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1869.
Vonnerstag den 25. November.
N 138.
Ohberhessischer Anzeiger.
belbalt die amtlichen Erlasße für den Krtis Friedberg. Fritdberger Zutelligenzblalt
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samftag.
Für die Monate November und Dezember kann auf den„Oberhesfischen Anzeiger“ bei der Verlags-Expedition mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32
kr. abonnirt werden.
Hessen. Darmstadt. Wie verlautet, wird ge Stelle eines Regimentscommandeurs des Gr.
Infanterie-Regiments wieder durch einen preuß. Affizter besetzt werden. Als solcher wird der Aberst v. Manteuffel genannt.
Preußen. Berlin. Man begegnet in kerliner Blättern der Ansicht, daß die Schul— (ssetzvorlage des Hrn. v. Mühler diesem vielleicht sließlich ebenso gute Dienste leisten werde, wie e Hundert⸗Millionen⸗Anleihe dem Herten Finanz⸗ zinister v. d. Heydt, und daß sie ihm, wenn das sesetz zur Verhandlung kommt, Gelegenheit ver affen werde,„eine Reise in den Süden“ zu rachen, um hier ein Weilchen von den Anstrengungen ner gesetzgebenden Bestrebungen auszuruhen.
— Aus den stenographischen Berichten des serrenhauses geht, wie die„Volkszeitung“ mit- heilt, hervor, daß der Graf zur Lippe in der ditzung vom 15. November gesagt hat:„Meine terren! Glauben Sie es mir aus zuverlässiger fahrung, Sie haben keine Vorstellung davon, rie spät ein Mensch in seinem Leben klug wird.“
— In dem Abgeordnetenhause motivirte der übg. v. Bonin seine Interpellation wegen des neußischen Einspruchsrechtes gegen den Verkauf ur Braunschweigischen Staatsbahnen. Der Han⸗ ulsminister erklärte in seiner Antwort Folgendes: „Die Staatsregierung ist sich ihres contraktmäßigen gechtes bezüglich des Verkaufes derjenigen Braun⸗ hweigischen Staatsbahnen, auf welche die be— chenden Verträge sich erstrecken, und zwar auf tee ganze Ausdehnung dieser Bahnen, wohl be— kußt; sie wird deßhalb, wenn überhaupt, nur zunn ihre Zustimmung geben, wenn die Interessen us preußischen Staates, wie die des allgemeinen zerkehrs, sicher gestellt sind. Die Regierung tünscht auch das Interesse und die Ansicht der Hraunschweiger zu beachten, deren Landtag jetzt rsammelt und die Ansichten des Landes aus- zsprechen berufen ist. Die Regierung wünscht tese Ansicht zu erfahren und deshalb die Ent⸗ seidung auszusetzen.(Sensation.)
— Am 1. Juli d. J. waren in Preußen 970 selbständige Lehrerstellen und 822 Hülfslehrer⸗ illlen nur mit Präparanden besetzt, während 595 Abständige Lehrerstellen und 474 Hülfslehrerstellen merhaupt gar nicht besetzt waren. Dazu kommen uch 1242 neue Lehrerstellen, deren Gründung im Werke ist und die also auch noch besetzt werden rüssen.
Hannover. Das hiesige Consistorium hat jcgen die Anordnung, den 10. Nov. zu Ehren läther's als Bettag zu begehen, Protest und Ver⸗ hrung eingelegt, indem die Anordnung kirch⸗ ther Festtage nicht zu den Befugnissen des Landes- herrn als obersten Landesbischofs gehöre.
Frankfurt. Im Schooße des evangelisch ⸗ utherischen Gemeindevorstandes dahier sollen Be- grechungen stattgefunden haben, wie man sich gcgen die Anordnung, den 10. November als zesttag zu feiern, verwahren könne. Die franzö⸗ sich-reformirte Gemeinde hat den befohlenen Fest⸗ ich nicht gefeiert und an ihrer von dem Staat zinzlich unebhängigen Gemeindeverfassung con- eguent festgehalten.
Franksurt. Der hiesige„Beobachter“ reibt: Nach längerer Dürre bietet das Feld r Politik wieder reichen Stoff zu Besprechungen
und Vergleichungen. Zwei wichtige Wahlbewe⸗ gungen, die in Frankreich und die in Bayern sind im Gange, zwei Ministerkrisen sind aus- gebrochen, eine in Paris und eine in Florenz, zwei Fürstenzusammenkünfte werden angekündigt, die Franz Joseph's und Viktor Emanuel's in
Süditalien oder Wien, und die Louis Napoleon's
mit Kaiser Alexander in Nizza; endlich befindet sich das Haupt der Gläubigen in Rom mit dem Haupt der Ungläubigen in Constantinopel in so⸗ fern in ähnlicher Lage, als der Papst durch das neuzuschaffende Dogma seiner Unfehlbarkeit und Erhabenheit über alle Staatsgewalten der Erde, sämmtliche Souveräne zu seinen Khediven machen und mit ihnen eventuell ebenso zu Gericht gehen will, wie der Sultan es nach den Festen der Suezkanal Eröffnung mit dem Vicekönig von Egypten beabsichtigt.
Bayern München. Die„Correspondenz Hoffmann“ meldet den Abschluß des Vertrages zwischen den süddeutschen Staaten und der Schweiz über den gegenseitigen Schutz der Urheberrechte an literarischen Erzeugnissen und Kunstwerken.
— Das Resultat der Wahlen ist nach dem „Stuttg. Beob.“: 81 Patrioten(auch Conser⸗ vative oder Klerikale genannt), 69 Liberale und 4 Demokraten. Die ministerielle Partei mit 69 ist also in der Minderzahl geblieben, von diesen sind etwa 63 zur Fortschrittspartei und 6 zur ministeriellen Mittelpartei gehörig. Die Klerikalen haben durch die Neuwahl 2 Stimmen gewonnen.
Würtemberg. Stuttgart. Der Staats anzeiger für Würtemberg meldet, daß am 22. d. die Präconisation des Dr. v. Hefele zum Bischof von Rottenburg in Rom stattfinden wird.
Baden. Karlsruhe In der Abgeord⸗ netenkammer interpellirte der Abg. Bissing wegen eines angeblich vom Kriegsministerium erlassenen Verbotes an die Landwehr, sich an feindseligen Agitationen der Opposition zu betheiligen. Der Kriegsminister erklärte in Beantwortung dieser Interpellation, daß ein solches Verbot nicht existire; ein betreffender Erlaß ordne nur eine Belehrung und Mahnung an. Der Abg. Bissing beantragte darauf, die Kammer möge ihre Mißbilligung über diese Belehrung aussprechen, was mit allen gegen 4 Stimmen abgelehnt wurde, doch gab der Gegen— stand zu einer sehr gereizten Debatte Anlaß.
Oesterreich. Wien. Aus Cattaro schreibt man: Wenn schon vor Wochen behaupte! wurde, daß die Haltung des Fürsten und des regierenden Senats von Montenegro eine der hiesigen Insurrektion sehr freundliche ist, so liegen jetzt Beweise vor, daß diese Annahme vollkommen berechtigt war. Montenegro ist der Herd der Revolution; es ist die militärische Operationsbasis und in politischer Beziehung der Sammelpunkt aller Freiwilligen oder von Rußland bezahlten Agitatoren. Sämmtliche Führer in Montenegro haben hart an der Grenze Oesterreichs ihren Sitz und unternehmen von dort aus, wie es ihnen eben paßt, Streifzüge ins Land, um dasselbe zu unter- wühlen und den Behörden abtrünnig zu machen.
— Die am 15. begonnenen militärischen Operationen in der Kriwoschie haben bis jetzt nur das Resultat gehabt, daß von den vier Colonnen, in welche sich das Operationscorps theilte, zwei auf die Hochebene von Dragal vordringen konnten.
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Das 44. Infanterie-Regiment(Ungarn) und das 8. Jägerbataillon(Kärtner) von zwei Gebirgs⸗ Batterien und vier Raketengeschützen unterstützt, wollten am 18. den Engpaß von Han fortiren, wurden aber nach sechsstündigem Kampfe durch die Kugeln der Insurgenten und durch die Stein- massen, welche dieselben von den Felswänden herabrollten, zum Rückzuge genöthigt. An dem- selben Tage fand auf der Südseite der Bucht von Cattaro ein längerer Kampf der Oesterreichet gegen die Insurgenten statt, welche sich bei Brailsch gesammelt hatten. Dieselben wurden bis an die montenegrinische Gränze verfolgt.
— Die„N. Fr. Pr.“ erfährt durch Privat- telegramm aus Konstantinopel, daß die Pforte gegen die neuerdings angeregte Neutralisirung des Sutzcanals als einen Eingriff in ihre Souveräne täts rechte in Egypten protestirt habe.
Frankreich Paris. Der Kaiser ist am 21. d. in Begleitung des kaiserlichen Prinzen und mit zahlreichem Gefolge von Compiegne in Paris eingetroffen. Auf dem Nordbahnhof bildeten ein Bataillon Garde⸗Voltigeurs und ein Linienbataillon Spalier und die kaiserlichen Wagen wurden von einer Abtheilung Hundertgarden nach dem Tuilerien⸗ schloß geleitet.
— Die am 21. begonnenen Wahlen sind mit vollkommener Ruhe vor sich gegangen. Die Be- theiligung am ersten Tage war auffallend gering, am zweiten Tage drängte sich jedoch die sehr zahl- reiche Menge zu den Wahlurnen. Nirgends fielen Excesse vor.
— Das Resultat der Pariser Nachwahlen ist Folgendes: Im 1. Wahlbezirk wurde Rochefort mit 17,051 Stimmen(ca. 1800 St. Majorität); im 3. Wahlbezirk Cremieux mit 20,489 St. (Pouyer⸗Quertier erhielt 9676 St.); im 8. Wahl⸗ bezirk Arago mit 22,120 St.(Gent 5273, Herold 2462, Pyat ca. 1000 St.) gewählt. Im 4. Wahlbezirk ist zwischen Glais-Bizoin(mit 11.811 St.), Brisson(mit 6073 St.) und Allou (mit 7552 St.) Ballotage erforderlich.
— Die Wahlen von Rochefort(mit 17,978 Stimmen), von Cremieux(mit 20,784 St.) und Arago(mit 18,834 St.) werden offiziell bestätigt. Carnot erhielt im ersten Wahlbezirk(gegen Roche⸗ fort) 12,900 Stimmen, Terme 2900 Stimmen.
— Am Abend des 22. d. hatte sich auf den Boulevards eine beträchtliche Menschenmenge ver— sammelt, auch vor den Bureaux des„Rappel“ in dem Faubourg Montemartre bildeten sich Gruppen, welche das Wahlresultat erwarteten. In den be— nachbarten Straßen wurden einige Petarden ent- laden, doch wurde die Ordnung nirgends gestört.
— Wenn die„Presse“ recht berichtet ist, so wäre nicht nur eine Begegnung zwischen den Kaisern Napoleon und Alexander in Nizza ent- schieden, sondern die Kaiserin hätte auch von dem Kaiser von Oesterreich das Versprechen erhalten, an dieser Zusammenkunft Theil zu nehmen. Das diplomatische Corps hätte bei dem letzten Wochen- empfang im Ministerium des Aeußern die Begeg- nung der drei Souveräne für gewiß betrachtet.
— Die amerikauischen Blätter veröffentlichen einen Brief des Bruders Hyacinthe an einen protestantischen Geistlichen in Brooklyn. In diesem
vom Allerseelentage 1869 datirten Briefe heißt es:„Ich bleibe meiner Kirche treu, und wenn


