mun festgenommen und in das Gefängniß zu Mainz ab⸗ geliefert worden.
Von der Lahn. Kürzlich kam vor den Assisen zu dämburg der Prozeß gegen eine Falschmünzerbande zur Vervandlung, welche durch die Thätigkeit der Polizei in Gießen ermittelt worden war, indem es dieser gelungen, zwel Mitglieder der Vande auf einem Viehmarkte zu Gießen bei der Ausgabe falscher Scheine zu verhaften, wodurch die Fesinahme der übrigen Angeklagten möglich wurde. Der Haupt-Angeklaate Nikolaus Hillerich aus Hadamar, wescher schon in den Jahren 1862-1867 ein jährige Zuchthausstrafe wegen Verferligung und Ver; breitung falscher Großh. Hessischer Fünf Guldenscheine ver⸗ büßte, lernte in der Strafanstalt den Joseph Philipps, won Waldernbach kennen und als Beide Ende 1867 sich wieder auf freiem Fuße befanden, beredete Philipps den Hillerich, falsche Banknoten zu fertigen; der Wilhelm Prester von Hasselbach, wolle die Mittel zur Anschaffung des für die Fabrikation nöthigen Materials vorschußen. Prester im Besitze eines Vermögens von 3000 Thlr., ischoß auch die nolhwendigen Fonds für Presse, Farbe 2c. wor und schaffte eine ächte Banknote der„Bank für Süd— deutschland“ à 10 fl. berbei, nach welcher Hillerich die falschen Noten fertigte. Die Presse befand sich abwechselnd lin den Wohnungen des Karl Wengeroth, zu Hasselbach, Philipp Karl Wagner, zu Wehrheim, und des Christian Dienstbach, zu Abhausen; Peter Wagner, zu Homburg, wurde ebenfalls beredet, die Presse ins Haus zu nehmen, er ließ sich aber nicht darauf ein. Philipps bemühte sich, Geschäftsleuse zum Ankauf falscher Bank⸗ moten(drei falsche für eine gute) zu bereden. Fritz Wagner und Johann Völpel, halsen das nöthige Malexial berbeischaff n und sie sowie Karl Philipp Wagner, ver— breiteten die meisten falschen Banknoten. Sämmtliche Angeklagte wurden für schuldig erkannt und zu Strafen won 12—5½ Jahren Zuchthaus verurtheilt, nur Peter Wagner zu Homburg erhielt wegen unterlassener Anzeige 14 Tage Gefängniß. Die dem ehemaligen Herzogthum Nassau angehörigen 8 Angeklagten haben zusammen 63 ½ Jahre Zuchthaus zu verbüßen. Gegen die Familie des Bäckers Friedrich Mangold zu Braunfels, welcher Hillerich nach seiner Angabe einen großen Theil der Falsifikate gegen ½ des Nennwerthes verkauft, steht die Verhandlung noch aus. In den Händen des Gerichts befinden sich die Wittwe des Friedr. Mangold und deren Tochter Johannette, der Sohn Karl Mangold hat sich dem gegen ihn eingeleiteten Strafverfahren durch die Flucht entzogen.
des
„ Eine Gasexplosion und ihre verheeren⸗ den Folgen. Durch die vor einiger Zeit stattgehabten Gerichtsverhandlungen über eine im Mai vorigen Jahres n Berlin vorgekommene Gassexplosion ist erst näher bekannt geworden, wie bedeutend dieselbe war und wie leicht man in solches Unglück herbeiführen kann. Das Gas war in Iinem Verkaufsladen ausgeströmt, dessen Besitzer im Konkurs, tweßhalb der Laden geschlossen war. Vielleicht war nur
ein Hahn nicht geschlossen, vielleicht nur eine ganz unbe— deutende schadhafte Stelle im Gasrohr die Ursache des Ausströmens des Gases. Aber dadurch, daß dieses mehrere Tage nacheinander fortdauerte, sammelte sich so viel Gas an, um eine Explosion möglich zu machen. Erst bemerkte man den Geruch nur in angrenzenden Räumen des unteren Stockwerks, ohne jedoch die Ursache zu ergründen. Später bemerkten andere Bewohner des Hauses im oberen Stockwerk auch Gasgeruch und ließen Leute von der Gas— fabrik holen. Diese wollten durch Ableuchten(an dem Rohr mit einem brennenden Licht berfahren) die schabhafte Stelle suchen und kamen dadurch dicht an den Fußboden, wo das Rehr vom unteren Stockwerk heraufführte. Muth maßlich war die Oeffnung durch die Decke etwas weit,— kurz, im Augenblick erfüllte ein Donnerschlag das Haus, dasselbe wurde theilweise zertrümmert und mehrere Per— sonen sosort getödtet, andere schwer verletzt.— Da immer noch vielfach der Gebrauch herrscht, der Ursache von Gas— geruch durch Ableuchten nachzuspüren, so wollten wir durch obige Miltheilung auf die große Gefahr aufmerksam machen, welcher man sich dadurch aussetzt. Sobald man Gasgeruch bemerkt, untersuche man erst alle Räumlichkeiten des ganzen Hauses ohne Licht, ob sich nicht irgendwo ein stärkerer Gasgeruch bemerkbar macht, überall öffne man Fenster und Thüren, und erst dann nehme man ein 1 74 nendes Licht zu Hülfe. Wenn die Möglichkeit vorliegt, daß Gas in hohlen Räumen der Zimmerdecke(da viele Weißbinder unter der Holzverschalung leere Räume zwischen dem Gebälk lassen) oder in Wandschränken u. s. w. sich angesammelt hat, so muß man das Gas vom ganzen Haus auf einige Tage absperren und dann erst mit größter Vorsicht die schadhafte Stelle suchen. Denn Gas in einem hohlen Raume, mit etwas Licht vermischt, eingeschlossen, wirkt wie Schießpulver, nur daß es in kleiner Menge nach einigen Tagen sich zersetzt. Möge also Jedermann stets an die Gefahren denken, die durch Sorglosigkent und Un- vorsichtigkeit entstehen können.
e Neuerfundenes Pulver zum Feuer⸗ löschen. Der Erfinder, Herr Zaphle aus Brüssel, hat lürzlich in Lüttich folgenden interessanten Versuch gemacht. Er hatte einen Scheiterhausen, bestehend aus 140 Bündeln Reisholz, 3 Karren trockenem Holz, 12 Säcken Hobel— spähnen, 150 Kannen Petroleum und 225 Kannen Theer unter einer Bretterbude errichten lassen, welche an vier Ecken in Brand gesteckt und erst, nachdem das Feuer in voller Thätigkeit war, von der Feuermannschast angegriffen wurde. Ein einziger Wasserguß löschte die Flammen in einer Minute und in zwei Minuten war Alles beendet. Es wurde sodann noch ein zweiter Versuch gemacht, wobei das Feuer mit einer furchtbaren Wuth um sich griff und die Breiterbude mitnahm. Auch dieser Versuch lieferte dasselbe glänzende Resultat.
„, Wenn die Könige bauen, haben die Kärrner zu
thun, und wenn sie Thronreden halten, haben die Tele- graphen einen großen Tag. Die Thronrede Napoleons
setzte in Paris Hunderte von Beamten in volle Thäligkeitz
die 1200 Worte, aus welcher die Rede besteht, gelangten in 14 Minuten nach London, in 45 Minuten nach Brüssel, in 69 nach Verlin, in 100 nach Florenz, in 110 nach Wien. Für London arbeiteten 4 Drähte, für die anderen Residenzen nur je einer, daher der Zeitunterschied. Die Apparate und die Linien waren schon Tags vorher sorg— sältig vorbereitet worden.
% Preußen liebt den Kern, wirft aber auch die Schale nicht weg. Es hat kürzlich die Säcke und Fässer, in welchen im Jahre 1866 die Kriegsentschäbigungsgelder von Baiern ꝛc. eingesendet wurden, für 383 Thlr. verkauft
„ Das vervehmte Hannöver'sche Kukukslied, dessen so oft in den Blältern Erwähnung geschieht und das schon so manchen Lehrjungen und selbst Dienstmädchen die wenig angenehme Bekannischast mit der preußischen Polizei machen ließ, lautet seinem ganzen staatsgefährlichen Inhalte nach:
Der Kukuk sitzt in seinem Nest,
Paßt auf, wo sich was holen läßt;
Und haben ein paar Vögel Streit,
Ist er zum Schlichten stets bereit.
Doch willig thuts der Kukuk nicht,
Er holt dann wo und was er kriegt.
Wer Hilf' vom Kukuk sich erfleht,
Ist werth, daß er zum Kukuk geht.— Kukuk!
2*
Bitte
0 4 Der 21jährige Friedrich Jung von Wisselsheim ist in Friedberg, wo er als Pferdeknecht diente, am 7. d. in Folge eines Schlagansalls plötzlich gestorben. Er war der treue Ernährer seines gichtlahmen Vaters, sciuer schwachen Mutter und seiner verwachsenen arbeitsunfähigen Schwester. Im Namen dieser hülflosen Armen und im Vertrauen auf die menschenfreundliche Gesinnung vieler Bewohner des hiesigen Kreises wird hierdurch um Gaben der Barmherzig— keit dringend gebeten, für deren Verwendung der Geistliche und Bürgermeister in Wisselsheim Sorge tragen werden, und zu deren Empfang und Uebermittelung die Expedition dieses Blattes bereit ist.
Kür die nothleidenden Juden in Westrußland sind ferner eingegangen: Bei Hrn. L. Herz v. Hrn. Director Dr. Matthias 1 fl.; bei Hrn. L. Adler v. Hrn. F. R. 1 fl.; bei Hrn. J. Goldbeck 3. Hrn. Ans. Strauß 1 fl.; in einem Brieschen ohne Unterschrift Postz. Cassel mit den Worten: von Jemand der keinen Unterschied in der Con⸗ fession macht, sondern alle Menschen, sei es nun Cörist, Jude oder Türke, für seine Brüder hält 1 fl. 45 kr.; durch Hrn. E. Hirsch v. A. B. dahier 2 fl.; bei der Expedition d. Bl. v. H. Schff. 1 fl.; von einem Gegner Oppen⸗ heim's, jedoch von keinem Judenhasser fl.
Den edlen Gebern dankend, sind wir sowie die Expe⸗ dition dieses Blattes gerne bereit, weitere Gaben entgegen zu nehmen. Das Comits.
Soeben erschien das erste Heft einer neuen vollständigen(Cotta'schen) Ausgabe von
Göthe's
Preis des ganzen Werkes fl. 6.
Das erste Heft kann bei uns eingesehen werden.
Werken.
Bindernagel& Schimpff.
Reichstagswahl.
154 Die„Assenheimer Urwähler“ wollen nun auch hervortreten. Im„Frankfurter Journal“ ist bereits eine Einladung an die drei Candidaten für die Reichstagswahl zu der am nächsten Sonntag hier stattfindenden Leider haben wir inzwischen davon Kenntniß genommen, daß herr Oppenheim in den nächsten 8 Tagen versönlich hier nicht erssheinen kann, da er bereits
nat es ja schon lange gewünscht. Wahlversammlung erschienen.
underweitig zugesagt hat. Indessen setzen wir
einer Durchreise nach Büdingen einige Vertreter seiger Parthei dier zurücklassen wird. »rei Candidaten sind Geyger, Buff und Oppenheim. eine möglichst gemüthliche Unterhaltung führen. Mittags 3 Uhr,
möge Sonntag den 14. l. M.,
rscheinen.
Der„Wetterauer Bote“
im allgemeinen Interesse voraus, daß er bei ö Die Wir wollen über deren Qualification Wer sich für die Wahlagitation interefsfirt, im weißen Roß zu Assenheim
Die Assenheimer Urwähler.
Vorschuß- und Credil-Perein zu Reichelsheim.
430 Sonntag den 14. d. Mts., Mittags 3 Uhr, Generalversammlung im Gasthaus zur
Lilie daselbst.
Tagesordnung: Fesssetzen
der 18681 Dividende u. s. w.
Tapeten,
pet Stück von 7 kr. an, bis zu den feinsten empfiehlt Bad Nauheim. Horn, Tapezter.
Zu bermiethen “ Der uulere Stock meines Dauses Nr. 5. Werschiedene kleine und große Kapitalien 430 flax gegen gute Pypotbeken auszuleiben. Naheres bel Schwarz, Hoftarator.
1448 24
Auf den Abbruch
438 soll Mittwoch den 17. Februar, Vormlttags 10 Uhr, eln von Eichenholz erbautes Oekonomiegebäude, in der Burg zu Södel, auf Ort und Stelle einer wiederholten Verfteigerung an den Meistbtetenden aus— gesetzt werden. Nidda den 10. Februar 1869,
W̃᷑ 4 i* 2K 1. 1
—.— 2
Ein Logis,
403 das bis den 26. März bezogen werden tafln, hal zu vermlethen H. Schutt.
von
444 Nr. 20 hat die Steppdecke gewonnen.
Heß. Ein Pferd, 428 giährig, zum Ackerbau wie zum Chaisensabren gleich gut geeignet, sowit verschiedene Oelenomiegeräth⸗
schaften zu verkaufen bei Bergmeisser Storch auf dem Dorheimer Bergwerke.
Aerztliches Zeugniß.
435 Die Arabischen Gummi Kugeln von W. Stuppel, bereitet aus Wurzeln und Kräutern, welche sämmtlich den deilsamsten des Pflanzenreichs angebören, babe ich in letzter Zeit viel'ach bei ealar⸗ rbalischen Zuständen der Athmungsorgane, des Kebl⸗ kopfes und der Lungen, bei Keuchhusten, Bräune, Brust⸗ kiemme in Anwendung gebracht und zwar stets mit dem besten Erfolge, so daß ich dieselden Jedermann angelegent⸗ lichst empfehlen kann.
Dr. Wirth, prakliscder Arzt in Alpirsbach.
Dieselben sind vorräthig die/ Schachtel zu 14 kt., die ½ Schachtel zu 7 ke. dei J. A. Windecker in Frtedberg.
Ein vollständiges Logis,
452 bie Mat beziehbar, bat zu vermiethen W. Gökus.
Ueber 100 Ctr. Heu
432 und eine Parthie Grummet sind zu verkausen in dem Pfarrbose zu Münster bei Bußbach.
zum 1.
455 Eine große Parthie — 2 Dick wurz verkauft Chr. Glockengießer.
91 11˙ R Ein braver Junge kann dauernde Beschäftigung finden in der Buchdruckeret
Bindernagel& Schimpff


