fassung örderlichst zu unterstützen geeignet sein. Dabei wäre den Ledendkrästen, die goltlob noch in Fülle in der Kirche vorhanden seien, Vertrauen entgegenzubringen. Selbst der Satz vom unbewußten Christenhum habe seine Berech⸗ gung. Lauheit sei noch keine Gleichgültigkeit, noch weniger Feindseligkeit. Eine geordnete Heranziehung der Gemeinde ⸗ glieder zur Verwaltung ihrer eigenen Angelegenheiten würde Interesse und neues Leben wecken und dem vor⸗ handenen kräftigere Impulse geben. Dagegen sei aller⸗ dings gegenüber consequenter Gleichgültigkeit für alles kirchliche Leben einstweiliges Bedenken, gerechtfertigt, und mit dem Materialismus könne sich die evangelische Kirche auf keinen Vergleich einlassen. Denselben Punkt berührte auch Prof. Dr. Diegel, als er bei der Diskussion über die Eingangsthese in trefflicher Ausführung auf uefer lie⸗ gende Schwierigkeiten hinwies, die kein Verfassungswerk zu überwinden im Stande sei. Schwierigkeiten, die er in erstet Linie in der Art und Weise fand, wie— und zwar keineswegs allein innerhalb der protestantischen Welt— eine frivole Kritik selbst über den Gottesbegriff bis in die Massen gedrungen sei.— In Anbetracht der vorgerückten Zeit und der vorausgegangenen erschöpfenden Erörterung der Thesen glaubte der dritte Berichterstatter, Hofgerichts⸗ Advokat Buchner II. aus Darmstadt, sich kurz fassen zu
sollen. Die Thesen fanden nach einigen unbebeutenden Abänderungen die einmüthige Zustimmung der zahlreich besuchten Conferenz. Zum Schluß ertheilt dieselbe ihrem Vorstand die Vollmacht,„in eilenden Fällen, mit Berück⸗ sichtigung der Prinzipien der Conferenz, das Nöthige zu veranlassen.“— Als erfreulich darf verzeichnet werden, daß viele Nichtgeistliche in der Versammlung anwesend waren, die den Verhandlungen mit gespannter Aufmerksam⸗ keit bis zu Ende folgten.
Darmstadt. Der Diener G. der hiesigen Haupt⸗ stempel⸗Verwaltung hatte sich bedeutender Unterschlagungen dadurch schuldig gemacht, daß er größere Quantitäten von Spielkarten, welche zur gesetzlich vorgeschriebenen Stempe⸗ lung an die genannte Behörde eingesandt worden waren, seit einer längeren Reihe von Jahren mit Hintergehung des controlirenden Beamten abstempelte, die erwachsenen Gebühren erhob und zu seinem Vortheil verwandte. Nach⸗ dem der sehr gewandt ausgeführte Betrug durch die Re⸗ clamation einer Offenbacher Firma wegen ihrer letzten Sendung Spielkarten entdeckt worden war, machte G. zuerst einen Versuch, sich zu erhängen, welcher mißlang, und tödtete sich alsdann durch einen Schuß in den Mund.
Mainz. Das Ministerium hat die projektirte Lotterie — 25,000 Loose à ein Gulden— die bei Gelegenheit unserer Industrieausstellung stattfinden soll, genehmigt. Da ber Erlös ausschließlich zum Ankaufe von ausgestellten vorzüglich gearbeiteten Mainzer Industrieerzeugnissen ver⸗ wendet werden soll, so wird diese Verloosung für viele unserer Gewerbtreibenden ein Sporn sein, die Ausstellung mit einer recht reichhaltigen Auswahl ihrer Erzeugnisse zu beschicken.
Bremen. Die„deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchtiger“ hat ihren dritten Jahresbericht publicirt, woraus zu entnehmen ist, daß sie wacker Fortschritte macht. Sie zählt jetzt 16 Küsten⸗ und 15 Binnen⸗Bezirksvereine und im Ganzen 19,151 ordentliche Mitglieder. Ostfries⸗ land, Oldenburg und Schleswig⸗Holstein slellen zu diesen das größte Contingent. Die Rettungsmittel sind zahl⸗ reich, aber theilweise noch unzureichend, besonders die Ge⸗ schützstationen 28 an der Zahl(der Manby'sche Mörser⸗ apparat bat sich hierbei nicht bewährt; man will es jetzt mit gezogenen Geschützen versuchen, Leinen zu schießen); besser find die Ruderbootstationen versorgt, deren 35 sind. Von Segelbootstationen besteht erst eine einzige zu Büsum. Im Ganzen wurden 1868 gerettet: 68 Personen gegen
128 im Jahr 1867 und 141 im Jahr 1866.
Edictalla dung 1698 Der über das Vermögen des auf flüchtigem Fuße in England abwesenden Bürgermeisters Gustav Vogt von Reichelsheim errichtete status activ, et passiv. hat eine bedeutende Ueberschuldung außer Zweifel gestellt. Zur Abwendung des formellen Concurses wird auf An⸗ trag Termin auf Montag, am 5. Juli l. J,, N Vormittags 9 Uhr, anberaumt, in welchen sämmtliche bekannte, wie unbe⸗ kannte Gläubiger des genannten Gustav Vogt biermit zur Liquidation ihrer Forderungen und Ansprüche gela⸗ den werden, unter dem Rechtsnachtheile, daß die aus⸗ bleibenden oder durch Bevollmächtigte nicht gehörig vertretenen Gläubiger den hinfichtlich eines Vergleichs, insbesondere eines Nachlaß⸗ oder Stundungs⸗ Vertrags, von der Majorität der erschienenen oder gehörig vertretenen Gläubiger gefaßt werdenden Beschlüssen als beigetreten angesehen werden sollen. Friedberg, am 3. Juni 1869. Großberzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor.
Holz⸗Versteigerung.
192¹ Dle am 25. Juni l. J. in den Freiberrlich von Ritter'schen Waldungen zu Hasselheck abgehaltene Holz⸗Versteigerung ist genebmigt und der erste Fahr⸗ tag auf Donnerstag den 1. Juli l. J. bestimmt worden. Die Abfuhrscheine können an den Zahltagen Dienftag, Donnerstag und Samstag bei dem Unterzeichneten in Empfang genommen werden. Friedberg den 26. Juni 1869. f In Auftrag der Freihertlich 5 Ritter'schen Gutsverwaltung n
Faselochs-Versteigerung. 1909 Freitag den 2. Jult d. J., Vormittags 11 Uhr, soll ein der hiesigen Gemeinde gebörender, zum Schlachten getigneter Faselochs auf hiesigem Rathhause öffentlich meifibietend versteigert werden.
Okarben den 24. Junt 1869.
Groß berzogliche Bürgermeisterei Okarben Jauer bach
Leopold Fleury.
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1931 genug bekannt durch seine brillanten Heilungen und Entfernungen aller Arten pühneraugen und Schwielen, wird Mittwoch den 30. Junt im Hotel Trapp vahier zu sprechen sein. Auf Verlangen kommt er ins Haus, um durch eine neue Methode schmerzlos die Hühneraugen zu entfernen.
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1929 findet dauernde Arbeit bel Heinrich Schmied, Wagnermeister in Fauer bach.
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1928 Bestellungen auf das drütte Quartal des Mainzer Journals für 1869 bitten wir rechtzeitig zu machen. Uaser Haupt- oder Morgenblatt liefert die leitenden Artikel und Originalcorrespondenzen, sowie alle dis elf Uhr Vormittags einlaufenden telegrapbischen Depeschen; die Beilage oder bas Abendblatt einen vollsän⸗ digen Tagesbericht mit allen bis vier Uhr Nachmittags eintreffenden Neuigkelten. Die Rheinischen Blätter werden unserm Abendblatte als Beilage beigegeben, sie bilden jährlich zwei starke
Quartbände und liefern an Material wenigstens so viel als zehn Bände des gewöhnlichen Romauformates. Wir geben jährlich drei bis vier größere Originalromane bewährter deutscher und ausländischer Dichter, die sich bis letzt überall eines ungethellten Beifalles zu erfreuen hatten; außerdem Literaturberichte, Bilder aus der Länder⸗ und Völkerkunde, Denkwürdigkeiten zur Geschichte der Gegenwart und eine sehr reichhaltige Sammlung von ver⸗
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Das Mainzer Journal mit seiner Beilage, dem Abendblatt, ist in einer starken Auflage über ganz Deutsch⸗ land verbreitet, in Mainz selbst, im ganzen Großherzogthum Hessen, in Baden, am Niederrhein, in Kurhessen,
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