Ausgabe 
22.6.1869
 
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Seilerstraße zu stehlen, schlug, da der Strick riß, fehl und vurde der Apparat der Polizei eiugeliesert.

ankfurt. In dem Zoologischen Garten ist än Seehund eingetroffen. Ein biesiger Einwohner, velcher 2000 fl. unterschlagen haben soll, wurde steckbrieflich verfolgt. Man glaubte ihn schon längst in Amerika, als u dieser Tage Abends auf einer Promenade entdeckt und verhaftet wurde.

Mainz. Aus Gonsenheim wird von einer empören⸗ hen That berichtet. Es leben dort drei Brüder in dem ihnen gehörigen väterlichen Hause. Von denselben ist nur der eine verbeirathet. Das bisher ungetheilte Vermögen dot Anlaß zu mancherlei Differenzen in der Familie. Die beiden unverheiratheten Brüder forderten von ihrem Bruder schon zu verschiedenen Malen ihre Vermögens- untheile heraus, wozu sich dieser nicht verstehen wollte. Der eine der drei erneuerte nun dieser Tage auf dem Felde sein Ansuchen bei dem Bruder, es kam zu Streitig eiten und dieser letztere gerietb der Art in Zorn, daß er einem Bruder mit dem Karste über den Kopf hieb. Der Schlag erfolgte mit solcher Gewalt, daß der Unglückliche einen Schädelbruch erlitt und kaum gerettet werden dürfte. Der Thäter ist bereits in Haft genommen und in das giesige Arresthaus abgeliefert.

Wie aus Wien gemeldet wird, hat sich dort Montag den 14. d., Nachmittags Uhr, ein Gewitter entladen, das weniger wegen seiner eigenen Hefligkeit, als des gewaltigen Orcanes wegen, welcher demselben unmittelbar voranging, bemerkenswerth war. Mächlig, vom Sturme aufgetriebene Staubwolken verfinsterten derart die Luft, daß man in den Straßen nur auf wenige Schritte sehen konnte, während das Schreiben und Lesen in den Zimmern zur Unmöglichkeit wurde.

In Paris wurde dieser Tage au Rechtsgebühren für das in directer Linie vererbte bewegliche und unbeweg liche Vermögen im Seine- Departement des verstorbenen Baron Roihschild die Summe von 1,643,000 Fr. bezahlt.

Der Einfluß der Entwaldung auf Quellen und fließende Gewässer. Mitgetheilt von ll

Veranlaßt durch die Wahrnehmung, daß am Winterstein an mehreren Stellen bedeutende Ab holzungen stattfinden, theilen wir aus einer in derGäa stehenden fraglichen Gegenstand betr. Abhandlung von M. Becquerel das Folgende hier mit.

Der Einfluß, welchen die Entwaldung auf den Wasserreichthum der Quellen und Flüsse ausübt, ist von der größten Wichtigkeit und verdient sorg fältige Beachtung. Die Existenz der Quellen ist im Allgemeinen bedingt durch das Regenwasser, welches die oberen Bodenschichten durchsickert, bis es auf undurchdringliche Lagen trifft, deren Stei gung folgend es weiter fließt, um schließlich als Quelle wieder zu Tage zu treten. Auch die Ursache der Wasserbrunnen ist keine andere, wie die soeben bezeichnete der Quellen, von denen die reichhaltigsten meist im Gebirge auftreten. Der Einfluß der Wälder auf die Quellenbildung ist ein doppelter, einmal, indem sie Feuchtigkeit her vorrufen und die Verdunstung des Bodens hemmen; dann, indem die Wurzeln den Boden durchziehen

und dem Eindringen der meteorischen Wasser zu⸗ gänglicher machen.

Strabo berichtet, daß im Alterthume zu Babylon große Vorkehrungen getroffen werden mußten, um die Stadt im Frühlinge vor den Ueberschwemmungen des Euphrat zu schützen, der infolge der Schneeschmelze auf den Hochgebirgen Armeniens alljährlich aus seinen Ufern trat. Um die dadurch hervorgerufenen Ansammlungen stehen- der Wasser in den bebauten Feldern zu verhindern, waren Abzugsgräben und Canäle errichtet worden. Heutzutage ist nach Oppert der vor wenigen Jahren Mesopotamien durchforschte, die Wasser menge des Euphrat viel geringer als in den früheren Jahrhunderten. Ueberschwemmungen finden nicht mehr statt, die Canäle sind trocken, die Sümpfe verschwunden und die Gegend hat ihren früheren ungesunden Charakter verloren. Opperk übetzeugte sich, daß diese Abnahme der Wasser menge der Entwaldung der armenischen Gebirge zugeschrieben werden muß.

In der Republik Venezuela befindet sich unweit der Küste das fruchtbare Thal von Aragua. Dasselbe ist von allen Seiten durch Berge ab geschlossen, so daß die Bäche, welche in dem Thale fließen, keinen Weg zum Meere finden, und in ihrer Vereinigung einen See(Tacarigua) bilden. tigen Jahrhunderts diesen See besuchte, ging derselbe seit etwa 30 Jahren einer langsamen Austrocknung entgegen, deren Ursache die Anwohner nicht kannten. Nach Humboldt muß diese Ab nahme den großartigen Wälder-Ausrodungen zu- geschrieben werden, welche in dem genannten Thale stattfanden. Im Jahre 1822 hörte Boussingault von den Bewohnern dieser Gegend, daß der See spiegel wieder beträchtlich gestiegen sej und daß Landstriche, die vordem bebaut wurden, jetzt unter Wasser srien. Während 22 Jahren war aber das Thal der Schauplatz blutiger Kämpfe gewesen, die Bevölkerung nahm ab, die Felder blieben un bebaut und dichter Wald bedeckte einen großen Theil der Gegend. Man erkennt also hier deutlich den Einfluß der Bewaldung auf die Menge des fließenden oder stehenden Wassers.

Im Jahre 1826 standen in dem erzreichen Gebirge von Marmato nur wenige von Neger- selaven bewohnte Hütten. Vier Jahre später hatten sich die Verhältnisse sehr geändert, denn es fanden sich dort zahlreiche Werkstätten und eine Bevölkerung von 3000 Seelen. Man war gezwungen viel Holz zu fällen, aber obgleich die Entwaldung erst seit 2 Jahren begonnen hatte, bemerkte man doch schon eine Abnahme der für die Maschinen benutzten Wasser, obgleich im zweiten Jahre mehr Regen fiel als im ersten.

Desbassyres de Richemont berichtet, daß auf der Insel Ascenston am Fuße eines Berges sich eine schöne Quelle befindet, welche durch Entwal dung versiegte, aber wiederkehrte, nachdem sich im Laufe der Zeit der Berg wieder mit Wald be deckt hatte.

Berghaus fand, daß die Wassermenge der Oder von 17781835 abnahm, und daß das gleiche zwischen 1828 und 1836 für die Elbe stattfand, so daß, wenn diese Abnahme fortdauert, dereinst die Gestalt der Schiffe auf jenen Strömen verändert werden muß. Statistische Untersuchungen ergaben, daß die Abnahme lediglich den Entwal dungen zuzuschreiben ist.

Die Römer leiteten die Wasser der Quelle von Etuven über Orleans; diese Quelle ist heute gänzlich versiegt. Ein Bach, der sich östlich von Orleans in die Loire ergoß und der bei der Be lagerung dieser Stadt im Jahre 1428 wesentlich zur Vertheidigung beitrug, setzte ehemals Mühlen in Bewegung; er existirt heute nicht mehr, allein man muß hinzufügen, daß auch die Wälder ver schwunden sind, welche damals nach dieser Seite

Als Humboldt zu Anfang des gegenwär⸗

hin um Orleans bestanden. In Folge dieser Entwaldung versiegen auch die Brunnen in der Stadt mehr und mehr, so daß die Municipal Verwaltung vor 4 Jahren genöthigt war mit einem Kostenauswande von 300,000 Fres. trink⸗ bares Wasser von der Quelle des Loiret nach Orleans zu leiten.

Wenn auch in einzelnen Fällen Quellen in⸗ folge von Erdbeben versiegen, so lehren doch obige und viele andere Beispiele daß die Wasserabnahme und das Versiegen der Quellen fast immer un⸗ mittelbar mit der Entwaldung eintreten. Würde darum mit der Abholzung des Wintersteins in dem Maße, wie es seit Anfang dieses Jahres geschieht, fortgefahren, ohne daß neue Anpflanzun⸗ gen gemacht werden, so würde besonders Fried- berg, das einen großen Theil seines Wassers von den am Fuße des Wintersteins entspringenden Quellen erhält, bald an emfindlichem Wassermangel zu leiden haben.

1

Jüt die nothleidenden Juden in Westrußland

kam uns nachträglich noch zu: Von Ant. Schöoͤpff II. in Pohlgöns 11 fl. 10 kr., welchen Betrag wir dem hiesigen Comiié zur Weiterbeförderung zustellen werden.

Die Expedition.

Verloosung.

Freiburger 15 Frs. Loose. Zlehung am 15. Juni. Gezogene 42 Serien sind: Nr. 457 641 653 806 907 924 1723 1927 2005 2086 2299 2495 2697 2716 3127 3339 3534 3694 3914 4142 4377 4390 4392 4425 4598 4746 5016 5111 5192 528 5377 8936 5957 6075 16398 6490 6494 6514 6546 6960 7541 7871.

Edietal ladung.

1634 Nachdem mit dem Vereine deutscher Fürsten und Edelleute zum Schutze deutscher Auswanderer nach Teras, beziehungsweise dem Verlreter des Phillipp Nleolaus Schmidt'schen Anlehnsconsortiums eine Verständigung zur veraleichsweisen Erledigung der von demselben an die Petvatveriassenschaft des Herrn Grafen Friedrich Eduard von Alt- Letningen-Westerburg arf Schloß Ilbenffadt erhobenen Forderungen vicht herbet⸗ geführt werden konnte, so wird nach deshalb erkannlem Toneurse Liquldationstermin auf

Mittwoch am 4. August l. J., Vormittags 10 Uhr, anberaumt, in welchem Forderungen und Ansprüche an den erwähnten Allodtal Nachlaß, bei Meidung ffill⸗ schweigend eintretenden Ausschlusses, dabler anzumelden und nebst etwaigen Vorzugsrechten näher zu begrün⸗ den find.

In dem Termine soll nochmals die Güte versucht und über die weitere Behandlung der Sache Beschluß gefaßt werden und find die ausbleibenden oder durch Bevollmächtigte nicht oder nicht gebörig vertretenen Gläubiger den gefaßt werdenden Beschlüssen als bei tretend anzusehen.

Friedberg am 22. Mat 1869.

Großberzogliches Landgericht Friedberg Reltz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts Assessor.

Ein braves Mädchen, 1828 das in Küche und Haus gewandt u ist, wird zum

alsbaldigen Einiritt gesuchtl. Näheres zu erfragen bei der Exped. d. Bl.

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Landwirthschaftlichen Anzeiger.

Herausgegeben auf

1864 Der Landwirthschaftliche Anzeiger erscheint vom weise für die Verhälinisse des Großherzogtbhums Hessen, Kurhessen) berechnet, wird der landwirtbschaftliche Anzeiger Zetürfnissen der Landwirthschaft seine Ausmerksamkeit zuwenden, dieser Länder bringen, desgleichen genaue Berichte über den Handel und

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Verkehr in diesen Artikeln, die Courswerthe der gangbarsten Goldmünzen u. s. w. Vereinen und practischen Werth und Interesse sein

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Ober-Mörlen den 18. Juni 1869.

Hb. ed. Creetner.

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alt zu allen Preen. Wilh. Sturmsfels.

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bel K. Friedrich neben der Post in Friedberg.