Ausgabe 
17.6.1869
 
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machung erlassen, worin sie anzeigt, daß die Ueberlieferung der Werthbestände an sie statt⸗ gefunden und sich dabei kein Anstand ergeben habe. Auch sei die Anstalt vollkommen im Stande, alle ihr obliegenden Verpflichtungen pünktlich und unverzüglich zu erfüllen.

* Friedberg. Des Großherzogs K. H. ist am 16. d. wieder dahier eingetroffen, wie ver⸗ lautet zu einem mehrwöchentlichen Aufenthalte.

»Aus der Wetter au. Dieser Tage haben mehrere Generalstabs⸗ Offiziere der groß herzoglichen Division unsere Gegend bereist um das Terrain zu besichtigen, auf welchem die großen Manöver Ende August d. J. stattfinden sollen.

Preußen. Berlin. Der König ist am 13. d. nach Hannover abgereist. In seinem Ge⸗ folge befindet sich Graf Bismarck.

14. Juni. In heutiger Sitzung des Zollparlaments fand die Vorberathung der Zoll⸗ tarifreform statt. Präsident Delbrück erläutert die Vorlage; es solgt eine lange Generaldebatte, in welcher sich der bayrische Handelsminister gegen die Herabsetzung des Reis- und Eisenzolles und für die Einführung der Petroleumsteuer ausspricht. Der Minister wird gegen die Vorlage stimmen, weil auf dem Wege des Freihandelssystems nur mit Vorsicht fortzuschreiten sei.

Der Bundesrath des norddeutschen Bundes hat in diesen letzten Tagen mehrere belangreiche Beschlüsse gefaßt. So sind die Gewerbeordnung für den norddeutschen Bund, sowie das Gesetz wegen der Beschlagnahme des Arbeits- und Dienst⸗ lohnes nach den vom Reichstag gefaßten Beschlüssen nunmehr definitiv genehmigt. Dem vom Reichs tage aus eigener Initiative beschlossenen Gesetz⸗ entwurf wegen vollständiger Gleichberechtigung der Confessienen in bürgerlicher Beziehung trat der Bundesrath ebenfalls bei. Mecklenburg sträubte sich mit aller Kraft dagegen, aber fruchtlos. Die Publication dieser drei wichtigen Gesetze steht bevor.

Es verlautet, daß mebrere badische Zoll parlamentsmitglieder beabsichtigen, einen Antrag auf Herstellung eines gemeinsamen norddeutschen und süddeutschen Consulatswesens einzubringen. DerStaatsanzeiger veröffentlicht die Gesetze über die Cautionen der Bundesbeamten und ander weitige Feststellung der Matricularbeiträge für 1868.

Professor Virchow hat als Mitglied der Stadtverordneten-Versammlung an dieselbe den Antrag gerichtet, den 100 jährigen Geburtstag Alexander v. Humboldt's, welcher am 14. Sept. 1769 zu Berlin geboren wurde, in einer wür⸗ digen Feier zu begehen und den Magistrat zu ersuchen, die Vorbereitungen zu einer solchen Feier berathen zu lassen.

Gegenüber der von mehreren Zeitungen gebrachten Nachricht, daß für nächsten Winter größere Beurlaubungen in der Armee beabsichtigt werden, wirdvon gut unterrichteter Seite vetr⸗ sichert, daß bisher darüber nichts bestimmt worden sei.

Bromberg. Bei der Direktion der Ostbahn ist, der BrombergerN. Mont. ⸗Ztg. zufolge, ein Ministerialreseript eingetroffen, wonach sämmt⸗ liche Neubauten vorläufig zu unterlassen und bereits begonnene Bauten einzustellen oder, wo dieß durchaus erforderlich, nur auf das Allernothwen⸗ digste zu beschränken und fortzuführen sind.

Kassel. Die vom Volksverein für Kurhessen veranlaßte Eingabe, welche an das Finanzministerium in der Landescreditcassen⸗Angeltgenheit gemacht werden soll, und zu deren Unterzeichnung alle selbständigen Kurhessen eirgeladen werden, schließzt mit folgendem Petitum:Das hohe Finanzmini⸗ sterium wolle bei Vorlage eines neuen Gesetzent⸗ wurfs über die anderweite Organisation der Landes⸗ creditcasse den von dem Communallandtage für den Regierungsbezirk Kassel geltend gemachten Bedenken und gethanenen Vorschlägen geneigtest Rechnung tragen und schon jetzt zur Beruhigung der Gemüther und im Interesse eines ungestörten Fortganges der Thätigkeit der Landescreditcasse eine offizielle Erklärung in dieser Richtung abgeben.

Oesterreich. Wien. Der k. k. Kämmerer Graf Brandis hat bei dem Kaiser Audienz gehabt, Wie verlautet, hat Franz Jeseph I. dem über die Härte der weltlichen Behörden gegenüber der

katholischen Kirche klagenden Grafen erwidert, das G esetz müsse auch von den Würdenträgern der Kirche respektirt werden. Daskatholische Volksblatt von Linz sordert das Volk von Ober⸗ österreich auf,sich im Kampfe um seinen Bischof zu schaaren, und wenn die Männer sich säumig zeigten in der Erfüllung ihrer kirchlichen Pflichten, so sollten die Frauen sie durch Muth und That kraft beschämen.

Pest. Im Unterhaus wurde der Handels vertrag mit Serbien und den Donaufürstenthümern eingebracht. Andrassy desavouirt die Gerüchte über Kriegs vorbereitungen gegenüber den östlichen Nachbarländern. Die Monarchie wünsche die Erhaltung des Friedens und befolge das Nicht- interventionsprinzip, so lange andere Mächte das- selbe nicht verletzten.

Frankreich. Paris, 13. Juni. Die Sache der öffentlichen Ordnung in Paris hat gestern neue Fortschritte gemacht. Den Tag über herrschte allenthalben die vollkommenste Ruhe. Des Abends füllten sich die Boulevards wieder mit Spaziergängern, und da das Verhalten der selben in keiner Weise bedrohlich schien, auch die Polizei, ab und zu von einer Abtheilung berittener Gardisten unterstützt, den Verkehr ohne Schwierig keit aufrecht erhielt, so blieben auch die meisten Cafe's, Bierstuben und Restaurants wieder geöff net; die Theater hatten ihr der Saison entspre- chendes Publikum und die Stadt bot das glänzende und heiter bewegte Bild wie gewöhnlich.

Die Candidatur von Henri Rochefort tritt aufs Neue auf. DerRappel veröffentlicht eine Adresse an denselben, worin es heißt: Wir Wähler des 1. Bezirks der Seine erklären, daß wir, in Anbetracht der Annahme der Deputation für Marseille von Seiten des Bürgers Gambetta, als Candidaten in unserem Bezirk den Bürger Rochefort aufstellen, der zuerst in Frankreich nach 17jährigem Schweigen gewagt hat, laut zu sagen, was wir im Stillen dachten. Bürger! Ein Name allein, der Eurige, fehlt heute in der Liste derer, welche die Freiheit zurückfordern. Wir werden den be gangenen Fehler wieder gut machen und nachdem wir den unversöhnkichen Gambetta ernannt haben, werden wir durch unsere Stimmen den unver söhnlichen Rochefort nach Frankreich zurückrufen. Der offiziösePeuple äußert sich über die Can didatur Rochefort's u. A.: Was diese Candidatur hätte kosten können ohne den kühnen Schritt des Kaisers, ohne die Mäßigung der Armee, ohne die Besonnenheit des größten Theils der Pariser, das vermag Niemand zu sagen. Nein, Niemand kann sagen, was ein einziger Büchsenschuß für Unheil, für Vernichtung, Blutvergießen und Trauer hätte nach sich ziehen können. Nun denn, diese Can- didatur tritt von Neuem auf und derRappel meldet ausdrücklich den Entschluß, sie im ersten Bezirk des Seine⸗Departements aufzustellen. Unter den gegenwärtigen Umständen ist die Candidatur des Herrn Rochefort nicht eine Candidatur, son dern eine Herausforderung an den Kaiser und an die öffentliche Meinung.

Der Vitekönig von Aegypten ist in Paris eingetroffen und wurde auf dem Nordbahnhof von dem türkischen Botschafter empfangen, der ihn nach dem Elysée geleitete, wo der Vicekönig während seines hiesigen Aufenthalts residiren wird.

Wie derCourrier de Lyon meldet, gedenkt die radicale Demokratie von vyon für den Fall, daß Herr Banccl, welcher dort und in Paris gewählt worden ist, sich für die Vertretung der Hauptstadt entscheiden sollte, ihre Wahl auf eine der folgenden drei Persönlichkeiten zu lenken: Ledru⸗Rollin, Louis Blanc oder Greppo.

Die Blatter nennen eine ganze Reihe von angesehenen und dem Aufruhr gewiß absolut fremden Persönlichkeiten, welche während der Tumulte der letzten Tage in die Hände der Polizei gefallen wären. So wäre der eben in Paris weilende Präfekt des Deportements Pas-de-Calais verhaftet und sogar ein wenig mißhandelt worden, Baron Alphonse Rothschild wäre am Donnerstag Abend auf dem Boulevard festgenommen und nach dem nächsten Posten gebracht worden, wo er drei

Stunden gebraucht hätte, um seine Identität fest⸗

zustellen und namentlich seinen Charakter als preußischer Generalconsul geltend zu machen.

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Belgien. Brüssel. Die diesseitigen Mit⸗ glieder der französisch belgischen Commission sind hierher zurückgekehrt, um mit der Regierung übe 1 die Forderung Frankreichs zu conferiren, en alle aus Frankreich durch Belgien nach Holland führenden Eisenbahnlinien unter die Verwaltung einer noch zu vereinbarenden Commisston gestellt werden sollen.

sich von hier schreiben läßt, hat der Cardinal

die Aerzte und Chirurgen Roms ein Rundschreiben erlassen, worin ihnen vorgeschrieben wird, bei allen Schwerkranken auf Beichte und Empfang des Sakraments zu dringen, und ihre Besuche einzustellen, wenn bei ihrem dritten Erscheinen dieser Forderung nicht gehorsamt wird. Werden dennoch die Besuche fortgesetzt, so ist der betreffende Arzt mit Excommunication und Gefängniß bedroht.

Amerika. New-⸗Nork. Das Journal Newyork World schließt einen langen Artikel über die Alabama- Angelegenheit mit der Ver⸗ sicherung, die Amerikaner würden jedes Arrange⸗ ment mißbilligen, durch welches England nicht sein Bedauern bezüglich dee von derAla bama und den übrigen Korsarenschiffen verübten Thaten aussprechen würde.

Ein Eisenbahnzug, auf welchem sich der Peäsident und der Finanzminister Boutwell befan⸗ den, stieß bei Boston mit einem Viehtransportzug zrsammen und wurde von den Schienen geworfen. Ein Passagier wurde getödtet und zwanzig mehr oder weniger verletzt. Hr. Boutwell ware um ein Haar stark beschädigt worden.

Friedberg. Nach einer Veröffentlichung der Ver⸗ waltung der Hess. Ludwigsbahn werden an den ersten 5 Tagen der Monate Juli, August und September l. J Vergnügungsbillete bei allen fahrplanmäßigen Zügen für Hin⸗ und Rückfahrt nach Basel über Weißendurg und Straßburg, 15 Tage gültig, zu mäßigen Preisen aus⸗ gegeben und wird dadurch Reiselustigen Gelegenheit zu billigeren Verguügungsreisen nach der Schweiz geboten. Frankfurt a. M. Wohl kaum hat ein Thier eine so große Berühmtheit erlangt wie die Gemse und Jedermann hat gewiß zahlreiche Schilderungen der Ge⸗ fahren und Abenteuer gelesen, mit denen die Jagd dieser scheuen Gebirgsbewohner verknüpft zu sein pflegt. Es wird daher gewiß von Interesse sein, zu erfahren, daß es dem Zoologischen Garten zu Frankfurt a. M. endlich gelungen ist, nach langem Suchen und mit erheblichen Kosten eine aus drei Häuptern bestehende Gemsen-Familie zu erhalten. Die hoͤchst munteren und lebhaften Thiere klettern mit unglaublicher Behendigkeit und Sicherheit auf den in ihrem Parke befindlichen Felsen umher und geben auf diese Weise ein sehr anschauliches Bild dessen, was sie wohl in der Freiheit zu leisten ver⸗ mögen. Sonntag den 20. Juni ist der Zoologische Garten, wie wir hören, den ganzen Tag für das Enirce von 12 Kreuzern geöffnet.

Vom Vogelsberg. Ein Gräflich Stollberg'scher Forstaufseher aus Gedern wurde am 7. d. auf dem Pürschgange in Folge eines in seiner nächsten Nähe ge⸗ fallenen Schusses cines Mannes ansichtig, welcher eben im Begriff war, ein vor ihm liegendes geschossenes Reh aufzunehmen. Der Aufforderung des Forsibeamten, zur Feststellung seiner Persönlichkeil mit nach Gedern zu gehen, leistete der hiernach des Jagdfrevels dringend Verdächtige gutwillig keine Folge, sondern suchte sich des Gewehres des Forstaufsehers zu bemächtigen, worauf dieser den ersteren nach kurzem Ringen zu Boden warf. Als nun der Forstaufseher den vor ihm liegenden Frevler wieder⸗ holt zum Mitgehen aufforderte und ihn durch Anfassen am Rockkragen zum Aufstehen zwingen wollie, fiel aus dem nahen Wald ein Schuß, welcher den Forstaufseher durch fünf Schrote in den Schenkel und zwei in die Achsel derartig verwundete, daß derselbe gensthigt war, den Frevler, welcher durch Weherufen kund gab, daß er ebenfalls geschossen sein mußte, loszulassen und den Heim⸗ weg anzutreten. Nach alsbald erfolgter Anzeige des Vor⸗ falles in Gedern und nach den von dem Verwundelen gemachten Personalbeschreibungen des Frevlers fiel Verbacht auf ein in Wingershausen, Kr. Scholten, wohnendes Individuum, Heinti) Horst, zu dessen Habhaftwerdung die Gendarmerie in Bewegung gesetzt wurde. Schon am anderen Morgen wurde Horsl, der sehr verdächtiger Weise mit einer durch ein Schrot verursachten Schußwunde an der Nase behaftet war, an das Landgericht Ortenberg ab⸗ geliefert. Bei der vorgenommenen Confrontation erkannte der Forstausseher auf das Bestimmteste den am Abend vorher ergriffenen Jagofrevler, und auch dieser läugnete hierauf nicht, daß der zu Belte liegende Forstmann der⸗ jenige sei, welcher ihn gestern verfolgt, ergriffen und zum Mitgehen nach Gedern aufgefordert habe. Zu weiteren

Geständnissen war der Arreslant nicht zu bewegen. Auf den Begleiter Horst's, durch dessen Schuß der Forstaufseher

verwundet wurde, wird eifrigst gefabndei.

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