Ausgabe 
14.9.1869
 
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die betreffende Nummer desOber. Anz. mit einem Exemplar der heutigen Nummer übersandten und zunäͤchst abzuwarten haben, ob und wie diese bemüht sein wird, ihre ebenso abgeschmackten als gehässigen Auslassungen zu berichtigen.

Gleßen. Das Verzeichniß der Vorlesungen, welche auf der hiesigen Landesuniversität im Winterhalbiahre 1869/70 gehalten und am 1. Nov. ihren Anfang nehmen werden, ist dieser Tage aus- gegeben worden und in Nr. 252 derDarmst. Zig. abgedruckt. Die Immatriculation beginnt am 25. Oktober.

Preußen. Berlin. Sowohl Vir cho w als Schulze⸗Delitzsch widerrufen durch öffent⸗ liche Erklärung die Mittheilung, daß sie bei der projeklirten Herausgabe des neuen Blattes, das als Organ der Fortschrittspartei von Neujahr ab erscheinen soll, betheiligt seien.

DieNewyorker Times vom 26. August bringt die Mittheilung: Vom Kanzler des Nord⸗ deutschen Bundes, Graf Bismarck, ist dem Grafen Oscar Reichenbach und Dr. Adolf Lasard in Berlin, wie dem Parlamentsmitglied Mr. J.. O'Beirne und Mr. J. George Cook in London, unterm 12. August eine Coneession zur Legung eines neuen atlantischen Kabels zwischen Deutsch⸗ land und den Vereinigten Staaten ertheilt wor⸗ den. Die hiesigen Blätter wissen noch nichts von der Sache.

DerNat. Ztg. schreibt man aus Nord⸗ schleswig: Die dänische Propaganda bei uns be⸗ ginnt jetzt wirklich Ernst zu machen mit der Ab⸗ stimmung wegen Abtretung der nördlichen Distrikte an Dänemark. In jedem Kirchspiel soll eine öffentliche Abstimmung nach vorhergegangener An⸗ meldung bei den Behörden und unter Controle eines Notars stattfinden. Jeder mündige Mann soll stimmen dürfen und dieAbstimmungstom⸗ missäre von der Bevölkerung gewählt werden. Inzwischen ist an den Landrath in Apenrade, der Angesichts der Vorbereitungen zu der Demonstra⸗ tion bei der Regierung Instruktionen eingeholt hat, eine Verfügung der Regierung in Schleswig ergangen, welche zwar noch Zweifel in den Ernst der Agitation setzt, für eintretende Fälle indessen ein energisches Vorgehen seitens der Behörden anordnet. Versammlungen mit dem bestimmt aus⸗ gesprochenen Zweck der Abstimmung sollen auf der Stelle, solche, deren Zweck nicht sogleich erkennbar, dann aufgelöst werden, wenn die Rede auf diese Abstimmungsaugelegenheit kommt.

Nach der von dem Centralbureau des Zollvereins veranstalteten Abrechnung über gemein⸗ schastliche Einnahmen an Ein und Ausgangs⸗ abgaben für das 1. und 2. Quartal beläuft sich der Betrag dieser Abgaben im ganzen Zollverein nach Abzug aller Unkosten auf 10,883,849 Thlr., wovon auf das 1. Quartal 5,442,684 Thlr. und auf das 2. Quartal 5,441,165 Thlr. kommen. Es sind vereinnahmt worden vom Norddentischen Bunde 9,589,122 Thlr., Luxemburg 62,607,

Bayern 446,550, Würtemberg 204,904, Baden An den Einnahmen haben einen Antheil: der Nordd. Bund von 8,38 1,072 Thlrn., Baden von 407,351 und Es haben mithin herauszuzahlen der Nordd. Bund 1,208,050 Thlr., Luxemburg 5787 und Hessen 15,849 Tylr. und mithin zu empfangen über den Betrag ihrer eigenen Einnahme: Bayern 926,165 Thlr., Würtemberg

404,265 und Hessen 176,391 Thlr. Hessen von 160,542 Thlrn. 300,435 und Baden 3086 Thlr.

Frankfurt.

diesem beantwortet worden und zwar ablehnend

Hamburg. hafte Arbeiterexcesse stalt.

ebenfalls ihr Zerstörungswerk ausübten. Im Akt

der Nothwehr wurde von dem Direktor auf einen

Die Vorstellung des Frank⸗ furter Magistrats an den Minister des Innern um Zurücknahme der Ausweisungsmaßregel ist von

Am 7. d. fanden hier pöbel⸗ 2 300 strikende Ar- beiter der Lauenstein'schen Wagenfabrik drangen in dieselbe ein, mißhandelten die dort nech an- wesenden Arbeiter, begaben sich sodann in eine gegenüberliegende Wirthschaft, wo sie die Mobilien demolirten und zogen schließlich nach der neuen Lauenstein'schen Fabrik auf Rothenburgsort, wo sie in der Wohnung des technischen Direkters

Arbeiter gefeuert und derselbe verwundet. Als die Poliz ankam, hatten sich die Excedenten schon entfernt, in der darauf folgenden Nacht wurden jedoch 16 18 derselben verhaftet. Laut Fremdenblatt hat auch am Abend des 9. ds. wieder ein Arbeiter⸗Exceß stattgefunden Die Polizei war gezwungen, mit blanker Waffe einzuschreiten. Es gab 20 Verwundete; 60 wurden verhaftet. Bayern. München. Die von derDonau- Ztg. und demVolksboten gebrachte Nachricht, daß die Verträge wegen des Eintritts Bayerns und Badens in den norddeutschen Bund dem Ab- schlusse nabe seien, ist bestem Vernehmen nach falsch. Fürst Hohenlohe hat auf der Rückkehr von seinen in Schlesien gelegenen Gütern Wien berührt, woselbst er eine Zusammenkunft mit dem Grafen Beust hatte.

Die Angabe eines hiesigen Blattes, die Civillisteverwaltung des Königs von Bayern werde ein Anlehen von 1,500,000 fl. aufnebmen, ist falsch und unbegründet.

Würtemberg. Stuttgart. DerStaats⸗ Anzeiger sagt, an den Miltheilungen desBulletin international und derFrankf. Ztg. über an⸗ gebliche Verhandlungen wegen des Eintritts Würt⸗ tembergs in den Nordbund, der Militärconvention und der Fortdauer der diplomatischen Vertretung Würtembergs sei kein wahres Wort. Oesterreich. Wien. DieN. Fr. Pr. enthält einen Bericht, welcher das Befinden des Kaisers Napoleon seit seinem neuern Erkranken fast Tag für Tag verfolgt. Wir erseben daraus, daß die Befürchtungen am Hofe am 31. August, noch ernster und größer waren als an der Börse. Die Krise an jenem Tage war bedenklich. An diesem Tage wurde Gentral Leboeuf nach Saint⸗Cloud beschieden, und am nämlichen Abende noch wurden allerlei Vorsichtsmaßregeln von Seiten des Kriegsministeriums ergriffen. In aller Stille concentrirte man Truppen in der Umgebung von Paris, ein Beweis, daß man die Situation für weit besorgnißerregender ansah, als die Regierungs- blätter sie darstellten.

Frankreich. Paris. Der Kaiser ist am 9. d. ausgefahren und zwar bis Villeneuve l'Etang, drei oder vier Kilometer von St. Cloud.

Ein aus St. Cloud vom 8. September datirtes und am 10. imJournal officiel er- schienenes Dekret des Kaisers macht das Senatus⸗ consult vom 6. Sept. bekannt, zuglrich mit Auf⸗ zählung der Budgetartikel, die dem Senatusconsult beigefügt sind.

DerRappel will wissen, daß der Prinz Napoleon von seiner Rede 100,000 Abdrücke an⸗ fertigen läßt.

Wie dasMemorial diplomatique meldet, hat die französische Regierung definitiv beschlossen, keinen besonderen Vertreter zum ökumenischen Concil zu schicken, und dieselbe Enthaltung wäre von den anderen Regierungen, namentlich von Oesterreich und der Schweiz, zu gewärtigen.

Der Kaiser und dit Kaiserin sind am 10 d. gegen 4 Uhr im Bois de Boulogne er⸗ schienen und dann nach Paris bis zu den Boule⸗ vards gefahren. Die Wagen waren ohne Escorte.

11. Sept. Ueber den Gesundheitszustand des Kaisers verlautet, daß derselbe nach der gestrigen Spazierfahrt keine Ermüdung verspürt, die Nacht gut geschlafen und heute gegen Mittag einem Ministerrath präsidirt habe. Wie dieL berte sagt, ist der Kaiser heute nach Paris gekommen, um durch seine persönliche Anwesenheit die Wieder- herstellung seiner Gesundheit zu bezeugen. Heute Nachmittag zwischen 3 und 5 Uhr hat er wieder einen Spaziergang im Park von Villeneuve gemacht.

In Folge der sehr merklichen Besserung des Kaisers, sagt diePatrie, ist es wahrschein⸗ lich, daß die Reise nach dem Orient zur Aus; führung kommt. Man trifft auf der kaiserlichen Jachtl' Aigle alle nötbigen Vorkehrungen, und wenn, wie Alles hoffen läßt, keine weitere Behin- derung eintritt, schifft sich die Kaiserin den 5. Oct, in Toulon ein, um sich direkt nach Konstantinopel zu begeben. Der Palast von Beyler⸗Bey, der die e Kaiserin aufnehmen soll, hat eine ganz neue

die Feste, welche er veranstaltet.

(Departement Hautes⸗Pyrences) melden, daß sener Gegend am 11. d. Morgens um 5 U

15 Minuten ein heftiger Erdsloß verspürt wurde. Mehrere Blätter unterhalten sich von der Eventualität einer Abdankung. Von unterrichtetet

zu erwarten sei; wenigstens habe er dies früher gelegentlich selbst wiederholt ausgesprochen.

Großbritannien. London. Die Panik an den Börsen des Festlandes gibt demDail

die von der Krankheit des Kaisers der Franzosen ihren Ausgangspunkt nimmt und Napoleon III. als den Friedensengel preist, welcher mehrfach den europäischen Krieg abgewendet habe und auch jetzt zwischen Preußen und Oesterreich als Schrauk

dastehe.

Spanien. Madrid. Es herrscht hier

vollkommene Ruhe. Die Regierung hat an Prim in Vichy telegraphirt, es sei unnöthig, daß er seine Rückkehr beschleunige. Am 10. d. fanden in Paterna de Rivero, Provinz Cadix, bedeutende Ruhestörungen statt. Ein Sergeant der Civilgarde wurde verwundel. Der Nilitärgouverneur von Cadix brach mit Truppen nach Paterna auf, um die Ruhe wieder herzustellen.

Die von den Cortes eingesetzte perma nente Commission hat es für nothwendig er⸗ kannt, daß die Regierung energische Maßregeln ergreife, um Cuba für den Staat zu erhalten. Vom 12. 15. September sollen Verstärkungen dorthin abgehen.

Es wird versichert, daß die Idee, die Regentschaft des Marschalls Serrano um drei Jahre zu verlängern, Boden gewinnt. Die einflußreichen Mitglieder der unionistischen, progressistischen und demokratischen Partei und sogar gewisse Republikaner würden diese Idee lebhaft unterstützen, in Folge der Schwierigkeiten, welche die Wahl eines Monarchen darbietet.

Italien. Rom. Das Corps der in der Mehrheit aus Deutschen und Schweizern bestehen⸗ den Carabinieri esteri verlor während der beiden letzten Monate durch Abschiede und Desertionen unter allen die meisten Mannschaften, so daß der frühere Etat von 1700 auf 1100 herabsank.

Frankfurt. Die GartensvaugesellschaftFlora dahier hat beschlossen, am 17. Sept. eine Hauptversammlung mit Ausstellung von Blumen, Gemüsen, Oost und Garten- geräthschaften ꝛc. in den Sälen derHarmonie zu ver⸗ anstalten. Die zweite Wander versammlung desVerbandes Rheinischer Gartenbauvereine wird am 19. Sept. zu Mainz und Anfangs October wie alljährlich ein Preis⸗ graben für Gärincrlehrlinge staitfinden.

Frankfurt. Da der heurige Pferdemarkt ungewöhn⸗ lich spät fällt, so sind die Erwartungen auf ein groß⸗ ratiges Resultat desselben nicht allzu hoch gespannk. Man erwartet jedoch einen guten Mittelmarkt, da bei der zur Zeit wieder zu Tage getretenen Neigung, einen feinen Pferdebestand zu besitzen, die Händler wohl nicht Unrecht gelhan haben werden, gerade mit seinen Pferden den Markt flärker als sonst zu befahren. Der Looseabsaßt zur Marktlotterie ist ein sehr guter und kommt demselben die Messe sehr zu statten, während der Begehr von Loosen von auswärts nicht minder rege ist.

Darmstadt. Im Palais der Princessin Ludwig von Hessen und unter deren Ehrenpräsidtum fand gestern die zahlreich besuchte erste Generalversammlung des von iht ins Leben gerufenen und unter ihrem Protectorate stehen⸗ den Frauenvereins für Krankenpflege im Großherzogihum Hessin stalt. Aus dem umfassenden Geschäftsbericht übe das seitherige Wirken und den gegenwärtigen Bestand Vereins ist zu ersehen, daß dieser auf den reinsten Hum nitätsprincipien ruhende, allen engherzig⸗ confessionellel Standpunkten fernstehende Verband bertits eine Anzah der tüchtigsten Krankerpflgerinnen herangebildet hat und fortwährend heranbildet, die schon in Weise am Krankenbette gewirkt haben. Eigenliche Vet handlungen sanden nicht statt, indem die zur definttiven An⸗ nahme vorgelegten provisorischen Satzungen stillschweigendt Zustimmung erhielten. 5

Darmstadt. Die Summe des von dem arrelirken Conrad Müller geführten Geldes schrumpft rasch auf einen kleinen Betrag zusammen und ist nun amtlich festgestellt auf 1300 fl.(also nicht 10,000 fl. oder gir 40,000 fl. wle die ersten Berichte angaben,) womit die Angaben des Arrestan⸗ ten übereinstimmen. Doch hat Müller nach den Nollzen

orientalische Ausstattung erhalten. Der Sultan

seines Taschenbuches 800 fl. an einen Bekannten geliehen.

nacht überdieß unerneßliche Vorbereitungen fur Nachrichten aus ber Grafschaft Bigorre

Seite wird aber versichert, daß ein solcher Akt von dem Kaiser Napoleon, so lange er überhaupt noch die Kraft habe, über sich zu verfügen, nicht!

Telegraph Stoff zu einer längeren Betrachtung,

der hingebendsten

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