Bezirke ist unterworfen. Der Aufstand ist nun- mebr auf die beiden Distrikte von Krisoveie und Ledenit beschränkt. Gegen die Unterworfenen wird aufs Mildeste verfahren. Gegen die noch übrigen aufständischen Bezirke wird die Eröffnung der Operationen erwartet.
— Nach erfolglos gebliebener letzter Auffor⸗ derung hat am 16. d. früh der Vormarsch der Truppen in vier Colonnen gegen den Distrikt Krisovcie begonnen. Die Jusurgenten zogen sich theilweise zurück, theilweise wurden sie zurück · gedrängt.
— In der Nacht vom Samstag auf Sonntag hat in Wien und Umgegend ein furchtbarer Orkan gewüthet, der vielfachen Schaden an Gebäuden und Gärten angerichtet und auch Menschenleben gefährdet hat.
— Viel Aussehen macht die Nachricht von der Entdeckung reicher Silbererze in einem seit langer Zeit aufgegebenen Bergwerke der Radstädter Tauern(Salzkammergut). Der Johann und Jakobsstollen soll der glückliche Fundort sein. Es wäre sehr wünschenswerth, daß sich diese Nachricht bestätigte.
Krakau. Der plötzliche Tod des Dr. Leon Jakubowski, welcher berufen war, bei der bevor— stehenden Schlußverhandlung gegen die Oberinnen des Klosters der Cacmeliterinnen über den Geistes⸗ zustand der Barbara Uhryk und über die Ursachen ihrer Geisteskrankheit Aufschlüsse zu geben, hat bei den hiesigen Gerichtsbehörden große Bestürzung hervorgerufen. Barbara Übryk ist, wie dem „Pester Lloyd“ von hier geschrieben wird, dem hiesigen Irrenhause als eine unheilbare Wahnsinnige übergeben worden.
Frankreich. Paris. Der norddeutsche Gesandte am Pariser Hofe, Baron v. Werther, versicherte bei Ueberweisung seines Beglaubigungs: schreibens dem Kaiser gegenüber, es sei ausdrück⸗ licher Wunsch des Königs, daß er sich mit allen Kräften der Aufgabe widme, die Beziehungen der Freundschaft und des vollkommenen Einvernehmens zu erhalten und zu vermehren, welche in solch' glück⸗ licher Weise zwischen Frankreich und Preußen, sowie dem Nordbund bestehen. Der Kaiser er⸗ wiederte, seine Wünsche seien dieselben wie die des Königs: Aufrechthaltung des guten Einver⸗ nehmens, sowie Entwicklung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Preußen, dem Nordbund und Frankreich. Er schloß mit den Worten: „Ich kann mir zu der Wahl des Königs, als er Sie nach Paris sandte, nur Glück wünschen. Ich bitte stets auf ein wohlwollendes Entgegen kommen zu rechnen.“
— Das„Journal offiziel“ veröffentlicht fol⸗ gendes Telegramm:„Ismailia(im Suezkanal), 17. Nov. Der„Aigle“(auf welchem die Kaiserin von Frankreich sich befindet) und circa 40 andere Schiffe haben die erste Abtheilung des Kanals passirt und bei Ismailla Anker geworfen.“
— Ledru-Rollin steht von seiner Candidatur ab.
— In einer Privatversammlung theilte Gambon Briefe von Louis Blanc und Barbes mit, in welchen beide erklären, daß sie nicht nach Paris kommen werden, Louis Blanc, um nicht Uneinig⸗ keit zu verursachen, Barbos aus Gesundheitsrück⸗ sichten. Beide empfehlen, jeden Conflikt zu vermeiden.
— Felix Pyat, der unvereidete Candidat des achten Bezirks, hat in einer im Faubourg Saint⸗Antoine abgehaltenen Versammlung seine Candidatur zurückgezogen.
— Der„Peuble frangais“(Organ des Kaisers) sagt von dem Mansffeste der Linken:„Haltung und Ton desselben find constitutionell, man hatte eine weniger gemäßigte Haltung der Opposition
erwecken und den Haß gegen die päpstliche Gewalt aufstacheln.
Spanien. Madrid. In den Cortes verlas der Colonialminister eiue aus Cuba angelangte De⸗ pesche, nach welcher die Insurgenten im östlichen Theile der Insel geschlagen wurden. Sie verloren ca. 50 Mann. Die Insurrektion ist in Abnahme begriffen. Aegypten. Aus Port- Said wird der Be ⸗ ginn der Festlichkeiten gelegentlich der Eröffnung des Suez⸗Kanals berichtet. Unter freiem Himmel fand am 16. d. eine religiböse Feier durch den katholischen Geistlichen Monsignore Bauer statt, welcher den Segen sprach. Diesen Feierlichkeiten wohnten außer dem Khedive die Minister, die Kaiserin Eugenie, der Kaiser von Oesterreich, die Kronprinzen von Preußen und Holland, sowie der Prinz von Hessen bei.
Oesterreichische Sechskreuzerstücke aus den Jabren 1848 und 49 sind eren massenhaft in Umlauf. Es kanu nichts schaden, wenn wiederholt darauf auf— merksam gemacht wird, daß dieselben mit dem 1. Januar 1870 außer Cours gesetzt sind..
* Friedberg. In dem„Fr. J.“ lesen wir folgende Erklärung Friedrich Gerstäcker' s: Es hat sich in England eine Gesellschaft zur Ausbeutung der Goldminen in Venezuela gebildei und wegen der nöthigen Arbeiter nach dem großen Menschenmarkte Deulschlands gewendet. Bereits soll auch eine große Anzahl deutscher Familien angeworben sein. Ich weiß, daß der Kanton Upata, worin die Minenplätze Caxatal und Tubuque liegen, sich im Ganzen eines guten Klimas erfreut, es ist mir aber auch bekannt, daß dasselbe dem nach Gold grabenden Weißen, der den größten Theil des Tages in den feuchten Löchern arbeitet, im hohen Grade nachtheilig, ja verderblich ist. Bisher, fährt Gerstäcker fort, seien die meisten der dortigen Einwanderer umgekommen und die am Leben gebliebenen elend und krank zurückgekehrt. Die Zustände seien getzen⸗ wärtig elwas besser, doch aber immer noch so, daß eine Warnung begründet, sich auf Verträge einzulassen, die den Mann zwingen, eine lange Zeit verbindlich zu bleiben, während er vielleicht in der ersten Zeit sogar er- krankt und daun mehr und mehr in Schulden geräth.
In Großgerau dauern die Erdstöße fort; am 15. D. Nachmittags wurden mehrere schwächere Erdstöße vetspürt und des Nachts gegen 2 Ubr wurden die Ein⸗ wohner wieder durch einen sehr bedeutenden Eedstoß aus dem Schlafe geschreckt. Die Befürchtungen nehmen auf Grund dieser Thatsachen wieder größere Dimensionen an.
Bingen. Der hiesige Anzeiger schreibt: Blühende Erdbeeren in jetziger Zeit gehören zur großen Seltenheit; solche wurden uns beute vorgezeigt. Dieselden sind in einem Weinberge im Rüdesheimer Berg vorgefunden worden.
Lampertheim. Ein Taglöhner und Metzger von hier, Vater von drei Kindern, ist kürzlich das Opfer einer ihörichten Unfläterei geworden. Derselbe trank in einer, hiesigen Wirihschaft nach dem Genusse einer gehörigen Quantität Branntwein noch drei Schoppen neuen Wein in wenigen Zügen in Folge dessen er alsbald das Be⸗ wußtsein verlor und, in eine benachbarte Küferwerkstärte gebracht, den Geist aufgab.
Mannheim. Am 16. Nov. wurden auf dem lutherischen Kirchhose die Gebeine C. L. Sand's ausge⸗ graben, um auf den neuen Friedhof verbracht zu werden.
In Wesel hat am 11. der neunjährige Knabe eines Offiziers seinem Miischüler H. mit einer Pistole durch die Brust geschossen. Näheres ist nicht ermittelt. Der kleine H., ebenfalls Sohn eines Offiziers, starb schon nach einer Stunde.
Friedberg.
Behauen der Steine. Eine wichtige Neuerung im Maschinenbau ist die von Holmes in London aufgestellte Maschine zum Behauen der Steine. Die Arbeit des Schreiners wird heutzutage schon vielfach von der Maschine verrichtet; nicht so wollte es glücken mit der Arbeit des Steinhauers, welche heut⸗ zutage immer noch mit der Hand geschieht. Die Schwierigkeiten lagen in dem Malerial, diese Schwierig⸗ keiten hat nun Holmes überwunden. Seine Maschine be⸗ steht aus einer aufrechtstehenden Welle, an welcher eine ganze Reihe Steinhauermeisel befestigt sind. Der Mecha⸗ nismus ist so eingerichter, daß die Meisel die Bewegung der Handarbeit nachmachen und dabei über den Stein hingesührt werden. Eine derartige Maschine leistet unge⸗ sähr so viel wie 15 geübte Steinhaues.
, Maschine zum
Sagen aus der Wetterau.
Von Heinrich Hensler.
befürchtet. Dieses Manifest scheint uns ein gutes Omen für die bevorstehende Session zu sein⸗ Es ist sehr rühmenswerth, daß man in dem Manifeste kein Wort von einem Wunsche nach Republik findet.“
— Bischof Dupanloup spricht sich in einem Hirtenbriefe gegen die Proklamirung der Unfehl⸗ barkeit des Papstes aus, weil sie überflüssig und gefährlich sei. Dieselbe würde die schismatischen Ketzer, an deren Zurückführung zur römischen Kirche man nicht verzweifeln dürse, noch mehr entfremdenz sie würde das Mißtrauen selbst der kath. Regierungen
9. Bie Sage vom Pfahlgraben und der Capersburg. Keines der Urvölker hat in der Wetterau so viele Spuren hinterlassen, als das römische. Unter den Feldherrn, welche zur Eroberung und Unter- wersung Deutschlands ausgeschickt wurden, steht Drusus, des Kaiser Augustus Stiefsohn, der Zeit und den Talenten nach, oben an. Neuere Schrift⸗ steller halten ihn für den Urheber jenes gewalligen Bollwerkes, das unter dem Namen Pfahlgraben bekannt ist. Er durchschneidet das ehemalige
lichen Abhang des großen Feldberges und bilde; von da an, fast immer eine nordöstliche Richtung nehmend, eine geraume Stuecke hindurch zwischen Nassau und den beiden Hessen. Von dem Pfahlgraben erzählt die Sage: Er durchzieht die ganze Welt und ist ein se großes Werk, daß Menschenhände ihn nicht hätken zu Stande bringen können, wenn nicht der Teufel den Erbauern behülflich gewesen wäre.
Da, wo der Wehrheimer Fußpfad denselben durchschneidet, liegen die Trümmer einer alten Burg, Einst führte noch spät in der Nacht dieser Pfad einen Mann über dieselben hin. Er hatte seine Tabakspfeife gestopft und war im Begriffe sic Feuer zu schlagen, als er in seiner Nähe ein verglimmendes Feuer bemerkte. Da nahm er ein. Kohle davon, legte sie auf seine Pfeife und schlof den Deckel. Als er zu Hause angekommen war, lag auf seiner Pfeife eine alte Goldmünze. Nun merkte er wohl, daß da, wo er das Feuer gesehen hatte, ein Schatz verborgen sei,— er hatte abu dersäumt, Etwas auf dasselbe zu werfen, um ihn beben zu können. Als er später wieder an den Platz kam, wo er das Feuer bemerkt hatte, fan er nicht die geringe Spur davon und er glaubg geträumt zu haben, doch war das Goldstück ihm ein klarer, untrüglicher Beweis von dem wirklich; Ereignisse. So oft er aber auch den Weg ging — seine Schritte und Tritte waren vergebens.
Eine andere Sage erzählt Folgendes:
In der Richtung von Friedberg nach den nassauischen Dorfe Wehrheim, etwa 2 Stunden von jenem und/ Stunden von Letzterem end, fernt, nahe an der östlichen Seite des Pfahl, grabens liegt die Capers burg, im Munde des Volkes schlechthin„die Burg“ auch„Cärbers, burg“ genannt. Des Ganze bildet ein Vieren von ungefähr 600 Sc ritten im Umfang und i mit einem Walle und bedeutenden Graben ven, sehen. Außerdem war die Burg auch noch mi einer Mauer umgeben, welche innerhalb de Grabens vor dem Walle stand und deren Fundamens eine Stärke von beinahe 5½ Fuß hatten. Dan Pfahlgraben geht hier einigemal bergauf um bergab und auf einer Strecke von etwa 17⁰⁰ Klaftern kommen an fünf verschiedenen Orten dl Reste von Wachtthürmen vor.
Das so genannte Schloß wurde noch in dem Heidenthume erbaut und hat in nachstehender Weil seinen Namen erhalten: In alten Zeiten hielt suh dort eine Bande Räuber oder„Capers“ auf, welche die List gebrauchten, daß sie, wenn sie auf den Raub ausritten, die Eisen ihren Pferden ver kehrt aufschlugen, so daß die Runde an denselbin hinten an den Fuß, die Oeffnung aber vorne Ui kam. Dadurch bekam der Huftritt das Aussehin als ob die Räuber, wenn sie ausritten, in das Schloß eingeritten wären, und umgekehrt. Lang Zeit hindurch konnten sie vicht ertappt werden, dis endlich ihre List entdeckt und das Schloß zal stört wurde.(Rosbacher Kirchenbuch von 17400
„die Zagd uuf den„Lahrer Hintzenden“) 3174 wird in diesem Jahre mit ungeschwächten Kräß fortgesetzt. Noch ist derselbe nicht erschienen und stche kündigen ultramontane Blätter in Reklamen das scheinen einer Gegenschrift an. Der„Hinkende“ darf se diese Aufmerksamkeit nur zur Ehre rechnen, auch wird iii kein Schaden dadurch erwachsen.“ Rheinische Zeitung
) Zu haben bei allen Buch h ändlern und Bult bindern.
Ausstellung von Gewerberzengnissen der Meili Gesellen, Jabrikarbeiter und Lehrlinge zu Darmfus im Jahr 1870 f Zur Besprechung dieser Angelegenheit standes werden nicht nur die Mitglieder des Vereins, sonde auch sonstige Interessenien, Meister, Gesellen um! Fabrikarbeiter vonhier und aus der Umge gen zu einer Versammlung des Lokalgewerbral eins auf Montag den 22. d. M., Abends 8 U in das Lokal des Herrn Karl Walz dahier sreundlich eingeladen. Friedberg im November 1869.
des Handwefffl
Der Vorstand ——
Für die Joseph Schuhmann III. Wills in Ockstadt
Von Säcklermeister Georg Harti al G. Schulhof 1 fl., Un
find eingegangen: 30 kr., Eduard Hirsch 24 kr.,
Herzogthum Nassau fast quer, berührt den nörd⸗
vannt 1 fl. 45 kr.— Um weitere Gaben wird gebelsl,


