Ausgabe 
21.12.1869
 
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Die Insurgenten von Braie werden am Waffen am Fort Cosmac abliefern.

sichert. 19. d. ihre

Im Adreßausschusse erklärte der Minister Giskra auf die Anfrage Rechbauer's über die Gerüchte wegen Ministerkrisis und das Verhalten der Regierung gegenüber der Wahlreform und

Aenderungen der Verfassung, daß gegenwärtig kein Demissionsgesuch eingereicht worden. Zugleich betonte der Minister das Festhalten an der Ver⸗ fassung.

Frankreich. Paris. In diplomatischen Kreisen verlautet, der diesseitige Botschafter am russischen Hofe, General Fleury, habe in Unter⸗ redungen mit hervorragenden Persönlichkeiten am russischen Hofe den Wunsch geäußert, Rußland möge die Initiative zu einer allgemeinen Ent waffnung ergreifen. Von Seiten Rußlands wäre hierbei auf die seit der Thronbesteigung Alexan ders II. verfolgte Friedenspolitik hingewiesen worden, welcher Umstand es angezeigt erscheinen lasse, daß die Initiative der Entwaffnung von anderer Seite ergriffen werde.

Es geht das Gerücht, das neue Ministerium werde folgendermaßen zusammengesetzt werden: Ollivier Inneres, Segris Justiz, Buffet Finanzen, Leboeuf Krieg, Rigault-Genouilly Marine, Maurice Richard Unterricht, Daru öffentliche Arbeiten, Louvet Ackerbau, Parieu Präsident des Staats- raths. Das Ministerium des Aeußern ist Thiers und Thalhouet angetragen worden. Thiers lehnte ab, versprach jedoch, das neue Cabinet zu unter stützen. Thalhouet hat noch nicht angenommen.

DerGaulois meint:Wenn Herr Emile Ollivier ins Cabinet eintritt, so glaubt man, daß eine seiner ersten Thaten die sein wird, ein friedliches Manifest zu veröffentlichen und 100,000 Mann nach Hause zu schicken. Man leiht ibm folgende Worte:Der Krieg ist mit dem parlamentarischen Regime eine Unmöglichkeit, es sei denn, daß ihn die öffentliche Meinung energisch verlangt, um eine gegen Frankreich ver übte Beleidigung zu rächen. In diesem Falle hat Frankreich immer genug Soldaten. Es erscheint mir daher nicht nothwendig, einen so hohen Effektiobestand, wie wir ihn besitzen, bei⸗ zubehalten. Herr Emile Ollivier, berichtet der Gaulois ferner, ist von der Kaiserin empfangen worden und es soll ihm geglückt sein, sie mit dem parlamentarischen System einigermaßen auszusöhnen.

P. Hyacinthe, der jetzt Abt Lopson heißt, ist aus Amerika zurückgekehrt und wird in Paris Vorlesungen über dieunabhängige Moral be⸗ ginnen, welches Thema er schon vor zwei Jahren in seinen Predigten in der Notre⸗Dame⸗Kirche behandelte und wodurch er sich den ersten Tadel seiner geistlichen Vorgesetzten zuzog. Der Exmönch wird nun jedenfalls noch etwas freier reden, als damals und darf zu seinen Vorträgen eine zahlreiche Zuhörerschaft erwarten.

Spanien. Madrid. Die Cortes haben mit 130 gegen 5 Stimmen den Antrag angenom- men, eine parlamentarische Untersuchung über die angebliche Veruntreuung von Kronjuwelen unter den Königinnen Christine und Isabella einzuleiten.

In der Sitzung der Cortes erklärte der Ministerpräsident Marschall Prim, die Frage der

Throncandidatur befände sich noch in demselben Stadium wie in der letzten Woche; der Herzog von Genua werde kommen, aber auch wenn er nicht kommen würde, so sähe sich die Regierung dadurch noch nicht veranlaßt, zur Republik über- zugehen. i

Italien. Aus Neapel wird telegraphirt: Das Freidenker ⸗Coneil wurde nicht aufgelöst, sondern nur die öffentliche Versammlung, welche dasselbe am 10. d. M. abhielt.

Friedberg. Eine Breslauer Zeitung schreibt: Gestern Abend las Burmeister im ziemlich ge füllten Saale des Volksgartens zum 2. Male Verschiedenes aus Fritz Reuter's Werken. Selbst für den der platideutschen Mundaxt nicht Mächtigen wußte der Vorleser durch seine accentuirte Sprechweise und entsprechende Mimik das Ver ständniß zu vermitteln; aber außerdem entfaltete er ein kräftiges, starker Modulationen fähiges Organ und ein tiefes Verständniß des Dichters, den er in allen Schat⸗ tirungen der verschiedensten Empfindungen, heitern wie erusten, zarten, wie derb komischen auf's Trefflichste wieder⸗ gab. Der Erfolg der Vortesung war aber auch ein durch- aus durchschlagender; die Zubörerschaft folgte ihr mit größtem Interesse und während bei ergreifenden Stellen die tiefste Stille herrschte, begleitete die vielen, echt komischen Schilderungen schallendes Gelächter. Näter einzugehen ist hier nicht der Ort. Wir rathen indeß Jedem, der sich für Fritz Reuter's Werke interessirt, oder sie in ihrer srischen Kraft kennen zu lernen wünscht, sich diesen Genuß nicht enigehen zu lassen.

Darmstadt. Noch immer wiederholen sich hier, sowie in Großgerau und Umgegend die Erdstöße. An den letzten Tagen der verflossenen Woche wurden mehrere verspürt. Am 16. d. namentlich wurden hier mehrere stärkere Erostöße beobachtet. Auch in der Nacht vom 16. zum 17 ver⸗ spürte man kurz nach 12 Uhr einen ziemlich hefligen Sioß,

worauf denn bald nachher ein orkanarniges Unwetter ausbrach N Dieburg. Raimund Borettii aus Friedberg, der

Chevauxleger, der kürzlich den 70jährigen Remspacher von hier auf der nach Babenbausen ziehenden Chaussce erschla gen, ist dieser Tage, durch Urtheil des Kriegsgerichts zu 15 Jahren Festungsstrafe verurtheilt, in den Soldatenstand II. Classe versetzt und ihm die Landescecarde aberkannt worden.

Vom Rhein wird demRh. K. gemeldet: Durch das in verflossener Woche ersolgte Ableben des Bahn wärters Winter in Niederwalluf ist dessen Stelle mit einem Gehalte von 250 Thaler vacant geworden. Gutem Ver nehmen nach beabsichligt ein Lehrer aus der Nähe, dessen viel geringerer Gehalt zu seiner Subsistenz nicht a reicht, sich um diese Szelle zu zewerben.

Köln. Ursula Schmitz, die seit dem Theaterbrande in Köln so viel genannte Person, ist von dem Anklage⸗ senat des Apellhofes vor die Assisen verwiesen worden. Die Anklage geht dahin, das Theatergebäude vorsätzlich in Brand gesteckt zu haben, bei welchem Brande mehrere Menschen ihr Leben eingebüßt, ein Verbrechen, worauf die Todesstrafe gesetzi ist.

Berlin. um 13. d. M. fand die Schwurgerichts⸗ Verhandlung gegen den Gymnasiasten Bieland statt, des versuchten Mordes angeklagt, weil er am 8. August d. J. in der hiesigen Domkirche gegen den Licenciaten Dr. Hein⸗ rici während des Gotlesdienstes einen Pistolenschuß ab- geseuert hatte. Die Verhandlungen endigten mit der Verurtheilung des Angeklagten zu 12 Jahren Zuchthaus. Dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses Herrn von Forckenbeck sind in seiner Wohnung durch den Sohn eines Hausdi e ners, wie derPubl. erfährt, nicht unbeträchtliche Geldsummen mitlels Nachschlüssel entwendet worden. Der Thäter wurde von der Criminalpolizei bald ermittelt, das gestohlene Geld ist aber nicht wieder zu beschaffen gewesen.

3494 Die internationale Akademie für Handel und In dustrie in Paris hat der Chocoladen- und Zucker waaren⸗ fabrik von Franz Stollwerck& Söhne in Köln die goldene Medaille zuerkannt; es ist dies die höchste

Der Christbaum.

An dem Vorabend des heiligen Weihnachts, festes stellen viele Eltern in einem dafür hergerich⸗

teten Zimmer einen Baum auf, größer oder kleiner,? An desse N

wie sich die Sache eben machen läßt. Zweigen befestigt man viele Wachskerzen, behängt

sie dann mit Aepfeln, vergoldeten Rüssen, verschie⸗! Das 8

denem Zuckerwerke und allerlei Zierrath. Alles geschieht heimlich und sollen besonders die Kleinen davon nichts wissen. Ist aber der heilige Abend herangekommen, dann rufen auf einmal die Eltern:Jetzt, Kinder, jetzt kommet! Und alle hüpfen und springen und eilen, und die Mutter nimmt noch schnell das Kleinste und trägt es herbei. Die Thüre öffnet sich; welch eine Ueberraschung für die Kinder. Vor ihnen steht ein schöner, grüner Baum mit vielen gellschim⸗ mernden Lichtern und glänzenden Sachen, und auf einem Tische sind ausgebreitet die Geschenke, und erhält ein jedes vom Kleinsten bis zum Größten seine Weihnachtsgabe. g

Ueber die Entstehung und Verbreitung des Gebrauchs einen Christbaum zu errichten, läßt sich nur wenig Zuverlässiges sagen. Es scheint sich vom Mittelalter her eine doppelte Weihnachts- feier in Deutschland geltend gemacht zu haben: im Süden durch die Heiland-Krippen in den Kirchen, im Norden hingegen durch den Christ⸗ baum im Familienkreise. des nördlichen Europa zündeten nämlich um die Zeit der Sommer- Sonnenwende die noch jetzt nicht ganz verschwundenen Johannis-Feuer anz und in derselben Weise begingen sie die Winter Sonnenwende durch den lichterreichen Tannenbaum, Nun scheinen die heiligen Bekehrer Deutschlands, wie Bonifacius, Anscharius u. a. jener heidnischen Feier eine christliche Deutung gegeben zu haben. Stellte man bei den Heiden den Baum auf beim Geburtsfest der Sonne, so geschah es im Christenthum zum Andenken andie Geburt des Weltheilandes. Deshalb möge dieser schöne Gebrauch immer bei uns fortbestehen und noch allgemeiner werden, und der Christbaum sein und bleiben, was er bis jetzt immer war, ein Symbol der Familienfreude, und auch in diesem Jahr Eltern urd Kinder erfreuen.

Die Christbescheerung

für die Kinder der Kleinkinderschule soll Mitt woch den 22. d. M., Abends 5 Uhr im Saale des Hotel Trapp stattfinden. Es werden alle Freunde der LAnstalt eingeladen, dieser Feier beizuwohnen, und wird zugleich hierbei bemerkt, daß, um unbefugten Andrang zu vermeiden, am Eingang des Saales ein kleines Entré erhoben wird, welches für die Erwachsenen mindestens 6 kr. und für die Kinder 3 kr. beträgt.

Weiter bittet der Vorstand noch alle, welche zur Bescheerung unserer 85 Kinder uns mit einer Gabe noch unterstützen wollen, daß sie dieselben doch alsbald dem Vorstand zuschicken wöchten.

Friedberg den 17. Dezember 1869.

Auszeichnung, welche bis jetzt in dieser Branche ertheilt wurde.

Der Vorstand der Kleinkinderschule.

Bekanntmachung.

3340 Christian Fourier von Wölfersheim kann seinem Vermögen nicht selbstständig vorstehen. In⸗ dem man dies zur öffentlichen Kenntnis bringt, bemerkt man, daß alle mit demselben, oyne Zustimmung des ihm beigegebenen Curgtors Adam Glaum von Wölfers⸗ heim abgeschlossen werdenden Rechtsgeschäfte unverbind- lich sind Zugleich fordert man alle Diejenigen, welche For derungen an denselben zu haben glauben, auf, solche den 12. Januar 1870, Vormittags 10 Uhr, dahier an zumelden, gegensalls obne Rücksicht darauf das vor handene Vermögen veräußert und an die bekonnten Gläubiger zu ibrer Befriedigung verabkolgt werden soll. Hungen den 1. Dezember 1869. Großherzogliches Landgericht Hungen DF Ir be, eg er, Landrichter. Landgerichts-⸗Assessor.

3491 Im Sie ck'schen Hause ist ein

freundlich möblirtes Zimmer

Bekanntmachung.

3495 Zur Zahlung der 18691 Zinsen von Einlagen bei der Spar- und Leihkasse zu Lich werden nachfolgende Zahltage bestimmt: Dienstag den 28. Dezember 1860, Mittwoch den 29. Dezember 1869, Dienstag den 1. Februar 1870, Mittwoch den 2. Februgr 1870. Die Einleger haben bei Empfang ihrer Zinsen ihre Einlagscheine vorzulegen. Lich den 18. Dezember 1869.

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