Körpers in Bezug auf das Budget und die Han⸗ delsverträge. Die gesammte Reform soll die wahre Verantwortlichkeit der Minister herstellen, und zwar wird die Reform durch ein Senatus⸗ consult und nicht durch eine Volksabstimmung ins Leben gerufen werden. Der Senat wird dem⸗ nächst zusammentreten, ein Ministerwechsel ist nicht beabsichtigt. Die Ankündigung dieser Reformen, deren Inhalt den Mitgliedern des gesetzgebenden Körpers bereits bekannt geworden ist, wird, nach der„Agence Havas“, von der Majorität desselben wie von dem linken Centrum„mit großer Genug⸗ thuung“ begrüßt.— Nachträglich erfährt man noch: In Folge des Ministerraths, der am 12 in St. Cloud nach Verlesung der kaiserlichen Er klärung im gesetzgebenden Körper stattgefunden hat, haben die Minister ihre Demissionen in die Hände des Kaisers gelegt, welcher dieselben an⸗ genommen hat. In Erwartung der Wahl ihrer Nachfolger werden sie fortfahren, die Angelegen⸗ heiten ihrer verschiedenen Departements zu besorgen.
Brest. Capitän Sherard Osborne telegra- phirte am 12. d.:„Der„Great Eastern“ war gestern Nachmittag noch eine Tagereise von dem am äußersten Ende der Insel St. Pierre gelegten Uferende des Kabels entfernt. Das Schiff befand sich um 2 Uhr Nachmittags unterm 45.15 Gr. nördlicher Breite und 50.15 Gr. westl. Länge. Die Länge des versenkten Kabels betrug 2416 Seemeilen. Sobald der Nebel verschwand, zeigten sich in der Nähe des Schiffes die Daupfer „William Corry“ und„Gunare“, welche ihm entgegen gefahren waren. Man ersah hieraus, daß der„Great Eastern“ seinen Cours mit großer Richtigkeit eingehalten hat, und ist das Schiff jetzt, von den beiden Dampfern begleitet, auf dem Wege nach St. Pierre.
Spanien. Madrid. Wie man versichert, werden Ardonnenz das Finanzministerium, Zorilla das Justizdevartement, Echegarray das Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Becera das Colonial⸗ amt übernehmen. Die übrigen Minister verbleiben im Amte.
— Man versichert, die Unionisten würden Prim vollständige Freiheit lassen, das Ministerium zu reconstituiren. Man glaubt, daß Figuerola, Sagasta und Topete in ihren Aemtern bleiben werden. Ein Dekret der Regierung verordnet die sofortige Unisication des dritten Theiles der öffent. lichen Schuld, den Gesetzen von 1851, 1867 und 1868 gemäß.
Amerika. Der canad ische Minister Rose ist in Washington eingetroffen und sind zwischen ihm und der Regierung Unterhandlungen über die Erneuerung dis Reeiprocitätsvertrags bezüglich der Fenierwirren eröffaet worden. Grant hat ihm in einer Untercedung die Untersuchung, even⸗ tuell die Verhaftung irländischer Amerikaner zu⸗ gesagt, im Falle dieselben England beunruhigen würden.
Friedberg, 14. Juli. Heute Nichmitlag zwischen 1 und 2 Uyr brach in der Scheuer auf der Leiß wer'schen Ziegelei F uer aus. Der ꝛaschen thäigen Hülfe der hiesigen Feueiceor und der herteigee lien Bürger gelang es das Fuer bald zu dämpfen und auf seinen Herd zu beschlänken. Frankfurt. Der husise zoologische Garten hal in der leßz een Zeit wieber mehrfachen Zuwachs unter sen m Thierbestande erhalten und zwar diesmal durch Geburten. So kam im Frühjahr ein Affe zur Wat den die zäruiche Metier auf das Sorg⸗ fälligste pfl gte und d ssen erste Versuche, sich selbstau ig zu bewegen sie nun ängulich üverwochi. Auch das präch lige itibelanische Rind die Pak ma dem seiden. artigen Haar und cem 1 serdeschweif haren sich wieder um ein ge undes Kälbchen vermehrt. welches fast wie ein Pudelhund mit lockgem Hane dicht ve etzt in und munter einherspiingt. Au die aueländischen Hirscharten, jo be⸗ sonders der Axis hirsch aus Bengeilen, sowie der Schweinsheusch hben Nachwuchs geliefert. Da die sämmili hen Thiere so untergebracht sind, daß sie jederzerl von allen Besuchern ces Gartens geasecen werden können, ist keichliche G.legenheil zu Beobachtungen über iyr Fa⸗ mil en leben geboten.
Darmstadt. Am 11. d. Nachts kurz nach 10 Uhr wurden wir eulch Feuettuf aufgeschrackt. Eds war nämlich in dem Hinterbau der Hoftathe der Gebrüder G elstus Feuer ausgebiechen, welches cicfen Bau auch bis auf die Umfassungemauan zernörte. Ta sosort Hulje am Pllitz war, gelang es, den Bland auf seinen Hero zu beschränten und ou Nachbarszäußer vor j oer Heschäeigun g zu bewahren.
C Kassel. Kaum sino oie tenen, keiten Tage ees Juni voruber, so eilen aus allen Gegenden zaylzaiche
Fremde, ja oft ganze Familien, nach unserer lieblichen Residenz, die zwar kein Fürstensitz mehr, dafür aber so recht eigentlich ein Sitz der Musen zu werden verspridht. Wie aber die reizende Lage und Umgebung unserer Stadt mit ihrer grandiosen Wilhelmshöhe, der Löwenburg, dem trefflich geleiteten Theater, der Kapelle,— meisterhaft geführt, welche Virtuosen ersten Ranges aufzuweisen hat und Mitglieder des chemeligen wellberühmten Garde⸗ Musikchors in sich schließ!;— ferner mit ihrer herrlichen Bildergalerie, dem Museum, dem Marmorbab, ihrer per⸗ manenten Kunstausstellung u. s. w. für jeden Fremden anziehend und fesselnd in bohem Grade ist, so scheint auch das jüngste der hiesigen Kunstinstitute, unser Conserva⸗ torium der Musik, gegründet durch einen innigen Verehrer unsers unvergeßlichen großen Tonmeisters, des General— Musikdirektors und Hoskapehmeistens Dr. L. Spohr, und sicherlich auch in seinem Geiste geführt, bereits den Magnet zu besitzen, der nicht allein aus hiesiger Stadt, oder aus der Nähe derselben, sondern sogar aus weiter Ferne(Kr. Posen) Schüler und Schülerinnen heranzieht, welche sich hier als Sänger und Sängerinnen für Bühne und Concert, als Lehrer und Lehrerinnen des Clavierspiels, Gesanges und der Harmonie, oder als Musiker irgend eines Faches oder Instruments ausbilden wollen. Möge auch diese neue Anstalt gleich unserer altehewürdißen Maleracademie sich sieis von Nah und Fern des regsten Zuspruchs junger Talente zu erfreuen haben; dann wird der Ruf der Kunst und iusbesondere der durch L. Spohr, den letzten der alten großen Tenmeister, gegründete musikel sche Ruf Kassels, „diesem schönen Fleckchen Erde“, ste s freudig wiederhallen.
Aus Herrieden wird unterm 8. d. M. geschrieben: „Das eurepälsche Luftmeer bat nach längerer Pause wieder seine für diese Jahreszeit normale Position eingenommen ein Luftehal zieht von Irland nach dem baktischen Meere und ein Lufiberg vom Hafen von Gascogne her kommend erichte uns schönes Wetter. Freilich mußten wir durch die regelmäßig nach dem Dove'schen Gesetze erfolgte Drehung des Windes eine lüchtige Portion Höhenrauch mit in den Kauf nehmen, der schon fecit 3 Tagen die Luft verdunkel! und dem Sennenschein eine röthliche Farbe gibt. Während sich Europa nunmehr einer Sommerlemperatur ersreut, die vorgestern Morgens 6 Uhr nicht unter 11 Gnad fiel, ist es in Nordainerika wieder kühl und teüb; am 29. Juni. Morgens 6 Uhr, zeigte das Thermometer in Heario-Content nur 7 Grad.
„ Jetzt wissen wir's, warum die Sing mäuse musiciren. Die lieblichen Töne entspringen nicht etwa dem Gefühl des Wohlbehagens, das Thierchen singt nicht sich und andern zur Freude: es singt, weil es nicht anders kann, weil es krank ist. Die Singmaus ha: Alhembeschwerden, in ihrer Leber finden sich Parasiten, die ein Krampfaihmen verursachen, dem die gedämpften voßhelartigen Töne ihr Enistehen verdanken. So behaupten einige Gelehrte, die das Leberlein mehrerer Singmäuse untetsucht haben. Ob jene Parasiien nicht in der Leber auch anderer Mäuse zu finden, und woher es kommt, daß die Töne nich: immer hörbar sind, da doch die Alhmung keine Unterbrechung erleidet, sagen sie uns nicht. Auch wäre es verwunderlich, daß die durch Krampfaihmen ent nehenden Töne zum Entzücken lieblich sein sollen. Da läß: sich die naive Meinung jenes Engländers eher hören, det unlängst eine Singmaus in seiner Küche entdeckt hal und einach dafür hält, dieselbe habe es seinem Kanarien— vogel abzeterut. Vor Jahrhunderten schon haben die Mäuse gepfiffen. Die Sage vom„Mäusetharm“ legt dem Buchof Hauo die Worte in den Mund:„Hört nar, wie die Mäuslein pfeifen.“ Was Wunder, wenn einige be— sonde ,s begabte Maus Indiwidnen es bis dalo zum Singen gebracht hälten?
„ Aus dem Leben des französischen Depu⸗ tirten Ganberta. Die Laute von Cahors suchen mii nachfolgender Erzählung za erklären, warum der Abgeord⸗ nete des ersten Wahlbezirkes im Seine Departement Gam⸗ vetia, einäugig ist. Als Knabe war Gambeita von seinem Valer in das Seminer von Monlauban bei Cahors gg than worden. Wie alle Peusionäre und Gefangene, laugweilie er sich dort nicht wenig. Eines Tages erhielt der Vater folgendes Billet:„Wenn du mich nicht von bier sorinimmst, neche ich mir ein Auge aus.“ Welche Narrheir! dachte Vater Gamveita und gab ihm leine Antwort. Zwei Tage später erhielt er ein Schreiben von dem Vorsteher des Sem nars, in dem ihm angezeigt wurde, daz ein Sohn, wen er keine Nachricht von Hause erhieit, sich das Jedermesser in das Auge genoßen habe. Der Valer geht unverzüglich dahin ab, redet dem Sohne ins Gewissen und ermahnt ivn, das Seminarleden zu eriragen laub ion beruhigt und leist wieder ab. Am nächten Tege er⸗ bänt er ein neues Biller:„Wenn du mich noch nich! fort nimmst, steche ich mir das andere Auge aus.“ Diesmal gab der Vater nach. Lon Gambetta war, wie man aus dem Vorstehenden ersieyt, schon damals ein„Unversöyn— licher“. Die Sache kungt eiwas amerclanisch.
% Oel für Thurmuhren, das in der Kälte nich lerstarrt in der Wärme nicht verflüchtigt nicht das Messing angreift: Man 8st Knochens in Benzin, seht es der Kälte aus und verdempft nach dem Abgießen das überflüfsige Benz en.
r Gegen Ameisen. Man bestreue den Ameisen⸗ hauen bei trockenem Welter zuͤmlich ark mil Kochsalz und gieße sogieich Wasser darüber.— Sieie Beunruhung cer ameisen verneibt sie edenzalls ganz sichen;z auch können sie den Geruch des Sueinlohteniteers(vielleicht auch des Sieinöle) uicht vertagen.— Man wasche und presse einen broßen Vaceschwamm gehöcig aus, wockne ihn und besireue
ihn mit gefsoßenem feinen weißen Zucker, und lege ihn in die Nähe der Ameisen. Haben sich die Ameisen darin zablreich gesammelt und genistet, dann bringe man den Schwamm in kochendes Wasser, in welchem sie getödtet werden. Darnach drücke man den Schwamm aus, trockne und bestreue ihn wie anfangs, verfahre wie oben so lange, bis alle vertilgt sind.
Die zehn Gebote für den Bauer.
Das eiste Gebot. Der Acker ist dein Brod⸗ korb, dein Schuldner, der dich mit Nahrung, Kleidung, Geld versorgen muß. Drum sollst du allen Fleiß und Aufmerksamkeit darauf verwenden, daß er nicht krank werde, sondern gesund bleibe und dir diene. Du sollst deine Aecker, wenn sie seucht und kalt sind, durch tiefe Wasserabzüge gesund und ertragsfähig machen. Bedenke, daß dein Acker nicht gesund ist, bis du mit dem Pflug einen Schuh tief fahren kannst und zu keiner Zeit des Jahres einen nassen Untergrund antriffst oder
bis darin Getreidepflanzen zu jeder Zeit ihres
Wachsthums wenigstens einen Schuh gesunde Ackererde antreffen.
Das zweite Gebot. Du sollst nicht ruhen, bis deine Aecker einen Schuh tief durch den Pflug durchwühlt sind und bis du auf jedem Acker einen Schuh tief lockeren Ackerboden besitzest, auf daß deine angebauten Pflanzen deinen Dünger recht bezahlen und du für deine Arbeit reichlich belohnt werdest.(Anmerkung. Ein Acker von 300 Ruthen hat mehr eingetragen bei einer Vertiefung auf 7 Zoll 5 fl., bei 9 Zoll 7 fl. 35 fr., bei bei 11 Zoll 8 fl. 45 kr.)
Das dritte Gebot. Du sollst zu allen deinen Saaten stets solche Werkzeuge anwenden, wodurch ihr Stand ein regelmäßiger, geordneter wird (Reihensaat), damit du Platz gewinnst, den Boden während des Wachsthums zu bearbeiten (zu behacken).(Anmerkung. Ein Acker von 300 Ruthen mit Reps in Reihensaat bestellt, ertrug 57 fl. 38 kr. mehr als ein anderer von gleicher Größe der breitwürfig besäet war.)
Das vierte Gebot. Gedenke daran, daß du nur dann einen guten Ertrag von deinen Körnern, Kartoffeln, Rüben bekommst, wenn du den Acker reinigest von Unkraut. 5.
Das fünfte Gebot. Du sollst nimmer zwei gleiche Gewächse auf einander folgen lassen, bi⸗ sonders nicht Halmfrüchte, wenn du vollkommene Ernte haben willst. Bedenke, daß jede Pflanze ihre eigenthümlichen Nahrungsmittel haben muß, wie eine Kuh und ein Schweig, oder ein Hund und ein Pferd nicht aus ein und derselben Schüssel fressen mögen.
tief ganz
Wenn also Korn auf dem Acker gewachsen
ist und hat dasjenige mitgenommen, was ihm geschmeckt hat, und es kommt abermals Korn und will sich noch einmal an den Tisch setzen, so kann man sichs vorstellen, daß es schmal hergeht.
Das sichste Gebot. Du sollst nicht zu dicht säen, sitzen, pflanzen, auf daß nicht die zu nahe aneinander stehenden Pflanzen einander erwürgen und erdrücken. 5
Das siebente Gebot. Du sollst frischen Dünger stets zu Futter- und Wurzelgewächsen anwenden, nie aber zu Halmfrüchten. Je üppiger deine Futtergewächse sind, desto besser, was nützt dir aber gefallene oder gelagerte Frucht?
Das achte Gebot. Laß dich nicht gelästen, nur eine große Ackerzahl zu erwerben, halte nicht den für den gescheidtesten Bauer, der darauf aus- geht.— Wer die Erträge seines Besitztbums ver⸗ doppelt und verdreifackt, auf den darf man mil vollem Recht als ein Vorbild hinweisen.
Das neunte Gebot. Du sollz so viel Futter bauen als möglich und einen Viehstand halten, der deinem Besitzthum angemessen ist— doch nich mehr als du reichlich füttern, gut züchten und pflegen kannst.— Du sollst Buch und Rechnung führen über Alles.
a Das zehnte Gebot. Du sollst den vielen Dünger, den du erhältst, verständig behandeln, vermehren, verbissern, gut anwenden, d. h. zu rechten Zeit und auf die rechte Frucht, auf daß dir dein Land Früchte und Geld eintrage und du lange lebest auf Erden.
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1690 N. Ebelleult Teras, b. Helau Berstaͤndig diemselben Fritdrich Scho geführt Contulse
anderaun den ewe scwelsen, Und neff den ud.
Gläubige
btie
n oba vu 00 Uumer ang be


