in Frankfurt a. M., 4 Millionen Thaler der säch⸗
sischen 5 prozentigen Anleihe übernommen habe. Herzogin von Genua eine Prolestation gegen die
Dieselben sollen gegen Ende Dezember zum Pari⸗ course aufgelegt werden.
ayern. München. Das Ministerium ist nunmehr desinitiv completirt: Ministerialrath Braun ist zum Minister des Innern, Justiz- minister v. Lutz zugleich zum Cultusminister er⸗ nannt worden.
— Der Landtag wird auf den 3. Januar k. J. einberufen.
Würtemberg. Stuttgart. Die feier⸗ liche Beeidigung des Bischofs von Rottenburg, Dr. v. Hefele, durch den König hat am 20 d. stattgefunden. Die Mitglieder des Ministeriums, des geheimen Rathes, der Cabinetschef Freiherr v. Egloffstein und der Direktor des kathslischen Kirchen taths Schmidt, wohnten der Feierlichkeit bei.
Oesterreich. Wien. Von competenter Seite verlautet, daß die Majorität des Ministe⸗ riums durch den Ministerpräsidenten Grafen Taaffe das mehrfach besprochene Memoire an den Kaiser gelangen ließ und gleichzeitig die Minorität des Ministeriums ihr Demissionsgesuch erneuert hat. Wie man versichert, wird hierüber eine allerhöchste Entschließung weder nach der einen noch nach der anderen Seite erfolgen und wie angenommen wird kaum unmittelbar zu gewärtigen sein.
— Im Herrenhause erklärte der Ministerpräsident bei Beantwortung der Interpellation betr. die Arbeiterversammlung, die Retierung habe die nöthigen Vorsichtsmafregeln getroffen gehabt, wollte jedoch die Weihe des Tages(feierliche Eröffnung des Reichsrathes) nicht durch das Heraufbeschwören eines Confliktes beeinträchtigen. Die Arbeiter- petition werde Seitens der Regierung unbeant⸗ wortet bleiben..
— Ueber den Stand der Ministerkrisis wird von unterrichteter Seite Folgendes als authentisch mitgetheilt: Nach der Ankunft des Kaisers aus Ofen ließ die Majorität des Cabinets demselben durch den Ministerpräsidenten Grafen Taaffe ein Memoire überreichen. Die Minorität des Cabinets, die Grafen Taaffe und Potocky, nebst Minister Berger, erneuerten in Folge dessen ihr Gesuch um Entlassung. Eine Entschließung des Kaisers ist bis jetzt noch nicht erfolgt und wohl auch kaum bald zu erwarten. Die Stellung des Reichskanzlers Grafen Beust wird durch diese Vorgänge nicht berührt.
Prag. Vor einigen Nächten wurden hier Tausende von Plakaten in tschechischer Sprache an den Straßenecken aufgeklebt gefunden. Der Inhalt derselben ist ein Aufruf zu gemeinsamem Sturze der gegenwärtigen Regierung und zur raschen Unterstützung der dalmatinischen Brüder mit Waffen.
Frankreich. Paris. Der„Constitu⸗ tionnel“ sagt, die Geschäftsordnungscommission werde Wiederherstellung der Adresse beantragen. Dasselbe Journal erwähnt auch ein Gerücht, das Militärcontingent werde von 100,000 Mann auf 80,000 Mann reducirt werden.
— In gesetzgebenden Körper fragte Rochefort, warum der republikanische Deputirte Angelo aus Frankreich ausgewiesen worden sei. Forcade antwortete, Angelo habe in einer Versammlung geäußert, wenn die Bombe platze, werde die Re- publik daraus hervorgehen. Die Regierung werde die französischen Republikaner und alle Anderen, welche sich, ohne daß sie wagten thatsächlich vor⸗ zugehen, für die demnächstige Republik aussprächen, ohnmächtig machen.(7)— Der Deputirte E. Ollivier stellt entschieden in Abrede, daß er,
— Man versichert, daß binnen Kurzem die
Ernennung ihres Sohnes zum Könige von Spanien veröffentlichen wird. Man hat lange geglaubt, daß sie jene Candidatur begünstige. l Türkei. Ein aus Konstantinopel kom⸗ mendes Telegramm meldet vom 18. Dezember: Die Stadt Ala im Aidiner Vilajet in Kleinasien ist nach drei heftigen Erdstößen von der Erdober⸗ fläche verschwunden. Die Einwohner retteten nur ihr nacktes Leben. Zwei andere Städte, Mar⸗ maritza und Mulla, sind durch das Erdbeben halb zerstört worden.
Amerika Washington. In dem Re⸗ präsentantenbause rief das Verlangen eines Herrn Munyon aus Ohio, daß die vereinigten Staaten sich ihrer Schulden auf die einfachste Weise, näm⸗ lich durch Zahlungsverweigerung entledigen sollten, von allen Seiten Widerspruch und großen Tumult hervor! Das Haus nahm sodann mit 123 Stimmen gegen 1 den Antrag an, zu beschließen, „daß ein jeglicher Vorschlag, irgend einen Theil der Schulden der Vereinigten Staaten nicht an— zuerkennen, der Ehre und des guten Namens der Nation unwürdig ist, und daß das Haus, ohne Unterschied der Partei, hiermit alle solche Vor— schläge für verwerflich erklärt.“
„ Friedberg. Der Sturm vom 16. resp. 17. scheint eine große Verbreitung gehabt zu haben. Aus Bordeaux vom 16. wird telegraphisch gemeldet, daß eine Stral⸗ sunder Brigg dort an jenem Tage vor dem Eingange des Hafens in Folge der Wuth des Sturmes total ver⸗ loren gegangen ist. Auch aus Bremen gehen Meldungen ein über die Heftigkeit des Orkans am Ende der letzten Woche. Auch dort sind, wie in Berlin, viele Be⸗ schädigungen an Bäumen und Gebäuden vorgekommen.
Nauheim. An die schöne Feier, welche kürzlich unsere Bürgerschaft gelegentlich der Einweihung des neuen Schulgebäudes beging, hat sich dieser Tage ein ebenso schöncs, nicht minder wichtiges Fest angereiht, ein Fest wie es würdiger und heiterer lange nicht in Nauheim gefeiert worden ist. Am 18. d. fand nämlich im Rathhause die Verpflichtung unseres unläugst gewählten Gemeinderaths und des neu ernannten Bürgermelsters Schutt durch Herrn Regierungsrath Trapp statt. Nach diesem Akie vereinigle sich eine große Anzahl hiesiger Einwohner, auch Herr Regierungsrath Trapp und unser Landtags-Abge⸗ ordneter Hert Hofgerichts-Advokat Curlman von Fried⸗ berg hatten sich eingefunden, zu einem Festessen bei Kröll im alten Kurhause, dessen Saal recht geschmackvoll decorirt war. Während des Essens ergriff zunächst Herr Regierungs⸗ rath Trapp das Wort, gedachte der Bedeutung des heutigen Tages für Naubeims Zukunft und ermahnte zur Eintracht in dem gemeinschaftlichen Streben für Nauheims Wohl und Gedeihen. Sein Hoch galt dem neuen Ge⸗ meinderathe.— Herr Bürgermeister Schurt dankie im Namen des Gemeinderaths und knüpfte daran in beredter Weise eine Darlegung der Grundsätze, welche ihn leiten werben bei Führung seiues neuen ehrenvollen Amtes, das ihm neben großer Verantwortrichkeit und schweren Pflichten auch wohl manche ungeahnle Schwierigkeiten und Wider- wärtigkeiten bringen werde. Sein Wablspruch sei immer gewesen, geradeaus auf dem Wege des Rechtes und der Billigkeit, nicht nach links und nicht nach rechis geblickt, — eben so hoffe er es ferner zu hallen und dadurch auch die Achtung derer zu erringen, die heute ihm und seiner Ernennung abhold seien. Mit diesem Vertrauen trete er sein Amt an und mit der Hoffnung, daß seine Wirksam⸗ keit Nauheim zum Segen gereichen möge. Dem Wohle der Stadt Nauheim und der ganzen Einwohnerschaft widmete Herr Schult seinen Trinkspruch.— Es folgten sodann noch eine Reihe von Trinksprüchen. Der Herr Abgeordnete Curtman doastirie auf das Emporblühen Nauheims, Hr. Kaufmann Weis auf das baldige Schwinden des Mißtrauens gegen die sogenannten Fremden, Herr Dr. Siebert trank aufs Wohl der Frauen und Jungfrauen Nauheims, während Herr Dr. Bode sein Glas der Frau Bürgermeister und den Frauen der Herren Gemeinderäthe widmete. Auch unser humoristischer Redner, Hr. Deur ing, wußte in seiner gewandien Weise durch mehrere mit großer Herlerkeit aufgenommene Toaste zur Erhöhung der Festes— limmung sein Möglichstes beizutragen und so trennte man sich spät Abends in fröhlichster Stimmung und im Be⸗ wußtsein, eine würdige und frohe Feier begangen zu haben.
wie vie Journale in den letzten Tagen behaupteten, seit dem Zusammentritt des gesetzgebenden Körpers mit der Bildung eines neuen Cabinets beauftragt worden sei.
Großbritannien. London. Der Ber- liner Correspondent der„Times“ telegraphirt, daß Frankreich eine Abrüstung der Armeen in Berlin, Petersburg, Wien, Florenz und vermuthlich auch in London vorgeschlagen habe.
Italien. Florenz. Die Deputirtenkammer genehmigt das provisorische Budget bis Ende März 1870. Die Kammern wurden bis zum
Zum Schiusse nur noch einige Worte. Hätte der Schreiber mehrerer ebeuso alberner als gehässt ger Artikel in der Mainzeitung die Ehre gehar, unserem Feste beizu wohnen, so würde er sich gewiß überzeugt haben, wie sehr er neben die Scheibe geschossen, wenn er Gefahr wittert, unser herrliches Kurhaus neost Park könne eines schönen Tages in ein Jesuiten-Kloster verwandelt werden. Dazu wird es hier sobald wohl nicht kommen, wenn aber doch je, so dürfen wir hoffen, daß dem nicht unbekannten Artikel- schreiber und Hellseher die wohlverdiente Anerkennung zu Theil wird, unter ben Jesuiten⸗Vätern unseres Zukunfts⸗
Tiffin oder Du Brange angeklagk, durch Vertheilung von gedruckten Zetteln, in denen ein ärztliches Geheim iittel angepriesen war, gegen die Sittlichkest verstoßen zu haben.
Auf Befragen des Richters nannte sich Du Brange einen Doktor der Universität Gießen, was sich natürlich bald als Schwindel herausstellte. Leichtgläubigen in Sachen des Geheimmittel⸗Schwindels.
Hundesteuer hat im abgelaufenen Jahre eingetragen. nicht zu ihrem Schaden auf den Hund gekommen.
der seinen Tisch seit langer Zeit regelmäßig mit Katzen⸗ braten besetzt, die Felle der allenthalben gestohlenen Thiere an Kürschner verkauft und in seiner Wohnung noch ein kleines Lager solchen Pelzwerks aufgestapelt hatte.— Guten Appetit! wird man wünschen dürfen.
Besuch seines Bruders, der bekanntlich Marinesoldat ist, erhalten. Die Zusammenkunft war eine sehr. peinliche.
Dies zur Warnung von Frankfurt. Die früher zu 3500 fl. verpachtete 13 000 fl. Bei dieser Neuerung sind die Frankfurter
München. Dieser Tage wurde ein Taglöhner arretirt,
Paris. Traupmann hat vor einigen Tagen den
Der Soldat warf sich zuerst in die Arme seines Bruders, und nachdem er ihm seine scheußlichen Verbrechen vorbe⸗ valten, bat er ihn mit aufgehobenen Händen seine Mit⸗
Mutter sein.“ Traupmann blieb stumm. In Folge Er weigerte sich, heute seinen gewöhnlichen Spaziergang
zu machen.
auf's Beit und weinle. Man befürchtet, daß er sich das Leben nehmen will und har deßhalb die Vorsichtsmaßregeln verdoppelt. a ö
Sagen aus der Wetterau. Von Heinrich Hensler.
14. Jodentöder Sagen. ö
Lambert, die ganze Gegend weitumher unsicher. Wenn er Geld nöthig hatte, verlangte er bald von diesem bald von jenem wohlhabenden Bauer einen bestimmten Tribut und durch verschiedene Gräuelthaten hatte er eine solche Furcht den Leuten eingeflößt, daß nicht nur Alle ihm bereit; willig das Befohlene gaben, sondern sogar es ihm selbst brachten.
Einst sollte ein Mann aus Espa ihm dreißig Gulden bringen, eine für die damalige Zeit sehr große Summe. Der Mann hatte das Geld erst wenige Tage vorher für verkaufte Frucht ein⸗ genommen und es zur Bezahlung dringender Schulden bestimmt. Es schmerzte ihn des halb
daß der Räuber ihm das Haus anzünde, oder gar ihn ermorde, mußte er ihm seinen Willen thun. Er ging mit den Gelde zu ihm und seine Frau begleitete ihn Nachdem er ihm die ver⸗ langten dreißig Gulden auf den Tisch gezählt hatte, strich es der Räuber begierig ein, in dem⸗ selben Augenblicke aber versetzte ihm das hinter ihm stehende Weib des Mannes mit einem Hand- beile, das sie unter der Schürze getragen, einen Schlag in den Nacken, daß er zu Boden fiel, worauf der Mann ihn vollends todt schlug. Da bedeckten sie den Leichnam mit einem großen Steine, welchen man noch vor einigen Jahren an dem Wege sah, der von Bodenrode nach Maibach und Münster führt. noch„am Lambert“.
A3 wischen Brand-Oberndorf und Hasselborn 0 ist ein Thal, das einer Festung gleicht, denn es
ist ganz von Bergen umgeben und hat nur einen einzigen Ausgang. Das Thal beißt„Hermanns⸗ thal“, weil darin der Heerführer Hermann sein Lager hatte. f
In der Gemarkung von Brand⸗Oberndorf it.
ein Ort, der heißt die„Streithecke“. Da wan dert des Nachts ein Jäger mit Hund, Gewehr und Ranzen umher. und heißt„der wilde Jäger“.
Kloiters ein Plätzchen für sich reservirt zu finden.
Aus dem Amte Usingen. Der„Rh. K.“ schreibt: In unserem Amte läuft die frohe Kunde von Mund zu Mund, daß sich der Fürst von Braunfels und Krupp
1. Februar 1870 vertagt.
von Essen um die Concession zum Bau der Bahn von
Zeiten des Nachts über lautem Heulen wegtoben.(Friedber Blatt von 1840, Nr. 33.)
andern Orten um Bodenrod hört man ihn zu
1
schuldigen zu nennen, um so dem Schaffot zu entgehen. „Deine Hinrichtung,“ meinte er,„würde der Tod unserern
dieser Zusammenkunst ist derselbe äußerst niedergeschlagen.
Nach der Unterredung ging er lange Zeit 5 in seinem Gefängnisse auf und ab und warf sich dann
—
Vor alten Zeiten machte ein Räuber, Namens
sehr, in dieser Weise das Geld zu verlieren— wollte er es aber nicht darauf ankommen lassen,
Die Gegend heißt aber heute
Er hat aber keinen Koff Auch von vielen
die Köpfe der Leute mit ger Intelligenz
5
dankbar Beide keichem Dienst
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Disiril und w. sestgese


