Oesterreich ist nach 11 stündigem Ritt, begleitet von Beduinen, Häuptlingen und einer aus 800 Reitern bestehenden Carawane, aus Jaffa in Jerusalem eingetroffen. Nachdem er das heilige Grab besucht, stieg er im österreichischen Hospiz ab.
— Aus Brünn wird gemeldet, daß der vom Grafen Hompesch verwundete Bürger, Müller, soweit hergestellt sei, daß er das Krankenhaus verlassen habe und an öffentlichen Orten sick zeige. Er oder resp. seine Frau soll im Vergleichswege einen Betrag von 12,000 fl. als Entschädigung erhalten haben. Die Schlußverhandlung wird in kurzer Zeit stattfinden. Der Graf ist gegen eine Caution von 20,000 fl. auf freien Fuß gesetzt.
Frankreich. Paris. Wa versammlung des ersten Wahlbezirks kündigte Rochefort, welcher unbestritten der populärste Mann des Augenblicks ist, seine Absicht an, seinen Wählern von acht zu acht Tagen während der Sessionsperiode Bericht zu erstatten und gemein- schaftlich mit ihnen alle jeweilig nöthig werdenden Schritte zu berathen;„denn“, fügte er bedeutungs voll hinzu,„wenn die Umstände mich zwängen, mein Mandat auf die Straße zu tragen, so würden meine Wähler, welche an dieser Ent⸗ schließung theilnahmen, mir folgen und das Ding mit mir zu Ende führen müssen.“ Enthusiastische Zustimmungsrufe folgten dieser Apostrophe; der anwesende Polizeicommissär löste die Versammlung auf,„weil ein Appell an die Revolte nicht statt⸗ haft sei.“ Die Wähler antworteten mit dem Rufe:„es lebe Rochefort!“ und strömten zwischen den auf dem Boulevard aufgestellten zahllosen Polizeiagenten hindurch nach anderen Theilen der Stadt. In einer zweiten Wahlversammlung wurde auf die öfteren Unterbrechungen des Polizei- Commissärs gar nicht geachtet und derselbe schließ⸗ lich von dem Präsidenten zur Ruhe verwiesen, „weil es nicht Sache der Polizei sei, an der Discussion theilzunebmen.“ Der verdutzte Polizei— beamte fügte sich dieser Bemerkung.
— Nachdem Ledru⸗ Rollin durch ein kurzes Schreiben an die Wähler des dritten Be— zirks sich bereit erklärt hat, seine Wahl zum De— putirten, aber ohne Eidesleistung, anzunehmen, hat er nun auch ein größeres Manifest an seine Wähler gerichtet, worin er sich über die Gründe seiner Eidesverweigerung ausspricht.
— Das„Pays“ schreibt an seiner Spitze mit gesperrten Leitern:„Candidaten des„Pays“: 1. Bezirk: Henri Rochefort; 3. Bezirk: Ledru⸗ Rollin; 4. Bezirk: Armand Barkds; 8. Bezirk: Felix Pyat.“ Mit diesen Herren, führt Herr Paul de Cassagnac in dem nachfolgenden Artitel aus, werde die„Lösung“, welche er wünsche, be— schleunigt. Es braucht nicht gesagt zu werden, daß diese Lösung des Hrn. Cassagnac eine neue Auflage des 2. Dezember ist.
— Am Abend des 8. nach 11 Uhr zogen ande⸗thalb tausend Menschen mit dem Rufe:„Hoch Rochefort“ mitten durch die Stadt und begleiteten den Gefeierten bis zu seiner Wohnung im Hotel de France in der Montmartrestraße. Die Polizei schritt nicht ein und hinterher war Alles wieder
ruhig. Die Ordnung ist durchaus nicht gestört worden. Dänemark. Kopenhagen. Das unter
dem 10. Sept. erlassene Verbot gegen die Ein- sührung von Hornvieh aus den Ländern des nordd. Bundes ist am 10. d. aufgehoben worden.
Italien. Florenz. Das Befinden des Königs ist fortwährend in der Besserung begriffen.
14 Bad⸗Nauheim. Dem Vernebmen nach hat
In einer Wahl-
jährliche Hauptversammlung ab, wobei der gedruckte 36. Rechenschaftsbericht für das Jahr 1868 an die Mitglieder des Vereins verlheilt wurde. Die Zahl dieser beträgt jetzt 110, wovon 47 in Laubach wohnen.— Aus dem Berichte ist zu ersehen, daß das Aktivvermögen der Anstalt Ende 1868 183,217 fl. 30 ½ kr. beträgt, die Einlagen aber oder die Schulden sich auf 136,184 fl. 15 ½ kr. belaufen. Diese werden mit 4 Prozent verzinst.— Ausgeliehen waren Ende 1868: 1) gegen gerichtliche Hypotheken und 4½ Proz. Zinsen, ohne Verpflichtung zur Zahlung von Tilgungs⸗ quoten, 100,5 19 fl., 2) gegen Handscheine mit Gemein de⸗ bürgschaft und 10 jähriger Tilgung 17.098 fl., 3) gegen Handscheine mit Privatbürgschaft auf ein Jahr 12,446 105 4) gegen Handscheine mit Hinterlegung von coursmäßigen Effekten E067 fl., 5) in Staatspapieren 23,033 fl., 6) durch Ankauf von Güterkaufgeldern 9315 fl. Es ist beschlossen worden für die Folge bei Erwerbung solcher Kaufgelder nur 4½ Proz. Zinsen und 2½ Proz. Hebgebühren in Abrechnung zu bringen.— Der Verein ist keine Aklien⸗ gesellschaft, er ist unter Protektion Sr. Erlaucht des Herrn Grafen von Solms-Laubach gegründet und bisher fort⸗ geführt worden, und betreibt seine Geschäfte unter Garantie der Gemeinden des Bezirks. Im Jahre 1841 betrug das Vermögen oder der Reservefonds der Sparkasse 1800 fl.; Ende 1868 aber 47,036 fl. 15½ kr. Sobald derselbe 50,000 fl. erreicht haben wird, trilt Werwendung der 4½%½ ñͥ prozentigen Zinsen dieses Kapitals ein, nach Verhältniß der Seelenzahl der betheiligten Gemeinden und zur Förderung und Unterstützung der dem Sparkassebezirk zu Gute kommenden wohlihätigen Anslalten. Der Vorstand, welcher jedes Jahr neu gewählt wird, besteht aus einem Direktor, dessen Stellverteter und einem Ausschuß von 12 Mitgliedern. Zum Direktor wurde erwählt: Herr Kammerrath Weber und zum Stell— dertretet des Direktors: Herr Dr. Steinmetz. Frankfurt Vor einigen Abenden wurde in der Bockenheimergasse ein Frauenzimmer von einem Kutscher überfahren und siarb au demselben Abend in Folge der Verletzungen. Der alsbald verhaftete Kulscher wurde seiner Haft entlassen, nachdem sich ergeben halte, daß er
alles Mögliche zur Verhütung des Unglücks gethan. Der Vorgang wird folgendermaßen geschildert: Der so be—
klagenswecthe Unfall war durchaus nicht in Folge des raschen Fahtens des Kutschers, sondern lediglich durch die plötzliche Bestürzung der Verunglückten entstanden. Als der Kulscher sah, daß die Dame noch rasch über die Straße gehen wollte, hielt derselbe ein und erst nachdem er sich überzeugt hatte, daß die Dame stille stand, wollte er weiterfahren. In demselben Momente versuchte die Dame, abermals vor den Pferden vorbei zu kommen, wobei dieselbe von der Deichsel an der Schläfe erfaßt und umgeworfen wurde, ein Unfall, den der Kulscher ob- gleich er die Pferde zusammen riß, nicht mehr verhüten konnte.
Darmstadt. Die jüagste Handelsvereinssitzung de— baltirte die Frage des Oetroi. Die Versammlung beauf⸗ tragte den Vorstand:„eine Adresse an den Stadtvorstand zu erlassen, welche sich für allmählige Abschaffung des Octroi und Beseitigung desselben als Schutzzoll gewisser Gewerbe ausspricht. Diese Declaration soll in einer zu diesem Zweck zu berufenden Bürgerversammlung zur Unterschrift aufgelegt werden!“
Worms. Vor Kurzem wurde dahler ein in seiner Art seltener Dieb zur Haft gebracht. Derselbe ging hier zu einem Uhrmacher um sich eine Uhr repariren zu lassen. Während des Geschäftes 5 sich Lokal und Uhren und verstand hierbei auf kuünsigeübte Weise unbemerkt eine andere Uhr in seine Tasche wandern zu lassen, die er sofort wieder dem nächsten Uhrmacher veräußerte, um in Besitz von Geld zu kommen. Bei diesem wurde reicher geerntet und mehrere Uhren mitgenommen, die er ebenfalls veräußerte, indem er sich für einen Uhren händler ausgab. Die Polizei mischte sich schließlich in den Handel.
Bingen. Ein Landmann in Wald Algesheim machte beim Graben einer Grube einen sehr merkwürdigen Fund. Er stieß nämlich auf das Grab eines jedenfalls sehr an⸗ gesehenen Heerführers. Das bezeugen ein etwa zwei Fuß langer Stab, ein Armring und eine Armspange von ganz reinem Golde und sehr kunstvoller Arbeit. Diese drei Gegenstände haben einen Gesammiwerth von 600 fl. Außerdem fanden sich noch Urnen, Sattelverzierungen 1c. von Bronze.
Kassel. Sicherem Vernehmen nach ist auf der„Bebra⸗ Hanauer⸗Eisenbahn“ die Einrichtung getroffen worden, daß im Lokalverkehr„Abonnementsbillets“ für die drei Wagen⸗ klassen von einem bezw. drei Kalendermonaten, sowie, was uns besonders empfehlenswerth erscheint,„Schüler⸗
billets“ zum Zwecke des Schulbesuchs für die dritte Wagen⸗ eklasse zu erheblich
ermäßigten Fahrpreisen ausgegeben werden. Es wäre sehr zu wüunschen, wenn diese dankens⸗ werthe Anordnung, welche Eltern mancher Sorge über⸗
unser Kurocchester unler der Leltung seines Direktors, heben würde, recht bald auch auf manchen anderen Bahnen
Herrn Edmund Neumann,
Nizza erhalten, um während des Winters die Concerte,
Ballmusiken ꝛc. im großen Casino(Cercle international) daselbst zu erckutiten. Es ist dies eine, sowohl das Orchester⸗ personal als seinen Dirigenten ehrende Anerkennung ihrer
gethan.
ein Engagement nach getroffen würde und namenilich möchten wir dieß für die
Main⸗Weserbahn wünschen.
Paris. Kaiserin Eugenie hat, bei dem Abschiede von Constantinopel das Füllhorn ihrer Gnaden reichlich auf⸗ Dem Sultan verehrte sie zwei große prachtvolle
Leistungen, und ist es erfreulich daß unser valerländisches Vasen von Sevres, dem Großvezier ein Thee⸗ Service Badeorchester selbst in weiter Ferne lohnende Beachtung als derselben Fabrik, Reif Pascha eine schöne Jagdflinte
gefunden hat.
8. Laubach. i 5 zu Laubach, welche im Jahre 1833 für die des damaligen Landgerichisbezirks Laubach, Einartshausen, Freienseen Solms Ilsdorf, Laubach, Ruppertsburg, Wettlerfeld, Ju— heiden, Trais⸗Horloff, Utphe und Wohnbach gegründet
würde, hielt am 1. Okleber in Laubach ihre ordeniliche!“ der
Die Spar⸗ und Leihkasseanstal! 12 Orte nämlich: Gonterskirchen, Lardenbach,
und ihre Photographie, Kiamyl Bey eine goldene, mit
5
e geschmückte Tabaudre, Muzaver Bay ein Paar
Hemdknöpfchen, der armenischen Kirche einen äußerst werth⸗
be Gobelin-⸗Teppich, den frauzösischen Wohlihäligkeiis⸗
Anstallen von Coustanlinopel hinkerließ sie 17 000, denen der kürkischen Provinzen 40.000, denen Egyptens 20 000 Fr., m dienenden Personale der Paläste und ber Geistlichkeit Moscheen 60,000 Francs ꝛc.
Sagen aus der Wetterau. Von Heinrich Hensler.
7. Vom Stillug.
Auf den Höhen des Waldes von Schotten
ist ein Platz, der Heillug heißt und sein
Namen von einem Götzen hat, welcher Lug hieß, dessen sechzig Ellen hohes Bildniß einst hier stand. Der oberste Theil dieser Bildsäule war ein un gemein großer Ochsenkopf von getriebenem Kupfe, welcher hohl war und des Nachts glühte, so daß man ihn weit und breit sehen konnte. a
In dem Knopfe des Kirchthurms des Städtchens
Schotten hat man vor langer Zeit eine alte Urkunde gefunden, nach welcher dieser Lug ein Landgott gewesen, den unsere Vorfahren verehrt hätten.
8. Dit Sage von dem Altenburgskopfe bei Schotten.
Nicht weit von Schotten, etwa eine Viertel stunde entfernt, liegt ein Berg, dessen Spitze den Altenburgskopf heißt, auf welchem vor langer Zelt ein gewaltiges Schloß stand, dessen Bewohner die ganze Gegend ringsumher mit eiserner Hand beherrschte. Nichts war davon übrig geblieben, als ganz oben eine Oeffnung wie ein Kellerloch, welche tief in die Erde hinabging. Das Innere des Berges tönt hohl und dumpf, wenn man darauf tritt und die Leute, welche dahin kamen, waren begierig, was da unten sein möge. Einige glaubten, es sei dieses ein Burgverließ gewesen, es wurde, da man mit einer langen Stange den Boden nicht erreichte, eine zweite Stange daran gebunden, da aber auch damit die Absicht nicht erreicht wurde, band man nach und nach viele Stangen aneinander, aber immer gelangte man nicht auf den Boden des unterirdischen Gemaches, das man nun für einen tiefen Keller hielt, in welchem Schätze aufbewahrt seien.
Auch hier erzählt die Sage so ziemlich dasselbe
von einem Schäfer, was wir in der 1. Sage von dem Bauer Rösel mittheilten, doch heißt es zum Schlusse, es seien„kluge Leute“ aus Frank- furt mit einem Erdspiegel und einer Wünschel⸗ ruthe gekommen und hätten zur Nachtzeit den Schatz gehoben und in ihre Heimath gebracht. Daher hätten die Frankfurter ihren großen Reichthum.
„Das Rezept wie der geneigte Leser auch so tin Aurioser Eugel werden kann, 5 3111 im Lahrer Hinkenden Boten“)— eine Frossetzung der vorjährigen Geschichte von der Bahnwarkewitiwe— ist wahrhaft rührend, ohne darum süß und schwächlich zu werden. Es giebt hier keinen Vergleich, man kann den Hinkenden nur mit sich selbst vergleichen. Sagen wir also, es ist die ungezwungene männ⸗ liche Herzlichkeit des Hinkenden, mit welcher er das Gllick der Bahnwartswiltwe über die reichen Gaben, (über 2000 Thaler) schildert, die von überall her zu⸗ sammengeströmt sind.“(Konstanzer Zeitung.)
(0) Zu haben bei allen Buchhändlern und Buch⸗
bindern.
8 Bitte!
Joseph Schuhmann III. Wittwe in Ockstadt betraf das Unglück ihren einzigen Sohn und Ernährer in einer Sandgrube zu verlieren. Dem Sohne sowohl als auch dessen früher verstorbenem Vater gebührt das Lob steter Red⸗ und Rechllichkeit und Arbeitssamkeit. Mit aufrichtigem Danke würde die arme Wittwe gewiß aner⸗ kennen, wenn man für dieselbe Mittel zufammenbrächte, daß sie in ihren alten Tagen nicht der Noth ausgesetzt it. Man hat für die entfernt wohnenden Verschütteten im
Plauen'schen Grunde gespendet, warum nicht auch für
eine arme Witwe in der Nähe, welche sich ihres Sohnes und Ernährers, ihrer einzigen Stütze im Alter, beraubt sieht. Zur Empfangnahme von Beiträgen erklären sich auf Ersuchen bereit: Ockstadt und Friedberg. Gröninger, Bürgermeister. Epplsé, Lehrer.
G. Schulhof. M. Mondigler 1.
Lobalgewerbverein.
Sitzung den 13. November, Abends 8 Uhr. Besprechung über die Ausstellung von Arbeiten der Handweiker und Fabrikarbeuer, über die Gewerbschule und Einführung des Schulzwanges für die Fortbildungsschulen.
Der Vorstand⸗
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