Ausgabe 
20.2.1869
 
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1869.

Samstag den 20. Februar.

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Oberhessischer Anzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblalt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

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Diejenigen Lehrer, welche in

schädliche und nützliche Thiere ertheilen, können einzelne Wandtafeln mit sehrter Rückgabe, erhalten, dieselben wollen sich daher um Die J. Tafel enthält kleinere Säugethiere.

n 1 Reptilien. Friedberg den 14. Februar 1869.

Fortbildungsschulen auch Unterricht in landwirtt

Amtlicher Theil.

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Abbildungen solcher

MF g, Der Director des landw.

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g.

yschaftlichen Fächern, namentlich über der Landwirthschaft

Thiere zum Gebrauche, vorbehältlich unver

Aushändigung solcher Tafeln an den Unterzeichneten wenden. Die III. Tafel enthält Vögel

nützliche Jnsecten, Spinnen u, Asseln. Bezirksvereins des Kreises Friedberg. ea Wee

Hessen. Darmstadt, 17. Febr. II. Kammer. Der Präsident widmet zunächst dem Andenken des verstorbenen Abg. Soldan einen ehrenden Nach ruf. Unter den neuen Eingaben befinden sich Vorlagen der Regierung in Betreff des Mobiliar feuerversicherungswesen, die Erweiterung der Sta tionsgebäude zu Zwingenberg, sowie Anträge des Abg. Schäfer(Aufhebung einzelner Bestim mungen des Mainzer Landrechts, den Verkauf von Immobilien betr.), des Abg. Curtman (Bildung eines Kurfonds für Nauheim), Wad⸗ a d's,(die Richtung der Bahn von Gießen nach Nidda betr.) Kempf's Abänderung des Gesetzes, zie Ablretung von Grundstücken für Bahnzwecke betr.), George's(Aufhebung der Tranksteuer ür Wein). Außerdem liegen verschiedene In erpellationen vor: Stockhausen, in Betreff zer Ausübung der Produktionen heruwreisender Künstler; Hallwachs wegen Neubaus des iesigen Gymnesitume; Goldmann wegen Be rctung der Militärpersonen von den Kommunal

asten. Dernburg beantragt Aufhebung des Zorbehalts des Widerrufs dei der Ernennung der Anwälte. Edinger verlangt Einbringung

nes Gesetzts, welches das Verbot der Beschlag⸗ zahme künftiger Arbeitslöhne enthält. Außer- lem sino verschiedene Petitionen in Betreff der Jerfassungsreform der evangelischen Kirche ein lelaufen. Die auf die Abgg. v. Biegeleben und Schultz gefallenen Wahlen werden für gültig eflärt. Der Antrag des Abg. Metz, wegen wllständiger Ausführung der genehmigten Eisen lahnen wird nach kurzer Verhandlung, an der sch außer dem Antragsteller, noch Wadsack, lallwachs und Hunsinger betheiligten, für edigt erklärt.

18. Febr. II. Kammer. Der Gesetzent- rurf, die Versendung explodirender Gegenstände ut der Post, dann mehrere Vorlagen die Aus ichnung schon im Großherzogthum bestehender Lescge auf die neu erworbenen Landestheile tr., kamen zur Berathung und wurden fast un wändert angenommen. Ein Antrag von Fink, i Errichtung von Fabrik- und Gewerbsgerichten (k., wurde mit Rücksicht auf die zu erwartende Lesetzgebung des Norddeutschen Bundes abgelehnt, gegen der Vertrag zwischen dem Großberzog them Hessen und den Vereinigten Staaten von erika wegen der Staatsangehörigkeit der Aus tendernden genehmigt. Die nächste Sitzung ist ünmenden Montag; in derselben wird das Ein bnmensteuergesetz zur Berathung kommen.

Nach einer von Seiten der Regterung in en zweiten Kammer ertheilten Zusicherung ist der hsische Gesandte beim Nordbund angewiesen, negen der verlangten Befreiung des Militärs von en Communallosten Verhandlungen einzuleiten.

Für Maschinenbaukunde ist der Professor u der Gewerbe- Akademie zu Berlin, Rudolph Verner, für unser Polytechnikum gewonnen eden, mit welchem der seitherige Lehrer In

genieur Waibler das Maschinenfach vertreten Folgegüastsgerer Nachrichten, welche aus Berlin

wird.

Preußen. Berlin. Nach derC. soll dem nächsten norddeutschen Reichstage ein definitives Wahlgesetz vorgelegt werden. Da die materiellen Vorschriften für das Wahlrecht ver fassungsmäßig(Art. 20 der Bundesverfassung) feststehen, so wird es sich in der Hauptsache wohl nur darum handeln, dieselben Formalien für das gesammte Bundesgebict festzustellen.

DieProv.⸗Corresp. meldet: Die Worte dee Grafen Bismarck bei der Debatte über die Beschlagnahme des Vermögens der depossedirten Fürsten reichen in ihrer Bedeutung weit über den unmittelbaren Berathungsgegenstand hinaus. Die Zuversicht, welche der Minister bezüglich der fried lichen Absichten der! curopälschen Regierungen äußerte, die entschiedene Hinweisung auf das fried liche Streben unserer Regierung, endlich die offene und herzliche Aussprache über diestarke und kriegstüchtige, aber gleich uns friedliebende fran zösische Nation werden nicht verfehlen, die Zu- versicht auf den Frieden in Deutschland Europa zu erhöhen und zu befestigen. hasselbe Blatt glaubt, daß über einige Wünsche und Anträge in der Frankfurter Rezeß⸗ Angelegenheit weitere Verständigung erzielt wer den wird.

Fulda. Der hiesige Anzeiger meldet: Gutem Vernehmen nach sind Ingenieure der Oberhessischen Bahn, welche gegenwärtig sich hier befinden und in Horas ihr Bureau haben, beauftragt, eine Zweigbahn von Salzschlirf nach Schlitz zu vermessen. Wie verlautet, wird auch eine Fort setzung dieser Bahn nach Hünefeld beabsichtigt und soll der Großherzog von Hessen gegen eine Deputation von Schlitzer Bürgern sich sehr günstig über diese Zweigbahn ausgesprochen und die Aus führung derselben bestimmt zugesagt haben.

Oberursel. Nach derMittelrh. Ztg. hat Pfarrer v. Linde zu Oberursel von der Kanzel die Excommunicatlon gegen 2 Glieder seiner Gemeinde angekündigt; die feierliche Ver lesung des Dekrets werde nächstens vor sich gehen, wenn die Betroffenen nicht in sich gingen.

Frankfurt. Die Stadtverordnetenversamm lung verhandelte in stündiger Sitzung über die Rezeßangelegenheit. Das Resultat einer sehr erregten Debatte war, daß ein Antrag v. Heyber's, die Deputation zum definitiven Abschlusse zu be⸗ vollmächtigen, insofern eine Baarentschädigung für die Eisenbahnen und Immobilten von mindestens 3 Mill. Gulden über die Landtagsvorlage hinaus erzielt würde, mit 27 gegen 24 Stimmen ange nommen wurde,

Nachdem auch der Magistrat am 16, d. zu zwei verschiedenen Malen darüber berathen hatte, ob auf Grund dee letzten Stadtverordneten beschlusses, nämlich 8 Millionen zu fordern, der Magistrat sich überhaupt noch an der Deputation nach Berlin betheiligen könne, verlautet, daß in

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und

eingetroffen seien, die ganze Rezeßtommission nach Berlin abgereist ist.

Bayern. München. In der Abgeord⸗ netenkammer hat der Kriegsminister einen Gesetz⸗ entwurf über eine Creditforderung von 4,765,000 fl. zur Neubewaffnung der Jafanterie vorgelegt.

Oesterreich. Wien. Im Abgeordneten

haust stand die polnische Frage wieder auf der Tagesordnung. Mit allen gegen eine Stimme wurde beschlossen, daß der Verfassungsausschuß die ibm von dem Minister des Innern mitgetheilte Resolution des galizischen Landtags in Berathung ziehe und über die verfassungsmäßige Erledigung der bezüglichen Anträge dem Hause Vorschläge mache. Prag. Der Kurfurst von Hessen hat infolge ver letzten sein Vermögen betr. Consiskationsgesetze seine Sommervpilla aufgegeben. In der Kündigung, welche dieser Tage der Besitzer derselben erhielt, heißt es, daß den Kurfürsten jene Gesetze zwängen, sich möglichst einzuschränken.

Frankreich. Paris. Das von der bel gischen Kammer genehmigte Gesetz gegen eine Verschmelzung der Luxemburger Bahnen mit der franz. Ostbahn(siehe den Artikel Brüssel) bildet bier das alleinige Tagesgespräch und hat die öffentliche Meinung aufs Neue aufgeschreckt. Die Blätter fast ohne Ausnahme erheben einen Heiden lärm und erblicken im Hintergrunde Preußen, von dem sich Belgien habe bestimmen lassen. Die France widmet der belgischen Angelegenheit einen Artikel, ein nichts weniger als beruhigendes Stimmungsbild, in welchem Preußen aufs Neue beschuldigt wird, im Osten wie im Westen, in Rumänien wie in Belgien insgeheim seinen ganzen Einfluß aufzubieten, um Frankreich Verlegenheiten und Aergernisse zu bereiten. DieLiberte meint, das sei kein Schlag, den Frankreich in's Gesicht erhalte, es sei ein Nasenstüber. DiePatrie nennt den belgischen Gesetzentwurfmonströs, derPublic spottet über die Brüsseler Regierung, welche sich in ihrer Furcht vielleicht einbilde, daß die Waggons der französischen Ostbahn ein tto janisches Roß verbergen könnten. Ein im Peuple veröffenlichter Artikel wird der Eingebung des Kaisers zugeschrieben. Folgende Stelle soll wörtlich aus seiner Feder sein:Man darf nicht vergessen, daß die französische Regierung zugleich eine nationale und eine der öffentlichen Meinung unterworfene Regierung ist. Die öffentliche Meinung läßt sich von ihr leiten, weil sie weiß, daß die Regterung das Gefühl der Natlsonalehre hat, aber sie läßt sich nicht trotzen. Wenn Bel gien durch ein System von unfreundlichem Ver sahren die Empfindlichkeit des französischen Volkes wach rufen würde, wenn es namentlich den, wenngleich ungerechten, Verdacht erweckte, daß es das Werkzeug oder die Vorhut irgend einer Feind seligkeit gegen uns sei, dann würde der kaiserlichen

Regierung ihre mäßigende Aufgabe sehr erschwert