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Hessen. Darmstadt, 10. Juni. Zweite Kammer.(Schluß.) Nachdem der Kraft'sche Antrag auf Revision der dermaligen Personal⸗ und Besoldungsetats gegen 15 Stimmen angenom- men, werden für das Finanzministerium selbst bewilligt 26,972 fl., für die Oberrechnungkammer 27,345 fl., für die Hauptstaatskasse 18,855 fl., für die Obersteuerdirektion 24,045 fl., Oberforst⸗ und Domänendirektion 36,708 fl., Oberbaudirek— tion 20,895 fl. Für Fiscalanwälte werden 6210 fl. als Besoldung nur für die Dauer der Dienstthätigkeit der gegenwärtig Berechtigten be— willigt, nach Aufhörung dieser Dienstthätigkeit aber nur als vorläufige Pauschsumme zur Deckung der durch fiskalische Streitsachen entstehenden Kosten. Außerdem wird die Regierung ersucht, diese Stellen, sobald thunlich eingehen zu lassen. Für die Rentämter werden 40,627 fl. bewilligt und die Regierung ersucht, diese Aemter ganz eingehen zu lassen; für Besoldungen der Domänen⸗ pfandmeister 7648 fl., in der festen Erwartung,
daß statt derselben demnächst Beamte, welche die
Funktionen derselben und der Steuerpfandmeister vereinigen, eingeführt werden.
— 11. Juni. Die 2. Kammer fährt heute in der Berathung des Hauptvoranschlags der Staatsausgaben fort, und werden die angeforder— ten Elementarverwaltungskosten für die Kameral— Domänen, die Kosten für die technische Forstver— waltung und laufenden Forstbetrieb, die Verwal— tungskosten der direkten Steuern, indirekten Auflagen und Regalien meist nach Antrag der Regierung verwilligt. Der Finanzminister legt eine Vorlage auf Prorogation des Finanzgesetzes
und des Einkommensteuer-Gesetzes bis zum 1. October d. J. vor. — Bezüglich der künftigen Garnisonsorte
der beiden Reiter-Regimenter ist nunmehr definitiv bestimmt worden, daß das zweite Reiter-Regiment dauernd hier verbleibt, während das erste Reiter— Regiment in Butzbach und Babenhausen garni— soniren wird, so daß der Regimentsstab nebst der 2., 3. und 4. Schwadron nach Babenhausen, die erste und fünfte Schwadron aber nach Butzbach kommen. Bezüglich eines Garnisonswechsels zwischen dem ersten und vierten Infanterie Regiment ver— lautet dagegen noch nichts Bestimmtes.
— Der Wanderlehrer im Dienste des land— wirthschaftlichen Vereins für die Provinz Ober— hessen, Carl Leisewitz, ist zum ordentlichen Lehrer an der polptechnischen Schule, insbesondere für das Lehrfach der Landwirthschaft, ernannt worden.
— Die im Regierungsblatt veröffentlichte Verordnung, die Besteuerung des Bieres betreffend, erklärt, daß vom 1. Juli 1869 ab die Ueber- gangsabgabe vom Bier nur noch erhoben werde bei der Einfuhr von Bier aus Bayern, Würtem⸗ berg, Baden und den Hohenzollern'schen Landen. Da über die Ausfuhr des Bieres nach dem Nordbund keine ausdrückliche Bekanntmachung er- folgte, so erheben sich Zweifel unter den Interessen⸗ ten, wie es damit sich verhalte. In der zweiten Kammer erklärte nun Finanzminister Frhr. von Schenck auf bezügliche Interpellation des Abg. Dernburg: Die Ausfuhr von Bier aus dem Großherzogthum nach dem Nordbunde werde vom
e al ab gleichfalls von jeder dort erhoben werdenden Uebergangsabgabe frei sein.
Preußen. Berlin. Die Geschäftscom⸗ mission des Zollparlaments beschloß, die Wahl— prüfung des Abg. Buff dem Reichstage zur Erledigung zu überlassen und die Entscheidung über die Forldauer des Mandats des Abgeordneten Fabricius, der bekanntlich zum Zollvereins— bevollmächtigten bei der Generalsteuerdirektion in Hannover ernannt ist, bis zur Erledigung weiterer Echebungen zu vertagen.
— Wie verlautet, beabsichtigen mehrere badische Zollparlamentsmitglieder den Antrag zu stellen, das norddeutsche Consulatswesen auch auf die süddeutschen Staaten auszudehnen.
Homburg. Der„Mittelrh. Ztg.“ wird von hier berichtet: Von Seiten des Bischofs von Mainz waren ohne Weiteres einige Ordensschwestern nach Homburg zur Etablirung eines Instituts dirigirt worden. Da jedoch für die katholische
Erziehung durch die in dieser Richtung wirkende Anstalt des Fräulein Travers schon gesorgt ist, somit kein Bedürfniß vorlag, und die Schwestern
auch nicht den Ausweis eines Examens für sich
hatten, so ist die Bestätigung versagt worden.
Frankfurt. Die hiesige Handelskammer hat unterm 8. d. eine Vorstellung an das Zollparla⸗ ment gerichtet, in welcher sie bittet der von dem Bundesrath des Zollvereins beabsichtigten Herab— setzung des Zolleredites auf drei Monate die Ge— nehmigung zu versagen.
Bad Ems. Nach eingetroffener Anweisung sollen die Räume des Kurhauses am Ende dieses Monates für den König von Preußen bereit ge— halten werden. Auch die Schwester des Königs, die Großherzogin Wittwe von Mecklenburg, trifft hier ein.
Bayern. München. Aus dem öster- reichischen Vorgehen gegen den Bischof zu Linz hat auch Bayern Muth geschöpft, gegen seine geistlichen Oberhirten bürgerlich Recht in Anwen— dung zu bringen. Senestrey, der Bischof zu Regensburg, sollte während der Wahlbewegung im Privatgespräche eine Aeußerung gethan haben, in welcher die Treue gegen den König als bedingt durch dessen Treue gegen die Kirche erschien. Nach einem ziemlich breiten Zeitungsstreit über die Wahrheit dieser Anschuldigung, über welche der Bischof den größten Lärm erhob, ohne sie geradezu in Abrede zu stellen, ist jetzt eine Regierungs- Commission von München entsendet worden, den Thalbestand aufzuklären.
Baden. Karlsruhe. Die bagerische Regierung hat an die süddeutschen Staaten die Einladung ergehen lassen, über die kirchenrechtlich— politischen Fragen, über welche Beschlüsse des Coneils wahrscheinlich sind, Gutachten der theo— logischen Professorencollegien einzuholen.
Oesterreich. Wien. Nach der„Oester— reichischen Correspondenz“ hat der Minister für Cultus und öffentlichen Unterricht an die Chefs der Länderverwalkungen einen Erlaß gerichtet, worin er den politischen Behörden die Mithülfe bei der Vollstreckung bischöflicher Erkenntnisse auf Einschließung von Priestern in eine geistliche Cor— rectionsanstalt untersagt, und solche bischöfliche Erkenntnisse nur insofern und solange für wirksam erklärt, als der betroffene Priester sich denselben freiwillig fügt.
— Das Landesgericht in Linz hat den Be— schluß gefaßt, gegen den Bischof Rudigier wegen des Verbrechens der öffentlichen Ruhestörung An— klage zu erheben. Die deßfallsigen Verhandlungen vor dem Geschwornengericht werden im Juli stattfinden.
— Der„N. fr. Pr.“ zufolge hat der Kaiser von Rußland auf die Anfrage des Vicekönigs von Aegypten seine Geneigtheit erklärt, den Besuch des Vicekönigs zu empfangen. Das Zusammen⸗ treffen des Kaisers mit dem Vieekönig solle Mitte August in Livadin stattfinden.— Dasselbe Blatt meldet ferner, daß Cardinal Antonelli auf die Anfrage des österreichischen Botschafters zu Rom, Baron Trautmannsdorf, erklärt habe, der Papst habe keinen Auftrag an den Bischof von Linz gerichtet, die Competenz des Landesgerichts nicht anzuerkennen.
Frankreich. Paris. Am Abend des 10. nahmen die Unruhen auf dem Boulevard Mont— martre einen ernsteren Charakter an. Es kam zu Versuchen mittelstz Zeitungsbuden und Kaffeehaus— bänken Barrikaden zu bauen. Die Polizei um⸗ ringte die Menge und nahm über 300 Verhaf⸗ tungen vor. In der Vorstadt St. Antoine blieb es ruhig; dagegen war es der Pylizei von 10 Uhr an unmöglich, in die benachbarte Rue Ste. Marguerite einzudringen, worin mehrere Fahnen aufgepflanzt waren. Die Volkshaufen auf dem Bastillenplatze wurden ohne Anwendung von Waffengewalt zerstreut.— Nachdem der Kaiser und die Kaiserin am 11. d. Nachmittags 5 Uhr über die Boulevards gefahren und mit Zurufen empfangen worden waren, sammelten sich am Abend beträchtliche Volkshaufen auf den Boulevards des Italiens, Montmartre und Bonne Nouvelle und in den angränzenden Straßen. Gegen 10
rothe.
Uhr säuberten einige Chargen der Cuirasstert Versailles und anderer Cavalleriecorps pla Sl
vard und das Faubourg Montmartre. Andere
Chargen erfolgten in der Rue Montmartre 57 Rue Vivienne und auf dem Börsenplatze. Circulation auf dem Boulevard Montmartre gänzlich gehemmt. trat Ruhe ein und der Verkehr wurde wieder hergestellt. Gegen 1 Uhr wurden die zurückgezogen. Die Zahl der Verhafteten über⸗ schreitet 200. Mehrere davon trugen Dolchmesser und Revolver bei sich. Auch mehrere Mitglieder von Wahlcomites sind verhaftet. Am 12. waren die Boulevards sehr belebt, indem viele Neugierige die Tags vorher entstandenen Schäden besichtigen. — Am Abend des 12. d. hatten die Boule⸗ vards wieder mehr ihr gewöhnliches Aussehen, eine große Menschenmenge wogte auf und ab, die Cirlulation war frei. Cavallerie patrouillirte auf dem Fahrwege und wurde von der Menge mit dem Rufe:„Es lebe der Kaiser!“ empfangen.
Nur in dem Faubourg Montmartre fanden einige
Anhäufungen statt, die aber ohne Mühe von den Stadtsergeanten mit Hülfe von Bürgern zerstreut wurden. Die Ruhe wurde sonst nirgends gestört, gegen 12 Uhr hatte sich die Volksmenge zerstreut. — Eine Proklamation des Polizeipräfekten vom 10. d. constatirt die ernsten Unruhe, welche am Mittwoch und Dienstag stattgefunden haben, und erklärt, daß die Behörden energisch ihre Pflicht thun werden. Die Proklamation fordert alle guten Bürger auf, sich von Volksausammlungen sernzuhalten und so die Ausführung der Gesetze, welche die öffentliche Ruhe schützen, zu erleichtern. Spanien. Madrid. Der Herzog von Monipensier hat der spanischen Regierung eine Erklärung zugesandt, in welcher er die demokra— tische Verfassung anerkennt und das Versprechen gibt, die Verfassung als spanischer Bürger und Generaleapitän respektiren zu wollen.
O Friedberg. Es gereicht uns zur Befriedigung, zur Steuer der Wahrheit und im Interesse eines schwer und allem Anscheine nach durchaus grundlos angeschul⸗ digten Mannes in Nachstehendem auszüglich mitzutheilen, was die„Hess. Volksbl.“ in Nr. 128 über die näheren Umstände enthalten, unter denen der Schulknabe von Einarishausen bei Schotten kürzlich gestorben ist. Der unglückliche Knabe, der vorher schon 2 mal die Lungen⸗ entzündung gehabt, klagte am 28. April, nachdem er Tags zuvor auf dem Acker der kalten Zugluft ausgesetzt gewesen, über Brustbeschwerden und Seitenstechen und erkrankte an einer Brustfellentzündung, wozu sich gastrisches Fieber und schließlich Hirnentzündung geselllen. Erst nachdem der Knabe schon 14 Tage das Beit gehütet, erfuhr der Vater zufällig, daß sein Sohn am Tage vor der Erkrankung in der Schule körperlich gestraft worden wäre, und nun stand es bei dem Vater fest, die Krankheit könne nur von jener Strafe herrühren, demselben Vater, der dasselbe Kind kurze
Zeit vorher auf der Hofraithe dermaßen mit Hieben trak⸗
lürte, daß die ganze Nachbarschaft durch das Geschrei in Bewegung gerieth und er sich veranlaßt sah, hinter einer verschlossenen Thür seine Prügelarbeit fortzusetzen, wobei eine Summe(ob die Mutter?) gehört wurde:„Hau ihn tod“, bis die Großmutter die Thüre gewalisam öffnete und den armen Knaben befreite. Auf die alsbaldige An⸗ zeige des Vaters wurde eine amtliche Untersuchung ein⸗ geleitet. Aber weder die ärztliche Besichtigung des Kindes, als es noch am Leben war, noch die durch 5 Aerzte im Beisein des Gerichts vorgenommene Section des Leichnams konnte einen nachweislich ursächlichen Zusammenhang ent⸗ decken zwischen jener Schulstrase und der Krankheit des Knaben.— Fügen wir hinzu, daß uns diese Angaben persönlich von zuverlässiger Seite bestätigt werden, und daß der beireffende Lehrer, ein allgemein geachteter Mann von seiner Gemeinde vor Kurzem als Anerkennung eines vieljährigen treuen Wirkens eine namhafte Grafffikation
erhalten, so werden wir mit einstimmen, wenn der an⸗
gezogene Art. in den„Hess. Volksbl.“ jenen ersten, auch in den„Oberh. Anz.“ übergegangenen Bericht von Schotten in dieser Angelegenheit, der von Brutalität ꝛc. spricht, als ein frivoles, gewissenloses Vorgehen bezeichnet. Jedenfalls wird der geneigte Leser sein Urtheil zurückhalten bis zum völligen Abschluß der gerichtlichen Untersuchung.
Frankfurt Am Abend des 10. d. nach 9 Uhr stieß der Frankfurter Personenzug der Hessischen Ludwigs⸗ bahn in Folge falscher Weichenstellung auf der Station Gustavsburg mit einem stillstehenden Güterzug zusammen,
wobei zwei Passagiere ziemlich erhebliche Beschädigungen
erhielten. Der eine, ein Amerikaner, erlitt einen Bein⸗ bruch, der andere, ein Mann aus Boppard, einen Rippen⸗ bruch. Die übrigen Passagiere, sowie das Zugspersonal kamen theilweise mit dem bloßen Schrecken, theilweise mit unbedeutenden Beschädigungen davon.
Darmstadt. Vor einigen Tagen verschied dahier
Kanzleiralih Pfnorr im hohem Alter, der, wie Wenige, im Leben gewirkt und dafür so gut wie keinen Lohn
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Zwischen 11 und 12 Uhr
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