche Drama zu zweifeln, dessen Sch zuplatz Paragnay geworden.
Damit ist freilich das Räthsel der energischen Kriegführung des Dictators gelös'l, einer Kriege führung, die weit über hunderttausend Menschem durch's Schwert, sowie ducch Hunger und Seuchen (Cholera) dem Tode opferte. Dafür drängt sich aber die andere Frage auf, warum dies Völkchen
sorten abzugeben sind.
so beroisch im Dulden, nicht sich auftaffte, solch“
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