Ausgabe 
21.12.1869
 
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1869.

Nienstag den 21. Dezember.

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er Anzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblalt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Mit dem 1. Januar beginnt ein neues Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird

richten, Markt- und Cours Berichte, Unterhaltungs⸗Blatt

Abonnement auf den Oberhessischen Anzeiger,

ienf a r Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, wichtigsten Tagesbegebenheiten, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze,

f Verloosungen von Staatspapieren interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten, Trotz der seit Beginn des Jahres 1869 eingetretenen nicht unbedeutenden Erhöhung des

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welcher auch ferner wöchentlich dreimal sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten und landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche Nach und lokale Notizen, außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Räthsel, Bilderräthsel ic.

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Zahl derselben dennoch ständig im Wachsen begriffen, was uns eine erfreuliche Aufmunterung sein muß, die Geschäfte der Redaktion in der bisher

geübten Wcise auch ferner fortzuführen.

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man baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unter⸗

hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das neue Jahr zusenden, wenn nicht ausdrücklich

Die Redaktion.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Das Einsperren der Tauben während der Saatzeit.

Friedberg den 17. Dezember 1869.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

In Artikel 79 des Feldstrafgesetzes ist bekanntlich bestimmt:

Diejenigen, welche im Frühjahr oder Herbste zur Saatzeit, deren Anfang und Ende jedesmal in den Gemeinden von den Lokal volizeibehoͤrden zu bestimmen ist, oder während der gleichfalls jedes mal bekannt gemacht werdenden Reife der Hülsenfrüchte und des Repses oder des Rapses ihre Tauben ausfliegen lassen, sollen mit einem Gulden in jedem einzelnen Falle bestraft werden.

Obgleich schon vor Erlaß des Feldstrafgesetzes sich Stimmen dafür erhoben hatten, daß durch die Tauben kein Schaden zugefügt werde, so hielt man doch durch überwiegende Erfahrungen das Schädliche des Fliegenlassens der Tauben während der Saatzeit und zur Zeit der Reife der Hülsenfrüchte und des Rapses zur Evidenz nachgewiesen und die vorangefuhrte Gesetzesbestimmung fand die Zustimmung der Stände.

Neuerdings ist die Frage, ob die Taube in den Feldern schade oder nütze, wieder aufgetaucht. Insbesondere ist dieselbe in einer Ab handlung des evang. Pfarrers Snell zu Reichelsheim im Kreise Friedberg:Einige Winke zur Bekämpfung der Unkräuter, welche sich auch in der Zeitschrift für die landwirthschaftlichen Vereine abgedruckt findet, zum Gegenstand einer eingehenden Betrachtung gemacht worden.

Da die angeregte Frage für die Landwirthschaft von hohem Interesse ist, so fordern wir Sie in Gemäßheit Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 4. d. M. zu Nr. M. d. J. 11768 auf, sich über dieselbe nach Vernehmung des Gemeinderaths gutächt⸗ lich zu äußern.

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Hessen. Darmstadt. Eine den Ständen

168,251,372 Thlr., die ordentlichen Ansgaben

Bürgerkrieges im vornhinein ersparen, indem sie

vorgelegte Regierungsvorlage bezweckt Gehaltsauf besserung der notorisch sehr schlecht bezahlten kreisbauaufseher und befürwortet Erhöhung der 3 verschiedenen Klassen auf 400, 500 resp. 600 fl. Wie berichtet wird, tritt die 2. Kammer noch dieses Jahr, wahrscheinlich am 27. zu einer oder zwei Sitzungen zusammen. Die Veranlassung diests Zusammentritts ist ein mit dem norddeut schen Bund abgeschlossener Vertrag über die Auf kebung der Portofreiheit für dienstliche Post sendungen, welcher Vertrag schon mit dem 1. Jan. 1870 ins Leben treten soll.. N Preußen. Berlin. Nach einer im Staatsanzeiger veröffentlichten Bekanntmachung tes Handelsministers soll vorläufig bis zum 1. Okt. 1873 bezüglich des Nachweises einer dreijährigen

Suudienzeit auf einer höheren technischen Lehranstalt

Stitens Derjenigen, welche sich dem Baufache im Staatsdienste widmen wollen, der Besuch der bau lichnischen Fachschulen an der polytechnischen Schule zu Karlsruhe dem einer der inländischen Lehr⸗ anstalten gleichgeachtet werden. 55 Im Abgeordnetenhause bemerkte bezüglich der von mehreren Seiten geforderten Rechnungs- ligung über das sequestrirte Vermögen der de posevirlen Fürsten Minister v. Selchow auf deß⸗ falsige Anfrage, daß der von der Regierung in dieser Angelegenheit ergangene Beschluß vom Slaatsministerium gefaßt sei, und kein einzelner Minister eine anderweitige Erklärung geben könne. Das Herrenhaus hat am 18. d. den Ge sagentwurf, betreffend die Consolidation der preuß. Sdaatsschulden, fast einstimmig angenommen.

iss Abgeordnetenhaus bewilligte den Staats-

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uus halt. Die Gesammteinnahmen betrugen

162,252,850 Thlr., die außerordentlichen Aus- gaben 5,848,522 Thlr., wonach sich ein Ueber schuß von 150,000 Thlrn. ergibt.

Das Kammergericht bestätigte das in dem Prozeß Fournier wegen der bewußten Ohrfeige ergangene erste Urtheil, wodurch der Oberconsi storialrath Fournier zu 100 Thlr. Geldbuße ver⸗ urtheilt wurde.

Sachsen. Die Annahme der Regierungs- vorlage bezüglich des Wiederaufbaues des Hof theaters gilt als gesichert. Der Landtag wird die verlangten 500,000 Thaler bewilligen.

Bayern. München. Bei der Wahl des Stadtmagistrats brachten die Ultramontanen keinen Candidaten durch; sämmtliche zwanzig Gewählte sind Liberale.

Würtemberg. Stuttgart. Zu der Botschaft des nordamerikanischen Präsidenten über die Tilgung der Unionsschulden innerhalb zehn Jahren bemerkt der hiesige Beobachter:Woher schöpft Nordamerika die fast wunderbare Kraft, die seinem Präsidenten erlaubt, trockenen Tones Dinge vorzuschlagen, die allen europäischen Finanz. ministern selbst in ihren kühnsten Träumen nicht vorschweben können? Die Antwort liegt im Militär- Budget. Am Marke der Union zehrt keine nach Hunderttausenden zählende Armee. Wozu wäre ste denn auch nütze? Es gibt dort nichts zu ver theidigen, als die Freiheit und das Vaterland. Die armen Amerikaner! Sie haben blos diese zwei Kleinigkeiten zu beschützen, und dazu bedarf man keiner Soldaten; das besorgen die Bürger selbst, ja sie fechten wie Löwen und sterben wie Helden, wenn es sich um diese Kleinigkeiten han- delt. So konnte diese Union sich die Kosten des

durch achtzig Jahre ein winziges stehendes Heer hielt; so konnten sie unmittelbar nach dem Kriege die gewaltige Streiterhaufen unmerklich zurück treten lassen. Das Land der Verheißung, das seinen Riesenleib vom Atlantischen bis zum stillen Ocean streckt, um dessen Haupt die Eisstürme vom Nordpol wehen, während seine Füße sich im Sonnenbrande des Tropenhimmels wärmen, dies Land hat heute eine Armee, kaum so groß, wie die Bayerns. Und dabei ist es machtvoll, geachtet und gefürchtet und bereitet sich vor, in die Ge schicke der Welt einzugreifen. Wir aber, in unserm alternden Europa, wir ersticken ruhmlos in der kriegerischen Rüssfung, welche die Throne den Völkern auferlegen, um sich gegen einander und gegen diese selbst zu vertheidigen.

Baden. Von Seiten der Regierung wur den der Kammer verschiedene Gesetz-Entwürfe vorgelegt, u. a. ein Gesetzentwurf über den Bau einer Eisenbahn im Wutachthale nach Donaueschin gen; ferner über den Bau einer Linie von Neckar- gemünd nach Eberbach nebst Ermächtigung, die Fortsetzung der letzteren nach Mannheim und Worms zu coneessioniren. Die Kammer nahm schließlich einstimmig den Gesetzentwurf über den Bau einer Eisenbahn von Heidelberg-Schwetzingen und deren Fortsetzung nach Speyer an.

Oesterreich. Wien. Der Ausschuß des Reichsraths für die Thronadresse nahm den An- trag an, vor der Berathung der Adresse Angesichts der unklaren Situation der Regierung, dieselbe zur Abgabe von Erklärungen im Adreßzausschusse einzuladen.

Die friedliche Unterwerfung des größten

Theils des insurgirten Gebietes ist nunmehr ge