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machen, wenn die Wiederaufnahme in den preuß. Staats verband nachgesucht wird.

Die evangelischen und katholischen Theo- logen genossen bisher die Vergünstigung, von der Ableistung ihrer aktiven Dienstpflicht bis zum 26. Lebensjahre zurückgestellt resp. für den Fall der bis dahin erworbenen Befähigung zum Pre diger oder der Subdiaconats⸗Weihe ganz von dieser Pflicht entbunden zu werden. Wie die Voss. Zig. mittheilt, erlischt aber nach einer früher erfolgten Bestimmung mit diesem Herbst dieser Vorzug und werden sich die Theologen fortan in Ableistung ihrer Dienstpflicht ganz wie alle anderen Studirenden verhalten, für welche sich die Zurückstellung vom Dienst auf das 23. Lebensjahr beschränkt findet. Gegenwärtig bestehen demnach in dem Norddeutschen Wehrgesetz nur noch zwei derartige Vergünstigungen, die eine für die militärischen Krankenpfleger, denen mit gänz⸗ licher Entlassung aus der Landwehrverpflichtung gestattet ist, ihrer aktiven Diensipflicht mit einer jährigen Hülfsleistung in den Militärlazarethen zu genügen, und die andere für die Elementar- lehrer, welche mit dem durch ihre vorschriftsmäßige Prüfung erfolgten Nachweis ihrer Befähigung zum Schulamt die Berechtigung erwerben, nach sechswöchentlicher aktiver Dienstzeit unmittelbar in das Reserveverhältniß überzutreten.

DieBörsenzeitung schreibt:Wie von verschiedenen Seiten verlautet, ist der Finanzminister v. d. Heydt definitiv entschlossen, sein Amt nieder zulegen, wenn die von ihm dem Landtag zur Deckung des Defizits eingebrachten Vorlagen nicht zur Annahme gelangen. Daß Letz teres geschieht, ist bei der Beschaffenheit dieser Vorlagen und bei der in allen Kreisen des Landtages herrschenden Stimmung wobl kaum im Entferntesten zu er⸗ warten.

DieKreuzztg. widerspricht den Nach⸗ richten verschiedener Blätter, der Handelsminister Graf Itzenplitz babe sein Entlassungsgesuch ein⸗ gereicht und der Finanzminister v. d. Heydt wolle ebenfalls seinen Abschied nehmen, wenn das Ab⸗ geordnetenhaus den Zuschlag zur Einkommen⸗ und Klassensteuer verwerfe.

DerNordd. Schulzeitung zufolge hatte ein Lehrer im Kreise Flatow der kgl. Regierung in Marienwerder vorzurechnen gesucht, daß er mit seinem Behalte von 100 Thalern, freier Wohnung und drei Klaftern Holz nicht auskom⸗ men könne und devotest um eine kleine Unter stützung gebeten. Die Antwort lautete:Wir befinden uns nicht in der Lage, Ihnen eine Unter- ftützung zu gewähren. Das Blatt fügt hinzu: Der Aermste hat seit länger als einem Jahre sich kein einziges Kleidungsstück von seinem Lehrer- gehalte kaufen können, da es nicht einmal zu den allernothwendigsten Bedürfnissen hinreicht.

Neuwied. Die Verlobung der Prinzessin Elisabeth zu Wied(geboren 29. Dez. 1848) mit dem Fürsten Karl von Rumänien hat dieser Tage zu Schloß Monrepos bei Neuwied statt⸗ gefunden.

Bayern. München. Nach einer Mit⸗ theilung derAugsb. Abdztg. sollen die Urwahlen und die Abgeordnetenwahlen in die ersten Wochen des November fallen und der Landtag auf den 22. des genannten Monats einberufen werden.

Würtemberg. Stuttgart. Hofrath Dr. v. Hackländer hat vom Vicekönig von Egypten die Einladung erhalten, den Feierlichkeiten zur Eröffnung des Suez-Canals beizuwohnen. Dem Vernehmen nach wird Präsident v. Steinbeis im Auftrag der würtembergischen Regierung der Er⸗ öffnung des Canals beiwohnen.

Oesterreich. Wien In Dalmatien sind Unruhen ausgebrochen. Der etwa 40,000 Ein- wohner zählende Kreis Cattaro, welcher in den früheren Jahrhunderten zur Republik Venedig gehört hatte und 1814 nach lebhaftem Widerstand von Oesterreich in Besitz genommen wurde, erfreute sich von jeher des Privilegs, keinen Mann zu den Landtruppen noch zur Marine zu stellen; bis 1854

wehr auch auf diese Gegend aus und im Sep⸗ tember sollte die Stellung beginnen. In ftürmi⸗ schen Volksversammlungen wurde beschlossen, sich der Einführung der Landwehr mit allen Mitteln zu widersetzen. Als nun die Stellung in diesen Tagen vorgenommen werden sollte, nahm die Be⸗

rottungen fanden statt, auch wanderten zahlreiche Einwohner der an Montenegro angrenzenden Be⸗ zirke mit ihren Heerden in jenes Gebirgsland aus. Ein förmlicher Aufstand wurde organisirt, und in der Bocche di Cattaro erfolgte bereits ein blutiger Zusammenstoß mit den Truppen. Wie dieOesterr. Corresp. meldet, ist ein Ober⸗ lieutenant mehrfach verwundet und weggeschleppt worden. Die Insurgenten erdolchten den Ver- wundeten und lieferten den Leichnam aus. Außer⸗ dem wurden 11 Mann verwundet, zwei Mann werden vermißt. Die Regierung hat landeskundige und erfahrene Offiziere in die Pocche entsendet, um mit den Anführern der irregeleiteten Bevölkerung in Verkehr zu treten und durch Aufklärung über das neue Wehrgesetz die falschen Anschauungen, welche zu dem Zufammenstoße Anlaß gegeben haben, zu berichtigen.

Schweiz Bern. Der Ständerath beschloß nach längerer Diskussion mit großer Mehrheit, in die Berathung der Alpenbahnconcession einzutreten. Beide Projekte(sowohl die Gotthardt als die Splügenbahn) wurden genehmigt. f

Frankreich. Paris. In einer statt⸗

gehabten Privatversammlung von circa 1500 Per- sonen bekämpfte Pelletan energisch eine jede Manifestation, welche am 26. October in Aussicht genommen werden könne. DieFrance sagt, der Rücktritt des Ministers des Auswärtigen Latour d' Auvergne sei entschieden. Ein von zwanzig der radicalen Partei angehörigen Deputirten unterzeichnetes Manifest sagt: Wir werden am 26. October nicht vor der Deputirtenkammer erscheinen, weil wir dadurch nothwendig eine Manifestation her⸗ vorrufen würden, deren Gang und Tragweite Niemand regeln kann. Wir werden die Eröffnung der Session erwarten und dann Rechenschaft wegen der der Nation zugefügten Beleidigung verlangen. DasJournal offiziel sagt: Das Gerücht von bevorssehenden Aenderungen im Ministerium hat aiemals Grund gehabt. Die gegenwärtig in Compiegne versammelten Minister bereiteten Gesetz entwürfe vor, welche dem gesetzgebenden Körper vorgelegt werden sollen. Der Senatspräsident und der Präsident des gesetzgebenden Körpers sind nach Compiegne berufen worden, um an den Berathungen Theil zu nehmen bezüglich eines Dekrets, durch welches die Beziehungen zwischen der Regierung und den großen Staatskörpern reglementmäßig geordnet werden sollen. Der Staatsrath ist bereits mit den Gesetzentwürfen beschäftigt, welche sich auf die Festsetzung der Funktionen beziehen, die mit dem Mandat eines Deputirten vereinbar sind, ferner auf die Wahl der Bureaux, auf die Wahl der Generalräthe in den Arrondissements, auf die Wahl der Municipal räthe in Paris und in den Vorstädten von Paris, auf die Wahl des Municipalraths von Lyon und die Wahl der Colonialräthe.

Die Kronprinzessin von Preußen und ihre Schwester, die Prinzessin Alice von Hessen, welche incognito mit ihren Familien und einem zahl- reichen Gefolge reisen, sind vor einigen Tagen von Lyon in Marseille eingetroffen und von da nach Cannes weitergereist, wo sie einen Theil des Winters zubringen werden.

Die Ereignisse zu Aubin, woselbst mehr als 60 Opfer fielen, darunter 27 Todte, meist am Lärm Unbetheiligte, haben einen großen Ein druck zurückgelassen, wenn auch die amtlichen Blätter nicht so viel Aufhebens davon machen, als von den sieben Leichen von Pantin. Und es sind dort 27 Menschen gefallen und 36 Männer und Weiber und Kinder schwer verwundet worden, und es waren Männer der schweren sauern Arbeit,

zahlten die Bewohner nicht einmal Steuern. Das neue Wehrgesetz ließ zwar jenes Vorrecht noch bestehen, dehnte aber die Verpflichtung zur Land

die von Anfang des Jahres bis zu dessen Ende in den unterirdischen Schluchten gruben und sich abmüheten für ein armes Brod! Diese An-

völkerung eine drohende Haltung an, Zusammen⸗

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gelegenheit wird indeß vor die Kammern gebrach!

werden und zu heftigen Angriffen Anlaß geben, Großbritannien. London. Der Vite, kanzler James hat die Criminalanklage gegen die Direktoren der Verficherungs⸗Gesellschaft Alber zurückgewieser.

Spanien. DieKöln. Ztg. schreibt: Dit Regierung sagt uns zwar immer, der Aufstand in Andalusien sei unterdrückt, die Banden verspreng⸗ und deren Führer Paul und Salvochia nicht weniger vor ihren eigenen Leuten als vor den Truppen auf der Flucht nach Gibraltar. Des muß wohl nicht ganz so sein, denn es trifft die Nachricht ein, daß Paul und Salvochia die Stadt Cartagena in Brand gesetzt hätten. Es win von Wichtigkeit zur Beurtheilung der Sachlag; im Süden sein, zu erfahren, in welcher Wei, und auf welchem Wege die beiden republikanischen Anführer aus ihrem früheren Hauptquartier Meding Sidonia nach der fernen Hafenstadt, an die fie Feuer gelegt haben sollen, durchmarschirt sind, Ein Cortes⸗Mitglied, welches bei dem Aufstandt in Saragossa betheiligt war, Victor Pruneda, if verhaftet worden.

Amerika. Newyork. Die Baltimore Sun und der WashingtonerCorrespondent sowie der NewyorkerHerald versichern, daß das Haus Friquet bei der Regierung, im Namen des Hauses Rothschild, den Antrag gestellt habe, derselben Alles zur Liquidirung der Staatsschueg nöthige Geld gegen 4 Prozent leihen zu wollen

Frankfurt. Der wegen Urkundenfälschung und fork⸗ gesetzter schriftlicher Beleidigung und Verläumdung inn Untersuchung befindliche Georg August Götz, Commis dahier, wurde von der Strafkammer an die Assisen ver wiesen, nachdem er die in der Voruntersuchung gemachten Geständnisse theilweise zurückgenommen hatte.

Dieburg. Der durch den Chevauxieger Boretti ver wundete Mühlarzt Ramspecher ist ohne, wieder zur Ba sinnung gekommen zu sein, den ihm zugefügten Ven letzungen erlegen.

In Oppenheim wird eine Kartoffel gezeigt, welch, 3 Pfd. 20 Loth wiegt, eine zweite von 1 Pfd. 8 Lola! war an demselben Stocke gewachsen.

Aus Baden wird die Erkffnung der Eisenbahnstrech⸗ Jaxifeld-Oßterburken⸗Mergentheim und Krailsheim gemelden wodurch nunmehr auf dieser Strecke ein vierfacher Anschluct zwischen Würtemberg, Baden und Bayern hergestellt ist. nämlich Jaxlfeld(nach Heidelberg), Osterburken(natz Würzburg und Heidelberg), Lauda(nach Wertheim und! Würzburg) und Krailsheim(künstiger Anschluß nach Ausz. bach⸗Nürnberg).

Bonn. DieBonner Ztg. schreibt:Unser eh würdiges Dichterhaus am Rhein wird nun bald eiu ganz verwaiste Stätte sein. Frau Witlwe Arndt gell. Schleiermacher ist vergangene Nacht ihrem Gatten in dü⸗ Ewigkeit nachgefolgt. Es lag ein stiller Friede über dem Leben dieser ehrwürdigen Frau, die nach alter deutsche⸗ Sitte es liebte, fern von dem Gedränge der Welt iba⸗ Tage in einfacher Häuslichkeit und aufopferndem Wirke für die Ihrigen zuzubringen. So wird man ihrer auch gedenken als einer echt deuischen Hausfrau im schönsten und höchsten Sinne des Wortes.

Coburg. Am 28. Oct. d. J. soll in Neuses bel Coburg das Denkmal für Friedrich Rückert, bestehend aus einer über 6 Fuß hohen, auf einem Pledestal von schwarzem Marmor ruhenden Colossalbüste Nückert's, fein lich enthüllt werden. Die Büste ist vom Bildhauer Com. rad in Hildburghausen modellirt und vom Bild hauen Müller in Meiningen ausgeführt.

Landwirthschaftliches. Mittel zur Vertreibung der Aufdlähung bei den Wiederkäuern.

E. Das namentlich zur Herbstzeit so häufig vorkommen Aufblähen der Wiederkäuer entsteht durch Häufung ul Ausdehnung von Gas im Pansen der Thiere. Natum⸗ forscher Reiset untersuchte eine Kuh, die auf einer Klec⸗ weide aufgebläht und nach Verlauf von 2 Stunden dei endet war. Er führte ein metallnes Robr in derel Pansen ein, und fing damit das ausströmende Gas une Quecksilber auf. Das analyfirte(aufgelöste) Gas bestaut

aus: 74,33 Theilen Kohlensäure,

23,46 Kohleuwasserstoff und

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was wieder 100, Theile Gas ergibt. g

Da sich weder Sauerstoff noch Schwefelwasserstoffgas un ausströmenden Gas vorfand, so führte ihn dies zur An wendung von alkalischen Körpern. Deßhalb sind 8 Vertreibungsmitteln der Aufblähung gebrannte Ma nesia, wie auch Zuckerkalk vorzüglich geeignet. Jede dieser Mittel bewirkt eine schnelle Verdichtung, Zusammas ziebung der im Pansen ausgedehnten und deßhalb d Thiere aufblähenden Kohlensäure. Man halte sich eine davon(in den Apotheken zu bekommen) für den Fall Hel Nottz in Vorrath, um dann davon dem aufgeblähten This

nach Bedarf einzugeben.

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