Ausgabe 
11.2.1869
 
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Ministerien der Justiz und der Finanzen beschlossen

1869.

Donnerstag den 11. Februar.

N17.

berhessischer Anzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

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Miedberger Intelligenzblalt.

Erscheint jeben Dienstag, Donnerstag unb Samstag.

Die Mitglieder der landwirthschaftlichen Section Friedberg und sonstige Freunde der Landwirthschaft werden auf Samstag den 13. d., Besprechung der nachstehenden

Nachmittags 2 Uhr, zu einer Gegenstände u. s. w. in den Saal des Gasthauses in Friedberg eingeladen:

1) Soll der Landwirth von den künstlichen oder Hülfs-Dungmitteln Gebrauch machen oder nicht, welches sind die gangbarsten Sorten im Handel und wie ist deren Anwendung? Eingeleitet von Hrn.

Dr. Henkelmann. 2) Welche Erfolge haben die im vorigen Jah

schiedenen Anbauversuche mit Kartoffeln gehabt?

3) Welches ist die Ursache, daß in hiesiger

Amtlicher Theil.

erh.

zu den drei Schwertern Alsdann findet statt.

re vorgenommenen ver-

Gegend die Erbsen im

Ertrage so auffallend abgenommen haben und was kann geschehen, um diesen wieder in die Höhe zu bringen?

4) Sind in den letzten Jahren hinsichtlich des Samenwechsels beson dere Erfahrungen gemacht worden und haben sich insbesondere ein zelne Fruchtgattungen im Ertrage ausgezeichnet?

5) Wahl eines Ersatzmannes zu der Commission für Faselviehbesichtigung 6) Herr Kreisveterinärarzt Born wird am Schlusse einen Vortrag

über das Währschaftsgesetz für den Viehhandel halten. Nieder⸗Wöllstadt den 9. Februar 1869.

Stoll.

Hessen. Darmstadt. Der Abgeordnete Hunsinger hat els Referent des ersten Aus- schusses über den dringlichen Antrag des Abg. Metz, die endliche vollständige Genehmigung der verschiedenen Eisenbahnlinien betreffend, Bericht erstattet. Derselbe beantragt, da durch die mittler weile erfolgte Entscheidung aller Richtungs- und Bahnhofsfragen mit Ausnahme der Darm städter Bahnhofs Frage und der Schlitzer-Frage über welch letztere erst nach Erledigung des Wadsack'schen Antrags entschieden werden kann, demzufolge, wenn erforderlich, nach den Verträgen der oberhessischen Eisenbahn⸗Gesellschaft zum Be hufe der Führung der Bahn über Schlitz ein Beitrag aus Staatsmitteln verwilligt werden soll ihre Erledigung gefunden, diese beiden Aus- nahmen sich aber dermalen nicht zu einer Thätig keitsäußerung der Kammer eignen, den Antrag des Abg. Metz für erledigt zu erklären.

DieDarmst. Ztg. berichtet, daß unter Berücksichtigung der auf die Zusammenlegung der Grundstücke sich beziehenden Beschlüsse der General- dersammlung der drei landwirthschaftlichen Pro dinzialvereine vom 25. Sept. 1868 und des den- elben zu Grund gelegten Gutachtens des Großh. Dekonomierath Dr. Krämer, Großh. Ministerium des Innern in Uebereinstimmung mit den Großh.

bat, eine Revision des Gesetzes vom 24. Dec. 1857 eintreten zu lassen und zu dem Ende eine Fommission zu bilden, welcher außer dem Großh. Generalsekretär der landwirthschafilichen Vereine aus folgenden Mitgliedern bestehen soll: den Herren Provinzial Direktor Dr. Goldmann zu Hießen, Hofgerichtsrath Dr. Kraft zu Gießen, Kreisrath v. Zangen zu Vilbel, Bezirksstrafgerichts⸗ Direktor Stein zu Gießen, Steuer-Commissär Dunsinger zu Hungen, Steuer⸗Commissär Rau zu Darmstadt, Steuer-Commissär Welsch zu Alzey, vangel. Pfarrer Landmann zu Rendel, Bürger neister Eppelsheimer zu Wörrstadt, Bürgermeister Reuning zu Nidda und Bürgermeister Müller zu Hergershausen. Die Großh. Regierung wünscht, daß diese Commission aus ihrer Mitte einen Re- serenten ernenne, welcher einen Gesetzentwurf über Revision des erwähnten Gesetzes ausarbeiten möge, der dann von sämmtlichen Commissionsmitgliedern zu berathen wäre, so daß dann der Entwurf, wie ir aus diesen Berathungen hervorgeht, nebst Mo ven den Großh. Ministerien zur Beschlußnahme über die den Ständen zu machende Vorlage durch Vermittlung der Großh. Centralstelle für die Landwirthschaft und die landwirihschaftlichen Ver tine einzusenden sein würde.

Wie es heißt, sollen im Laufe des kom-

menden Sommers für das 10. und 11. Armee⸗ Corps des norddeutschen Bundesheeres größere Manöver in der Gegend zwischen Marburg und Kassel in Aussicht genommen sein, an welchen auch die hessische Division Theil nehmen würde Weiter spricht man davon, daß nach Beendigung dieser Uebungen das erste und vierte Infanterie Regiment ihre Garnisonen(Worms und Darm stadt) tauschen würden und sich unsere Residenz alsdann der Anwesenheit einesGarderegiments zu erfreuen habe.

Dem Gemeinderath der Residenz ist die Mittheilung zugegangen, daß in Folge der Militär-Organisation nach preußischem Modus Militärpersonen von Beginn dieses Jahres an Communalumlagen nicht mehr zu zahlen hätten. Der Stadtkasse würde hierdurch ein Ausfall von mehr als 8000 fl. erwachsen. Wie dieHess. Ldsztg. berichtet, hätte der Gemeinderath von Darmstadt sich mit Einstimmigkeit und Entschieden heit gegen die Befreiung der Militärpersonen von den Communalumlagen ausgesprochen, wenn gleich man sich nicht verhehlt habe, daß ein solcher Protest wenig Aussicht auf Erfolg biete, da die höchste Instanz in Berlin sei. Die gleiche An- gelegenheit wird auch an die übrigen Garnisons städte des Landes, Friedberg, Butzbach, Gießen, Offenbach und Worms, herantreten und dürften sich für dieselben gemeinsame Schritte empfehlen.

Die Einführung der allgemeinen Einkom- mensteuer soll nach dem Entwurfe der Staats- Regierung bis zum 1. Januar nächsten Jahres verschoben bleiben. Die Majorität des Finanz ausschusses beantragte jedoch, um ein Deficit zu vermeiden, deren Einführung schon für das zweite Semester d. J.

Friedberg. Bezüglich der neuesten Sen sationsnachricht von einem Bündniß zwischen Frankreich, Italien und Oesterreich schreibt die Weserzeitung:Man will von geheimen Schutz und Trutz ⸗Allianz- Verhandlungen zwischen Paris und Florenz hören, in welcher Viktor Emanuel als Aufgeld Südtyrol geboten werde, welches Oesterreich, das natürlich mit von der Partie ist, aus freien Stücken herausgeben würde, in der Gewißheit, sich, nachdem Preußen niedergeworfen, Schlesien und was sonst sein Herz begehrt, nehmen zu können. In weiterer Ferne soll den Italienern auch Rom gezeigt sein; da aber die ultramontanen Freunde Napoleon's, wenn sie davon etwas er führen, einen bösen Strich durch die Rechnung machen könnten, so müßte darüber wenigstens bis nach den Wahlen, wo die Hülfe des Clerus unentbehrlich ist, reiner Mund gehalten werden. Ob an diesem Gerüchte etwas Wahres ist, und

wie viel, mag einstweilen auf sich beruhen; That sache ist aber, daß davon gemunkelt wird.

* Schotten. In einer am 4. d. dahier stattgehabten, von Vertretern unserer Stadt und der umliegenden Orte veranlaßten Versammlung zur Besprechung der Eisenbahn- Angelegenheiten wurde zunächst dem tiefen Bedauern Ausdruck gegeben, daß die bereits in Angriff genommene Eisenbahn-Linie Gießen⸗Gelnhausen nicht zwischen Schotten und Nidda, sondern unterhalb Nidda passire und so den Interessen unserts Vogels- berges keine Rechnung trage. Die Versammlung beschloß sodann eine Eingabe an Großh. Staats- Regierung mit dem Ersuchen, darauf zu dringen, daß bei dem Bau der neuen Bahn der für unsere Gegend am nächsten und für den Transport am günstigsten gelegene Ort Borsdorf als Haltestelle eingerichtet werde, und falls sich die Intensionen des Friedberger Comite's für eine Zweigbahn von da in der Richtung nach dem Vogelsberg verwirklichen sollten, Sorge tragen zu wollen, genannte Zweigbahn bis hierher fort zu bauen, im entgegengesetzten Fall aber in passender Ein⸗ mündung uns durch einen Schienenweg mit der Bahn Gießen ⸗Gelnhausen in Communication zu setzen. Mit Ausführung des Beschlusses resp. der Eingabe wurde das hier bestehende Comite betraut.

Preußen. Berlin. In der Justizcom- mission erklärte sich der Regierungscommissär im Prinzip für die Freigebung der Advocatur. Die Commission beschloß, die Regierung zur Vorlegung eines Gesetzentwurfes aufzufordern, wonach die Ausübung der Advocatur für alle Landestheile nur von der Ablegung des Staats-Examens ab- hängig gemacht wird.

Die Betriebseinnahme sämmtlicher preuß. Eisenbahnen im Jahre 1868 belaufen sich auf 94 Mill. Thlr. oder etwa 8 Mill. Thlr. mehr als im Vorjahre.

Weilburg. DieMittelrh. Ztg. berichtet einen neuen Beitrag zu der traurigen Wahr- nehmung, daß sich in neuester Zeit die Verbrechen gegen die Sittlichkeit bei den sog, höheren und gebildeten Ständen in wahrhaft erschreckender Weise mehren. Sie sagt: Seit etwa 10 Tagen hat sich der Pfarrer H. aus M. hiesigen Amts von da entfernt. Am Samstag ist in Folge Anzeige eine Untersuchung gegen denselben ein geleitet worden, bei der sich herausgestellt, daß er schon seit eiwa 5 Jahren wohl auch schon länger Unzucht, sogar mit Kindern, getrieben habe; es werden haarsträubende Dinge erzählt. Steckbriefliche Verfolgung ist angeordnet.

Bayern. München. Ein hiesiger Corre

spondent desNürnb. Kour. sagt über das

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