566 Friedberg, 10. Februar. In Nr. 21 des„Oberhessischen Anzeigers“
dortigen Volksversammlung, die in keine Neuigkeiten enthalten sollte und konnte, nationalen Parteiz wie denn überhaupt zwischen ann N dürftigen Rednereien der Gegenseste eine Vergleichung nicht möglich ist. großem Beifall aufgenommen, auf den der Gegner wurde nicht gerechnet. err Adve Herrn Buff zu rühmen und das bekannte Thema von den„hessischen Eigenthümlichkeiten u. uns auch Herr Seyd„durchaus nichts Neues“; wir haben die
allen Theilen entstellt und wahrheits widrig ist. Die Rede des Herrn Dr. N entwickelte in durchaus präciser, streng sachlicher und trefflicher Weise das Programm der den staatsmännischen und beredten Ausfuhrungen Dr. Oppenheim's und den wahrhaft Die Rede wurde von dem größten Theil der Versammlung mit Herr Advokat Seyd von Friedberg ergriff darauf das Wort, um
befindet sich eine von Rodheim aus datirte Schilde rung der
Oppenheim, die allerdings
s. w. abermals abzuhandeln. Jedenfalls sagte
Paar Gedanken auf denen Herr Buff und seine Anhänger herum reiten,
bereits so oft gehört, daß wir, obwohl wir nicht zu dessen Anhängern gehören, das Lied vom braven Mann und guten Juristen Buff, dem
Kämpfer für Oberhessens Eigenthümlichkeiten, im Schlafe pfeifen könnten,
Herr Seyd wurde allerdings nicht nur„kühl“ aufgenommen,
sondern bei einigen Stellen seiner Rede entstand Unruhe und Trappeln mit den Füßen, worauf Herr Seyd sagte:„Ich danke meine Herren
für ihren Beifall“, was nach dem Oberhessischen Anzeiger
*) ein„treffender Sarkasmus“ gewesen sein soll.
Fr. Weith von Niederwöllstadt, sich in anerkennungswerther Weise bemühte die Ruhe zu erhalten, schrie der bg mee aus
Rodheim von einem Stuhl aus dem Hintergrund:
„Ihr Rodheimer laßt Ihr Euch das gefallen, wenn Ihr rechte
od heimer
seid, so säubert den Saal!“ Dieses unerhörte Verfahren eines Bürgermeisters, der doch Wächter des Gesetzes in der Gemeinde sein
soll, der aber offen zu Thätlichkeiten aufforderte, fand Dank der Besonnenheit der Anwesenden Rodheimer Einwohner verstand sich zum„Säubern des Saals“ und dem energischen Auftreten gelang es in wenigen Minuten die Ruhe Farzustellen, die nicht weiter gestört wurde, wenn es
Bezeugungen nicht fehlte. Herr Seyd m
allerdings nicht den erwarteten Anklang; kein des Herrn Buchhändler Scrib« aus Friedberg auch an gegenseitigen Beifall- und Mißfallens⸗
ichte einen kurzen Schluß, worin er zur Erheiterung der Versammlung unter ausern trefflichen
hessischen Eigenthümlichkeiten die einst gute jetzt schlechte Gemeindeordnung anführte, mit der bekanntlich der Reichstag ger nichts zu thun
Herr Scriba hielt eine Ansprache an seine in
hat.
zum Theil jetzt auf einem andern Standpunkt wie er, der die Resultate von 1866 anerkennt, ständen, von
dieser Gegend zahlreichen Bekannten, die mit ihm 1848 für die
Repubik waren und die denen er aber offte, daß sie sich
wieder der nationalen Sache zuwenden würden.(Auch Herr Buͤrgermeister Jakobi gehörte damals zur demokratischen Parti und hat unterm
18. Mai 1849 mit Herrn Scriba und andern Männern einen Aufruf unterzeichnet, zum Schutz der Reichs verfassung aufgefordert wurden.) Ob die Reden der Herren Scriba, Eindruck“ geblieben sind, mag die demnächstige Abstimmung in Rodheim und dessen Umgegend einigen Eindruck gemacht der Erwiderung mehr. Herr Jakobi sprach einiges für Herrn Buff, zuletzt in großer Extase:„Wählt keinen Preuß.“— Beigeordneter Rupp aus Obererlenbach
in welchem die Bürger der Wette ra zur Bewaffnung Oppenheim und Müller ohe„irgend welchen
zeigen, auf Herrn Seyd sckinen sie jedenfalls
zu baben, denn obwohl seine Angaben und Behauptungen erbarmungslos abgefertigt wurden, and er kein Wort was mit dem Namen einer Rede Niemand beehrt wird und schrie
zog gegen Preußen und as Jahr 1866 los,
das uns alles Unheil gebracht hätte, was Herr Seyd, der, wie angeblich auch Herr Buff, auf Grundlage des Jahresl866 steht und von da aus den deutschen Bundesstaat aufbauen will, von Rechtswegen hätte streng rügen und zurückweisen müssen, waser jedoch nicht that,
sondern großmüthig dem„Herrn Muller des Herrn Hofgerichtsadvokaten Trapp IV.“ überließ.
Die Versammlung wede in regelmäßiger
Weise geschlossen, nachdem Niemand mehr das Wort verlangte; die Friedberger und Niederwöllstädter Besucher vlietzen, nach kurzem Aufenthalt in einer der unteren Stuben, Rodheim, weil sie vorher schon mit den Herrn von Niederwöllstadt do eine Zusammenkunft
verabredet hatten; von einer Art Flucht zu reden, städter wurde allgemein bedauert und vielfache Zeichen der Sympathie und lebhaften das, was sie selbst von Anhängern des Herrn Buff nach der Versammlung hörten. seiner Schlußrede gesagt hat:„wir haben es gewußt, daß Rodheim kein Feld zur Agitation
in seinen Schlußworten gesagt, es habe sich gezeigt, daß hier eine getheilte Stimmung herrsche, um aufzuklären und die öffentliche Meinung für unsern Candidaten zu gewinnen e Anzeiger“ in den Mund gelegt wird.— Auch in Parkämpfen sollte man bei die schuldige Achtung nicht versage— von welcher Seite
gerade deßhalb hierher gekommen, völlig das Gegentheil dessen gesagt, was ihm im„Oberhessischen der Wahrheit bleiben, die gute Sitte nicht bei Seite setzen und den Gegnern
ist also geradezu lächerlich; im Gegeutheil, die Abreise der Friedrger and Niederwöll- Mißbilligung des Benehmens d Herrn Jakobi waren Völlig wahrheitswideig ist daß Herr Scriba in
für Herrn Oppenheimst.“ Herr Seriba hat wir hätten das raus gewußt und seien Herr Scriba hat also
in der gegenwärtigen Wahibewegung, die an und fur sich gar keinen genügenden Anlaß zu einer gegenseitigen Feiseligkeit und Erbitterung
bietet, in dieser Hinsicht gefehlt wurde, wollen wir dem öffentlichen Urtheil überlassen.
*) Soll wohl heißen, nach einem Inserate im„Oberh. Anzeiger“? Wir müssen die Herren beiderseits wiederholt sehr bitte fehden den„Anzeiger“ aus dem Spiele zu lassen und da wo sie denselben erwähnen, es in einer Weise zu thun,
bei ihren gegenseitigen Wahl—
welche keine Mißdeug zuläßt. Der„Anzeiger“ hat
sich durchaus noch uicht in den Waolstreit gemischt, nur die betreffenden Herren selbst bekämpfen sich in ihren Inseraten, und hierzu benutzeste den„Anzeiger“. Der„An⸗
zeiger“ hat an dem ganzen Wahlstreit auch keineswegs Vergnügen und selbst die gar nicht unbedeutenden Inseratgebühren, 5 ihm leine Freude machen.— Erwähnen Sie deßhalb in Zukunft den„Anzeiger“ in einer den thatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Ne zum Sündenbock Ihrer Thaten, andernfalls würde der„Anzeiger? von seinem Hausrecht Gebrauch machen und derartigen Inseraten diu
für welche er se sehr eingenommen ist, können „und machen Sie uns nicht fnahme verweigern. Die Red.
Vorlesungen im Saale des Hotel Trapp.
545 Reallehrer Klern: Ueber die Entstehung des Sonnensystems. Erster Vortrag: Donnerstag den 25. Februar. Zweiter Vortrag: Dienstag den 2. März.
Wenn man den Geguer nicht mit Gründen schlagen kann, dann schlägt man ihn mit der Faust.
564 So denkt die Buff'sche Rückschrittspartei in Södel. Herr Hofgerichtsrath Buff, der mit einigen Secundanten ganz im Stillen von Dorf zu Dorf zieht, kam am verflossenen Freitag auch nach Södel. Vor einer Versammlung, in der Bürgermeister Reitz präfidirte, entwickelte Herr Buff in wenigen Worten sein Programm, worauf Rentamemann Lindeck ihn nochmals empfahl. Schon glaubte Herr Buff, seinen Anhang um ein Beträchtliches vermehrt zu haben, denn Niemand sprach gegen ihn; doch siehe da— mit einem Male wurde die schöne Illusion zerstört: die Versammlung brach in ein donnerndes Hoch auf Herrn Dr. Oppenheim aus, worauf sich natürlich Herr Buff schleunigst entfernte. Bei den Anhängern des Herrn Buff(Bürgermeister, Gemeindediener u. s. w.) muß diese Niederlage jedoch böses Blut gesetzt haben. Denn als nach der Versammlung einige Anhänger der Fortschrittspartei sich noch weiter über die Wahlangelegen⸗ heiten unterhielten, geschah es, daß einer derselben in Gegenwart des Bürgermeisters von einem Gemeindediener unversehens im Gesichte blutig geschlagen wurde.— Ob es einem Wahlcandidaten angenehm sein kann, von Leuten, die zu solchen Mitteln greifen, unterstützt zu werden, möchten wir sehr bezweifeln. 5
555 Eine wichtige Entdeckung ist gemacht worden, die Wissenschaft hat einen neuen Sieg
errungen, von einem drückenden Gefühl der Ungewißheit sind wir befreit, einem Gegenstand alten Streits ist die Spitze abgebrochen.
„Der Branntwein ist als oberhessische Eigenthümlichkeit erkannt worden.“
Dank, heißen Dan? den edlen Seelen, die kein Kopfzerbrechen gescheut, die mit der Loͤsung der brennenden Frage„worin bestehen die oberhessischen Eigenthümlichkeiten einen verheißungs⸗ vollen Anfang gewacht und sich damit einen gerechten Anspruch auf die Benennung„wahre
Patrioten“ erworben haben. Möge die Mitwelt bald erfahren, wer die. Verdienstvollen gewesen. Hei! das ärgert Euch, Ihr Oppenheimer! ————.
Fortserittsverein. 3 d. M., Wande 8 Uhr, bei
Zur Vahlfreiheit.
553 Wähle, e Du, wenn Du stirbst, Wünsch wohl gewählt zu haben.
554 An d'großen„Unparteiischen“ der essischen Landeszeitung.
Jch hab' gählt, ich habe mich entschieden,
Und mein Lorbeer flechte die Partei
des Herrn Buff.
* * Heltpieh-Markt u Offenbach a. M. . 568 ben 1 18. März, verbunden mit einer 19. März stattsindenden Vorloosung von e, Zucht⸗ und Milchvieh. Loose 0 kr. sind in Friedberg zu haben bei F. A. Wagner im Rathhaus.
fl. Belohuung
557 b ich Demjenigen, der mir den Buben, der an men Lagerplatz an der Eisenbahn die Schlösser aufgesagt und die Einfriedigung beschädigt bat, so bezeic, daß ich ihn gerichtlich belangen kann. 5 G. H. Freundlieb. Berichtigung.
dem Inserat„Wahlstudien“ vr. Nr. ist Zeile 10
zu chtigen v. Hoverbeck in v. Forckenbeck.
Verantw. Red.: Hermann Schimpff.
zuck und Verlag von Bindernagel& Schimpff.
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