Ausgabe 
23.9.1869
 
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Hessen. Darmstadt. Das Großherzog · liche Regierungsblatt Nr. 44 enthält:

I. Verordnung, das Bahnpolizeireglement für die Gr. Hess. Strecke der Main⸗Weser⸗Eisenbahn betreffend.

II. Bekanntmachung Gr. Ministeriums der Finanzen die Besteuerung des Zuckers betr.(Die Zulassung von Rohzucker zu einem Jollsatze von nur, 4 Thlrn. für den Ceniner kann in Hessen nur über die Hauptzollämter Mainz und Bingen, die Ausfuhr von Zucker mit dem Anspruch auf Zoll⸗ oder Steuetvergütung kann, sosern es sich um Zucker handelt, für welchen eine Vergütung von 3 Thlrn. 4 Gr. bezw. 3 Thlr. 18 per Centner gewährt, bis auf Weiteres nur über das Hauptzollamt Mainz

en. ace. Besfntlhe Anerkennung einer edlen That. Am Abend des 7. Juni l. J. badete der Gardist in der 3. Compagnie des 1. Infanterie- Regiments Christoph Biel in offenem Rheine bei Worms unterhalb der dasigen Badeanstalt und gerieth hierbei während des Schwimmens in Folge eines Krampfanfalls in Gefahr zu ertrinken. Auf den Hülseruf der am Ufer Anwesenden schwamm der Gardist Georg Stroh, der 7. Compagnie des 1. Inf.⸗Regts., aus Sprendlingen, im Kreise Offenbach, welcher in einer Entfernung von etwa 15 Schritten stromabwärts von Biel badete, rasch an das Ufer, lief eine Strecke stromaufwärts, schwamm sodann auf den Ertrinkenden zu, erfaßte letzteren, der bereits untergesunken und bewußtlos war, und brachte ihn glücklich an's Ufer, wo es gelang, denselben ins Be⸗ wußtsein zurückzurufen. S. K. H. der Großherzog haben dem Gardisten Georg Stroh für diese muthvolle mit eigener Lebensgefahr verbundene That das allgemeine Ehren⸗ zeichen mit der Inschrift:Für Rettung von Menschen⸗ leben Allergnädigst zu verleihen geruht. In Gemäßheit Allerhöchster Entschließung wird dieses zur öffentlichen

nntniß gebracht. 8 e Gr. Oberconsistoriums, die Er⸗ gebnisse der Verwaltung der allgemeinen geistl. Wiltwen⸗ kasse vom Jahr 1867 bett. An Pensionen wurden bezahlt: A. Wittwenpensionen: 1) an 120 Wittwen solcher Mit⸗ glieder, welche nach dem 31. Dezember 1842 verstorben sind 45,903 fl. 46 kr.; 2) an 25 Wittwen solcher Mit⸗ glieder, welche vor dem 1. Januar 1843 verstorben sind 8470 fl., zusammen 54,373 fl. 46 kr. B. Waisenpen⸗ sionen 1562 fl. 13 kr. Summa 55,935 fl. 59 kr. Die Einnahme beträgt laut Abschluß 140,092 fl. ½ kr. die Ausgabe 104,691 fl. 34 kr. Verglichen bleibt Rest 35,400 fl. 26½ kr. Nach der Rechnung von 1866 und der Bekanntmachung vom 6. Februar 1868 betrug das verzinslich angelegte Kapttalvermögen Ende 1866 1 Mill. 119,185 fl. 59½ kr. Während 1867 wurden 1) hiervon zurückempfangen 32.313 fl. 19½ kr., 2) neu ausgeliehen 45,818 fl. 35 kr., 3) somit mehr ausgeliehen 13,505 fl. 15½ kr. Daher Ende 1867 Kapitalvermögen 1 Mill. 132,691 fl. 15 kr. i 8

V. Bekanntmachung Großherzoglicher Commission für Postangelegenheiten, die portopflichtigen Dienstbriefe betr.

VI. Bekanntmachung derselben Behörde, wonach seit dem 5. v. M., dem Tage der Eröffnung der Heidel⸗ berg⸗Meckesheim⸗Jagstfeldet Eisenbahn die Personenpost⸗ Verbindung zwischen Rappenau und Jagsiseld über Wimpfen aufgehoben ist.

VII. und VIII. Uebersicht der für das Jahr 1869 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden dec Kreise Alzey und Worms. 45

IX. Bekanntmachung Großherzogl. Kreisamts Worms, die Erhebung einer Umlage von den zu dem Friedhofs- verbande zu Dalsheim gehoͤrigen Israeliten betr.

X. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Lauterbach, die Niederschlagung des 4. Ziels der Umlagen der israelitischen

Religionsgemeinde Crainseld für 1869 betr. 1

XI. Verzeichniß rechtskräftig gewordener, in Gemüßheit des Art. 30 des Strafgesetzbuchs im Regierungsblatt be⸗ kannt zu machender Straf⸗Erkenntnisse der Gerichte der Provinz Rheinhessen.(Schluß folgt.)

Preußen. Berlin. DerVolkszeitung geht folgende Zuschrift von einem hannöverschen Geistlichen zu:Preußen, welches einst der rettende Hort ward für Hugenotten, Salzburger und Zillerthaler, denen unduldsame Engherzigkeit und religibser Zelotismus die Heimath verleidete, hat soeben an der Spree protestantischen Gottesdiensten Kirchen versagt. Oesterreich, welches damals in blinder Glaubenswuth Hussiten austrieb und aller Orten Evangelische drangsalte, befleißigt sich heute, der Duldsamkeit urd Gewissensfreiheit gerecht zu werden. Solche Erscheinungen und Rollenwechsel treten bei den Völkern zu Tage, je nachdem die maßgebenden Staatsmänner einer bestimmten theo⸗ logischen Richtung sich

hin, zu wünschen,

Spotte und Frohlocken seiner Gegner drängen lasse.

dienstbar machen, oder großsinnig über den Parteien zu bleiben vermögen. Wie dem aber auch sei, so können wir nicht um⸗ daß der Protestaatenverein, dem so viele ernste Männer mit gottesfürchtigem Sinne und aus kirchlichen Aemtern angehören, jetzt nicht in Berlin tage und mit seiner Andacht sich in ungeweihte Hallen oder improvisirte Buden zum sechs Monaten hinaus, gibt täglich zu Debatten J Anlaß. Die Frage ist in so fern sehr ernst, als

Nicht fern von Preußen liegt Olmütz;

wird ohne Zweifel Herr v. Beust seine früheren Landsleute in mißlicher Lage mit Vergnügen gast⸗ freundlich aufnehmen, wird nicht weniger das jetzt liberale evangelische Kirchenregiment Oesterreichs protestantischen Gottes diensten mit Freuden Kirchen öffnen; und der Weg von Berlin nach Olmütz kann doch nicht schwer zu finden sein. Königsberg. DieOstpreuß. Ztg. theilt mit, daß die nach dem Unglücke am 13. d. bei der Polizeibehörde als von ihren Angehörigen vermißt angemeldeten 14 Personen nunmehr sämmt⸗ lich bis auf eine lebend hier und dort ermittelt worden sind. 31 Personen sind todt aus dem Wasser aufgesischt, zwei wieder ins Leben Zurück⸗ gerusene nachträglich gestorben, so daß, falls jener noch Vermißte mit zu den Todten zu rechnen sein würde, sich deren Zahl auf 34 belaufen würde. Homburg v. d. H. DerTaunusbote meldet die Ernennung des vormaligen Civileom- missärs Landrath v. Briesen zum Mitgliede der Regierung in Düfsseldorf. Frankfurt. DasFr. J. schreibt: In der Ausweisungsaffaire ist dem sog. Gothaer Vertrag üher die Heimathlosen eine Rolle zu spielen vorbehalten. Wer keine Heimath nach- weisen kann, muß schließlich in seinem Geburtsort geduldet werden. So bestimmt der genannte Vertrag. Die praktische Ausführung der hiesigen Ausweisungen hat nun zunächst der Polizei in Offenbach Veranlassung gegeben, sich auf den genannten Vertrag zu berufen, indem sie den Sohn des Hrn. Busch vorfordern ließ und bedeutete, daß er beim Mangel ausreichender Subsistenzmittel in seinen Geburtsort Frankfurt zurücktransportirt würde. Die Angelegenheit ist durch diese That⸗ sache in das Stadium der Heiterkeit getreten, in⸗ dem Polizei und Polizei mit einander in Conflikt gerathen. Ob aus diesem Dilemma, um die Autorität der hiesigen Polizei zu retten, noch ein Auskunftsmittel möglich ist, wissen wir nicht. Wiesbaden. Die Versammlung der Fort⸗ schrittspartei am 18. d. war von mehr als tausend Personen besucht, und die Tagesordnung wurde ohne Störung erledigt. Die Ankeäge des Comite's wurden fast einstimmig angenommen. Auch mehrere Lassallianer sprachen, jedoch ohne Erfolg. Sachsen. Dresden. Vom 21. d. wird telegraphisch gemeldet: Das Hoftheater, welches seit 11 Uhr Vormittags brennt, steht in vollen Flammen und ist nicht zu retten. Die Entstehung des Feuers, das während der Probe ausbrach, ist unbekannt. Die nahestehenden Gebäude, wie namentlich die katholische Hofkirche und das Museum, sind wegen der herrschenden Windstille weniger bedroht. Aus Baden. Die feierliche Eröffnung unseres Landtages durch den Großherzog in Person findet am 24 d. statt. Oesterreich. Wien. Eine Katholiken⸗ Versammlung in Graz hat ihre Berathungen mit einer Resolution gegen die Staatsgrundgesetze von 1867 beschlossen. Der Sieg der Liberalen(der kirchenfeindlichen Partei) gefährde das Reich und den Thron. In Bezug auf die Verhand- lungen des Grafen Beust mit der römischen Curie erklärte die Versammlung:Wir können nicht die Ansicht des Reichskanzlers theilen, daß er gerade als Protestant besonders dazu befähigt sei, in den Verhandlungen mit dem päpstlichen Stuhl die volle Unbefangenheit zu wahren. ö Innsbruck. Die Naturforscher⸗Versammlung wurde am 18. d. mit einer enthusiastisch auf- genommenen Rede des Statthalters und des Bürgermeisters eröffnet. Die Stadt ist festlich geschmückt und sieht man namentlich viele schwarz⸗ roth⸗goldene Fahnen. Unter den gebotenen Fest⸗ lichkeiten ist auch eine Fahrt über den Brenner bis Bozen und zurück. nehmer eingetroffen. Frankreich. Paris. Die Frage Betreffs der Fortdauer der Vertagung des gesetzgebenden Körpers, und dieses über die gesetzliche Frist von

ein Theil der Deputirten die Absicht baben soll

Bis jetzt sind 743 Theil⸗

Auflösung des letzten gesetzgebenden Körpers ab⸗

haben wird. Der Deputirte Graf de Keratr welcher sich unter den bekannten 116 befindet, welche

diese Frage im Temps.

Die Nachrichten über das Befinden des Kaisers lauten vom 19. d.: Der Kaiser ist gestern nicht nach Paris gekommen. Das schöne Wetter

wiederhergestellte Gesundheit einer neuen Probe zu unterziehen. Er verließ am Arme des Generals

Fuß das Schloß und wandte sich nach der Rich⸗ tung von Villeneuve l'Etang. An der Porte. Verte ließ er sich einen Augenblick nieder und kehrte dann, beständig zu Fuß, nach Saint Cloud zurück. In der Kastanien⸗Allee nahe bei der Orangerie angekommen, verließ er sogar den Arm seines Adjutanten und legte den Rest des Weges bis in seine Gemächer allein zurück, nur auf einen Rohrstock gestützt. Dieser Spaziergang dauerte über eine Stunde. a Nach den offiziösen Blättern steht es nun fest, daß die Kaiserin auch zur Eröffnung des Suezcanals nach Aegypten geht. Nubar Pascha reist nach Alexandrien ab, um die nöthigen Vor⸗ betreitungen zu treffen. Der Tag der Abreise ist noch nicht bestimmt.

Die Reise der Kaiserin, berichtet der Gaulois,ist jetzt beschlossene Sache. Die Abreise ist auf den 2. Oktober festgesetzt und alle Vorbereitungen dazu werden mit Eifer getroffen. Die Reise von Paris nach Venedig erfolgt zu Lande, die NachtAigle erwartet Ihre Majestät an letzterem Orte. Vielleicht allein noch ist nichts sicher in dieser Beziehung gebe der Kaiser während der orientalischen Reise der Kaiserin nach Biarritz, Pau oder Nizza.

Der Kaiser ist am 19. d. des schlechten Wetters wegen nicht ausgegangen; heute am 20. ist er, wie derMoniteur meldet, um 7 Uhr aufgestanden und hat nur seine ordentlichen Aerzle, die Herren Conneau und Corvisard empfangen, überhaupt in allen Stücken seine gewohnte Lebens⸗ weise wieder aufgenommen.

Amerika. Washington. General Sickles hat telegraphirt, daß das spanische Cabinet für jetzt jeten Vorschlag der amerikanischen Regierung in Betreff Cubas ablehne, und erkläre, daß es unter keinen Umständen auf Basis eines Verkaufs oder einer Abtretung Cubas zu unterhandeln gesonnen sei. General Sickles spricht die Ver⸗ muthung aus, daß Oesterreich und Frankreich in dieser Angelegenheit Spanien unterstützen würden. Er erbittet sich neue Instruktionen.

Nachrichten aus Rio de Janeiro vom 28. August melden, daß der Krieg mit Paraguay als beendet angesehen wird. Die Alliirten er⸗ fochten einen großen Sieg. Graf d'Eu hat an der Spitze der Armee Piribelin(7) und As caria eingenommen. General Lopez ist entflohen, General Menabarreto todt. Von den paraguitischen Truppen wurden 1500 Mann kampfunfähig gemacht.

Aus der Wetterau.

Uhr, im Hesfischen Hof in lung zur Gründung

an derselben auffordern zu sollen. Frankfurt. Der eiserne

Quadralsuß= 5000 Centnern glänzend bestanden. Die kolossale Belastung hat nur eine kaum merkbare Einbiegung von 115/ Zoll hervorgebracht. Man hofft, daß jeden⸗ falls schon am nächsten Sonntag

ermöglicht sein wird. Darmstadt.

noch mehreren Kindern spielte, die ganze Nase abgehauen. Darmstadt. einem Saalbau dahier waren Lurnitz in Frankfurt, der

als Preisrichter ernannt worden. mehr ihren Bericht an die Actiengesellschaft,

dahin werde der beabsichtigte Tag verlegt. Dor

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sich am 25. Oct., wo die sechs Monate seit der

Bau beabsichligt, erstattet. Ein erster Preis wurde

gelaufen sind, zu versammeln, selbst wenn die Ne⸗ 1 gierung die Kammern noch nicht zusammenberufen

die bekannte Interpellation unterzeichneten, bespricht

bestimmte ihn, wie derMoniteur berichtet, seine

Castelnau und in Begleitung des Herrn Conti zu

Mau glaubt hierdurch auf eine Dienstag den 28. September d. J., Vormittags 10 Butzbach staktfindende Versamm⸗ eines Obst⸗ und Gartenbau⸗ Vereins aufmerksam machen und zu lebhafter Theilnahme

Steg an dem Fahrthor hal die vorschriftsmäßige Belastungeprobe von 75 Pfund per;

das gelungene Weck der allgemeinen Beurtheilung des Publikums durch Augenschein

Dieser Tage hat ein Soldat in an getrunkenem Zustande einem 7jährigen Jungen, welcher mit mit seinem Säbel beinahe

Zur Prüfung der Concurrenzpläne zu die Herren Archstecten H. Herr Oberbaurath Hoffmann in Wiesbaden und Herr Stadtbaumeister Kreyssig in Mainz Dieselben haben nun welche den nicht

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