gebende Körper zu einer kurzen Sesston einberufen werden soll, welche sich nur mit der Berathung der Wahlen zu beschäftigen hätte. Es ist dies allerdings der persönliche Wunsch der Minister, der Kaiser ist aber gegen die sofortige Einberufung und auch viele von den maßgebenden Persönlich⸗ keiten der Majorität, die ihrer Wiederwahl sicher sind, haben es sich im Voraus verbeten, zu einem Sommeraufenthalt in Paris verurtheilt zu werden. Die Sache ist demnach mehr als zweifelhaft.
— Der Montagssoiree in den Tuilerien wohnten der Prinz und die Prinzessin Karl von Preußen bei. Der Kaiser trug den schwarzen Adlerorden und die Kaiserin hatte, wie bei großen Gelegen- heiten, den berühmten Diamanten„Regent“ im Haar.— Prinz und Prinzessin Karl setzten ihre Rückreise nach Berlin fort. Der Aufenthalt in Nizza soll dem Prinzen, der zuvor stark an der Gicht litt, sehr wohlthätig gewesen sein.
Spanien. Es kommt wiederholt die Nach- richt, daß die spanischen Monarchisten noch einen letzten Versuch machen wollen, um einen Candidaten für den Königsthron aufzutreiben. Es ist dies der preußische Prinz Friedrich Karl. Pariser Blätter erwähnen mit einigem Mißvergnügen den eifrigen Verkehr, welcher neuerdings zwischen der provisorischen Regierung und dem preußischen Ge sandten stattfindet.
Portugal. Lissabon. Die Meuterei in Mafra, unweit der Hauptstadt, hat mit der Po- litik nichts zu schaffen. Ein einquartiertes Re⸗ giment, welches in Kurzem nach den portugiesischen Besitzungen am Zambesi eingeschifft werden sollte, weigerte sich das Land zu veclassen.
Italien Florenz. Nach dem Cxpose des Finanzministers beträgt das Gesammtdeficit der früheren Jahre bis 1869 614 Millionen. Dasselbe kann gedeckt werden durch Schatzbons und die Bank⸗Anleihe im Betrage von 678 Mill. Anfang Januar 1870 besitzt die Bank einen dis. poniblen Fonds von 64 Millionen. Das Deficit für 1870 beträgt 94 Millionen. Der Finanz ⸗ minister kündigt eine Reform des Steuerwesens ohne Erhöhung der Steuern an und hofft, daß bis 1875 das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben hergestellt werden könne.
Amerika. Im Staate Louisiana sind jetzt Spielhöllen vom Gesetze gestattet. Der Staat nimmt ihnen eine Coneessions gebühr von 5000 Dollars ab; die städtische Behörde von New⸗ Orleans will ihnen eine fernere Steuer von 2500 Dollars auflegen. Seit dem Erlaß des Gesetzes wachsen in New⸗Orleans die Spielhäuser wie Pilze aus der Erde hervor. Sie sind auf's prächtigste eingerichtet.
— Aus Washington wird gemeldet, daß das vor den Antillen stationirte Schiffsgeschwader der nordamerikanischen Union um 8 Kriegsdampfer mit 77 Kanonen verstärkt werden wird. Der Grund zu dieser Maßregel wird in einigen vom Präsidenten Grant übel vermerkten Vorfällen auf und bei Cuba zu suchen sein, welche zwischen dem spanischen Commandanten dort und amerikanischen Schiffen vorgekommen sind.
„ Aus der Wetterau. Maikäfer sind bis jetzt bei uns noch etwas Sellenes; aus der Gegend von Heidelberg wird jedoch gemeldet, in einzelnen Gemeinden seien sie schen so massenhaft aufgetreten, daß sie gegen
Entschädigung aus der Gemeindekasse gesammelt und ver⸗ nichtet werden.
Frankfurt. Zu den hier und in der Umgegend befindlichen Dampfbäckereien hat sich nun auch eine Dampf⸗ schlächterei gesellt, d. h die Schweine werden zwar nicht mit Dampfkraft geschlachtet, denn hlerzu ist das Schlacht⸗ haus nicht eingerichtet, wohl aber wird das Fleisch mit Dampfkraft zerstückt und kleingehackt und alsdann durch eine sehr praktische Maschine als Wurst gefüllt. Das Ver⸗ fahren ist sehr einfach und schuell. Bel gehörigem Fleisch vorrath können mehrere Tausend Würste in einem Tag gefüllt werden.
rankfurt. Ein Auslaufer auf der Bank verlor an 15,000 fl. in Werthpapieren. Dieselben sind, trotz aus⸗ gesetzter Belohnung, noch nicht wieder zurückgeliefert wor⸗ den.— Ein anderer Auslaufer einer hiesigen Handlung wurde am Abend auf seinem Heimwege nich Vilbel, wo er wohnt, auf der Chaussee von vier preußischen Artilleristen mit blanker Wasse angefallen. Diesmal kam ihm seine Gewandtheit als Auslaufer sehr zu Statten, denn er wußte sich durch eilige Flucht der ihm drohenden Ver— preußerung zu entziehen.
Offenbach. Das mittelrheinische Bundesschießen wird dieses Jahr vom 27. bis 30 Juni hier abgebalten. Der hiesige Schützenverein entwickelt eine außerordentliche Thätig⸗ keit, um die Gäste würdig zu empfangen, und hat jetzt schon die Kosten zur Erbauung einer über 200 Fuß langen und 50 Fuß breiten Festhalle und sonstige Aus- gaben durch Beiträge und Aclienzeichnungen zum größten Theile aufgebracht. Zwei Mitglieder des Vereins haben sich freiwillig erboten, das Holz zur Dielbedachung der Halle unentgeltlich zu stellen
Darmstadt. Di Polizei fahndet eben auf zwei sehr elegant gekleidete Fremde, welche sich ein Geschäft daraus machen, in Casés hängende Ueberzieher von der Wand zu nehmen und mitgehen zu heißen. An einem und dem—⸗ selben Tage haben sie so in der biesigen Stadt 2, in Frankfurt 4 Röcke annectirt. Die Diebstähle werden na— türlich am hellen Tage ausgeführt und bemächtigen sich die Industrieritter der Garderobestücke mit der unschul⸗ digsten Miene von der Welt, als ob sie die legitimen Be sitzer wären.
Mainz. Man hört eben von vielen Seiten klagen, schreibt der„Mzr. Anz.“ von dort, daß das holländische Silbergeld auf hiesigem Platze so massenhast cinkulire. Diese Klage hat jedenfalls ihre Berechtigung, da der holländische Gulden nur einen Werth von 39 kr. hat, und diese Münze an öffentlichen Kassen gar nicht und von Geschäftsleuten nur ungern angenommen wird. Wie wir in Erfahrung gebracht haben, verdanken wir es zweien hiesigen Banquiechäusern, die in den letzten Woch n bereits an ca 100,000 Gulden holländisches Silbergeld eingeführt haben und noch einführen
Ober-Olm. In voriger Woche starb dahier die älleste Frau des Ortes, Katharina Baer, 87 Jabre ali. Dieselbe hatte 16 Enkel und ebensoviel Urenkel. Sie war nie krank, batte keinen ihrer Zähne verloren und nur wenig ergrautes Haar. Im Jahr 1846 verlor sie das Gesicht vollständig und später auch das Gehör, und merkwürdigerweise bekam sie beide Sinne wieder. Im Jabre 1861 erlangte sie ohne Anwendung von ärztlicher Hilfe das Gehör wieder und darauf auch das Gesicht, so— daß sie jede Druckschrift ohne Brille lesen konnte.
Würzburg. Im„Marktbreiter Wochenblatt“ ist
folgendes Ausschreiben enthalten:„Zum Schutze der Sing-
vögel. Wer innerhalb vier Wochen von heute an von den Orten Marktbreit, Obernbreit, Marktsteft, Michelfeld, Martinsheim, Enheim, Gnodstad:, Segnitz an den Rechts— practikauten Alzheimer zu Marktbreit eine lodte oder lebendige Elster einliefert, erhält hierfür von demselben eine Belohnung von 12 kr. wer von da ein Elsterei ein⸗ liefert, erhält hierfür eine Belohnung von 3 kr.“
Herrieden. Der hiesige Wetterbeobachter schreibt: Ungeachtet der großen Verbreitung des feuchtkalten Aequa⸗ torialstromes wird allmählich wieder schönes Wetter kom— men, da der Barometer auch in Nordamerika nur langsam steigt und auch bei uns die Lufiströmungen und Isobaren sehr regelmäßig verlaufen.
In Schönebeck, preußische Provinz Sachsen, ist Flei⸗ schermeister Einecke wegen fahrlässiger Tödtung durch trichinöses Fleisch zu 2 Jahren Gefängniß und 3 Jahren Untersagung des Gewerbetrieves verurtheilt worden. Im Ganzen sind 81 Erkrankungs⸗ und 10 Todesfälle vorge⸗ kommen. Sämmtiliche Erkrankungen weisen mit großer Bestimmtheit auf das Eineck'sche Gesaäft.
Stettin. An der pommerischen Küste ist in den letzten acht Tagen ein so ungewöhnlich reicher Härings⸗ fang gemacht worden, daß der frische Fisch in Strassund mit 1½ Sgr. und noch weniger für achtzig Stück bezahlt wird.
5 Schütet N Singvögel. Unter diesem Titel ist(Elberfeld bei in lhnen weten 5 gende
Schrifichen von Montanus erschienen, welchem wi
beherzigenswerthe Stelle entnehmen: Im Jahre 8 die Franzosen ins Land gefallen waren e 5 von Waffenlärm wiederhallte, war der bergische Landst
zwischen Sieg und Wupper neutrales Gebiet, wie da
Jahre vorher nordwärts der Wupper gewesen. Davon wußten uns die alten Leute zu erzählen, wie im neutralen Gebiete die aus den Kampfgegenden verscheuchten Sing⸗ vögel zusammengedrängt waren, so daß in jeder Gartenhecke Dutzende von Nachtigalleunestern, und alle Obst⸗ und Waldbäume voller Vogelnester, und sogar die Dachrinnen der Häuser von den friedenerfreuten Sängern zum Nisten gewählt wurden. Da wurde im Feld und in den Gärten das Ungezieser so rein vertilgt und die Obsthöfe so gründ⸗ lich gesäubert, daß man keinen Ungezieferschaden wahrnahm und kein wurmstichiger Apfel zu finden war, wogegen man außerhalb der Friedenslinie, wo die ackerbaufreund⸗ lichen Vögel, nich! aber das feindliche Ungeziefer durch das immerwährende Schießen vertrieben waren, Felder, Gärten und Baumhöfe von Raupen und anderm verderb⸗ lichen Geschmeiß verdorben sah. So fördert der Krieg das Ungeziefer nicht bloß unter den Menschen. Der um die Landwirthschaft und den Obstbau verdienstvolle Rath Deycks zu Opladen hat diese Beobachtung in seinem Tage— buche aufgezeichnet und pflegte es als Beleg zur Noth⸗ wendigkeit des Singvogelschutzes uns als Schulknaben zu erzählen. Zwei Dutzend Jahre darauf, als man im Siegkreise die Spatzen nach ortspolizeilicher Vorschrift
anzuschaffen, deren Nützlichkeit den Schaden vielsach über⸗ wiegt. Siehe, lieber Landmann: das Vöglein braucht dich nicht um Gnade und Barmherzigkeit anzuflehen, daß du ihm ein friedsames Nistplätzchen gönnest. Wenn Rechtsgefühl in dir lebt, so wird das dir sagen, daß es um dich verdient hat, daß du es in Schutz nehmest und treu behütest wie deinen Augapfel; auch daß du deine Kinder, die vorwitztgen, muthwilligen Knaben und jeden
Netze und Schlingen zu spannen auf deinem Eigen, in deinem Walde oder anderswo. Das zutrauliche Vöglein hat das Vertrauen zu dir gehabt, daß du es schützest, sonst würde es sein Nest fernhin gebaut und dich geflohen haben. Dies Vertrauen schon verpflichtet dich. Es geht ein altes Wort durch's deulsche Land von deuticher Treue. Erzeige diese Treue auch dem geringeren Geschöpfe, das sein Liebstes auf der Welt, seine Brut deinem Schutze und deinem Wohlwollen, das es redlich verdiente, anvertraut hat. Nirgendwo wird die Ausübung der Treue und schuldigen Dankbarkeit so handgreiflich gelohnt werden, als durch den Vogelschutz.
Jüt die nothleidenden Inden in Westrußland
gingen bei Unterzeichnetem durch David Stern I. in Rodheim und Petterweil gesammelt ein und zwar von: David Stern I. 1 fl. 45 kr.— David Stern II. 1 fl. 45 kr.— Dr. H. Momberger 1 fl. 10 kr.— Z. Born⸗ gässer I. 1 fl.— Jakob Stern 1 fl.— Pfarrer Jung f— Georg Wehrheim Wittwe 1 fl.— Henriette 1 fl.— H. Balthasar Jacobi 1 fl.— Pl. Holl III.
Jacobi 1 fl.— Nathan Scheuer 45 kr.= S. Oppenheimer 30 kr.— Joseph Stern 30 kr.—. J. Borngässer 30 kr.— J. Strauß 30 kr.— Isaak Strauß 30 kr.— Apotheker Eisenhuth 30 kr.— Johs. Wehrheim IV. 30 kr.— Bäcker Müller 30 kr.— Balth. Jacobi II. 30 kr.— Joh. Wehrheim V. 30 kr.— Heinirch Jacodi IV. 30 kr.— S. Stern 30 kr.— J. Jacobi VIII. 30 kr.— Heinrich Wehrheim 30 kr.— Wilh. Jacobi 24 kr.— Michael Holl II. 24 kr.— Georg Hensel 24 kr.— Caspar Kleemann 24 kr.— J. Kleemann 24 kr.— Z. Born⸗ gässer 18 kr.— J. Hofmann Wiltwe 18 kr.— Lehrer Hüfner 18 kr.— Lehrer Rückert 18 kr.— A. Kassel 12 kr. G. Jacobi II. 12 kr.— H. Schmolbach 12 kr.— J. Scheuerich 12 kr.— Balthasar Kester 12 kr.— Joh. Hensel 12 kr.— Johs. Rullmann Wittwe 12 kr.— C. Wehrheim 12 kr.— Ph. Holl II. 12 kr.— N. Born⸗ gässer 12 kr.— G. Wehrheim 12 kr.— Ph. Steinbrink 12 kr.— J. Bausum 6 kr.— J. Köbel 6 kr.— P. Bach 6 kr.— Lehrer Gruner 6 kr.— J. Zipperlein 6 kr.— C. Will III. 6 kr.— Petterweil: Joseph Oppenheimer 1 fl. 18 kr.— S. Ullmann Wittwe 1 fl. — H. Heinemann 48 kr.; im Ganzen 28 fl. 43 kr.— Ferner aus Beienheim Ung. 1 fl.— Aus Fauerbach v. d. H. Ung. 2 fl.— Rosa Wetterhahn in Melbach 1 fl. Aus Fauerbach durch M. Schwarz 1 fl. Mayer Hir sch.
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beinahe vertilgt hatte, sand man, durch Raupenschaden belebrt, nichts Besseres zu thun, als diese Thiere wieder
fremden Vogelsteller abhaltest, ein Nest anzurühren oder
11 und gc
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Alle Silber billiger
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6.2


