Ausgabe 
13.11.1869
 
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Samstag den 13. Uovember.

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r Anzeiger.

Anthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblalt.

Erscheint jeben Dienstag, Donnerstag und Samstag.

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Für die Monate November und Dezember kann auf denOberhessischen Anzeiger bei der Verlags-Expedition mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32 kr. abonnirt werden.

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Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Aufnahme eines blinden Kindes aus dem Kreise Friedberg in die Blinden-Anstalt zu Friedberg.

Das Großherzogliche Kreisamt

Nach einer Mittheilung des Vorstandes der Blinden- Friedberg heimathberechtigtes, blindes Kind im Alter von wenigstens 12 und hoch

und zu verpflegen. Sie wollen sich dieserhalb

vejahenden Falls genaue Auskunft über dessen Familien- und Vermög

Friedberg an die Großherzoglichen

binnen 8 Tagen berichtlich äußern,

ensverhältnisse ꝛc. geben.

Friedberg den 10. November 1869. Bürgermeistereien des Kreises.

Anstalt dahier liegt es in der Absicht desselben, ein unvermögendes, im Kreise stens 15 Jahten unentgeldlich in die Anstalt aufzunehmen ob sich ein solches Kind in Ihrer Gemeinde befindet und

Trapp.

Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 54 enthält: I. Edikt, die Fortsetzung des XX. Landtags betr. Dasselbe lautet: Ludwig III. von Gottes Guaden Groß⸗ herzog von Hessen und bei Rhein ꝛc. ꝛc. Nachdem Wir weschlossen haben, daß die durch Unsere Entschließung vom 75. Juli laufenden Jahres vertagten Verhandlungen des zwanzigsten Landtags mit dem 29. November laufenden Jahres wieder beginnen sollen, so verkünden wir solches hierdurch öffentlich und gesinnen an Unsere getreuen Stände, daß Sie Sich an dem festgesetzten Tage zur Aus⸗ übung Ihrer verjassungsmäßigen Rechte wieder in Unserer Refidenz vereinigen mögen. Urkundlich ꝛc. 4

II. Bekanntmachung Großberzoglicher Commission für Postangelegenheiten, den Personencours(hier die Personen geldsätze) zwischen Gedern und Hanau veir.

III. Bekanntmachung derselben Behörde, die Personen⸗ zost zwischen Bensheim und Worms resp. Heppenheim ind Lorsch betreffend. Mit dem 1. k. M.? als dem Tage der Betriebs Eröffuung der Eisenbahn zwischen Bens heim und Rosengarten(Worms), werden sowohl die bis⸗ her täglich zweimal zwischen Bensheim und Worme, als auch die bisher dreimal täglich zwischen Heppenheim und gorsch unterhaltenen Personenposten aufgehoben.(Schl. f.)

Die Pensionirung des Obersten Laue

und des Oberstlieutenants Scholl ist nunmehr wirklich erfolgt. Die Portepeefähnriche Steinberger im 2. Inf. Regt., Mock, Mickel, Jäger und Frank im 1. Jägerbataillon, Weinmann, Hanesse und Thomas im 4. Inf. Regiment wurden zu Lieutenants in ihren Regimentern und bezw. ihrem Bataillon, sowie der Portepeefähnrich Dietz zum außerordentlichen Lieutenant des Gr. Artillerie-Corps ernannt.

Den Ende dieses Monats wieder zusammen tretenden Ständen wird, den Wünschen der Kammer entsprechend, auch das Schullehrerpensionsgesetz vorgelegt werden. Man hofft zuversichtlich, daß es von derselben wohlwollenden Gesinnung diktirt ist, welche seit einiger Zeit dem Stande gerecht zu werden und frühere Schuld abzutragen sucht.

Unsere Soldaten sollen ihr seitheriges Brod behalten, einmal weil die Ersparniß, welche durch

Einführung des schlechteren preußischen Brodes erzielt würde, von zu geringem Belange ist, dann auch wohl deßhalb, weil sie durch Herabsetzung der täglichen Ration von 2 auf 1⅝%0 Pfund schon genug verkürzt sind.

DieA. A. Ztg. theilt die jüngst hier erfolgten Pensionirungen mit und bemerkt dazu: Man fragt sich, wie soll das enden? ganz ab- gesehen von anderen Fragen, die zum Theil nur eine personelle Bedeutung haben. Der Brunnen der dem Kriegsministerium bewilligten Bausch⸗ summe soll jetzt schon spärlich genug fließen. Von

den Ersparnissen der durch die Militärconvention

vorgesehenen selbstständigen Verwaltung ist längst keine Rede mehr und der Tag wird nicht aus⸗ bleiben, an welchem das Kriegsministerium mit den bewilligten Mitteln die Geschäfte nicht weiter führen kann. Will man es dahin bringen? Soll

die Militärconvention bankrott gemacht werden,

um die hessische Division dem norddeutschen Bun 0 5 0 10 8 desheer ganz einzuverleiben? Man begegnet viel-

fach der Meinung, daß Preußen dieß anstrebe.

Preußen. Berlin. Der Entwurf des preußischen Unterrichtsgesetzes bestimmt über die Besoldungsverhältnisse der Lehrer, daß Lehrer an den öffentlichen Volksschulen in den Städten unter 10,000 Einwohnern freie Wohnung oder eine enisprechende Entschädigung und ein Einkommen von mindestens 200 250 Thlr., Rektoren an Bürgerschulen nicht unter 400 6000 Thlr. außer freier Wohnung erhalten sollen. In Städten über 10,000 Einwohnern können diese Minimal⸗ sätze nach Bedürfniß bis auf das Doppelte erhöht werden. Bei mehrklässigen Schulen sind die Ge hälter für die einzelnen bestimmten Stellen unter angemessener Abstufung so zu erhöhen, daß der Durchschnittssatz der Gehälter den Minimalsatz um ein Achtel übersteigt, doch soll es auch frei stehen, die Gehälter nach dem Dienstalter der Lehrer zu erhöhen, so daß es in dreißigjähriger Dienstzeit auf das Doppelte des Minimalsatzes steigen kann. Die Lehrer auf dem Lande erhalten freie Wohnung nebst Wirthschaftsraum und Brenn bedarf oder eine angemessene Entschädigung dafür; ferner an Land, Naturalien oder Geld so viel als zu ihrem standesgemäßen Unterhalt erforderlich ist. Die Höhe dieses Diensteinkommens und die Grundsätze, nach welchen Landdotationen und Naturalien zu berechnen sind, werden für jede Provinz durch Beschluß des Provinziallandtages, vorbehaltlich der Bestätigung Seitens der Staats regierung, festgestellt.

Die Führer der Fortschrittspartei haben

in Folge der tumultuarischen Störung der zur Berathung des Antrages über allgemeine Ent waffnung und Verminderung der Militärlast des norddeutschen Bundes einberufenen Versammlung eine öffentliche Erklärung erlassen, in welcher sie vor der gesammten Bevölkerung Berlins Ein

ruch erheben gegen ein Treiben, welches that⸗ * U

sächlich das Versammlungs recht, diese Grundlage des allgemeinen Wahlrechts, vernichtet, und welches zugleich dem Volke die Möglichkeit raubt, in einer Frage von höchster internationaler Wichtigkeit, in einer Frage, deren Lösung für den Frieden, den Erwerb und die Freiheit der Völker ent scheidend ist, seiner Ueberzeugung Geltung zu ver schaffen. Vor Allem fordern wir, heißt es am Schluß, die Vereine, welche politische Gegenstände verhandeln, dringend auf, sobald als möglich zusammen zu treten, um ihrerseits Zeugniß ab- zulegen, damit der Ausdruck der öffentlichen Meinung dieser großen und freisinnigen Stadt nicht durch kleine, aber wohlgeschulte, bald der staatlichen, bald der kirchlichen Reaktion dienst

bare Corps gefälscht werde.

Auf die oben erwähnte Versammlung be⸗ züglich gibt der Eigenthümer des Versammlungslokals folgende Erklärung ab:Das Haus war don Dr. Löwe gemiethet, während Herr Tölcke(einer der Lassalleaner) ganz ohne mein Wissen darin eine Versammlung bei der Polizei angemeldet batte und so jene peinlichen Auftritte herbeiführte. Ich werde deßhalb auch gegen Herrn Tölcke die Klage wegen Hausrechtsverletzung einreichen.

Der Schillerpreis von 1000 Thlrn. nebst der Golddenknünze wurde vom Könige nach dem Vorschlage der Prüfungscommission dem Verfasser des TrauerspielsSophonisbe, Emanuel Geibel verliehen.

Von Elbing aus wird eine Petition um Aufhebung der Klöster an das Abgeordnetenhaus in folgender Fassung gerichtet:Die Exeignisse in Moabit haben uns gelehrt, daß die Wieder⸗ berstellung der Klöster nur geeignet ist, den reli gtösen Frieden und die Eintracht zu stören, in der die verschiedenen Confessionen bisher in unserem Vaterlande lebten. In Erwägung dieses Um⸗ standes; ferner in Erwägung, daß die Einrichtung der Klöster und das ganze Klosterwesen einer längst vergangenen, in ihren religiösen Anschauungen uns nicht mehr verständlichen Zeit angehören; in Erwägung, daß die Klostergelübde und das Klosterleben in völligem Widerspruch mit dem Geiste unserer Zeit, der ein Geist der Freiheit und Arbeitsamkeit ist, stehen; endlich in Erwägung, daß der heutige Zweck der Klöster die Ausbreitung des Ultramontanismus und der päpstlichen Herr- schast ist, stellen die Unterztichneten den Antrag: das hohe Haus der Abgeordneten möge, dem noch immer zu Recht bestehenden Gesetze vom 30. Okt. 1810 gemäß, die völlige Aufhebung der Klöster in Preußen beschließen.

Sachsen. Dresden. In der Abgeord⸗ netenkammer wurde der Antrag der Fortschritts⸗ partei auf Abrüstung mit großer Majorität an⸗ genommen. Ein von der national liberalen Partei eingebrachtes Amendement, es möge dabei die nothwendige Rücsicht auf die Machtstellung und Sicherheit Deutschlands genommen werden, wurde abgelehnt.

Bayern. Das von der Volkspartei für die Landtagswahlen erlassene Programm bezeichnet als Ziel der Bestrebungen in der deutschen Frage die freie Vereinigung aller deutschen Stämme zu einem auf Volkssouveränität beruhenden Bundesstaat.

Aschaffenburg. Eine imSchützenhofe stattgefundene Arbeiterversammlung behufs der Gründung eines Arbeitervereins nach Schulze- Delitz'schem Systeme mußte polizellich geschlossen werden, weil die in der Versammlung anwesenden Lassalleaner die Schulzeaner nicht zum Worte kommen ließen.

Wien.

Oesterreich.

Der Kaiser von