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getrübte Vertrauen in die Verwaltung der Anstalt dich wieder befestig n. ö
— Dem Vernehmen nach soll der Betrieb der Riedbahn von hier nach Gernsheim am 15, April tröffnet werden, und zwar mit 5 Zügen in beiden Richtungen, im Anschluß an die Züge der Mainz Aschaffenburger und der Main ⸗Neckarbahn. Die Eröffnung der Strecke von Gernsheim bis Worms dürfte spätestens Ende Mai zu erwarten sein.
& Aus Oberhessen. Welche Bedeutung das Berg-, Hütten- und Salinenwesen im Groß— herzogthum Hessen erlangt hat, geht aus den uns vorliegenden statistischen Tabellen des Zollvereins dom Jahr 1867 hervor. Im Ganzen waren im Betrieb 35 Werke, welche 1522 Arbeiter beschäf— tigten und welche 2,015,043 Zollcentner(Berg-, Hütten⸗ und Salinenprod ukte) producirten. Der Werth dieser Produktion im Ursprungsorte betrug 1,406,310 fl. Der größte Theil dieser Produk zion fällt auf Oberhessen. Es wurden auf 8 Werken von 461 Arbeitern gewonnen 942,850 Ctr. Braunkohlen im Werth von 192,165 fl.; nuf 6 Werken von 402 Arbeitern 294,423 Ctr. Eisenerze im Werthe von 32,160 fl. und 118,931 Ctr. Manganerze im Werthe von 120 189fl. Auf 5 Hütten- und Hammerwerken wurden von 331 Arbeitern producirt 296,482 Cir. Eisen— vaaren im Werthe von 721,291 fl. und endlich vurden auf 1 Saline von 88 Arbeitern producirt
74,056 Ctr. Kochsalz und 1575 Ctr. Viehsalz,
zusammen im Werthe von 113,734 fl. Die Gesammtproduktion von Oberhessen beträgt sonach auf 20 Werken, welche 1282 Arbeiter beschäftig— en 1 728,117 Ctr. im Werthe von 1,179,539 fl. Durch die im Jahr 1868 erfolgten bedeutenden Aufschlüsse von Eisenerzablagerungen im Vogels— berge steht zu erwarten, daß nach Vollendung der im Bau begriffenen Eisenbahnen sich die Produk— ton an Eisenerzen bedeutend steigern wird. Alzey. Die Arbeiten auf der neuen Bahn—
strecke Alzey⸗Bingen werden baldigst in Angriff
genommen sein; es sind nunmehr auch die be— sreffenden Arbeiten der Section Sprendlingen eus geschrieben und hat man die Summission bis längstens April auf dem Secretariate des Ver— valtungsrathes zu Mainz einzureichen.
Preußen. Berlin. Die„Spener'sche Ztg.“ bezeichnet ein Telegramm des Altonaer Merkur, wonach Bahern und Württemberg den Wunsch ausgedrückt hätten, mit dem Norddeat— schen Bunde über die Herstellung einer nationalen Verbindung zu verhandeln, als unbegründet.
Homburg v. d. H. Nach dem„Rh. K.“ hat der hiesige Gemeinderath beschlossen, auch hier ine Kurtaxe einzuführen und zwar während der geit vom 1. Mai bis 1. November. In derselben Sitzung wurde von dem Bürgermeister Schleußer idlich der Wunsch vieler Gemeinderäthe erfüllt ind der Antrag gestellt:„die Bezirksregierung zu „suchen, eine neue Städteordnung für Homburg torzulegen, da es unmöglich ist, bei den total seränderten Verhältnissen bei unserer bevormundeten Gemeindeverfassung etwas zu leisten und für die sernere Entwickelung Homburgs mit Erfolg wirken u können.“
Wiesbaden. In einer dahier stattgehabten Versammlung des Wahlvereins der Fortschritts⸗ partei, zu welcher sich auch mehrere frühere Führer der national-liberalen Partei eingefunden hatten, nurde beschlossen, mit allen Mitteln und nameut— lich auch durch Abhaltung von Monatsversamm- lungen im Lande Nassau die liberalen Elemente zu einem Wahlverein der deutschen Fortschritts- bartei zu organisiren.
Frankreich. Paris. Die„Presse“ er-
fährt aus Brüssel, daß Herr Frere-Orban in
Folge des Todes der Frau Lavalette seine Reise nach Paris auf künftige Woche verlegt habe. Herr Frere-Orban wird wahrscheinlich etwa 14 Tage in Paris verweilen.
Spanien. Madrid. Der Straßenkampf in kexes, über den man einstweilen nur durch amtliche Telegramme unterrichtet ist, hat mindestens zwei Tage gedauert. Er wurde am Mittwoch
Morgen, wie es scheint, durch die jungen Leute
Sie schossen von den in Eile errichteten Barrikaden her auf die vorrückenden Truppen, welche erst nach einem Baponnetangriffe den Widerstand brechen und die Verschanzungen nehmen konnten. Bei der einbrechenden Nacht und dem schleunigen Rückzuge der Aufständischen, so sagen die Berichte, war es den Soldaten unmöglich, Gefangene zu machen. Wahrscheinlich war auch der Erfolg des Kampfes nicht danach angethan; denn es mußte nach Cadix um Verstärkung geschickt werden, während die Truppen sich auf den Hauptplatz der Stadt zurück— zogen, wo sie, das Rathhaus im Rücken, unter Palmen ihr Nachtquartier aufschlugen und die Ankunft des Generals Pazos aus Cadix erwar— teten. Derselbe rückte am frühen Morgen mit 1000 Mann an und der Kampf entspann sich von Neuem. Das Gefecht war nach den amt— lichen Mittheilungen von kurzer Dauer, aber auf beiden Seiten sehr hartnäckig. Die Aufständischen wurden, wie bekannt, geschlagen und angeblich ihrer sechshundert gefangen genommen.
Italien. Florenz. Aus Nrapel traf eine Deputation ein und überbrachte eine Adresse an den König nebst einer goldenen Krone als Geschenk der neapolitanischen Bevölkerung zum Jahrestage der Thronbesteigung Viktor Emanuels als König von Italien.
Rom. Der Papst hat aus Anlaß seiner am 11. April b. J. stattfindenden Feier der 50jährigen Priesterweihe folgendes vom 16. März d. J. datirtes Breve erlassen:
„Pius P. P. IX. Allen Christgläubigen, welche dieses Schreiben zu Gesicht bekommen, Gruß und apostolischen Segen. Was wir in unseren großen und bitteren Sorgen kaum hofften, daß der Allerböchste uns einen so langen Lebenslauf werde zurücktegen lassen, um nach Ablauf des 50. Jahres der empfangenen Priesterweihe das heil. Opfer mit feierlicherer Pracht zu begehen, das wird, wenn es Gott gefällt, am kommenden 11. April geschehen. Dieser Tag aber, der unser Herz mit höchster Wonne erfüllt, hat den Gläubigen eine neue Gelegenheit geboten, ihre treue Ergebenheit und ihre Verehrung gegen uns auszudrücken und zu bezeugen. Denn indem sie uns mit unglaublichem Eifer zu einem so glücklichen Ereigniß gratuliren, haben sie uns demüthig ihre inständigen Bitten vorgetragen, wir möchten die Freude dieses Tages mit ihrem geistlichen Wohl verbinden und die himmlischen Schätze der Kirche, deren Verwaltung Gott uns anvertraut hat, aus diesem Anlaß zu ihren Gunsten aufschließen. Da wir nun diesen frommen Wünschen der katholischen Welt mit bereitwilligem Herzen entsprechen wollen, verleihen wir durch die Barm— berzigkeit des allmächtigen Gottes und gestützt auf die Autorität seiner heiligen Apostel Petrus und Paulus allen und jeden Christgläubigen beiderlei Geschlechtes, welche in diesem Jahre am 11. April in was immer für einer Kirche oder Capelle dem heil. Meßopfer beiwohnen und, nachdem sie wahrhaft reumüthig gebeichtet und die heilige Communson empfangen haben, für die Bekehrung der Sünder, die Ausbreitung des katholischen Glaubens, den Frieden und den Steg der katholtschen Kirche fromme Ge— bete zu Gott emporsenden, barmherzig im Herrn voll— kommenen Ablaß und Nachlaß aller ihrer Sünden, welche auch den Seelen der Christgläubigen, die mit Gott in Liebe verbunden aus diesem Leben geschieden sind, im Wege der Fürbitte zugewendet werden kaun. Gegeben zu Rom beim heiligen Petrus unter dem Fischerring am 16. März 1869, unseres Pontificats im XXIII. Jahr.“
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F. Friedberg. Am 15. dieses Monats wurde die jährliche Generalversammlung der hiesigen Schuhmacher⸗ Leichenkasse abgehalten, in welcher auch Rechnungsablage für 1868 erfolgte, deren Resultat folgendes ist:
Die Einnahme besteht in 228 fl. 3 kr., „ Ausgabe e somit Vorrath Das Vermögen dieser Gesellschaft besteht außer obigem Vorrath aus 1030 fl., welche auf Obligationen verliehen sind.— Da dieser Verein wenig bekannt zu sein scheint, so dürfte es am Platze sein, etwas Naͤheres über dessen stilles aber sehr dankenswerthes Wirken zu berichten.— Erwähnter Verein ist der älteste derartige Verein in hiesiger Stadt und hat den Zweck bei eintretenden Todesfällen die Beerdigungskosten zu bestreiten, bei welchen den Trauer samilien bei Ableben des Vaters oder der Mutter je 30 fl. also zusammen 60 fl., sogleich ausbezahlt werden. Auf— genommen werden in den Verein gegen ein Beitrittsgeld von 3 fl. Eheleute, welche das 30. Lebensjahr noch nicht überschritten haben; die Aufnahme kann aber auch noch bis zum 36. Jahre gegen einen Zuschlag von 1 fl. 24 kr per Jahr erfolgen. Durch dieses geringe Beinittsgeld erwirbt sich ein neu angehendes Mitglied Autheil am Gesellschaftsvermögen, welches eben auf ein Mitglied 20 fl. bvelrägt. In dieser Generalversammlung wurde nun beschlossen, daß das oben besagte Eintrtitsgeld für das
Jahr 1869 nech in Anwendung gebracht, dagegen vom Jahr 1879 an dem Vermögen entsprechend erhöht werden soll.
Frankfurt. Die Biebricher Wintergärten waren
Alle waren entzückt über den Blüthenreichthum ber fich ihren Blicken darbot. Um der hiesigen Einwohnerschaft den Besuch in dieser wie in der nächsten Woche zu er⸗ leichtern, haben die Taunus ⸗ und hessische Ludwigsbahn sich enischlossen, zu erheblich ermäßigten Preisen vom 26.—30. März die Besucher der Biebricher Wintergärten zu befördern.
Darmstadt. Der Ausdehnung der Starkenburger Viehversicherungs-Anstalt auf das ganze Großherzogthum, welche mit dem 1. April d. J. beabsichtigt war, haben sich nicht alsbald zu beseitigende Hindernisse entgegengestellt, so daß die Anstalt ihre Thätigkeit in Ausdehnung auf das ganze Land wahrscheinlich vor dem 1. Mai bd. J. nicht beginnen kann. Anmeldungen zum Eintritt in die Anstalt können jedoch schon jetzt erfolgen.
Basel. Dr. Goppelsroder in Basel hat an 212 ver⸗ schiedenen Sorten Oblaten aus verschiedenen Fabriken Versuche angestellt und ist zu folgenden Resultaten gelangt: Die rothen Oblaten enthalten Mennig, die gelben Blei⸗ oryd, die weißen oft Blei, die grünen und blauen Ber⸗ linerblau und Chrom. Es wird gerathen, nur schwarze oder braune Oblaten anzuwenden.
Jür die nothleidenden Zuden in Westrußland ist bei Mayer Hirsch hier weiter eingegangen: Von J. Mat 5 fl.— L. L. 10 fl.— Schott aus Burggräfenrod 1 fl. 45 kr.— Thalia-Verein als Restüberschuß 27 kr.— Frau A. M. in R. fl.— Kammerassessor F. in A. 1 fl.— L. Oppenheimer 1 fl.— Lanogerichteassessor Suppes 1 fl.
45 kr.— Aus dem Uaeberschuß des durch die wissenschaft. lichen Vorlesungen im Hotel Trapp erzielten Ertrags 25 fl.
Rettungsruf!
Mitbürger und Mitbrüder!
Als im Jahre 1867 und 1868 der furchtbare Noth⸗ stand über unsere Provinz hereingebrochen, da war der Unterzeichnete zum Schriftführer des hiesigen Nothstands⸗ vereins, eines Zweiges des großen Berliner Hülfsvereins jür Ostpreußen gewählt, mit höchster Kraftanstrengung— seine Mitbürger werden ihm das bezeugen— ununter⸗ brochen zu helfen beflissen. Alle seine Glaubensgenossen in der Nähe und Ferne hal er zur Hülfe aufgerufen, doch es bedurfte dessen kaum, die Israeliten sind ihren christ⸗ lichen Mitbrüdern wahrlich nicht nachgestanden.
Cbristen! Mirbürger! Ein noch viel schrecklicher Noth⸗ stand hat die Israeliten in Rußland läugs der preußischen Grenze befallen, 90 Prozent der dortigen, sehr dichten und sehr zahlreichen, aber gänzlich verarmten Städte⸗ bevölkerung sind bekanntlich Israeliten. Davon sind, wie bebauptet wird, vielleicht schon 10 Prozent dem Hunger und dem Typhus erlegen. Erschütternde Vorkommnisse werden uns von dorther berichtet, Familien sind bis auf das letzte Glied ausgestorben, oder die Eltern, von dem Ungemach hinweggerafft, haben eine hungernde Kinder— schaar hinterlassen— ja, es werden Fälle erzählt, wo eines der Eltern gestorben und das Ueberlebende in sinn— raubender Verzweiflung die Kinder ohne sich weiter um sie zu bekümmern, verlassen oder sie zuvor Vermögenderen beimlich in die Wohnung niedergesetzt hat. In der Stadt Citowian wohnten nach Art der Armen dieser Gegenden 6 Familien eng zusammengepfercht in einem Hause. Nach und nach waren alle gestorben. Eine Multer war die Letztüberlebende. Ihren Mann und 13 Kinder hatte sie bereits begraben lassen.„Wohl Dir!“ rief sie, als auch das vierzehnte und letzte sein Leben verhauchte,„Du hast die Todesfurcht überstanden, während wir sie täglich und stündlich vor Augen haben.“
Brüder! Rettet, helfet wo Ihr könnt! Veranstaltet allgemeine Sammlungen, Concerte, Soiréen, Dilettanten⸗ darstellungen ꝛc. zu Gunsten der Unglücklichen, wie dies in der preußischen Stadt Posen und der französischen Stadt Havre mit schönstem Erfolg geschehen. Und ihr Männer der Presse, die Ihr Euch zur ersten Großmacht der Welt aufgeschwungen, nehmt Euch in edlem Eifer, wie dies so Eure Art, der Unglücklichen an! Ihr, das allgemeine öffentliche Gewissen, könnt es dem Einzelnen am wirksamsten zu Gewissen füyren.
Und nun, Ihr Brüder aller Parteien, aller Stände, aller Bekenntnisse, aller Nationalitäten— vor der Soli— darität aller, in allen edlen menschlichen Interessen gibt es keine Verschiedenheit unter den Menschen, sollte es keine geben— helfet und Gott wird Euch helfen.
Memel den 5. März 1869.
Der Prediger der Synagogen-Gemeinde Dr. Rü lf. Das in Friedberg bestehende Comité, sowie die Expe— dition dieses Blattes sind auch ferner zur Entgegennahme milder Beiträge gern bereit und bitten die Leser, diesem dringenden Rettungsrufe sich nicht zu verschließen.
Verloos ungen.
Mailand.(10. Fr.-Loose von 1866.) Bei der am 16. d. M. staltgehabten Gewinnziehung wurden folgende bohe Gewinne gezogen: 50,000 Fr. auf Nr. 52 der Serte 6852; 1000 Fr. auf Nr. d5 der Serie 6852; 500 Fr. auf N. 69 der Serie 165; 100 Fr. auf Nr. 5 der Serie 165, auf Nr. 36 der Serie 3046, auf Nr. 2 der Serie 6500, auf Nr. 84 der Serie 8652 und auf Nr. 7 der der Serie 7283.— Die Zahlung erfolgt am 15. Juni.
Berichtigung. In voriger Nummer ds. Blis. befindet sich in einem Art. Florenz ein Jirihum, der dahin zu berichtigen ist, daß es statt ,der österreichische Gesandte“ heißen muß:„der
tröffnet, welche sich der Aushebung widersetzten am Palmsonniag von hier aus von 800 Personen besucht. preußische Gesandie“.


