Ausgabe 
27.11.1869
 
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Inh

falben 4 1860. Obligat.

1869.

Oberhessische

Fumstag den 27. November.

N 139.

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zeiger.

anthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblatt

Etscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Same g N

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Für den Monat

Dezember kann auf den

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bei der

getreffend: Die Taub flummenstatistik im Großherzogthum Hessen, ine besondere die Aufnahme taubslummer

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg

Kinder in Taubstummen⸗Anstalten.

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Der Einsendung der vorschriftsmäßigen Berichte in rubr. Betreff sehen wir bis zum 31. Dezember d. J. entge

Amtlicher Theil.

sämmt lichen Schule oer

Friedberg den 13. November 1869.

st än dee. gen. Ter a p p.

Hessen. Darmstadt. DieFr. Ztg. Hreibt: Die zweite Kammer unserer Stände wird h alsbald nach ihrem am 29. d. erfolgenden usammentritt mit der Berathung eines Gesetz utwurfs, den Steuerfuß bei außerordentlichen

vereinigen zu einer Adresse an den König, mit dem Schlusse: Der Minister v. Mübler muß sort von seinem Posten! Ich war der Erste der früher rief: An die Gränzen! Das Vaterland ist jetzt auch in Gefahr; Feinde lauern ringsum: sprechen

der Virchow'sche Abrüstungsantrag durchberathen und folgende Resolution angenommen worden: die Staatsregierung aufzufordern, dahin zu wirken, daß die Ausgaben der Militärverwaltung des

norddeutschen Bundes entsprechend beschränkt und

wteuerausschlägen und Gemeindeumlagen betr., wir: Wollen Sie das nicht, so mag das Land eine allgemeine Abrüstung herbeigeführt werde,

A befassen haben, über welchen der Finanzaus⸗ duß bereits Bericht erstattet hat. Als nächster degenstand der Thätigkeit der Kammer wird die echenschaftsablage über die definitiven Ergebnisse ur Militärverwaltung in den Jahren 1866 und 367 bezeichnet, welche Vorlage gleich der ersten e mnächst die Presse verlassen soll. Auch die Lechenschaftsablage über die Militär- Ausgaben us Jahres 1868 wird in aller Kürze der Kam⸗ ner zur Prüfung vorgelegt werden. Weitere nue Gesetzentwürse, welche den Ständen demnächst nütgetheilt werden, betreffen die Zusammenlegung ur Grundstücke und die Penstonirung der Volks⸗ shullehrer. Von der Vorlage des neuen Wahl- asetzes verlautet dagegen zur Zeit noch nichts.

* Friedberg. Zum Landtagsabgeordneten ir Stadt Friedberg wurde Hofgerichts-Advokat Wedekind in Darmstadt gewählt.

Mainz. Bischof v. Ketteler ist am 23. d. uch Rom zum Concil abgereist. Wie das Abendblatt vernimmt, ist Domdecan Dr. Heinrich um Generalvicar ernannt worden.

Preußen. Berlin. Als bei der Be hung des Gesetzes über die Elementarlehrer- Mittwen⸗ und Waisen-Kassen der Cultusminister Müh ler erklärte, es seien keine Mittel f

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henden, den verlangten Zuschuß von 60,000 Thlrn. u decken, erhob sich der neue Finanzminister von bamphausen und gab die überraschende Er⸗ mung ab, daß er für den verlangten Zuschuß eigen wolle, sofern das Haus sich für denselben tlären werde. Im Laufe der weiteren Debatte wiriff nun der Abg. Ziegler das Wort und ng dem Cultusminister in starken Ausdrücken turf zu Leibe. In einer längeren Rede sprach ia derselbe ungefähr folgendermaßen aus:Ich vill die Wahrheit mit dürren Worten sagen. Dir Minister des Cultus sagt: Ich habe keine Mittel! Ja, ich will ihm helfen. Warum hebt denn nicht die Universitäts-Curatoren auf? dus wären 12,000 Thlr. Fragen Sie doch im lunde, was man sich unter Ober-Kirchenrath gelkt? Das sind 25,000 Thlr. Das Domcapitel 1 Braadenburg, 1810 aufgehoben, jetzt wieder lgestellt, das sind 30,000 Thlr. Naumburg, geit ze. sind auch gegen die Zeit. So, Herr Nuister, da haben Sie mehr Geld, als Sie llauchen. Das nenne ich verwalten! Oder wollen e sagen, alle Preußen sind vor dem Gesetze leich, mit Ausnahme der Domcapitulare? Der Anister kommt mit Generalakten, er will dis- anren; ich nicht, deß bin ich müde und satt.

en! Aufraffen müssen wir uns, in allen Kreisen

über uns kichten!

Im Abgevrdnetenhause wurde in Schluß⸗ berathung der Gesetzentwurf über die Unterstützung der Lehrerwittwenkassen gemäß den Beschlüssen der Vorberathung angenommen, nachdem der Cullus⸗ minister erklärt te, daß nach der Erklärung des Finanzministers dei der Vorberathung und nach Annahme des Gesetzes nach den vorjährigen Beschlüssen das Staats ministerium auf Antrag des Cultus- und des Finanzministers beschlossen habe, die Sanktion des Gesetzemwurfes dem Könige vorzuschlagen, unter Boraussetzung der Zustimmung des Herrenhauses. In Bezug auf den Antrag Bonin's im Abgeordnetenhause wegen gesetzlicher Regelung der Stellvertreterkosten für Abgeordnete, welche Staatsbeamte sind, erklärte der Minister des Innern, die Staatsregierung sei bereit, auf eine gesetzliche Regelung einzugehen. Vorläusig seien die Staatskassen angewiesen, Stellvertretungs⸗ kosten zu zahlen. Der Antrag wird hierauf zurückgezogen. Bei der Verhandlung über den Antrag der Abgeordneten Miquel und Lasker, die Compelenz des Bundes auf das ganze Civilrecht zu erweitern, erklärte der Justizminister, er scheue nicht vor der Anstrengung zurück, die Geltung eines und desselben bürgerlichen Rechtes auf den ganzen Bund auszudehnen, auch halte er dies an der Hand des Art. 78 der Bundes verfassung für möglich, doch wünsche er nicht, daß der Antrag schon jetzt an die Regierung gelange. Nach län⸗ gerer Debatte nahm das Haus den Antrag Miquel⸗Lasker mit 218 gegen 116 Stimmen an.

In dem Abgeordnetenhause antwortete der Kriegsminister v. Roon auf die zweite Interpellation des Abg. Miquel und Genossen in Betreff der Niederreißung des Celler Denkmals: Gleiches Recht werde für Alle geschehen; die Schuldigen werden beßraft werden. Der Platz, auf welchem man das Denkmal aufgestellt habe, gehöre dem Militärfiscus. Die Bewilligung zur Aufstellung würde ertheilt worden sein, wenn man darum nachgesucht hälte; statt dessen sei ein heimlicher Weg gewählt worden. Die Vorgänge seien wahr- heitswidrig entstellt; man habe keine früheren hannöver'schen Soldaten zur Wegräumung des Denkmals herangezogen. Die agitirenden Haupt- personen stäuden mit Hietzing in Verbindung.

Die schon seit Jahresfrist in Europa ver- weilende chinesische Gesandischaft ist jetzt in Berlin eingetroffen, um den norddeutschen Bund und das Reich der Mitte durch einen Handels und Freund schaftsvertrag einander zu nähern.

In einer neuen Urwählerversammlung ist

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unter lebhaftem Bedauern, daß das Abgeordneten haus den betreffenden Virchow'schen Antrag ab⸗

gelehnt habe.

Sachsen. Dresden. In der ersten Kammer brachte der Vertreter der Universität Leipzig, Prof. Heinze, den Antrag ein, es möge der Entwurf eines Strafgesetzbuches des nord⸗ deutschen Bundes dem Reichstage zur endgültigen Beschlußfassung nicht vorgelegt werden, bevor deutschen Fachmännern die zu gewissenhaster Prü⸗ sung des Entwurfs unentbehyrkiche Fri gegeben worden sei. 7

Bayern. München. DerSüddeutsche Telegraph meldet, daß viele Bischöfe beabsichtigen, das Concil zu verlassen, falls trotz der von ihnen zu beantragenden Prüfung der Enepelika, des Syllabus und der Lehre von der päpstlichen Un⸗ fehlbarkeit von der Majorität dennoch zur Dog⸗ matisicung dieser Sätze geschritten werden sollte.

Oesterreich. Wien. Die Abendblätter vom 23. d. melden aus Grabowo tine Ansamm- lung bedeutender montenegrinischer Streitkräfte und bezeichnen die Lage in Dalmatien als äußerst bedenklich.

Die wiederholt mit aller Bestimmtheit an- gekündigte Zusammenkunft des Kaisers von Oester reich mit dem König von Italien soll nun doch nicht stattfinden. Die Rücksicht auf die Gesundheit Viktor Emanuels bictet eine willkommene Ausrede. Es scheint aber, daß die Ministerkrisis in Florenz bei der Absagung mitgewirkt hat.

Franz Joseph soll die Absicht gehabt haben, auf seiner Rückfahrt von Alexandria nach Triest einen Besuch in der Bucht von Cattaro zu machen. Man sagt, daß Reichskanzler Graf Beust sich von dem Ersche des Kaisers auf dem Schau platz der Unruhen eine vortheilbaste Wirkung ver⸗ sprochen habe. abei wurde jedoch vorausgesetzt, daß bis zur Ankunft des Kaisers und seines Kanzlers die militärischen Operationen das beab sichtigte Resultat, nämlich die vellständige Paei- fication des ganzen Bezirks, erreicht haben würden. Der Kaiser hätte dann durch eine Amnestie die b der Gemüther herbeiführen können. So wie die Sachen jetzt in Dalmatien stehen, mußte das Projekt aufgegeben werden.

Nach den hier eingetroffenen Nachrichten sistirte G-M. Graf Auersperg jede weitere Truppen- vorrückung in die Crisvoscie; sie sei eben so nutzlos als unmöglich. In Montenegro macht sich eine große Aufregung bemerkbar. Man befürchtet neuerdings einen Einfall der Montenegriner in Türkisch Albanien. Die Insurgenten sind, seitdem